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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-11-24 · 46 (24.11.1916) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
46 (24.11.1916)
Date
1916-11-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Jeder treue Jude zeichnet die fünfte Kriegsanleihe Seite 762 Nr. 46 Dr. Bloch'S Wochenschrift « die von sovielen Vertretern einer sogenannten „christlichsozialen" Bildung herbeigesehnt werden. „Ich dulde in meinem Reiche keine Judenhetzen", hieß es. Genug Gesindel frevelte gegen dieses Kaiserwort, vst genug lehnten sich dagegen jene Volrshetzer aus, die für sich den Patriotismus reklamieren, den sie in Wirtlichkeit schänden. Die Erfahrungen seines von höchster Weisheit geführten Lebens haben ihm ja gezeigt, daß nur ein unbegründeter Haß uns verfolgt, daß wir mit allen unseren Tugenden und Schwächen jedem anderen Stamm auf jedem Gebiete gleich sind, allen Völkern vielleicht voraus durch unsere niemals wankende Reichs- und Kaisertreue, die einen Ausdruck unseres ^historischen Nationalcharakters bildet. Auf dem Ächlachtselde und in der Werkstatt sind wir überallhin getreulich mitgegangen, nicht in der Hoffnung auf Belohnungen, sondern unsere Pflicht erfüllend. Von unseren Mitbürgern wurde uns das ttöel vergolten. Desto höher war unsere Freude über die Bestätigung, daß wir dem Besten seiner Zeit genug getan, dem edlen Kaiser selbst. Kaiser Franz Josef war wohl der von den Juden der ganzen Welt am meisten geliebte und verehrte Herrscher. Sie, die überall Gerechtigkeit gesucht und nirgends sonst gefunden haben, besaßen an ihm einen Hort der erhabenen Menschlichkeit und Güte. Er hat seine Macht im Staate immer für den Schub der Juden eingesetzt, welche für ihn seine Kinder waren wie alle anderen Nationalitäten. Unter seinem Szepter durfte lein Gesetz gegen sie beschlossen, ihre Sicherheit nicht gestört werden und in öffentlichen Aeußerungeu hat er eine hohe Gesinnung für sie betätigt, für welche sie vom Herzen dankbar sind. Noch klingen seine Worte in unserem Herzen weiter, die er an die Deputation k er Juden am Mich seines sechzigjährigen Regierungsjubiläums' gerichtet hat, diese tiefen Worte, mit denen er unsere in Wohltätigkeit und Familiensinn betätigte Menschlichkeit hervorgehoben hat. Das war ein neues zu den vielen und großen Schuldrdokumenten unserer ergebenen Dankbarkeit für den weisen Monarchen. Aber nicht nur feilten eigenen jüdischeil Bürgern war er Schutz und Zuversicht, sondern auch den Juden aus dem Auslav.de. Stets war sein Reich ein freies Asyl für die armen Flüchtlinge aus dem großen jüdischen .Kerker, welcher Rußland heißt und zugrunde gehen muß, wenn die Flüche von Millionen Menschen sich erfüllen. Wenn wieder einmal die Hooligans zu gemeinem Morde ihre Knüttel schwangen, rveun die russische Gesetzgebung die hungerndeil Juden zuin Verhungern bringen -wollte, da hat sich der Strom der Flüchtlinge aus dem Wege nach Amerika um Erbarmen nach Oesterreich gewendet und hat hier Sicherheit gesunden. Die Unglücklichen segneten den Namen Franz Josef I. Niemals hat sein Herz Maßnahmen geduldet, welche die Armen hätten zur Verzweiflung treiben können, stets hat er es gern gesehen, wenn die österreichischen Juden den russischen zu Hilfe kanten. Die Feinde nannten ihn „den Judenkaiser", in Wahrheit war er, in der edelsten Auffassung des Herrscherberufes, der Schützer aller Bedrängten und Bedrückten. Darum, wo 'nur jüdische Herzen schlagen auf dem weiten Erdenrund, wird das Andenken Franz Josef