Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 37 (14.9.1916)
- Date
- 1916-09-14
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 37 Tr. Bloch's Wochenschrift Seite 617 Ertrachter David sucht seine» Sohn Abraham Ertcachter aus Nysnov. , Birnbaum Chaim sucht seinen Schwager Feiwek Jurmann aus Sniatyn. Zwechee Chaje «sucht ihre Tante Beila DaiNdowic; aus Kolonien. Busch Malte sucht ihre Schwester Rifke Hülseiraty aus Kolomea. Potescher Braue sucht ihren Schwager Pe rtz Apotheker samt Familie aus Kolomea. Dchäfer Schabfe sucht seinen Bruder Mose; Schäfer aus Czernowitz. Reich Josef Leib sucht seinen sJleffen Jsak Sternschuh aus Czernowitz. Reich Josef Laib sucht seinen Ressen Abraham Mayer aus ZalesWky. Wassermann Mose; sucht seinen Bruder Samuel Wa ss mann aus Russisch-Banilow. Gefl. Nachrichtens ind zu senden an P. Weingarten, Teplitz- Schönau, Eichwalderstratze 39. Frime Ehan.es aus Wtznitz (Bukowina), derzeit Zamysl, Post Petrowitz (Böhmen), sucht ihre Mutter Machle Cha. «;, 50 Iahe alt, die Schwester Taube Schlattiner, 22 Jahre alt, und Chaje Ehanes, 17 Jahre alt, alle aus Wiznitz (Bukowina). Frau Rifie Friedmann aus Przemysl, derzeit in Horazdowitz (Böhmen), sucht ihre Schwester Ester Barnes aus Brody. Adresse: Rabbiner Martin Friedmann. Retti Burg aus Moloka, Bez. Waschkoutz, derzeit Ober- Politz, Bez. Böhm.-Leipa. sucht ihren Bruder Israel Leib Burg aus Woloka samt ihrem Kinde Regina Burg; Rosa Bruttmann aus Podhajce, derzeit Drum, Bez. Böhm- Leipa, sucht ihre Schwester Donia Weinstock, die mit fünf anderen Geschwistern aus Podhajce geslüchtet ist; Henie Elster aus Hankavitz, Bez. Sniatyn, derzeit Ober- Politz, Bez. Böhm.-Leipa, sucht ihre Mutter Feige Spirer und ihren Bruder Moses Spirer. Nachrichten erbeten an Rabbinat Böhm.-Le!pa. Efrojim Kurz aus Lukowicz am Szereth, derzeit in Wselin, sucht seine Mutter Mirl Kurz aus Wiznitz sowie seinen Schwiegervater Awrohom Woloch aus Lukowicz. Anfragen erbeten an Religionslehrer Blau in Wsetin (Mähren). Ei« jüdisches Erholungsheim. Weit draußen vor der Stadt, wo die Schienenstränge der Straßenbahn verlausen und die sanften Hügel des Wienerwaldes beginnen, an ddr grünen Straße, die zur Knödelhütte führt, kann man fetzt auf einer besonnten Wiese tagtäglich Kinder in größerer Anzahl unter Aufsicht zweier Lehrerinnen bei ihren Spielen beobachten. Es ist eine der vielen, durch die Not des Krieges hervor-» gerufenen .Gründungen zum Schutze armer, verlassener Kinder, das Erholungsheim des Wiener Frauenvereines im 13. Bezirk, Hüttelbergstraße 61. Zwei Jahre Krieg, zwei Jahre Elend, Schrecken und Grausamkeit haben uns gegen Sentimentalität gefeit, unsere Nerven gestählt, unser Mitleid abgestumpft, und doch genügt der Anblick von einem halben Kundert Kriegswaisen, verlassener Kinder und Reservistenkinder, dieser kleine Ausschnitt aus dem fürchterlichen Kaleidoskop genügt, um uns aufs tiefste zu erschüttern. Kinder sind es, die leiden, zarte, unschuldige Kinder, die man sonst auf den Knien wiegt und mit aller Zärtlichkeit umgibt; Kinder müssen Hunger empfinden, im Schmutze verkommen, der mütterlichen Liebe eutsagen. Hilflos, wie sie sind, sind sie des Krieges rührendste Beute. Und nach dem ersten Ansturm der Not, nach der ersten Verwirrung richtete sich das Augenmerk insbesondere der jüdischen Fürsorge auf de Ret.ung und Erhaltung der Kinder, wen» schon die älteren Generationen dem Moloch geopfert iverden müssen. Ein ganz besonderes Werk der Liebe ist dieses Erholungsheim, in dem etwa 50 Kinder über beit Sommer ein Heim, Verpflegung, Erholung und Anregung finden. Nicht mühelos aus dem großen Born der Wohltätigkeit sind ibte Gelder