Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 44 (10.11.1916)
- Date
- 1916-11-10
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seile 744 Tr. Bloch § Wochenschrift ttn 44 („Die neue Stadtverwaltung in Warschau und die Juden") und die Wiedergabe mehrerer gegen die Juden gerichteter russischer Armeebefehle. Vielfach wurde die Nachricht, die Russen hätten die jüdischen Bewohner vor die Front getrieben, angezweifelL Das „Jüdische Archiv" belehrt leider eines Besseren: Der betreffende Armeebefehl Radto Dimitrieffs, welcher anorduet, die Juden zu versameln und gegen den Feind zu treiben, ist Photograph i > ch w i e d e r g e g e b e n. Änknüpsend an die Nobilitierung des heldenhaften Czernowitzer Bürgermeisters Dr. W e i s s c l b e r g e r, dessen Bildnis das Heft schmückt, wird in einer lebendigen Studie von Dr. Salomon Katzner („Die Juden der Bukowina"), die historische Entwicklung und Struktur der Judenheit dieser östlichsten Provinz Oesterreichs, geschildert. Außerdem enthält die vorliegende Doppellieferung die dritte Liste gefallener jüdischer Offiziere der Monarchie, die vierte Liste der dekorierten jüdischen Kriege: Oesterreich-Ungarns, der jüdischen Träger des Eisernen Kreuzes 1. Klasse und wieder denkwürdige Tatgeschichten, jüdische Helden betreffend. Das „Jüdische Archiv" wird niemand missen können, der aus der Quelle schöpfen will. Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden. Festschrift zum 70. Geburtstage Martin P h i l i p p j o n s. Herausgegeben vom Vorstande der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Leipzig 1916, Gust. Fock. Ein herbes Geschick hat diese Festschrift zu einem Epilog gewandelt, indem der Gefeierte aus dem Leuen schied, kaum dag diese Ehrengabe in seine Hände gelangt war. Der Wissenschaft zu Dank bleibt sie immerhin ein Dentmal seiner Bedeutung und ein erfreulicher Gradmesser der Studien, die in dem Kreise, der sich um ihn scharte, blühen. Einige der hier gesammelten Beitrüge fesseln unsere Aufmerksamkeit in besonderem Grade. El bogen und Tykocinsky bieten Berichtigungen der Darstellung der Geschichte der Juden im Mittelalter in Punkten, die sich im Bereich rein wissenschaftlichen Interesses halten. Von nichr zu unterschätzender praktisch-politischer Bedeutung ist aber eine Richtigstellung, die Täublers Abhandlung „Zur Handelsbedeutung-der Juden in Deutschland vor Beginn des Städtewesens" enthält. „Das vorhandene Material", so heitzt es Seite 381, „war zu geringfügig, um sich dem immer wieder deutlich werdenden Bestreben, es nach bestimmten Blickrichtungen zurechtzurücken, von selbst stärker widersetzen zu können." Die auf diesem Gebiete obwaltende judenfcindliche Tendenz einer gewissen Geschichtsschreibung wird an markanten Beispielen blotzgelegt. Insbesondere ist, wie diese Sünde gegen den Geist der Objektivität andem Wiener Uniöersitätsprofessor Dopsch nachgewiesen wird (S. 379), lehrreich und schlagend. Freudental weist sehr beachtenswerte Beziehungen zwischen Wolf Dessäu, und den berühmten Pädagogen Basedow und Salzmann nach. Phil- Bloch, L. Geiger und N a t h a n liefern Beiträge zur jüdi-, scheu Biographie, die zum Teil, wie bei David Veit, auch Wien berühren. Der Rahmen der in dem Buche behandelten Gegenstände ist so weit, datz jeder, der es zur Hand nimmt, von dem einen oder dem anderen angezogen und gefesselt werden dürste. R. Mahler Ed., Handbuch der jüdischen Chronologie. (Schriften der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums.) Leipzig 1916, Eust. Fock. 635. S. Schon auf den ersten Blick schöpft man aus der Lektüre des Buches die Üeberzcugung, datz hier die berufenste Hand die Feder geführt hat. Alle die wertvollen Einzcluntersuchungen, die der Verfasser diesem Gebiete bereits gewidmet hatte, finden in diesem Meisterwerke ihre Krönung. Aus der breitesten Grundlage und mit ausführlicher Auseinandersetzung in allen strittigen Fragen werden die Entstehung der Zeitteilung im allgemeinen und bei den Juden insbesondere sowie die Zeit- und Festrcchnung der Juden in den verschiedenen Epochen ihrer Geschichte behandelt und in einem Anhänge Vergleichungstabellen der jüdischen und christlichen Zeitrechnung sowie der Festkalender der Juden geboten. Auf Schritt und Tritt begegnen uns Erörterungen, die auf allgemeine Beachtung Anspruch erheben dürfen, so die über die Entstehung der jüdischen Feste, die Elironologie der Königsgeschichte — ,,Ahab, der Sirlite, ist nicht der König Ähab b )n Israel" —, die Bedeutung des Sabbats, die frappierend genaue Datierung