I. gesegnet bleiben. Trauernd steht Oesterreich alt der Bahre des Kaisers, der es durch zwei Men scheualler geführt, aber der Schmerz wird gelindert durch die Zuversicht, daß die Monarchie unter seinem Nachfolger gekräftigt und verjüngt sortbesieheu und in einer gesunden politischen Reorganisation die Bedingungen äußeren und inneren Völkerfriedens finden wird. Auch wir Juden blicken voll Vertrauen zu dem neuen Kaiser empor und wir erinnern uns, daß er als Erzherzog-Thronfolger zu den jüdischen Repräsentanten in Czernowitz die Worte gesprochen: „Ihre G l a u b e n s g e n o s s e n habe n iv e g e n ihres Patriotismus unter der Russenherrschaft sehr gelitten. Die jüdische Bevölkerung ist sehr patriotisch. Wir werden ihr das nie vergessen." Dieses hochherzige Fürstenwort ist uns eine kostbare Bürgschaft für die Zukunft. Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens mit der Kriegsdekoration in Anerkennung vorzüglicher und aufopferungsvoller Dienstleistung vor dem Feinde d ein Stabsarzt Dr. Sigmund L e i n k r a m, Kmdt. einer. Brigade-Sanitätsanstalt; dem Oberleutnant i. Ev. Dr. Ernst Bert, Fest.-Art.-Reg.; das Militärverdienstkreuz 3. Klasse nrit der Kriegsdekoration in Anerkennung tapferen Verhaltens dem vor dem Feinde gefallenen Leutnant d. R. Emmerich P o titz er, J.-R.; idem Leutnant d. M. Mattiäs Spitze r, L/dwreg.; dem Oberleutnant a. D. Ludwig M u n k, ung. Ldwreg.; dem Oberleutnant d. R. S 0 kat, J.-R.; das s i l b. Signum l a u d i s am Bande des Militärverdienstkrenzes (neuerliche kaiserliche belobende Anerkennung) für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Oberleutnant d. R. Albert Sziklai (Steinseld), Jäg.- Vat.; für vorzügliche Dienstleistung im Kriege dem Oberleutnant d. R. Lothar Freiherrn Popper 00in P 0 d h r a g y, Husarenreg.; dem Assistenzarzt Dr. Rudolf D i a m a n t, J.-R.; dem Oberl.-Auditor Dr. Siegfried Ba er, Feldgericht; ferner-für tapferes und aufopferungvolles Verhalten vor dem Feinde dem Assistenlzarzt d. R. Dr. Hermann Bahner, J.-R.; dem Oberleutnant d. R. Heinrich LebovitsZ ung. Ldwreg.; den Oberleutnants d. R. Moses Fischer, J.-R.; Dr. Erwin Fischet, Dragonerreg.; dem Leutnant d. R. 'Richard Freiherrn von Groedel, dem Ldst.-Oberlentnant Artur Kraus, Vervslegsstassel; d a s b r 0 n z e n e Signum l a u d i s am Bande des Militärverdienstkrenzes für tapferes Verhalten den Leutnants der Reserve Joses .Kling Hofer, Jägerbat.; Dr. jur. Joses Koranyi, J.-R.; Elek Steuermann, J.-R.; Siegmund Ullm a n n, Ldstreg.; für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde dem Oberleutnant Friedrich Mandl, Traindiv.; dem Oberarzt Dr. Oskar Fischer, Feldspital; für tapferes Verhalten dem Leutnant d. R. Felix Hecht, Traindiv.; den Oberleutnants d. R. Ignaz Schwarzbeck, J.-R.; Dr. jur. Geza S a n d 0 r, J.-R.; dem Leutnant Wilhelm Goldgrub er, J.-R.; dem Leutnant d. R. Daniel Zimmermann, J.-R.; für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde dem Leutnant d. R. Otto Salz, Traindiv.; dem Oberleutnant d. R. Emanuel Grünwald, J.-R.; den Oberleutnants d. R. Hermann S o kal, J.-R.; Dr. Gabriel Klin g er, Art.-Arsenal; dem Oberleutnant d. Ev. Eugen Popper, Kriegsministerinm; dem Ldst.-Oberlentnant Arnold Löwit, .Kriegsministerium; dem Ldst.-Leutnant Ignaz Gartenberg, Kriegsministerium; für die mit Lebensgefahr bewirkte Rettung zahlreicher Soldaten bei einer Wetterkatastroohe dem Oberleutnant d. R. Felix Pollak, J.-R.; für tapferes Verhalten dem Leutnant d. R. Sieg-

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