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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-09-08 · 36 (8.9.1916) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
36 (8.9.1916)
Date
1916-09-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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mn Dr. Bloch’s ^»««9™ Zentralortjan für die gesamten Interessen des Judentums. Wien, 8. September 1916 Erscheint jeden Freitag, m Brief-Adresse: Wie«. H/i. Praterstraße 9. Telegramm-Adresse: Bloch's Wocheuschrift. Wien. Verugopreia für Vcstrrrrich: ^7 Halbjährig 8 Kronen. Einzelexemplare ."0 Heller. Für da» Nnolnnd: Halbjährig I>> Kronen. Ganzjährig L'ü Krone». ® Anzeigen: Die 2mal gespaltene PetUze.le 48 Heller. OG =Do o ü- — ■DO p N. k. Postsxarkaffenamt Clearing -Verkehr Mr. 310.976. Redaktion und Administration: wir» « II/i, Praterstraße 9. Ij Telephon 45.369. £ nO ..Oo Jllhalt: Leitartikel: Rumänien und die Juden. — Kciegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Weitere Auszeichnungen. — Zum zweiten Male ausgezeichnet. — Neuerliche Auszeichnung des Feldrabbiners Dr. Schweiger. — Mehrfach ausgezeichnet. — Ein zweifach ausgezeichneter Matrose. — Nach dem Tode ausgezeichnet. — Liste der in Wien vom 15. Juli'bis 15. August beerdigten Offiziere und Mannschaften. — Heldentod eines jüdischen Waisenlehrers. — Nach dem Sohn der Vater. — Der Ziehvater des Losonczer Oberrabbiners. — Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. — Korrespondenzen: — Erklärung. — Gemeine Fälschungen des „Deutschen Bolksblattes" und der „Reichspost". — Wien. — Unsere Dankesschuld an die jüdische Genieinde Monastir. — Ein Inserat. — Die Juden in Polen unter deutscher Verwaltung — Jüdische Universität in Lcdz. — Ausruf! — Neuern. — Milovitz. — Cholera und Flecktyhpus in Palästina. — Vom Verbände der Galizier und Bukowinaer in Amerika. — Auzeichnung in Konstantinopel. — Anatvle France als Freund der russlschen Juden. — Vertröstungen der russischrn Juden. — Vermischtes. — Feuilleton: Zur Psychologie christlicher und jüdischer Schüler. — Literatur. - Briefkasten. — Notiz. — Inserate. Gratulationen anläßlich des nw&'H Festes zugunsten der Ehewra-Mdischa für Kriegsfürsorgezwecke. Einem seit Jahren eingebürgerten Brauche folgend, laden wir unsere st. t. Leser ein, Neujahrsgratulationen durch eine Anzeige in der „OKfterreichischen Wochenschrift" an Stelle der direkten Gratulationen per Post erstatten zu wollen. Auf diese Weise verbindet der Gratulant mit der Erfüllung einer Formalität gleichzeitig die Förderung der jetzt so hochwichtigen Kriegssnrsorge der Chewra-Kadischa. Die Einschaltung solcher Anzeigen erfolgt in der dem Roschhaschanah-Feste vorangehenden Nummer unseres Blattes vom 27. September l. I. gegen Einsendung einer Spende von mindestens 4 Kronen zugunsten der Kriegsfürsorge. Letzter Termin zur Einsendung solcher Anzeigen 22. September 1916. Rumänien und die Inden. Für uns Juden ist der rumänische Treubruch nicht überraschend gekommen. Wir lkennen Rumänien genugsam und wissen, daß der offenkundige Rechts- und Wortbruch bei ihm ein politisches Mittel ist, dessen es sich bedient in seiner Politik nach außen und auch in seiner Politik im Inland. Neben Rußland ist Rumänien unser schlimmster, heimtückischster Feind; ja, entwürdigender, elender noch als die Lage der russischen Judenheit ist diejenige der rumänischen. Es braucht jetzt nicht wieder die Geschichte der rumänischen Judenpolitik seit dem Berliner Kongreß erzählt zu werden, diese ununterbrochene Folge von Wortbrüchen, Vertragsverletzungen und Unaufrichtigkeiten schlimmster Art. Es braucht jetzt nicht wieder das niederträchtige Verhalten der rumänischen Regierung ihren jüdischen Soldaten gegenüber im Balkankriege dargestellt zu werden, denen sie bei der Einberufung die Gleichberechtigung zugesichert hatte, um sie nach dem leicht errungenen Siege ihnen wieder zu verweigern. All diese Schändlichkeiten sind noch in unser aller Erinnerung, und all dieser Dinge werden wir jetzt lvieder gedenken. Daß Rumänien sich Rußland anschloß, bestätigt nur die alte Wahrheit von den Gleichen, die sich gern gesellen. Und wie man darum den Kampf gegen Rußland irr unseren jüdischen Reihen einen Rachekampf für Kischineff genannt hat, so mag uns dieser Krieg gegen Rumänien als ein Rachekampf für all die Schändlichkeiten, Brutalitäten und Verbrechen erscheinen, die dieses Land seit Jahrzehnten ungestraft an unseren Brüdern begangen hat. Was für Rumänien im allgemeinen gilt, hat für die Parteien und die Männer, die es in den Krieg gegen die Zentralmächte getrieben haben, erhöhte Geltung. Es sind zum guten Teil die antisemitischen Elemente, die auch die lautesten Kriegshetzer waren, und gleichzeitig muß hier daran erinnert werden, daß von den Führern der deutschfreundlich gesinnten Richtung manche auch einer Besserung der jüdischen Lage warm das Wort geredet Haben, so vor allem der alte König Karol, dessen An, denken durch diesen Krieg seines Landes gegen Deutschi land schmachvoll 'entweiht wird, so Peter iCarp und andere. Daß aber die kriegshetzerische, sich über alle Staatsverträge und allen Anstand brutal hinwegsetzende Regier rungspartei die nationalistisch-antisemitische ist, die zur Neutralität und zur Jnnehaltung der übernommenen Verpflichtungen mahnenden Männer gerade die Führer jener Partei waren, die auch für eine' Einhaltung der den Juden gegenüber übernommenen Verpflichtungen ein traten, ist nur ein erneuter Beweis für die Erfahrung, die in diesem Kriege immer lvieder neu bekräftigt ivird, daß die antisemitischen Parteien in allen Ländern der Feinde die schlimmsten, bösartigsten Kriegshetzer gegen die Zentralnrächle waren und bleiben. Die neuerliche Bedrückung unserer Glaubensgenossen, ihre Ausstoßung aus den meisten Erwerbrzweig n, ihre Pressung zum Heeresdienste, ohne daß sie einen militari - schen Grad erreichen konnten, ja sogar nicht eimnal im

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