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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-09-14 · 37 (14.9.1916) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
37 (14.9.1916)
Date
1916-09-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 614 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 37 mein kleines Gebetbuch in der Hand und murmele leise vor mich hin: „Jisgaddal w'jiskaddasch . . Meine Stimme wird immer umflorter, meine Augen werden immer schwächer. Allmählich! verstummt meine Stimme, meine Augen sind mit Tränen gefüllt. Ich trockne mir die Augen und Plötzlich — wie ein Traüm — steht ein anderes Grab vor mir. Ich sehe ganz klar die goldene Inschrift auf' dem Obelisk. Name und Text sind mir bekannt. Das ist das Grab meiner Mutter. Allmählich erkenne ich die Nachbärgräber und bald auch den ganzen Friedhof. Ich sehe die festgebaute Leichenhalle, höre das Getöse der vorbeirollenden Züge. Ich umkreise das Grab und lege einen Stein darauf. Ich bin zu Hause, zu Hause, auf dem .ungarisch-jüdischen Friedhofe. . . . Ich richte mich auf und wieder steht das unbekannte Grab vor mir. Langsam gehe ich von dannen. Die Sonne ist bereits aus dem Gesichtskreise verschwunden. Der Lärm der Stadt ist inzwischen schwächer geworden. Die Militärkapelle beginnt irgendein unbekanntes, trauriges' Lied zu spielen. Die weißen Grabsteine beobachten mich wie weiße Schatten und zurückschauend sehe ich, wie sie mich mit ihren Blicken hinausgcleiten aus dem Friedhofe. Noch einen Blick, und ich entschwinde ihnen zwischen den Häusern der Vorstadt. So ist die Jahrzeit im vierten Jahre seit dem Ableben meiner Mutter in ferner Fremde. Dr. Josef Hohenberg, Regimentsarzt. Klattau. Die hiesige ,Ghewra-Kadischa", die unter der Leitung ihres wackeren Obmannes, Herrn S. H a h n, ihre humane Bahn nie verläßt, hat dem hier verstorbenen Infanteristen des Honved-Jnf.-Regts. Nr. 11, Herrn Fekcte Jenö aus Bacz megye, aus einem Ehrenplätze des Klattauer Israel. Friedhofes einen herrlichen Denkstein mit einem Kostenaufwande von 500 Kronen stellen lassen. Derselbe trägt den Namen, Charakter und Geburtsort des genannten Soldaten und die Bemerkung: „Er starb am 3. Juni 1915 im Dienste des Vaterlandes. Ehre seinem Andenken!" — Der Beschäftigungskurs für die Kinder der galizischen Flüchtlinge in Klattau wurde auf Veranlassung des Kuratoriums und des Klattauer lokalen Hilfskomitees, an dessen Spitze die verdienstvollen Herren Kultusvorsteher Feigl und Stadtverordneter Schütz stehen, am 1. Juli 1915 eröffnet. Gegenwärtig sind vier staatlich geprüfte Lehrkräfte daselbst in Verwendung. Die Frequentanten stammen aus verschiedenen Bezirken Galiziens, die Mehrzahl aus Turka. In Bezug auf die religiöse Richtung find es Kinder vorwiegend orthodoxer Eltern: trotzdem sehen es diese gerne, daß ihren Kleinen eine nützliche Beschäftigung und meist weltlicher Unterricht geboten wird. Der letztere ist volksschulmäßig und wird nach dem vom k. k. galizischen Landesschulrate für die Schulen der Baron Hirsch-Stiftung genehmigten Lehrpläne verteilt. Die Unterrichtssprache ist die polnische. Die erste Klasse besuchen gegenwärtig 46, die zweite 60, die dritte 57, die vierte 38 und die fünfte 39 Zöglinge. Die Anstalt wurde am 20. August l. I. vom Sekretär der Baron Hirsch-Stiftung, kais. Rat Herrn Dr. Arnold Ascher, inspiziert, der seine vollkommene Zufriedenheit über die Leitung und den Unterricht dem Oberlehrer Herrn K-.thpper und den übrigen Lehrkräften kundgab. B. Allgemeines jüdisches Hilfskomitee in Ungarn. Aus Budapest wird uns geschrieben: Jenes Komitee, welches sich seinerzeit aus führenden- Mitgliedern der orthodoxen und neologen Parteirichtung zur Unterstützung der von den Russen bei ihrer Invasion heimgesuchten oberungarischen Kultnsgemeinden gebildet hatte, beschloß in Berücksichtigung der politischen Ereignisse, sein Tätigkeitsgebiet