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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-09-14 · 37 (14.9.1916) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
37 (14.9.1916)
Date
1916-09-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
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■*,. 37 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 611 Das Eiserne Kreuz am weiß schwarzen Bande. Berlin. Geh. Justizrat Cassel, stellv. Stadtoerordn.-Vorst. Dr. ing. Herbert v. Klemperer. Charlottenburg. Prof. Dr. Nikodemus Caro, Chemiker. Stettin. Obervorsteher der Stettiner Kausmannsschaft Kommerzienrat Georg M a n a s s e. Walter Ireudenlhat, Sohn des Nürnberger Naböiners Ar. Ireudenlhak, auf der amtlichen Wayerischen Khrentafek. Die amtliche Bayerische Ehrentafel berichtet: „Unter dem schweren französischen Geschütz- und Minenfeuer, bas' lvom '16. ibis 19. fOktober 1915 andauernd über der „Schulterstellung" bei T. lag. wurden sämtliche Gräben eingeebnet und Bewegungen Innerhalb des beschossenen Raumes fast zur Unmöglichkeit gemacht. Am 18. richtete sich die ckaum zu steigernde Wucht des von Fliegern geleiteten Feuerangriffes zumal gegen die Schutzbauten und ihre Zugangsgräben, wobei es am Nachmittag dem Feinde gelang, einen von Teilen der Infanterieregiments belegten Unterstand zum Einsturz zu bringen und dessen an sich schon schmalen Eingang völlig zuzuschütten. Als der Unfall eintrat, war Vizefeldwebel der Reserve und Offiziersstellvertreter Walter Freude nthal aus Dessau, Studierender der Heilkunde von Nürnberg, eben abberufen worden, eilte jedoch schleunigst wieder hinzu und machte, ungeachtet des sich fortgesetzt steigernden und auf die Unglücksstätte zusammenwirkenden Minenfeuers, mit Hilfe eines Mannes den Eingang frei. Indem er die aufgeregte und teilweise schwer verwundete Mannschaft beruhigte, brachte er mit Unterstützung einiger Leute die Verletzten in einen anderen Hohlraum und trug auf seinen eigenen Schultern in aufrechter Haltung zwei des Augenlichtes beraubte Kameraden dorthin in Sicherheit. Da noch ein Schwerverwundeter zurückblieb, holte er einen Arzt, leistete ihm die erforderliche Hilfe und harrte bei dem Sterbenden laus, bis er die Augen für immer schloß. Sodann forderte er die Waffen und Ausrüstungsstücke nebst Eßwaren und einigen gefüllten Feldflaschen wieder zutage, so daß sich der Zug auch im Besitz seiner Kampfmittel und des nötigsten Mundvorrates befand. Während dieser Arbeit wurde der Unterstand noch mehrmals von Minen getroffen. Durch sein aufopferndes, unerschrockenes und umsichtiges Verhalte» leistete Freud enthal seiner Kompagnie ganz hervorragende Dienste, weshalb die Auszeichnung mit der Goldenen Medaille vollauf verdient erscheint; das Eiserne Kreuz hatte er sich schon früher errungen." Im Beisein des kommandierenden Generals, Freiherrn von G e l b s a t t e l, wurde dem Offiziersstellvertreter Freud enthal im Vereinslazarett Martha- Maria-Haus zu Nürnberg die bayerische goldene Tapferkeitsmedaille durch den Oberst jKullmann überreicht. Zwererter Maß. Die antisemitischen „Deutschvölkischen Blätter" spotten darüber, daß einige deutsche Tagesblätter den mit dem Orden Pour le merite kürzlich dekorierten Fliegerleutnant Frankl (ein Großneffe des Dichters Ludw. Aug. Frankl) bei dieser Gelegenheit als Juden bezeichnet haben. Ein solcher Irrtum war verzeihlich, denn Leutnant Frankl hat erst vor einigen Monaten beim Steigen in die Lüfte offenbar sein Judentum als Ballast empfunden und ist zum Christentum übergetreten. Dem in Hamburg erscheinenden antisemitischen Blatte wäre es leicht gewesen, das' frühere