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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-10-06 · 40 (6.10.1916) · page 18

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«eite 674 Lr. Bloch'S Wochenschrift Nr. 40 veröffentlicht und in zahlreichen Arbeiten berufener Autoren wird diesem bedeutsamen Zeitabschnitte Rechnung getragen. Aus dem Inhalte heben wir folgende Aufsätze hervor: „Das Jahr 5676" von Ludwig Bato, „Theodor Herz! und wir" von Adolf Stand» „Zwanzig Jahre politischer Zionismus" von Otto Abeles, „Zurück zu Herzl!" von Nachum Goldmann, „Großzügige Palästinaarbeit von Adolf Böhm, „Die Entdeckung des Ostens" von Osias Thon, „Vom Leben einer toten Sprache" von Dr Heinrich L o e w e, „Die volkserzieherische Bedeutung des jüdischen Nationalfonds" von Dr. Egon Zweig, „Von jüdischen Dichtern und Erzählern" von Martin Bub er, „Schalem Alechem" von Dr. Z. F. Finke! stein, „Bialik im Lichte des zeitgenössischen Judentums" von Ernst Müller, „Arnold Zweig" von Dr. Auguste Wedler-Steinberg, Novellen, Skizzen. Gedichte und Nachbildungen von Otto Ä b e l e s, Ludwig B a t o. Eh. N. Bialik, Mar B r o d, David F r i s ch m a n n, S. F r u g, Otto Hauser, Josef L i ß, Alfons P e tz o l d, M. Scherl a g, Schalem Alechem, Abraham Sonne, Arnold Zweig. In dem Tert sind zahlreiche, sorgfältig gewählte Lernworte jüdischer Denker zur Judenfrage eingestreut. Das verschwindende Ghetto. Aus Amsterdam wird dem „Berliner Tageblatt" grsch.ieben: Im städtischen Museum in Amsterdam wurde in diesen Tagen cir.e eigenartige Ausstellung eröffnet. „Das verschwindende Ghetto" nennt es sich, und der Umstand, daß ein Teil des Amsterdamer Judenviertcls, die llilenburg, ni:de ge issen wird, ist der äußere Anlaß zu ihrer Veranstaltung. Diese Ausstellung bietet ein ungemein interessantes Bild der Entwickelung des Amsterdamer Judentums. Lange hat der Lampf gedauert, vis der Entschluß, das Judenoiertel nrederzulegen, sich durchzusetzen vernrochte. Groß war dir Gegnerschaft derer, die es Vandalismus nannten, einen der ältesten und besonders charakteristischen Stadtteile von Amsterdam einfach verschwinden zu lassen. Wenn man die Straßen entlang wandelt und diese armseligen Häuser betrachtet, von denen ein großer Teil, durch die Polizei als unbewohnbar erklärt, leer steht: dann bekommt man bereits ein unbestimmtes Vorgefühl von der Art, wie hier die Menschen dahinleben müssen. Wer das lebhafte bunte Bild der Straße, die äußere Zufriedenheit der Bewohner, die ihr Elend nicht zur Schau tragen, weil sie es kaum empfinden, täuscht doch nur über d'e Wirklichkeit. Man muß die engen, dunklen Stiegen hinaufktimmen, muß einen Blick hineintun in diese sonnenarmen, halbdunklen Räume, wo kinderreiche Familien aufeinanderhocken, mutz solch rin Zimmer sehen, das zu gleicher Zeit als Wohn-, Etz- und Schlafzimmer dient, als Lüche und Trockenboden. Das schrecklichste ist aber doch die Luft, diese Luft, die keine Luft 'mehr ist, die sich schwer auf die Brust legt, deren stockige Dicke man zu greisen glaubt, und zu der nie ein frischer Zustrom dringt. Man kann sich einen Begriff von dem Zustand dieser „Wohnungen" machen, wenn man hört, daß darunter solche sind, die für einen Gulden