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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-11-17 · 45 (17.11.1916) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
45 (17.11.1916)
Date
1916-11-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 45 Tr. Bloch's Wochenschrift Seite 749 Weitere Auszeichnungen. Oberleutnant Franz Gutmann vom Festungsart.- Reg. Nr. wurde für wiederholtes tapferes Verhalten vor dem Feinde mit dem silbernen Signum laudis ausgezeichnet. Dem Res.-Jnfanteristen Abraham Messer, derzeit im Krankenstände des Filialspitales in BronowieeWieltie, wurde in Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen als akademischer Maler bei Herstellung eines Kaiserbüsteubildes, künstlicher Ausgestaltung der photographischen Objekte für die österreichische Kriegsausstellung und Anfertigung mehrerer sehr gelungener Bilder für die Kran kenbeschästigungswerkstättert usw. die Belobung im Namen des Allerhöchsten Dienstes ausgesprochen. Dem Oberleutnant Rudolf Pachte r aus Bodenbach, Kommandant eitler Trainsormation auf dem nördlichen Kriegsschauplätze, wurde für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde neuerlich die Allerhöchste Anerkennung ausgesprochen und das silberne Signum laudis verliehen. Fräulein Lili Herzl, Wien, 6. Bezirk, Liniengasse 18, freiwillige Aussichtsdame des Ldw.-Marodenhauses Nr. 1, wurde für ausopserndes Wirken mit der silbernen Verdienstmedaille mit der Kriegsdewraiion ausgezeichnet. Rudolf Biheller, tönigl. ung. Rechnungsuntecofsizier 1. Klasse beim Ldst.-Honvedinsanteriereginwnt , derzeit einer Kriegsgesangenen-Arbeiierabteilung zugeteilt, wurde für seinen Pflichteifer mit dem eisernen Berdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapserkeitsmedaille ausgezeichnet. Die erste Auszeichnung, die bronzene Tapserkeitsmedaille, erhielt er für seine Besonnenheit und Umsicht bei der Beschießung von Görz am 18. und 19. November 1915. Zum zweitenmake ausgezeichnet. Die silberne Tapserkeitsmedaille 2. Klasse wurde zunr zweitenmale verliehen dem Tit.-Feldwebel Samuel Karl, J.-R.; ebenso die bronzene Tapserkeitsmedaille dem Vormeister Hermann Scharf, Feldlanonenreg., dern San.- Fähnrich d. R. Wilhelm Roth, Tiroler Jägerregiment, den: Patrouillenführer Max Rosen bera, Ldstbat., und dem Gefreiten Rubin Rose n b a u m, Ldtvreg. Sonstige Auszeichnungen. Am Bahnhose in Krakau ist seit Kriegsbeginn eine Gruppe von jüd. Damen in aufopferungsvoller Weife beim Labedienste für verwundete und ins Feld fahrende Soldaten, wie auch für durchreisende Flüchtlinge tätig. Die Organisierung und Entwicklung dieser Aktion unter dem Titel „Labestation II" ist in erster Reihe der unermüdlichen Initiative der Oberin Fräulein Pauline Eisental zu verdanken. In Anerkennung dieser mehr als zweijährigen Tätigkeit wurde ihr nunmehr vorn Generalinspektor für die freiwillige Sani'ätspslege das Ehrenzeichen vom Roten Kreuz 2. Klasse ntü der Kriegsdekoration und gleichzeitig von Sr. Majestät dem deutschen Kaiser die Ehrenmedaille 3. Klasse für Verdienste ums Rote Kreuz verliehen. Die letztere Auszeichnung wie auch die österreichische silberne Ehrenmedaille vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration erhielten ferner die Mitglieder des Labekomitees, die Damen Karoline und Sidonie Alle r h a n d, Helene Rendl und Herr David Tilles. Feldpostbrief. Aus dem Felde, vom 30. Oktober 1916, schreibe der Fugssührer Armin Weiner des Infanterieregiments Nr. an seinen Vetter Sandor Weiner, der ebenfalls als Landsturnlmann eingerückt ist, folgenden interessanten Brief: „Seit einigen Wochen habe ich die Mission, täglich in die vordersten Stellungen zirka 16 Kilometer Märsche zu machen. Das Vergnügen ist nicht angenehm zu nennen, weil die Wege so morastig sind, daß man bis über die Knie versinkt. Der Regen, gemischt mit Schnee, hört gar nicht aus. Die gewählten Worte, die man hier nach einer solchen absolvierten Mission gebraucht, kannst Du Dir vorstellen. Ich komme nachts nach Hause - doppetnaß vom Regen und Schweiß. Die letzten paar Wochen habe ich Pech. Gerade als ich zur Stellung konime, fängt der Russe seine „Theaterstücke" an auszusühren. Es ist Brussilows Heer. Wir erwarten sie mit Vergnügen, bis sie an unsere Drahtverhaue gelangen, dann folgt natürlich der „Spaß"; sie fallen um wie die Fliegen, urrd bekommen wir die Arbeit, die toten Russen wegzuschafsen. Gerade gestern ist ein interessanter Fall vor unserer Front vorgekomtnen. Genau um zwölf Uhr mittags torkelt ein russischer Koch vor unserer Stellung herum und trägt ein Ossiziers-Mittagmahl, offenbar für einen Offizier. Als er wahrnahm, daß er sich verirrt hatte, wollte er sich umdrehen, natürlich war ihm die Situation klar geworden und er mußte aus unser „Halt!" zu uns kommen. Wir frugen den Ossiziersdiener aus, wie er hierherkam, und er erzählte uns, daß sein Herr Offizier Feldwachdienst hätte, und zwar uns gegenüber stünde. Er verlor sein Ziel und verirrte sich hieher; wollte wohl zurücktaufen, es war aber zu spät. Wir sahen uns das Mittagmahl an Wir natürlich getrauten uns die Menage nicht zu verzehren, indem wir glaubten, daß vielleicht eine russische Finesse dahintersteckt, den Koch zu uns mit vergifteten Speisen zu schicken: so mußte der Ossiziersdiener selbst alles vor unseren Augen verzehren. — Nächstens folgen schönere Begebenheiten von Deinem Vetter Armin." Die hohen Jeierlage im Ketde. Einjährig-Freiwilliger Zugssührer Theodor Antscherl schreibt von der Jsonzosront am 27. September, 5 Uhr morgens, seinen Eltern, Herrn Albin A n t s ch e r l und seiner Frau Klara, geb. Plesz. nach Budapest zu Rosch-haschono folgende Feldpostkarte: „Soeben gehen die Loldaten mosaischer Konfession aus meiner Kompagnie — mir wurde deren Führung übergeben — in ein hinter der Front liegendes Dorf, um Neujahr mit Feldgottesdienst dort zu feiern. Ter Allmächtigewird mit uns auch ferner fein und uns nicht verlasset: und nach glänzenden Siegen uns bald zum Frieden verhelfen." Zweite Fetdpostkarte: „So haben wir die beiden Neujahrstage in größter Andacht verbracht. Meine Gedankerr weilten, teuerste Eltern, imnrer bei Euch und meinen Augen entflossen beim Gebete Tränenströnle. Wir waren gegen 500 jüdische Soldaten beisammen — ob schon nicht alle kommen konnten — und beteten, viele Offiziere und Einjährig-Freiwillige in unserer Mitte, alle in

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