zu erweitern. Das Komitee, welches unter der bewährten Leitung seines Präsidenten, Hofrates Franz Szerely steht, hat mit Rücksicht auf die erhöhte Tätigkeit zwei Mitglieder kooptiert, und zwar den Vizeobmann der Wohltätigkeitssektion der neologen Gemeinde Herrn Arnold Ko hu und das Vorstandsmitglied der orthodoxen Gewände Jakob Diamant. Die Tätigkeit des erweiterten Komitees beschränkt sich nicht bloß auf die Hilfeleistungen in Budapest, sondern hält auch die Verbindung mit allen den Stellen in der Provinz aufrecht, wo seine Hilfe vonnöten ist. Berlin. Die Groß löge des jüdischen Ordens „B'nei B'rith" hat vor einigen Monaten über die Beteiligung ihrer Mitglieder am Kriege eine statistische Aufnahme veranlaßt, deren Ergebnis jetzt vorliegt. Darnach betrug Ende 1915 die Gesamtzahl der Logenmitglieder 8766, von denen 1366 im Felde standen. 47 waren zu Offizieren, 328 zu anderen Chargen befördert -worden. 174 erh'elten das Eiserne Kreuz zweiter Klasse, 57 andere Auszeichnungen, 3 das Eiserne Kreuz erster -Klasse. Für das Vaterland gefallen waren 34 Mitglieder. Von Söhnen der Mitglieder standen 1935 im Felde, davon waren 59 zu Offizieren und 525 zu anderen Chargen befördert, 249 mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse, 48 mit anderen Orden geschmückt worden, während 112 den Heldenwd gefunden hatten. Die Großloge und ihre Tochterlogen haben außerordentlich große Aufwendungen für Zwecke der Kriegs- Wohlfahrtspflege gemacht, insbesondere auch einen vollständigen Hilfslazarettzug gestellt. Vermischtes. „.Hilfskommission 1915" und „Oesterreichisches Landeskomitee" für Palästina. Wien, 4. Bez., Frankenberggasse 14. Grohrabbu.er Moses Hager aus Kosow, derznk Ragyuyires, Rr. 1C00.—; Lil'enleinwand-Unternehmung Bernhard Goldstein, Wien, 1. Bez.. 500.—; .Leibifch Krih aus Kolomea, derzeit Ealauta, für Kaubel, Kosow, 200.—; Ufficio Rabbinico Triest 107.82; Dr. Adolf Herzfeld, Spende bei der Bris-Mila beim Äpo heker Ha'e.feld, Budap.'st, 60.—; Ledufab.iken Wilh. Freund, Marburg a. Drau, Fritz Spiegler, Atzgsrsdorf b. Wien, I. Rillermann, Wien, je 50.—; Rabbinalsoerweser Sam. Fritz, Protznltz 42.76; Israel. Kultusgemeinde Nowy-Targ 40.—; I. Reichsfeld, Wien, 6. Bez., 25. -; kaiserl. Rat Jos. Tosfler. Rudolf Durst, Zentraldirektor Julius Bellak. Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Adolf Adler, sämtlich in Wien, je 20.—; Sekretär Alf.ed Schwarz, Tmil Toffler, Hermann Weinberg, Louis Wal'er, Hermann Kammer, sämtlich in Wien, M. Kornhaber. Drohobycz, je 10.—; Dr. Sigm. Elasspiegel, Theodor Rir, Wien, 6.—; Karl Pilzer, Gustav Szücs, Sojka & Grünberger, Tmil Meißner, Josef Herschel & Sohn, Schühwarensabrik S. G. & H. Michelstädter, Moritz Berger, sämtlich in Wien, M. Rosner. Jaslo, je 5.—; Eedalje Pomeranz und Kollegen, Lemberg, k. t. Stadlkommando, 4.30; k. u. k. Hofschubfabrik P. D. Stein, Handelsagentur M. B. Adler, M. Reisuer, sämtlich in Wien, je 4.—; Bernhard Rosenberger, Wien, Heinr. Hahn, derzeit Bischoflack, statt Blumen auf das Grab Hermann Wollinger, Rabbiner Heinrich Schön, Steyr, Viktor Rosenberger, derzeit Franzensbad, - je 3.—; Jonas Spiegel, Vertreter Mar Fetir, Josef Leitner, Nähmaschinen- und Fahrrad-Depot Ignaz Pick Erben, Gotdwarenerzeuger Stefan Ruhmann, Mar Freund, Maximilian Breitner, S. Frost, S. Bernstein, Johanna Kehler, Isidor Leuchtag, M. Mandl, Jda Weil, sämtlich in Wien. Spiritushändler Israel Frank, Gorlice, je 2.—; Josef Herz, Heinrich Kühl, Eugenie Friedmann, Felir Chab, Sascha Hendler, Arthur Steiner, sämtlich in Wien, S. Pohl, Baden, je 1.—. Mogen-Dovid-Nagelspenden: Rabbiner Dr. L. Bardowicz, Mödling: von Salamon Eisler Kr. 19.—; David Rosenfrld 10.—; Moses Fischer, Salamon Schwarz, je 3.—; Eh. Bieringer, Bela Spiegel, Ferdinand Diamant, Adolf Freiwillig. Frau Kaufmann, Josef Fischer, je 2.—;

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