Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 44 (10.11.1916)
- Date
- 1916-11-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 734 Nr. 44 Tr. Bloch's Wochenschrift ner, Gefreiter Siegmund Schlesinger, Gefreiter Eugen Reichenfeld, Zugsführer Bela Singer, Korporal Adolf Klein, Oberkanonier Josef Braunstein, Kanonier Ignaz Fischer, Infanterist Salomon Geller, Korporal Leopold Markstein, Korporal Samuel M o s k o w i c s. Kanonier Josef G r ü n w a l d, Ldst.-Feldwebel.Benjamin Friedmann, ung. Ldw.; das eiserne Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapserkeitsmedaille dem Tit.-Feldwebel Maser Katz, J.-R.; Tit.-Feldwebel Oskar Neumann, J.-R.; Ldst.-Feldwebel Oskar Grünblatt, Ldst.-Bat.; Tit.-Feldwebeln Ignaz Klein und Oskar P i ck. Feldwebel Arnold H e g e d ü s, ung. Ldw.; ^Tit.-Feldwebel Josef O r n st e i n, Ldstreg.; das eiserne Verdien st kreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille dem Tit.-Gefreiten David Freiwald, Fliegerkomp.; Ldst.-Feldwebel Adolf S z k o l n i k, Ldstreg.; die Zugsführer Jsak Rerster und MoriZ Wahrsager, Ldst.-Bez.-Kmdo.; die belobende Anerkennung des Armeeko mm an dos wurde ausgesprochen für vorzügliche und aufopserungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde dem Stabsarzt Dr. Adolf S a l t e r, J.-R.; dem Oberarzt Dr. Theodor Olbert, Res.-Spiml; dem Leutnant d. R. Oskar Landesmann, Traindiv.; dem Oberleutnant Dr. Julius Kling er, Kmdt. eines mob. Pferdespitals; die deutsche Kriegerverdienstmedaille erhielt Leutnant d. R. Rafael Pollak, Traindiv. Vorstehend sind verzeichnet: 3 Ritterkreuze des Franz Josef-Ordens, 3 Militärverdienstkrenze 3. Klasse, 15 silberne Signum laudis, 26 bronzene Signum laudis, 7 goldene Verdienstkreuze mit der Krone, 19 goldene Verdienstkreuze, 10 silberne Verdienstkreuze mit der Krone, 2 silberne Verdienstkreuze, 4 silberne Tapferkeitsmedaillen 1. Klaffe, 33 silberne Tapferkeitsmedaillen 2. Klasse, 63 bronzene Tapferkeitsmedaillen, 7 eiserne Verdienstkreuze mit der Krone, 4 eiserne Verdienstkrenze, 4 belobende Anerkennungen, 1 deutsche Kriegerverdienstmedaill?, zusammen 201 Auszeichnungen; hievon 70 an Offiziere und Kadetten des Soldatenstandes, 23 an Aerzte und Militärbeamte, 100 an Personen des Mannschaftsstandes. Weitere Auszeichnungen. Sanitätsfähnrich Otto Bauer erhielt in Anerkennung vorzüglicher und aufopfernder Dienstleistung vor dem Feinde zum zweitenmale das goldene Verdienftkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille. Theodor Schwein bürg, Beamter der Firma Schindler L Stein in Brünn, vom Infanterieregiment wurde mit der bronzenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Er stand bereits zweimal an der Front und hat sich bei der letzten Russenoffensive im Juni d. I. hervorgetan. Die Dekorierung fand nach der Genesung von seiner Verwundung am 30. Oktober d. I. in Znaim vor versammelter Mannschaft statt. Die große Srkßerne in der Verteidigung Siebenbürgens. Benjamin Stern, Zugsführer, Telephonist im Infanterieregiment , im Zivilleben Privatbeamler, der bereits einmal ausgezeichnet wurde, erhielt für fein tapferes Verhalten an der Front gegen Rumänien die große silberne Tapferkeitsmedaille. Stern selbst erzählt die interessante Geschichte seiner Auszeichnung im „Eghenlöseg" wie folgt: „Ls war in Siebenbürgen, in einem Erenzdorfe. Unsere Kompagnie hatte dort, wo der Altslutz unser Vaterland verläßt, die aechts und links des Altflusses gelegenen Höhen besetzt. Unterhalb diesen Höhen zieht eine ungefähr 10 Meter breite schöne Landstraße. Es war am 26. August, ein schöner, sonniger Herbsttag, als unsere Kompagnie diese wichtigen Höhen besetzte. Der Tag war ruhig verlausen. Wir dachten nicht einmal an eine Kriegserklärung Rumäniens, denn die rumänische Eisenbahn, welche neben dem Berge dahinrollt, lieferte uns Weizen und Petroleum. Die Bewohner des kleinen Dorfes, hauptsächlich Beamtem familien, führten ihr stilles Familienleben, nichts ahnend von dem lauernden Gespenst des so nahe bevorstehenden neuen Krieges. Meine Station hatte ich auf Befehl in eine am Dorsende befindliche Scheune, in unmittelbarer Nähe der Feuerlinie, installiert. Ich hatte auch eine Verbindung mit der das Grenztor bewachenden Gendarmeriekaserne. 