in der Woche vermietet werden. Nein, es ist nicht schade, wenn diesem Zustand; ein Ende gemacht wird. Architektonische Schönheiten werden bei dem Niederreitzen kaum vernichtet. Und im übrigen bleibt von dem alten Amsterdamer Judenviertel noch genug für ergiebig: Ehettostudien. Das Ziel der Ausstellung, ein möglichst vollständiges Bild des Amsterdamer Judentums zu geben, ist dank der eifrigen Mitarbeit aus den holländischen und portugiesischen Lreifen der jüdischen Bevölkerung und der verschiedenen kirchlichen und wissenschaftlichen Einrichtungen durchaus gelungen. In neun Abteilungen mit 1548 Nummern ist hier ein Stück jüdischer Lulturgeschichte zusammengehäuft, wie man es in solcher Anschaulichkeit und Reichhaltigkeit kaum je beisammen gesehen hat. Einzigartige Lostbarkeiten sind da ausgestellt, wie eine prachtvolle Handschrift aus dem 13. Jahrhundert mit Gebeten für die jüdischen Festtage. Welchen Wert man dieser Handschrift beimißt, geht daraus hervo.'» daß sie für die kurze Dauer dieser Ausstellung mit der Summe von 90,000 Gulden versichert wurde. Auch die bis in die kleinsten Einzelheiten gehende Nachbildung eines typischen Ghettozimmcrs mit all ben Gegenständen für die rituellen Gebräuche ist von besonderem Interesse, ebenso wie die reichhaltige Bildersammlung mit einem bisher unbekannten Porträt von Spinoza. And so sind es hundert Dinge, die das Auge fesseln, und man kann beim Durchwandern der Ausstellung fast bedauern, daß es sich hier um eine nur vorübergehende Veranstaltung handelt. De: Gedanke an ein Museum, das alles, was die jüdisch; Lultur versinnbildlicht, -auernd zusammenhält, drängt sich dem Besucher der Amsterdamer Ghettoausstellung von selbst aus. Neue Jüdifchje MenatLitMe. Unter vorstehendem Titel erscheint in Berlin eine neue Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Literatur in Ost und West unter Mitwirkung von Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Hermann Cohen, Alexander Eliasberg, Dr. Adolf Friedmann. Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs, Dr. Franz Oppenheimer. Verlag „Neue Jüdische Monatshefte", Berlin W. 8, Französische Straße 49. Das erste Heft enthält folgende Beiträge: Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs: Zur Aussprache. — Georg Eo 1 heim, M. d. N.: Zur Nationalitätenfrage in Polen. — Dozent Dr. Julius Hirsch: Verwertung der ostjüdischen Arbeitskräfte. — Dr. Heinrich Loewe: Jüdische Erziehung. — A. Eliasberg: Eine chassidische Sage. — Geh. Regierungsrat Dr.. H. Cohen: Streiflichter über jüdische Religion und Wissenschaft. — Dr. Franz Oppenheimer: Soziologische Tagebuchblätter. — Umschau. — Literaturblatt. „Jeschurun". Monatsschrift für Lehre und Leben im Judentum. 3. Jahrgang. Heft 9. Herausgeber: Dr. I. W o h l - gemuth. Verlag des „Jeschurun", Berlin N. 24. Inhalt: Schuld und Sühne. — S. Weinberg: Schulfragen im Ostjudentum. — S. E p p e n st e i n: Charakterbilder unserer großen Gesetzeslehrer. — A. Michalski: Erhörung. — D. Hoffinann: Literarische Notizen. — I. W.: Unsere Opfer. „Jung Juda". Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. 