Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 35 (1.9.1916)
- Date
- 1916-09-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 35 Tr. Bloch's Wochenschrift 31. Josef Altmann, Kadett, erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse. 32. Martin Bloch, Gefreiter, Budapest,- wurde m:t der kleinen silbernen und der prouzenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. 33. Ludwig Schwarz, Patrouillenführer, macht seit einem Jahre Frontdienst, erhielt die kleine silberne und die bronzene Tapferkeitsmedaitle. 34. Moriz Herling er, Patrouillenführer, wurde mit der bronzenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. 35. Rudolf Klein, Freiwilliger, Feldwebel, Chemiker, aus Szekessehervar erhielt für hervorragende Dienste die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse- 36. Emmerich Kaufmann, Kadett, hat inmitten pes feindlichen Feuers die Verwundeten verbunden; er erhielt die bronzene Tapferkeitsmedaille. 37. Stefan Kardos, Telegraphist,- Budapest, erhielt die kleine silberne Tapferkeitsmedaille. 38. Heinrich Fuchs, Feldwebel, Budapest, wurde mit der silbernen Tapferkeitsmedaille 2. Klasse mtb der bronzenen Tapferkeitsmedaitle ausgezeichnet. 39. Fähnrich Szilas, Professor,- Nagyvarad, erhielt die große silberne Tapferkeitsmedaille. 40. Leopold Landes mann, Patrouillenführer, Pozsony, erhielt für tapferes Verhalten in der dritter: Jsonzoschllacht die silberne Tapferkeitsinedaille 2. Klasse. 41. Alexander L a n d e s m a n n, Stabsfeldwebel, Budapest. „Dem.LandesMann kann die Kugel nichts anhaben", sagen die Kameraden. Er ist seit Kriegsbeginn int Felde, seit einem Jahre an der italienischen Front. An den schwierigsten Unternehmungen hat er teilgenomnien und gilt als der mutigste Unteroffizier des Regiments 7 er hat vor kurzem ein ganzes Bataillon zuM Angriff geführt. Zweimal erhielt er die kleine silberne, einmal die bronzene ::nd ist jetzt für die goldene TapferkeitsMedaille vorgeschlagen worden. ’j 42. EMmerich Wilheim, Oberleutnant,- Budapest, erhielt für tapferes, heldenmütiges Verhalten und hervorragende Dienste ein bronzeües und zwei silberne Signum laudis. 1 43. Eugen Paskai, Rechnungsünteroffizier I.Kl., erhielt die silberne TapferkeitsMedaille 2. Klasse. Hpfer des Krieges. Am 16. August starb in einem Lemberger Spital infolge seiner in den letzten Kämpfen erlittenen Wunden der in Außig gebürtige Leutnant d. R. des Jnf.-Regts. Nr. Moritz Grzib. Seine irdische Hülle wurde am 18. August vom jüdischen Krankenhause aus mit militärischem Pomp auf den jüdischen Friedhof geleitet und dort in einem Heldengrabe (Offiziersreihe) bestattet. Den Kondukt samt Musik hatte das Eisenbahnbataillon des Infanterieregiments Nr. beigestellt. Nach den üblichen Trauergebeten hielt Rabbiner Dr. GuttMann dem gefallenen Offizier einen ehrenden Nachruf. — Im Laufe derselben Woche wurden ebenfalls in Heldengräbern beigesetzt die Infanteristen Franz Hecht, J.-R., geboren .in Budapest; Rubin Stein, J.-R., Ignaz ZelMa>- n o w i tz, J.