Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 41 (17.10.1916)
- Date
- 1916-10-17
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr 41 Tr. $lodj’£ Wochenschrift Seite 693 «SO. (nach dem Totenbnche im 00.) Lebensjahre, ist also 1795 (resp. 1785.» geboren; sonst unbekannt. 4. Ignatz Kühe, Kau,mann aus Schatlmannsdorf, geboren in Prag im Jahre 1793. Ab 1842 finden wir ihn tu der Liste der „im Dienste der Gemeinde Wien stehenden Individuen" als Totengräber notiert und wird als 48 Jahre alt angegeben. Seine Familie bestand aus feiner Gattin Amalia aus ,Mattersdorf, 29 Jahre alt (ihr Gobnrtsname ist nicht angegeben), und vier Kindern, die wohl von seiner ersten Gattin Maria- Mi rl, gestorben am 3. November 1840 im 45. Lebensjahre, geboren waren. Maria hat zwar keinen Grabstein, ist jedoch aus der Notierung im Totenbnch „Kaufmannsgattin aus Schattmannsdors" und aus dem Alter der Kinder Jfaös, die doch nicht von Amalia geboren sein können, sicher gestellt, daß Maria die Mutter war. Jgltatz starb, „betrauert von Kindern und Enkeln", am 16. Januar 1870 im 77. Lebensjahre. Seine in der genannten Lifte vom Jahre 1842 genamttert Vier- Kinder sind: 1. Karoline, 18 Jahre alt; 2. Julie, 16 Jahre alt. (Diese sind mir weiter unbekannt.) 3. Josef, 12 Jahre alt. Aus dem Geburtsbuche ist zu ersehen (gelegentlich der Geburt seines Kindes am 13. April 1868), daß er Kassier war und daß seine Gattin Lotte, geb. Lux, hieß. 4. David b. Mirl Kühe, Kleinhändler aus Schottmannsdorf, starb ledig am 30. September 1856 im 23. Lebensjahre. 5. Moses Kuh, verheirate: mit Sa ly, geb. Beer, beide zu Prag geboren. Entnommen ans dein Geburtsbuch vom 22. Juli 1823 bei der Notierung der Geburt ihres Kindes Samuel, sollst sind sie nirgends erwähnt. Saly ist vielleicht die Tochter des bekannten Lehrers an der Hauptschule zu Prag Peretz B e e r, dessen zweite Tochter, Dorothea (Feigele), verwitwete Schlesinger (28. März 1806—11. Oktober 1867) in Wien gestorben ist. 6. David K u h, Kaufmann, verheiratet mit Marie, geborene S ch ö n f e l d, ist aus dem Geburtsbuche vom 12. Oktober 1825 zu ersehen, wo die Geburt ihres Kindes Salomon notiert ist. Im Toteltbuche vom 17. Februar 1826 wird dieses Kind irrtümlich Sam u e l, Kind des Branntweinverschleißers (ebenfalls falsch!),*) not'ect. 7. Ezekiel Salomon K u h, geborert i;t Prag am 18. Januar 1797, gestorben in Wien am 17. Januar 1860. Seine Gattin Attna, geborette B l a u, starb nicht in Wien. Sein am 21. November 1844 in Prag (imi Wiener Geburtsbuche nicht notiert) geborener Sohlt Ignaz rvar Korporal beim k. k. Infanterieregiment und starb mit 3. August 1865. „Die Mutter stellte den Stein zum Andenken ihres einzigen Sohnes, der neben sein-?nt Bater beerdigt ist." 8. Sigmund (Selig) Kühe, Photograph, scheint nicht in Wien gestorben zu sein. Seilte Gattin Josefa (Perl), geborene Blau (Schwester der Anna von Nr. 7?)„ geboren in Schlaming (Ungarn) 1842, starb in Wien, „betrauert von ihrelt Eltern", am 28. Oktober 1869. Im Geburtsbuche vom 11. August 1869 ist die Geburtihres Kindes Emanuel notiert. 