des Auszuges aus Aegypten u. a. m. Auch auf diesem Felde der Forschung mutz gehässiges Vorurteil bekämpft werden, und der Verfasser löst diese Aufgabe, wie alle, mit vornehmer lleberlegenheit. R. „Der Jude". Herausgeber: Martin B u b e r. Heft 7. Inhalt : B u b e r : Zion, der Staat und die Menschheit (Bemerkungen zu Hermann Cohens „Antwort"); Gustav Landauer: Ostjuden und Deutsches Reich (konfisziert gewesen); Leo Rosenberg : Zur Reform des ostjüdischen Handwerks; Moses Ealv a r y : „Blau-Wein" (Anmerkungen zum jüdischen Jugendwandern); Mar B r o d : Unsere Literaten und die Gemeinschaft; Arno Radel: Jüdische Volkslieder; Rabbi Jacob : Kinderpredigten; Bemerkungen, Daten und Materialien.' Preis des Einzelheftes Kr. 1.40, Porto 10 Heller. R. L ö w i t - Verlag, Abt. „Der Jude". Wien, 1. Bez., Wollzeile 6—8. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef „Jung Juda". Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. 17. Jahrgang. Nr. 20. Prag, den 27. Oktober 1916 (30. Tischri 5677). Redakrion und Administration: Prag, I1„ Stefansgasse 629. Inhalt: Erich Juhn: Psalm 137 (Sarajewo). — Ben Ie - huda: Zum Wochenabschnitt. — Prof. Dr. Rabbinowicz: Rabbinische gute Worte. — Erwin Rosenberg: Der letzte Mensch. — Grete Obernik: Das Märchen von Tohuoabohu. — „Im , Gebet" (Illustration). - Feldbrunnen an der russischpersischen Grenze (Illustration). - I. Fried : Legenden vom Propheten Elijahu. — Die Juden in Arabien. — Uebersetzungsaufgabe. — Rätselauflösungen. — Rätsel. Mit-eilungerr zur jüdischen Volkskunde. Herausgegeben von Dr. Max G r u n w a l d, Rabbiner der israel. Kultusgemeinde in Wien. -19. Jahrgang. 1.—4. Heft (der ganzen Reihe 55. und 56. Heft). Diese Mitteilungen erscheinen zugleich als Organ der Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg. Wien 191:5. Alle Sendungen werden erbeten an den Herausgeber, Wien. 2. Bez., Ferdinandsstratze 23. Inhalt: Löwinger A.: Rechts und links in der Bibel und Tradition der Juden. — Nathan N. M.: Hebräische Worte in der Frickhöfcr Krämersprache. — Bücherschau. Herrn A. M., Prag. Das Manuskript des letzten Feuilletons unseres Blattes („Der arme Mann") stellte uns unser langjähriger Mitarbeiter Herr Oberlehrer Aler. Baum in Klattau zur Verfügung. Notiz. Jüdische Bühne. Direktion S. P o d z a nr c z e , 2. Bez., Taborstratze 12 (Hotel Stefanie). W o ch e n - P r o g r a in in : Freitag, den 10. November: „Chancze", Lebensbild in vier Aufzügen von Tomaszewski. Samstag, den 11. November, zum erstenmale: „Bas Jechide", Lebensbild von Gharkanski. Sonntag, den 12. November, nachmittags halb 4 Uhr: „Das jüdische Herz", Lebensbild in vier Aufzügen von Lateiner; abends 8 Uhr: „Jschu Rah", Operette in vier Aufzügen von Lateiner. Montag, den 13. November: „Chaim in Amerika", Lebensbild in vier Aufzügen. Dienstag, den 14. November: „Davids Geige", Lebensbild In vier Aufzügen. Mfttwoch, den 15. November, nachmittags halb 4 Uhr: „Herzele Mejüches", Lebensbild in vier Auszügen; abends 8 Uhr: „Dus Pinkele Jüd", Operette in vier Aufzügen. Donnerstag, den 16. November: Eordin-Abend: „Der wilde Mensch", Lebensbild von Eordin. Israelitischer Tempel-Bercin für die bciven Gemeindcbezirke Mariahilf und Neubau. Am 16. Dezember d. I. gelangen die Zinsen der Kalo Kofin'fcherr Wofil'läligüeils-Stistung durch den Vorstand des Mariahilfer Tempel-Vereines zur Verleihung. Bewerbungsberechtigt sind verarmte Mitglieder oder ehemalige Mitglieder des genannten Vereines. Die mit einem Armutszeugnisse und dem Nachweise einer mindestens fünfjährigen Mitgliedschaft beim Mariahilfer Tempel- Vereine beleogten Gesuche sind längstens 30. November d. I. an das Sekretariat des Vereines, Wien, 6. Bez., Schmakzhofgasse 3, zu richten. Wien, im Oktober 1916. Ter Vorstand. stecke wie immer geartete Beschäftigung erbittet intelligenter Mann, durch den Krieg um seine bisherige Existenz gebracht. Mendel Baruch, Wien, XIX., Krottenbachstr. Nr. 62 2. Stock, Tür 20. G. Wärmstens empfohlen von Dr. Bloch, »Oesterr. Wochenschrift.« Vorzüglicher Hebraist Wiener »Histhadruth Ibrith« empfohlen, mit längerer pädagogischer und schriftstellerischer Betätigung, erteilt Unterricht aus allen Zwejgen des hebräischen Wissens. Phil. st. B., IX., Liechtensteinstraße 70/24. G. Lehrerin für 2 Kinder (8jähriger Knabe und lOjähriges Mädchen) mitFrrmdsprachenkenntnis und Klavier gesucht. Bevorzugt mit h> hräischer Bildung. Offerte erbeten unter: »Für Krakau«, Wien, I., Rauhensteingasse 10/8. S. Bloch — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, VII.