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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-09-29 · 39 (29.9.1916) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
39 (29.9.1916)
Date
1916-09-29
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr 39 Xr. Bloch'S L'Ochknschrifl Seite H4o — des Visitation Committee und des jüdischen Reken-- tierungskomitees — zu vereinigen und die neue Körperschaft „Jetvish War Service Committee" zu benennen. Dieses Komitee wurde vom Armeerat anerkannt und alle Interessen der englischen Judenschaft werden dort vertreten. Das Komitee ist ermächtigt, russische Juden für die Aufnahme in das englische Heer vorzuschlagen und einige tausend Gesuche gingenbereits durch dessen Hände." „Man will von mir wissen," schreibt Major Rothschild, „was die Juden im Kriege geleistet haben. Dies läßt sich am besten mit der Tatsache beantworten, daß sie ihre Pflicht getan haben, und zwar, wie ich hoffe und überzeugt bin, ebensogut wie ihre Mitbürger. In Gällipoli känipste außer beit jüdischen Soldaten des englischen Expeditionskorps ein Zionist Mule Corps, das aus russischen Juden aus Palästina zusammengesetzt war und nach Berichten des Oberstleutnants P a t t e r s o n, der ein sehr interessantes Buch über dieses Korps schrieb, Milizdienste versah. Im Felde haben Mitglieder dieses Korps hohe Ehren eingeheimst. Drei von ihnen tvurden mit dem Viktoria-Kreuz ausgezeichnet, viele erhielten andere militärische Auszeichnungen. Anstrengend ist die Tätigkeit der jüdischen Seelsorger Englands in der französischen Ariüee, da die Juden in den verschiedeneu englischer: Regimenter:: verteilt sind. Nicht nnerrvähnt möchte ich die Tatsache lassen," schreibt Major Rothschild, „daß die Seelsorger anderer Glaubensangehöriger außerordentlich gütig waren und bereitwillig die jüdischen Seelsorger unterstützten. Christliche Geistliche besitzen jüdische Gebetbücher, spenden oft sterbenden jüdischen Soldaten Trost, wenn ein Seelsorger des eigenen Glaubens nicht zur Stelle ist, und erfüllen die letzten Zeremonien nach den jüdischen Riten. In den Soldatenheimen der Aoung Men's Christian Association finden alle jüdischen Soldaten Aufnahme; nebstbei gibt es in London ein jüdisches Hospiz, eine Zweigniederlassung der Aoung Men's Christian Association, mit Juden an der Spitze, in dem alle auf Urlaub heimreisenden jüdische:: Soldaten ein Nachtquartier und alle notwendigen Unterstützung er: finden. Ist all dies nicht," so schließt Rothschild, „genügender Beweis, daß dieser Krieg mehr für die Verbrüderung der Konfessionen getan hat als all die vielen Jahrhunderte, die seit dem Auszug aus Palästina dahingegangen sind?" Der erste jüdische General in England. Das ,.Berliner Tageblatt" meldet aus Rotterdam: Infolge der Beförderung des Obersten John Monash zum Generalnrajor erhielt die englische Armee den ersten jüdischen General. Ans Spinozas Jugendzeit. Die Gedenkschrift, welche die portugiesische israelitische Gemeinde in Amsterdam anläßlich des dreihundertjührigen Bestehens ihrer Lehranstalten Talmud-Thora und Ets- Chajim herausgegeben hat, bietet mancherlei Bereicherung unserer spärlichen Kenntnisse über Spinozas Jugend - und Eutwicklungsjahre. Die b'rühmte Schule, welche der Philosoph später besuchte, ist bereits p:n 20. Mai 1616 gegründet worden, als die Genossenschaft Talmud-Thora es übernahm, für ihre Erhaltung Sorge zu tragen. Die Mittel wurden ausschließlich durch freiwillige Beiträge aufgebracht, durch Selbstbesteuerung und Spenden der Gemeindemitglieder. Der Unterricht und die Lehrmittel waren für arm und reich unentgeltlich, jede der drei Klassen