9. Naphtaly Kuh, Sohn der Chana, geboren in Prag am 28. September 1852, war Comptoirist in Wien und starb ledig am 24. November 1874. Um dem Mißbrauch mit der Genealogie bekannter Familien zu steuern, ist auch die Notierung ihrer minder bedeutenden Mitglieder, ja sogar ihrer im Jngendalter verstorbenen Kinder, tticht minder lvichtig. Ein Rabbinerssohn G. aus einer Stadt in Ungarn, lvo der bekannte Samson W e r t h e i m e r Rabbiner war, *) Dieser Berus des David ist im Todenbuch aus dem Geburtsbuch entnommen, was sich aber auf eine vorher notierte Geburt bezieht. lvoltte seine Abstammung vvlt dieser Persönlichkeit dadurch Nachweisen, daß seine Großmutter denselben Bornamen eines lveiblichen Mitgliedes jener Familie hatte und die ihm fein seliger Bater als eine geborene W e r t heim bezeichnete. Als er mich darüber um authentische Akten ersuchte, stellte es sich heraus, daß jene We ritz eimer als junges Mädchen starb, somit nicht seine Großmutter sein konnte. Solche und ähnliche Fälle gehören nicht den Seltenheiten an. Vor kurzem ist sogar ein bewährter Geschichtsforscher einem derartigen Mißbrauch zum Opfer gefallen. In dem von ihm veröffentlichten Testament der Baronin A. ist ein von der Testatorin zur Erziehung angenommenes Waifenmädchen erwähnt, das die- Baronin ihrer einzigen Tochter der weiteren Fürsorge empfahl. Bei einem hiesigen, ehrenhaften Herrn, der denselben Familiennamen wie den des Mädchens trägt, erfuhr der Gelehrte, daß das ihm unbekannte Mädchen Cäcilie L e nt b e r g e r, die Zwillingsschwester seines Vaters Hermann, war. Dieses hat der Herausgeber des Testamentes natürlich im Namen des Herrn L. in einer Fußnote bemerkt. Es stellte sich jedoch heraus, daß das Mädchen Schacherls hieß (ihre Mutter lvar eine geborene Lemberger), geboren in Wien 1805, gestorben 1819, während Hermann in Preß' b u r g 1779 geboren lvurde und in Wiert 1862 starb, die Mutter des Mädchens, Therese Schach erls, geborene Lemberger, geboren 1759, gestorben 1809, also ebenfalls keine .Zwillingsschwester des Hermann fein kann, war David Schacherls, der 1763 das Statut der Cheivra- Kadischa Unterzeichnete. Ich hoffe daher, zur Geschichte der Familie >t n h insoserne beigetragen zu haben, als ich all das, lvas im Archiv der hiesigen Kultusgemeinde foivohl, lvie auch in den hiesigen altert Friedhöfen bis in'der Mitte der 90 er Jahre des vor. JahrhdtS. (als man am Währinger Friedhose nicht mehr beilegen durste) mit der Prager Familie K u h in irgendwelcher Verwandtschaft steht oder stehen könnte, hier zusammengetragen und erörtert habe. Jom-Kippur in Kailruch. Vor Kol-Nidre. Ein Festsaal, hell beleuchtet, voll Soldaten, Ossiziere und Laibacher jüdische Familien. Aus allen Gesichtern las man eine Spannung, welch? ausdrücken sollte: „Ein Geschehen geh: vor sich und nur ein Jude begreift es. . . ." Worte find zu gering, um diese Stille zu beschreiben. Alle Augen lvareit durstig ans daS Podium gerichtet, wo die Feldrabbiner standen. Da stieg der Feldrabbiner Dr. Deutsch aus eine kleine Erhöhung, die mt der Seite des Schulchan angebracht war. Die ganze Vergangenheit und Gegenwart kauerte sich in diesem Augenblicke in einen Klumpen zusammen und drückte so bleiern schlver das Gemüt eines jeden. Da ließ sich die Stimme des Rabbiners wie erlösend vernehmend und die bleierne Schwere roich wie eilt Nebel zurück. . . . Tenn er sagte das, was alle empfunden haben, was alle in Worten gefaßt hören luoüteu — er schilderte die Bedeutung des Kol-Nidreabends —, und alle vergaßen, wo sie sich befinden, niemand dachte mehr ait die eigenen Sorgen. . . . Bald rafften sich alle lvie vom Schlafe aus, als die starke, aber traurige Stimnte des Kantors erscholl. Großes ging vor sich, so seltsam Großes. . . . Das Abendgebet dauerte bis 9 Uhr. Am Morgen des Versöhnungstages, nachdem Kantor Art.-Korporal Rot stein aus Ungarn das Morgengebet vorgebetet hatte, hielt Feldrabbiner Dr. T a u - b e x eine Predigt. Er schilderte das große jüdische Haus, in welchem voller Frieden" herrschen wird, und meirtle zuletzt: 2^-^ ■ Nach dem Mufaphaebet,