Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 38 (22.9.1916)
- Date
- 1916-09-22
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3020846-3022195-3022234--25426-3050728- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr 18 Tr. Bloch's Wochenschrift Seite '683 Mirjam Rechter aus Jwanowce sucht ihre Mutter Feig: Rechter aus Jwanowce und Schwägerin Machte Rechter, die am 20. Mai aus Delatyn geflüchtet sind.. __ Ester Brecher aus Jaslowicz sucht ihre Schwester Sara Spu.rd aus Potakzlotek b. Buczacz und Lebe Polieschuk aus Potakzlotek sowie ihren Bruder Abraham Margulis, derzeit beim Militär; Rosa Werfer aus Kolomea sucht ihre Schwiegertochter Miaa Hrrom aus Kolomea ufti> ihre Schwäger: Abraham Weiser samt Familie aus Werbionetz b. .Kolomea und Schnute Weiser samt Familie aus Kolomea; Taube Tepper aus Kolomea sucht ihre Schwägerin Mali Tepper aus Kolomea-Piedika; Mordche Feiger aus Pisten sucht seine Tochter Ehane Feiger alias Schutzmann mit fünf Kindern aus Pisten b. Kolomea; Samuel Strymber aus Lissitz b. Stanislau sucht seine Schwester Frieda Strymber, seinen Bruder Joses Strymber und seinen Onkel Hersch Zähler samt Fainilie aus Lissitz, am 24. Juni 1916 aus der Flucht aus dem Bahnhof in Stanislau verloren; Fromct Stsllar-Teitelbaum aus Cholojew sucht ihre Tochter Rache! Teitektaum; diese hielt sich auf Besuch bei ihrem Onkei Hersch Bursztyn in Pulhany (Rußland) am 13. Juli <ruf; Markus Wemeeb aus Zaleszyki, derzeit Aussig a. d. E.. sucht seine Frau Lina Weinreb und Tochter Mina, bei der Durchfahrt durch Czernowitz verloren; Sprötze Komerlmg aus Podhajce, derzeit Aussig a. d. E.. jucht ihren Mann Abraham Kamerling; Hirsch Knoll, 13 Jahre alt. aus Kolomea, derzeit Aussig a. d. E., sucht seine Eltern Jsaik Knoll und Feige Liebecman.r; Jsak Stern aus Nepololutz, derzeit Timnitz b. Aussig a. d. E.. jucht seine Frau Rachel Stern, geb. Reiner, aus Nepelolutz, geflüchtet aus Oleschkow b. Zablotow. Zwe-dienliche Nachrichten übermittelt das Rabbinat Aussig a. d. E., Rabbiner Dr. Rosenzweig. Feuilleton. Zur Geschichte der Familie Kuh. Von P. Heinrich. (Nachträge.) 1. Aus einer Grabschrift am alten Friedhofe in Eisenstadt, deren Kopie Herr Heinrich F i g d o r mir zur Verfügung stellte, ist zu ersehen, daß Naphtaly Hirz K u h außer den oben erwähnten Kindern noch eine verheiratete Tochter hatte: Perl, die in Eisenstadt am 4. November 1842 gestzorben ist. Sie wird am Grabstein als Tochter des Wiener Hofjuden Naphtaly Hirz Kuh und als Witwe des Wiener Rabbiners Moses Fischer bezeichnet. In der Eisenstädter Schutzliste vom Jahre 1838 lvird sie als die 77 jährige Rabbinerswitwe Elisabeth (in der vom Jahre 1836 fälschlich Franziska) Fischer notiert, ist also 1761 geboren und 8 Jahre jünger als Joachim Herzens krön. Fischer war unter dem Titel eines „Koscherfleischaufsehers" Rabbiner in Wien, seit 1813 als Gehilfe des bereits seit 1788 wirkenden Abraham Frankfurter, und als dieser 1817 pensioniert wurde, bis 1830 als sein Nachfolger tätig; des letzteren unmittelbarer Nachfolger war Lazar HoroWitz. 1813 bis 1817 bekam Fischer 500 fl. jährlich, dann denselben Gehalt wie Frankfurter (600 fl.), 1821 sogar 800 fl. jährlich. Fischers Vater, Mayer F i s.ch e l, war erster Rabbiner j*H m in Prag, dessen großes rabbinisches Wissen Ezekiel Landau in seinem Responsenbuch „Noda Byehuda", Seite 82 und 83, rühmlich erwähnt. (Vergleiche Braun, Monatschronik 1912, Seite 354.) Am 27. März 1823 wurde Moses Fischer von der Oberpolizeidirektion verständigt, daß die Landesregierung mit Dekret vom 13. Corr. die Bewilligung zur Verehelichung seiner Tochter Esther an Lazar Lazarus aus Rechnitz erteilt habe, und es wurde ihr erlaubt, auch nach der Trauung bei ihren greisen Eltern als „Auswirtschafterin" zu bleiben. Als solche ist sie auch einige Jahre hindurch in der „Liste der im Dienste der Gemeinde stehenden Individuen" mit ihren zwei Kindern, Maximilian .und Benjamin, eingetragen. Dagegen ist in den Listen von Mai 1826 und 1827 noch eine ledige, 29, resp. 30 Jahre alte Tochter Theresia eingetragen. Da sie älter als Esther war (Esther war 26, refp. 27 Jahre, das Elternpaar 67 Jahre alt), scheint es, daß sie damals bereits Witwe war, und im Jahre 1828 wird nur Theresia erwähnt, wo bemerkt wird, daß „Esther mit ihrem Gatten und ihren Kindern nach Rechuitz übersiedelte". (Lazar und Esther starben in Eisenstadt 1847, resp. 1877.) Theresia war also die Wirtschafterin bei ihren greisen Eltern (statt Esther) in den Jahren 1828, 1829. Dagegen ist in der Liste von 1830 nicht mehr Moses Fischer als Koscherfleifchaufseher ge nannt, sondern Lazar Horowitz, „dessen Aufenthaltserlaubnis nachträglich eingeholt werden lvird". F i s ch e r starb in Eisenstadt am 25. Kislelv 55.14 (7. Dezember 1833); seine Tochter Theresia, verwitwete P o l l a k, war Jnspektorin des Wiener israel. Frauen-' Vereines bis zu ihrem Ableben; sie starb am 7. März 1869 im 75. Lebensjahre. 2. Auf Grund von Aktenstücken, die demnächst veröffentlicht werden, deren mir nötige Aushängebogen der Herausgeber zu meiner Benützung stellte, ist zur Seßhaftigkeit des Moses Sichrowsky noch folgendes zubemerken: In einer 119 Tolerierte enthaltenden Familienliste vom 31. Dezember 1804 ist zwischen Nr. 114 und 115 Moses Sichrowsky, ohne Nummer, als tolerierter Setonomielieferant „auf der Zeit, solange er liefert", eingeschaltet; angeblich soll er diese WohnbefugniS bereits 1795 erhalten haben. (Urkunden und Akten I., 2. pag. 132.) Mit dieser Beschränkung „solange er liefert", ist er auch in der Familienliste vom Dezember! 1807 behaftet und ist dort erst in der dritten Kategorie „der hier gegen Toleranzgebühr, im Dienste anderer geduldeten Israeliten" eingetragen. Die erste Kätrgorie enthält solche Familien, die hier ohne Zeitbestimmung (— lebenslänglich), die zweite solche, die mit Zeitbestinm mung (längstens auf 3 Jahre) hier geduldet sind (ibid. Pag. 175 ff.). Es ist jedoch nachweisbar, daß er schon vor 1795, spätestens 1794, wenn auch nicht toleriert, doch mit seiner Familie in Wien gewohnt hat, da im! Geburtsbuche vom 2. Juli 1794 die Geburt ihres Kiu-i des Joach im, des späteren Heinrich Ritter von S i ch - rowsky, notiert ist. (Auf seinem Grabstein ist der Geburtstag mit 12. Juni angegeben.) Es scheint, daß Moses Gattin Elisabeth bald darauf nach Prag zurückkehren mußte (vielleicht abgeschoben), da ihre 1795 gez borene Tochter Anna, die am 29. November 1816 in Wien mit Anton S ch e y getraut war, im Wiener Geburtsbuche nicht eingetragen ist. 1803 war sie jedoch wieder in Wien, da (wie bereits erwähnt) am 2. Mai a. c. Moses als Beisteher bei der Trauung Sichrowsky-Kuh fungierte, was nur in Gemeinschaft mit seiner Gattin stattfinden konnte. 3. Daß Löbl Kuh, der Schwiegervater Sichrowskys und von HönigsbergS, nicht bei seinen Schwiegersöhnen wohnte, sondern eine eigene Wohnung innehatte, darüber bin ich den Nachweis schuldig geblieben und soll dies hier nachgetragen werden. Kuh starb am 25. April 1807 in der „Stadt Nr. 589" (Totenbuch d. d.S i ch « rowsky wohnte 1803 „Stadt Nr. 221" (Ehebuch vom 2. Mai a. c.), dann „Stadt Nr. 698", dort wohnte auch dann seine Witwe und sein Schwiegersohn Leopoto Ä u h und dort wurden auch sämtliche Kinder Leopolds geboren.*) Hönigsberg wohnte am 31. August 1801 *) Bei der Geburt seines Sobnes Emil (Moses) spendete Leopold mittelst der Polizei-^berdirektion 5 Fl. für das israel. Spital (die Spenden waren merkwürdiger Weise selten direkt und machten gewöhnlich diesen Umweg mit). Bei Zustellung dieser Summe am 30. Dezember 1828 berichtet die Polizei-Oderdirektion: „ Moses Kuh, Buchhalter bei Elisabeth Sichrowsky, spendet