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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-11-10 · 44 (10.11.1916) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
44 (10.11.1916)
Date
1916-11-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 738 Dr. Blvch's mit Schimpstvorten überfallen. Ohr meinte: „Laß uns, wir haben keinen Handel mit dir." Plötzlich hörte der vorausschreitende Dach s einen gellenden Schmerzensschrei: sich umwendend, sah er seinen Freund hinstürzen, blutüberströmt ein Stück Eisen aus der Schläfe sich herausziehen. Der Mordbube Richter hatte dem Aermsten einen sogenannten Hopsenspieß, einen langen, fingerdicken, verrosteten Eisendraht, an die Schläse geworfen und, nur zu gut zielend und treffend — hat er sich doch länger im Werfen geübt und vorbereitet — die Schläfe durchbohrt, so daß der dicke Draht, tief eindringend, das Gehirn schwer verletzte. Nach Hause geschafft, verfiel der Aermste nacheinander in Erbrechen, Schlafsucht, hohem Fieber, Delirium usw., so daß die beiden behandelnden Aerzte, Dr. Baum und Dr. Richter aus Podersam, den David Ohr in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus nach Podersam schaffen ließen, wo er seinen Verletzungen erlegen ist. Wien. (Verband der isr. Religionslehrer an den öftere. Mittelschulen.) Donnerstag, den 2. November d. I., fand die erste Ausschußsitzung in diesem Studienjahre unter dein Vorsitze des Obmannes, Rabb. Dr. M. Rosen m ann, statt. An derselben nahmen teil die Herren Obmannstellvertreter Prof. Doktor H. P o l l a k, Rabb. Dr. F e u ch t w a n g, Prof. M. K a - nitzs Rabb. Dr. L. Lazarus, Prof. Dr. Kupfer, Prof. Dr. M. H u ß. Ter Vorsitzende gedachte in ehrenden Worten des in den Ferien verstorbenen Mitbegründers und gewesenen Revisors des Verbandes, des Schulrates Aron Kollek. Hierauf gelangten mehrere Standesfragen, namentlich die der nicht definitiven Religionslehrer, zur eingehenden Beratung. Schließlich wurde einstimmig beschloffen, mit Rücksicht auf die Zeitverhältnisse von der Abhaltung einer Generalversammlung in diesem Jahre abzusehen. Pros. Tr. Braun. Ein 25 jähriges Tozentenjubiläum. Am 5. November dieses Jahres durfte Prose'sor Dr. Markus Braun auf ein Vierteljahrhundert erfolgreicher Dozcntentä'iakeit am Jüdisch-theologischen Semnmr zu Breslau Zurückblicken. Mit den zahlreichen Schülern, die er in diesem Zeitraum zu geistigen Führern unserer Gemeinden heranbilden durfte, beging die jüdische Wissenschaft diesen Erinnerungstag eines ihrer vornehmsten und erfolgreichsten Repräsentanten. Prof. Brann ist der Sohn des Rabbiners zu Schneidemühl, er besuchte in seiner Heimatstadt das Gymnasium und widmete sich später theologischen Studien am Breslauer Seminar, wo er neben Philosophie und Philologie speziell dem Gebiete der allgemeinen Geschichte und der Geschichte des jüdischen Volkes sich zuwandte. 1875 wurde er stellvertretender Rabbiner unter Joel an der Neuen Synagoge zu Breslau, ging 1883 als Waisenhausdirektor nach Berlin und 1885 als Rabbiner nach Pleß iObersch testen), von wo aus er an das Breslauer Seminar berufen wurde. Seine Wahl für die Nachfolge aus dem Lehrstuhl eines G r ätz war eine überaus glückliche und gab Zeugnis, daß man seine Eignung, die Lebensarbeit seines Meisters fortzusetzen, frühzeitig erkannt hat. Er besitzt eine besondere Gabe für historische Forschungen und von seinem eisernen Fleiß und seinem glänzenden Gedächtnis geben zahlreiche historische Arbeiten Zeugnis. Diese Arbeiten im einzelnen aufzuführen und zu würdigen, bleibt der Aufgabe in einer späteren ruhigen Zeit überlassen. Eins aber darf nicht unerwähnt bleiben: die „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums". Diese 1851 von Zacharias Frankel begründete, von G r.