hatte ihren eigenen Lehrer (in der oberen unterrichtete schon damals Chascham Morteira, der als Lehrer Spinozas bekannt ist), jede hatte auch eine eigene Bibliothek zur Verfügung. Eine zu diesen: Zwecke eingerichtete hebräische Druckerei stellte die notwendigen Bücher her. Das erste Schulgebäude wurde 1620 in der Houtgracht eingerichtet, wo Spinozas Eltern später gewohnt haben. Zn den Deputierten der Ge:ueiude, die den Gründungsakt vollzogen und dem neuen Jnsti nt die Wege ebneten, gehört Abraham Israel Espiuosa, vielleicht der Großvater des Philosophen. Un er den zahl reichen ersten Mitgli'dern, deren Namensunterschrift sttzl iu: Faksimile vorliegt, finden wir nebeneinander vier „despinoza", freilich nicht Baruchs Vater Michael, der wahrscheinlich damals noch zu jung war, jedoch schon 1635 zu den Vorstehern des Institutes „Talmud Thora" gehörte. Er hatte damals Gelegenheit, über bedeutsame Maßnahmen mitzuberaten. Um den weiteren Ausbau der Schule zu ermöglichen und begabten Zöglingen die Mittel zu gewähren, sich ohne Sorge ::::: ihren Lebens unterhalt dauernd der Wissenschaft zu widmen, wurde 1637 der Fonds „Ets Chajiin" gebude,. Wiederum war die Opferwilligkeit so groß, daß die für damalige Zeit unerhörte Summe von 2500 fl. jährlich an Gehältern und bis 1653 ebensoviel an Unterstützungen für bedürftige Schüler gezahlt werden konnte. Die Schule wurde sieben tlassig ausgebaut und dem Schutz der 1639 gebildeten Ge meinde übergeben, deren Stolz und Ruhmeslitel sie bil dete. Zu den ersten, lvelche als „Jrmaos" der neuen Genossenschaft bei traten, gehörte Michael d'Espinoza. er spendete 70 fl., davon 52 als Geschenk, IS als Beitrag für sich und seine beiden noch in: Knabenalter stehenden Söhne Isaak (gest. 16491 und Baruch. 1641 wurde ihn: die Ehre zuteil, zum Präsidenten der Schulverwal luug erwählt zu werden, der Name seines berühmten Sohnes aber wurde später, wahrscheinlich als er aus der Gemeinde ausgestoßen war, in der Mitgliederliste ge ft r i ch e n. Unter den ersten Z ö g l i n g e u, die eine größere Unterstützung erhielten, befand sich Samuel de Casseres, der in den Amsterdamer Ehestaudsregistern bei der Verheiratung init Spinozas Schwester als „Studiosus" bezeichnet wird. Vielleicht muß auch di" Spinoza von der Gemeinde angebotene Rente, in der mau schlechtweg eine Bestechung sah, unter diesen: Gesichtspunkte betrachtet und milder beurteilt werden. Auch er hat die SGule zweisello? besucht, obwohl sein Raine nirgends in den Listen z: finden ist. Man wünschte uich , daß sein Name genannt wurde, und dennoch hat die Schule es nur den: Ruhme dieses Nainenlofen zu danken, daß ihrer so häufig gedacht tvurde, denn nie wieder hat sie einen Zögling von annähernd gleichem Namen besessen. E. Korrespondenzen. Ans dem Militärkommüitdobefehl Nr. 217. Wien, am 22. September 1916. 4. M.-A.-Nr. 126, 327 R. II vom 22. Spt. 1916. Am Mittwoch, den 27. Septernber 1916, um 6 Uhr nachmittags, beginnt das jüdische Neujahrsfest und endet Freitag, den 29. September 1916. um 7 Uhr nach' mittags. Am Freitag, den 6. Oktober, um 4 Uhr nachmittags, beginnt der Versöhnungstag, der am Samstag, den 7. Oktober 1916, um 7 Uhr, endet. An diesen Festtagen werden in allen Stationen, ww sich Gotteshäuser befinden, Gottesdienste abgehalten werden: wo keine vorhanden find, ist den Soldaten Gelegenheit zu geben, sich zu gemeinsamen Andachten zu versammeln. Diese Gottesdienste finden wie folgt statt: Mittwoch den 27. September 1916, von 6 S Uhr nachmittags; Donnerstag, den 2S. September 1916, von 7 12 Uhr vormittags und von 6 8 Uhr nachmittags:

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