geflossen, die zur Erhaltung einerderartigen Gründung notwendig sind, sie wurden von mitfühlenden Herzen gesammelt, tleine Gaben wurden zusammengetragen, um den Betrieb des Erholungsheimes zu ermöglichen. Der äußerst tüchtige Sekretär und Verwalter des Institutes, Beamter des Wohltäcigkeilsamtes der israel. Kultusgemeinde, Herr Moriz Ungar, und dessen Gattin, die beide diesen ihren Lieblingsgedanken mit unermüdlicher Arbeitsfreudigkeit verwirklichen halfen, zeigen uns mit Bereitwilligkeit die Räume des Erholungsheimes, das eigentlich aus zwei Villen besteht, der sogenannten Knabenvilla und der Mädchenvilla. Ein echter Kinderfreund, ein zielbewußter Wohltäter, der die Öffentlichkeit scheut, der Arzt Dr. Josef Max Buchsbaum, hat dem Verein diese beiden Villen zur Verfügung gestellt, sie für die Kinder mit Mobilar und Wäsche ausgestattet. Nicht damit zufrieden, nimmt er tätigen Anteil an ihrer Entwicklung und Erholung und hat in der Mädchenoilla ein Ordinationszimmer eingerichtet, in dem die Kinder einer regelmäßigen, ärztlichen Aufsicht durch ihn unterzogen iverden. Einmal wöchentlich werden die Knaben und Mädchen von Dr. Buchsb a u m, der als Arzt bedeutenden Ruf genießt, mit Sorgfalt untersucht, gewogen und auf die Fortschritte t» ihrer Erholung geprüft; in besonderen Fällen ist dieser stille Menschenfreund sofort zur Stelle, wenn ein Arzt benötigt wird. Wir gehen durch das Parterre. Neben dem Ordinationszimmer, das alle notwendigen ärztlichen Behelfe enthält, befinden sich das gemeinsame Spielziminer und das Speisezimmer, einfach, aber zweckdienlich ausgestattet. Bon hier führen ein paar Stufen in die sehr rein gehaltene,^ mit appetitlichen Gerüchen erfüllte Küche. Das Essen ist einfach, schmackhaft und nahrhaft; das Verdienst für die sachverständige Leitung dieses wichtigen Ressorts, in dem die Kinder mit geringen Mitteln eine so gesunde Nahrung erhalten, daß bei jedem einzelnen Gewichtszunahmen von 1'8 bis 6 Kilogramm zu verzeichnen sind — Resultate, die jede Sanatoriumsleitung mit Stolz erfüllen würden —, fällt der Gattin des Sekretärs, Frau Ernestine Ungar, zu, die alles überwacht und selbst überall mitschafft. An schönen Tagen wird in dem schönen, halbwilden Tarten gespeist. An regnerischen Tagen werden die Mahlzeiten in einer hellen, verglasten Veranda eingenommen. Links im Parterre befinden sich Kanzlei und Wohnräume des Verwalters und seiner Familie,^ der hier im Kreise dieser Kinder mit seiner Gattin und seinem eigenen Knaben wie eine einzige große Familie lebt, am Schicksal, an der physischen und geistigen Entwicklung eines jeden dieser Kinder wie an seinem eigenen Anteil nehmend und sorgend. Im ersten Stock sowie in der Knabenvilla befinden sich nur Schlaf- und Waschräume und die Zimmer der beiden Lehrerinnen, die mit Hilfe des Verwalters und seiner Gattin die Kinder betreuen und dies alles in Ordnung halten. Wir treten wieder ins Freie. Auf der gegenüberliegenden Wiese spielen die Kinder unter Aufsicht ihrer beiden Lehrerinnen friedlich und einträchtig, wie wir sie verlassen haben. Rundgesänge, Wettlaufen, allerlei Hebungen, die Herz und Sinn frisch erhalten. Die'e Tage des Sommers, die sie hier, von Liebe und Sorgfalt umgeben, verbringen dürfen, werden ihnen wohl für die Zeit ihres Lebens eine lichte Erinnerung bleiben. Da- Erholungsheim des Wiener Frauenvereines lPräsidentin Laura reu berge r), dessen Befin d jedem warmsühlenden Meuchen von Wichtigkeit ist, und reisen Juteresse ich hiermit der Oestentlichseit, soviel sie durch den Krieg auch in Anspruch genommen sein mag. driugeudst ans Herz lege, erhält auch von dem Verein „B'nei B'rith" ilnd Kriegsfreitisch im 20. Bezirk Unter