17. Jahrgang. Nr. 16. Prag, den 25. August 1916 (26. Ab 5676). Redaktion und Administration: Prag, II., Stefansgasse 629. Inhalt: Hugo Zuckermann: „Als wir die Grenze überschritten". — Ben I e h u d a : „Das V. Buch Moses". — Fr. Heinrichs : „Die neue Entdeckung des Professors Nomann". — I. Fried: „Legenden vom Propheten Elijahu". — Ein Blick auf Ragufa (Illustration). — Simon Lepi: „Ein orientalisches Märchen". — M. Proskauer: „Ter Arzt aus Amerika". — Leo H. Adon: Sinnsprüche. — Otto Arie: „Der jüdische Glaube". — Uebersetzungsausgabe. — Rats elauflö sungen. — Rätsel. Louis Lamm. ,,Verzeichnis jüdischer Lriegsschriften". 2. Heft. 1916. Verlag von Louis Lamm, Berlin E. 2. Rllhmestage der österreichisch-ungarischen Wehrmacht 1914/16. Mauz- Verlag, 1916. Herausgegeben vom k. u. k. Lriegsarchiv. Redigiert von Oberst V e l h e. Heft 1. Preis 1 Lrone. Malchyos, Sichronos Schofros, 3 Rezitativgruppen für Lantorsolo von Rudolf Ulanowsky. Zu beziehen: Wien, 2: Bez., Praterstraße 11. „Ein Wort an die unten und oben" von einem deutschen Sozialdemokraten. 24 Seiten Groß-Oktav, Preis 30 Pfg. Stuttgart, Franäh'sche Verlagshandlung. Empor die Herzen! Andachten für Gebildete aller Stände. Herausgegeben von Franz Strunz und Mar G r u n w a I d. ßabe des Lriegsgefangenen-Fürforgekomitees des österr. Roten Lreuzes. Kommissionsverlag von L. W. Seidel & Sohn in Wien. Erstes ^deutsch-jiddisches Wörterbuch, zusammengestellt nach den neuesten Quellen und der neuen deutschen Rechtschreibung, mit Angabe des Aftents, der Transkription bei den Fremdwörtern, aller häufigen Abkürzungen sowie kurzer enzyklopädischen Erklärungen für die meisten wissenschaftlichen Ausdrücke, von A. I. T r i w a k s unter Mitwirkung von Dr. phil. Jsak W a j n b e r g, Hiifarbeiter der königl. Bibliothek zu Berlin. Heft 1 und 2. Warschau 1916. Verlag L. F r e n k e l. L. F. An recht wunderliche Ansichten, die einige Gelehrte über den Zusammenhang zwischen den Homerischen Gedichten und der Heiligen Schrift vertreten haben, erinnert Dr. Leopold L l e n z im neuesten Heft der. „Zeitschrift für Bücherfreunde". Daß Homer die Heilige Schrift gelesen haben müsse, behauptete zum Beispiel der französische Professor Jacques Cappel im 17. Jahrhundert. Cr fand einen Anhänger in dem Engländer Zacharias Bogan, der die Ausdrucksweise Homers allen Ernstes mit derjenigen der biblischen Schriftsteller verglich; seine Schrift darüber nannte er: „Der hebraisierende Homer". Auch der Däne Christian Worm, der 1737 als Bischof von Seeland starb, behauptete, in Homers Werken Spuren Der Bibel gefunden zu haben. Den gleichen Titel wie Bogan gab der reformierte holländische Theologe Gerhard Croesus einem Buch, in dem er beweist, daß die Jilias nichts als eine Schilderung der Einnahme Jerichos und die Odysee eine Schilderung der Juden unter den Patriarchen seien. Und diesem Werke widmete schon drei Jahre nach seinem Erscheinen ein Wittenberger eine eigene Dissertation. Daß der Lönig Salomon auch der Verfasser der Odysee sei, behauptete allen Ernstes der Professor der griechischen Sprache in Cambridge Josua Barnes. Roch 1891 gab ein deutscher Professor der Theologie eine Uebersetzung der Schrift des Franzosen Fourriere .„Homers Entlebnungen aus dem Buche Judith" heraus. Und daß auch heute

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