Religionsbekenntnis Frankls festzustellen, denn sein jüdischer Vater domizilierte hier >und betrieb »sein.Drogengeschäft an der Bleichenbrücke. So pft von getauften Anden oder von wirklichen oder vermeintlichen Judenabköminlingeu irgend etwas Ungünstiges zu berichten ist, stellen die „Deutschvölkischezr Blätter" liber diese eine semitische „Ahnenprobe" an. In dem Falle Frankl, wo von dem Täufling militärisch Rühmliches zu melden war, ist das Antisemitenblatt plötzlich taub und blind gegen das jüdische Blut in den Lidern des mit hohen -Orden Dekorierten. Es liegt uns nur daran, diese Taktik mit doppeltem Boden festzunageln. Paris. Camille Baruch Levy wurde zum Brigadegeneral und Armand Ulmo zum Oberstleutnant befördert. London. Sowohl der Redakteur als auch der Verleger uud das Setzerpersonal der jüdischen Zeitung „T h e Workers Feiend" sind wegen Veröffentlichung eines die Truppenanwerbung ungünstig beeinflussenden Artikels zu Gefängnisstrafen von 1—6 Monaten verurteilt worden. Krst nach dem Kriege zu veröffentlichen! Eine wissenschaftliche Arbeit, die erst nach dem K riege veröffentlicht werden kann, wurde der Berliner Llkademie der Wissenschaften am 18. November 1915 vorgelegt. Sie handelt über den Einfluß von Wind und Luftdichte auf die G e schoß bah jn. Sie entstammt — wie Prof. A. S ommerfeld in der Wochenschrift „Tie Naturwissenschaften" in einem Nachruf auf den leider so früh der Wissenschaft entrissenen Astronomen Schwarzschild mitteilt — der Feder eines bedeutenden Forschers. Offenbar liegen dieser wissenschaftlichen Arbeit Erfahrungen aus dem Kriege selber zugrunde. Schwarzs ch i l d war zu Beginn!des Krieges in Belgien als Wetterwart tätig und kam dann auf seinen Wunsch als wissenschaftlicher Beirat zu einem Kommando der Fußartillerie. „Per tzheder war ein verhnzetter Mann .. “*) Passiert einem bürgerlichen Blatte ein Malheur, macht die ..Neue Frei Presse" Fehltritte, die zu monströsen Geburten, wie ,,Grubenhund" und „Laufkatzen" führen, so ist die „Arbeiter- Zeitung" immer die erste, die es der öffentlichen Lächerlichkeit preisgibt. - Recht so.! Würde sich aber die bürgerliche Judenpresse nicht genieren, sich mit jüdischen Dingen abzugeben, so wäre es für sie eine glänzende Revanche, aus dem in der „Arbeiter-Zeitung" vom 21. o. M. erschienenen Aussatz: „Polnische und jüdische Schulen (Von unserem Kriegsberichterstatter Gustav Noske)" folgende Stelle abzudrucken: „Der Cheder, der Herr Lehrer, besitzt keinerlei pädagogische Vorbildung. Erforderlich für sein -Amt ist nur, datz er hebräisch zu lesen versteht. Cr ist ein armer Teufel. ... Der Cheder war ein noch junger, aber stark vcrhuzelter, in einen schmutzigen Kaftan gehüllter Mann usw." Wir glauben nicht, datz jemand einwenden wird. „Grubenhund" und „Laufkatze" seien deutsche Ausdrücke, die man kennen mutz, nicht aber das jüdische „Cheder". Denn es gibt wohl heute keinen Chamer mehr, der die liberalen Schmöcke für gar so deutsch und die sozialistischen für gar so unjüdisch Hallen sollte, wie sie gerne gelten möchten. Cs mützte im allgemeinen ein Redakteur dieser Art wahrscheinlich zu sehr schwerhörig sein, um nach diesen zwei Jahren Ostjuden-Berichterstatterei die Bedeutung von „Cheder" noch nicht gehört zu haben. Auch wird niemand den Herren von der „Arbeiter-Zeitung", diesen angeblichen Zittern aus Halb- Deutsch und Halb-Mensch, die Schmonze glauben, datz sie von ihren Tales her jenes Wort nicht kennen. Zudem: der Bericht ist aus Warschau datiert. Herr Noske war dort, wie er schreibt, in diesen verschiedenen „Cbederschulei^ *) Aus der „Jüdischen Zeitung".

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