-R.,- geboren in Temesvar, und der nach zehnmonatlichem Frontdienst beim Aufiesen Verwundeter tötlich verletzte Infanterist des . Infanterieregiments Jakob Herschkowitz, geboren in Munkacs. Bei sämtlichen Bestattungen füngierte in uneigennütziger Weise Rabbiner Dr. GuttMann in Vertretung des beurlaubten Feldrabbiners. Seite 577 gut standhafter Waler. Eine tiefe Gemütserschütterung, aber auch eine Erhebung in des Wortes schönster Bedeutung rief eine am 24. v. M. in B. an der Südwestfront stattgefitndene Beerdigung eines Wiener Kriegers hervor. Den auf dem Kriegsschauplätze empfangenen Verletzungen eine) Kopfschusses ist hier Infanterist Norbert Wasser aus Liesing erlegen. Trotzdem Herr Feldrabbiner Dr. Link an diesem Tage in der vordersten Reihe der südliche:: Front weilte, um auch dort eine Beerdigung vorzunehittm, ist derselbe über ausdrücklichen Wunsch des Vaters berufen worden, um dm jüdischen Krieger nach borge-, schriebenen Ritus zu bestatten. In einer tiefempfundenen Rede schilderte Herr Feldrabbiner Dr. Link den ehrenvollen Tod des Gefallenen und tröstete mit innigen Worten den ans Sterbebett seines Kindes herbeigeeilteu Vater. Nachdem Herr Dr. Link seine Rede beendet hatte, trat der alte, gramgebeugte Vater, Herr Josef W a s s e r, ans offene Grab, da::kte zunächst den Anwesenden für ihr Erscheinen, insbesondere Herrn, Feldrabbiner Dr. Link für seine tröstenden Worte, dann aber richtete er sich kraftvoll auf und sprach mit erhobener Hand zun: Himmel: „Schweres und Hartes hast du mir. Vater im Himmel, zugefügt; Du aber, mein lieber Jüngster, hast den Heldentod gefunden. Mit schmerzdurchbebter Brust übergebe ich dich der Mutter-Erde. Ich bin ein guter Oesterreicher, der weiß, daß die Verteidigung des Vaterlandes Opfer verlangt. Noch habe ich zwei Söhne im Felde stehen, ich fühle mich über glücklich, daß du ehrenvoll gestorben bist, daß du dein junges Blut für unseren guten, 'edlen Kaiser verspritzt hast. Kaiser Franz Josef, unser Kaiser, sein hoher Verbündeter, Kaiser Wilhelm, sie leben hoch!" Eine tiefe Bewegung ging durch die zahlreich Erschienenen und manche Träne perlte in den. Augen dieser im .Kugelregen bereits hart erprobten Krieger und feierten den schwergeprüften und doch so wackeren, aufiocht dastehenden Vater als einen ausgezeichneten österreichischen Patrioten und guten Juden. Iür das Vaterland geltorßen. Vor einiger Zeit wurde in Hohenau der auf den: Felde der Ehre für Kaiser und Vaterland dahingeschiedene Jüngling Leo Paschkes zu Grabe getragen. Auf dem nördlichen Kriegsschauplatz verwundet, erlag er bald seinen schweren Verletzungen. Er war der Sohn des hiesigen hochangesehenen Kaufmannes Herrn Jsak P a s chkes, die Freude, der Stolz und die Hoffnung seiner Eltern. Ein edelsinniger, hochbegabter Jüngling, folgte er 'begeistert dem Rufe des Vaterlandes. Er widmete sich dm chemisch-physikalischen Studien und berechtigte bei seinem Fleiße und seiner Begabung und seinem liebenswürdigen Wesen zu den größten Hoffnungen. Leider hat ein trauriges Geschick die Erreichung seines Zieles verhindert. Er war aber auch ein treuer, überzeugter Jude. Die tiefbetrübten Eltern ließm die sterblichen Ueberreste nach Hohenau überführen. Das Leichenbegängnis war eine imposante Trauerkundgebung der ganzen hiesigen Bevölkerung. Die Gemeindevertretung sowie sämtliche Vereine, wie Feuerwehr, Veteranenvereiu usw., gaben dem Verblichenen das letzte Geleite. Ueberaus groß war die Anzahl der Trauergäste aus Hohenau und Umgebung. Herr Rabbiner Dr. Schwenger aus Lundenburg.hielt eine ergreifende Trauerrede. Die Trauerrede klang aus in dem patriotischen Wunsche, der Allmächtige in seiner Gnade wöge unserem geliebten Va.'erlande einen : ehrenvollen Frieden und unserem guten, alten Kaiser noch! viele glückliche Jahre des Lebens, damit er sich noch lange der Segnungen des Friedens nach so vielen schwerm Prüfungen erfieue.