ätz sortgesührte Zeitschrift hat sich um die wissenschaftliche Er- Wochenschrift Nr u forschnng des Judentums immense Verdienste erworben und wird von Br.ann im Geiste seiner Vorgänger geleitet. In weiteste!: Kreisen wurde er populär durch seine „Geschichte der Juden und ihrer Literatur"; ein nmstergiltiges Buch, welches viele gerechte Anerkennung gesunden hat. Aus diesem Werke hat dann Brann ein viele Hefte umfassendes „Lehrbuch der jüdischen Geschichte" geschaffen, das in zahlreichen höheren Lehranstalten Oesterreichs unter ministerieller Genehmigung eingeführt ist. Neben seiner wissenschaftlichen Betätigung findet Brann Zeit und Muße, allen jüdischen Gegenwartsfragen seine Arbeitskraft zu widmen. Er sitzt in zahlreichen Vereinen und Organisationen, oft an der Spitze, und seine persönliche Liebenswürdigkeit, sein sonniger Hun'.or haben ihm viele Sympathien und Freundschasten gestchert. Er ist kein Mann des Streites und betätigt sich überall im Sinne einer Ausgleichung der Gegensätze. Desivegen haben nicht bloß seine Schüler, sondern auch weiteste Kreise des Judentums sein Dozentenjubiläum zunr Anlaß genommen, ihm ihre Sympathien zu befunden. Uegierttugsrat Dr. Frankfurter. Eine der bekanntesten Persönlichkeiten der wissenschaftlichen Kreise Wiens, der Vizedirekcor der Universitätsbibliothek Dr. S. Frankfurter, begeht heute seinen 60. Geburtstag. Er ist ein Schüler des Akademischen Gymnasiums und studierte an der Wiener und der Berliner Universität klassische uud deutsche Philologie sowie Epigraphik und Archäologie " als Schüler Theodor Momrnfens, Johannes Bahlen, Wilhelm Härtel, Karl Schenkel, Otto Benndorf und Otto Hirschfcld. Seit 1334 steht er im Dienst der Universitätsbibliothek. In weiteren Kreisen wurde er durch, seine Tätigkeit im Verein „Carnuntum" bekannt, dessen Kurato-- rium er angehört, namentlich aber als Schriftsteller des Vereines der Freunde des humanistischen Gymnasiums, den er angeregt hat und dessen Zeitschrift er Redigiert, Die Bedeutung des Vereines für das Bildungswefen Oesterreichs wird allgemein, auch im Auslande, gewürdigt und geht zum großen Teil auf die unermüdliche Tätigkeit Dr. Frankfurters zurück. Seiner Initiative ist auch die Juoiläumsstiftung für die Wiener Universitätsbibliothek zu pauken, Hie der Anschaffung kostspieliger Werke dient. In diesen Bemühungen wurde er vom Ministerpräsidenten Grafen Stürgkh. dem langjährigen Präsidenten des Vereines der Freunde des humanistischen Gymnasiums, besonders gefördert. Graf Stürgkh berief ihn auch 1909 zu außerordentlicher Dienstverwcndung in Mittelschul- und Biblio- Ibelsangelegenheiten ins Unterrichtsministerium. Von den literarischen Werken Dr. Frankfurters w'nrden bekannt die Bücher: „Graf Leo Thun, Franz Erner und Hermann Bonitz, Beiträge zur österreichischen Unterrichtsrcform", dann „Die Mittelschulenenquvte 1918", „Wilhelm v. Härtel, sein Leben und Wirken" und ein Buch über Carnuntum sowie viele kleinere Arbeiten. Auch lals Mitglied ^der Verwaltung des Jüdischen Museums sowie als Obmann der Bibliothekskommission der Wiener Kultusgemeindr hat er verdienstvolle Arbeit geleistet. Organisation der Juden in Polen. „Mysl Zydowska" meldet aus Lublin: Im Gebäude der israelitischen Knltusgemeinde fand eine Beratung der Vertreter der israelitischen Bevölkerung der größeren Städte des österreichisch-ungarischen Okkupationsgebietes statt. Es wurden zeitgemäße Fragen besprochen und die Gründung eines zentralen israelitischen Komitees nach dem Muster des bestehenden christlichen Komitees beschlossen. Die Statuten für dieses Komitee wurden genehmigt. Lebhaft erörtert wurden auch die mit den bevorstehenden Stadtwahlen zusammcnhängenden Fragen. Vermischtes. „Hilfskommission 1915" und „Oester reich: scheS Landes kvmitte" für Palästina. Wien, 4. Bez„ Frankenberggasse 14. Rabbiner Dr. Abrahem I. Mark, Linz, Sammlung unter den konsinierten russischen Juden in Traun, Kr. 18.—. und Maskir-Spende Oberleutnant R. Frankl 10.—, durch Vorsteher V. Schwager; Dr. Abraham I. Mark 2.—, durch Rabbiner Hager vom zMinjan in Pupping 16.30; durch Vorstand Pollak,

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