27. August. Ein gleichfalls herrlich schöner Herbsttag. In einem Nebenraume meiner Scheune wurden 30 Kameraden als Reserve unserer Kompagnie untergebracht. Ls ward Abend, 9 Uhr. Meine beiden Telephonisten um mich schlafen fest. Die Hörmuschel am Ohr, höre ich. wie die am Grenztor befindliche Eendarmeriekaserne ihren: Kommando meldet, datz heute von der rumänischen Grenze kein Zug eingelaufen sei. In dieser Meldung fühlte ich instruktiv das eveniuelle Eintreffen der rumänischen Kriegserklärung. Ich horchte noch gespannter. Abends 11 Uhr. Neuerliche Meldung vom Grenztor: „Unser Zug, der nachmittags 5 Uhr nach Rumänien hinüberfuhr und um 9 Uhr abends wieder aus Rumänien hätte herauskommen sollen, ist auch jetzt, um 11 Uhr, noch nicht zurück." Das beunruhigt mich schon. Nachts halb 12 Uhr. Ich höre, wie unser Beobachtungsposten abgelöst wurde. „Hallo! 4. Kompagnie!" dröhnte mir der Telephonist unserer 1. Kompagnie ins Ohr.' „Hier 4. Kompagnie!" anwortete ich. „Was 'für Schietzerei ist denn bei euch?" fragte jetzt der Telephonist der 1. Kompagnie, der sich mit seiner Station auf einem 1500 Meter hohen Berge befand. Diese Frage überraschte mich, denn von einer Kriegserklärung war noch keine Rede. Ich weckte einen meiner Leute, schickte ihn zu den Deobachtungsposten, machzufragen, ob sie etwa Schüsse gehört hätten. Er kam mit der Meldung zurück, datz draußen alles ruhig sei. Ich hatte keine Ruhe, lietz den Mann meinen Platz einnehmen and ging selbst hinaus, um mich persönlich vom Sachverhalt zu überzeugen. Ich renne hinaus auf die Landstraße und rufe rechts und links meinen Kameraden auf den Bergen zu, genau aufzupassen, denn es bereite sich etwas vor. Don dort lief ich zu den Beobachtungspoften und nachdem ich auch diese auf die herannahenden Eventualitäten aufmerksam gemacht und festgestellt hatte, datz keine Schüsse gehört wurden, eilte ich zu meiner Station zurück und gab meinem Kommando meine Meldung ab. Grabesstille. Dreiviertel 12 Uhr nachts. Plötzlich wird die Grabes st ille von ungefähr 100 Gewehrschüssen unterbrochen. Von einer Kriegserklärung noch nichts zu hören. Ich rufe sofort die Gendarmerie am Grenztor an. Keine Antwort. Nun wurde der infame, meuchlerische Ueberfall offenbar. Ich übergebe das Tels^ phon meinem Kollegen, renne in die Scheune, wecke die Reserven, diese besetzen blitzschnell die Landstratze. renne hinaus zu meinem Kommandanten, erstatte ihm die Meldung. Von ihm laufe ich ins Dorf, durch die Gassen und schreie aus Leibeskräften: „Fliehen, der Rumäne ist da!" Man kann sich Vorsteven, wie das Dorf mit einemmale aussah: Allgemeines, kopfloses Rennen, Weinen, Hilferufe. Nachdem ich diese Arbeit verrichtet hatte, ging ich ruhig zu meiner Station zurück und übernahm meinen Dienst. Erst jetzt erfuhr ich die offizielle Kriegserklärung. Meine Station wurde nun der . Mittelpunkt des Interesses. Rings mm uns liehen wir den walachischen Bär tanzen, datz -es eine Lust war, und ich gab ununterbrochen die Meldungen weiter. Auf unserer Seite wenige Verwundete, desto mehr Tote, Verwundete und Gefangene seitens der. Rumänen. Einen Tag lang währte der Kampf, aber die Rumänen kamen dort auch nicht um einen Schritt vorwärts. Für all' dies erhielt ich die silberne Tapferkeitsmedaille 1. Klasse. Außertonrkiche Beförderung. Der Kaiser hat den Stabsarzt Dr. Hermann Ebel außer der Rangtour zum Oberstabsarzt zweiter .Klasse ernannt. Kin neuer JeldraMner. Das Kriegsministerium hat den Religionsprofessor Dr. Schulim Ochser zum Feldrabbiner der Reserve ernannt. Begräbnis in der syrischen Wüste. Der in einem k. u. k. Expeditionskorps Dienst tuende Palästinensische Berichterstatter meldet dem „Egyenlöseg":