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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-08-25 · 34 (25.8.1916) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
34 (25.8.1916)
Date
1916-08-25
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 34 Tr. Bloch's Wochenschrift Seite 567 jecter contre ce projet que l’Ecriture sainte: et le marquis de Langalle-rie pouvoit bien ne pas y croire.“*) Ich habe die historische Quelle dieser Notiz nicht auffinden können und märe dem Leser dankbar, der hierüber Aufschluß zu geben imstande wäre. Prof. I—f F—nk. Cholera und Flecktyphus in Palästina. Durch das hohe k. u. k. Ministerium des Acußern ist uns soeben die folgende Depesche aus Jerusalem zugegangen: „Flecktyphus, Dysenterie, Cholera nehmen namentlich unter den Juden großen Umfang an. Behördliche Epidemiespitäler für Europäer unbenutzbar. Daher Errichtung jüdischen Jnfektionsspitales dringend nötig. Bewilliget aus Fonds Kriegsspitalshilfe 10.000 (bis? 20.000 Kronen zur Einrichtung und Erhaltung eines solchen. Sendet außerdem Medikamente laut Brief behufs Verkaufes zum Selbstkostenpreis. Erbitte Drahtantwort. Großrabbiner." Unter Hinweis auf diesen Hilferuf, der die sanitären Verhältnisse in Jerusalem und die dortige Spitalsnot anschaulich und eindringlich genug kennzeichnet und nur noch überboten wird durch Jammerbriese, die aus Safed und Tiberias über das dortige namenlose Elend fortgesetzt an uns gelangen, bitten wir alle edlen Menschenfreunde, uns in unseren Bemühungen, zugunsteil dieser Verlassenen gütigst zu unterstützen. Zahlstelle: für Lesterreich Bankhaus S. M. v. Rothschild, Wien, I., Renngasse 3: für Ungarn Magyar Attalanos .Hitelbank. Budapest-. für Deutschland Deutsche Bank, Berlin, Postscheck- Konto Nr. 1000 (auf Konto „Kriegsspitalshilft f. P."). Kein jüdisches Geld für eine russische Anleihe in Amerika. Amerikanische Blätter kommen — soweit sie dem englischen Postraub entgehen — mit großer Verspätung hier an. Die letzten hier eingelangten amerikanisch-jüdischen Zeitungen geben rin Bild von dem geradezu heldenhaften Widerstand, den die führenden Persönlichkeiten der amerikanischen Judenschaft gegen die Versuche der ententefreundlichen amerikanischen Finanziers, die Inden zur Beteiligung an der russischen Anleihe zu veranlassen, entgegensetzten. Das ablehnende Verhalten des Jacob H. Schiff, des Chefs der Firma Loeb, Kuhn & Co., wurde wiederholt verzeichnet. Heute liegt uns ein Brief vor, den der Präsident des „American Jewish Committee", Rechtsanwalt Louis M a r s ch a l l, auf eine Einladung des Finanzkomitees, sich an der Ausbringung einer Anleihe von 50 Millionen Dollar an Rußland zu beteiligen, an das Komitee richtete. Die Antwort entspricht der Zumutung, die an die Inden gestellt wurde. Sie tautet: „Ich lehne es ab, die mir dargebotene Gelegene heit zu ergreifen, denn wenn ich es täte, so stünde das, meiner Meinung nach, uicf)t im Einklänge mit meinen Pflichten als amerikanischer Bürger. Ich bin vielmehr der Meinung, daß Sie und Ihre Genossen in der Anleihe durch Ihren-Schritt bewiesen haben, daß es Ihnen an „Patriotismus" mangelt." Marschall rekapituliert die Geschichte der Kündigung des russisch-amerikanischen Handelsvertrages, dessen Ermeuerung bekanntlich daran scheiterte, daß Ru߬ *) Tie beiden Zitate entnahm ich einer Ausgabe der »Mes r''‘nsee*', die sich in der Wiener Hofbibliothek befindet. Sie erschien itz London bai Nourse, MDCCLli gedruckt. land die Gleichberechtigung „g e w i s s e r a m e r i k a n i - scher Bürger" mit den übrigen Amerikanern nicht anerkennen wollte, und weist darauf hin. daß sämtliche politischen Parteien der Vereinigten Staaten gegen die Haltung Rußlands Stellung nahmen, und zieht daraus den Schluß: „Es fiel mir schwer, zu glauben, daß es irgendeinen amerikanischen Bürger mit Selbstachtung geben könne, der so wenig Rücksicht nimmt auf die Ehre seines Landes, auf den Stolz der amerikanischen Bürgerschaft und auf die Achtung, mit welcher andere Nationen derselben zu begegnen verpflichtet werden müssen, daß er in Handelsbeziehungen trete mit einem Staate, mir welchem unser Volk den Vertrag gelöst hat ans Gründen, welche bei jedem rechtlich denkenden Menschen Zustimmung gefunden haben. Ihre und Ihrer Genossen Handlung ist eine Beleidigung für unser Volk, ein nicht geringeres Verbrechen, das diejenigen begehen, rvelche sich mit einer auswärtigen Macht verbünden, um unser Land zu erniedrigen. Durch Ihre Handlung haben Sie Rußland in dem Glauben bestärkt, daß es unsere Regierung nicht ernst und auf richtig meinte, als sie die Forderung stellte und darauf bestanden hat, daß die amerikanischen Bürger, ohne jeden Unterschied, in gleicher Weise behandelt werden, weil auch tvir keine Klassenunterschiede in unserer Bürgerschaft machen. Sie führen ein falsches Spiel mit dem Willen des amerikanischen Volkes und vergewaltigen seine gewissenhaften Ueberzeugungen. Die haben der amerikanischen Bürgerschaft einen schändlichen Hieb versetzt, in einer Zeit, in welcher es die Hauptpflicht aller Amerikaner ist, geeinigt daznstehen, Verbindungen zu vermeiden, welche geeignet sind, zu einem Konflikt zu führen, und in welcher es vor allem unser aller Pflicht ist, die Würde und die Ehre des Landes zu berücksichtigen." Beachtenswert ist, daß Marschall die schändliche Zumutung, Rußland zur Stärkung seiner Macht Geld vorzustrecken, nicht vom Standpunkte des Juden oder des Präsidenten des „American Jewish Committee", sondern als Amerikaner, der sich in seiner Würde schwer gekränkt sieht, zurückweist. Lemberg. Der im Juni v. I. von den Russen als Geisel verschleppte Vizepräsident der Stadt Lemberg, Dr. Philipp Schleicher, ist nun als einer der ersten im Austa'nschwege in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Am Bahnhofe begrüßte ihn eine Reihe von Freunden und Kollegen aus dem Lemberger Gemeinderate, darunter auch Reichsratsabgeordneter Dr. Steslowicz. - In nächster Zeit soll auch die Rückkehr des Vizepräsidenten der Kultusgemeinde Dr. Diamand erfolgen, die diesbezüglichen Austauschverhandlungen sind noch im Gange. Der ebenfalls aus der Gefangenschaft zurückgekehrte gewesene Rektor der Lemberger Universität Dr. Adolf Beck, ebenfalls Jude, weilt gegenwärtig bei seinen Angehörigen in Krakau. Vermischtes. „.Hilfskommission 1915" und „Oesterreichisches Landeskomitee" für Palästina. Wien, 4. Bez., Frankenberggasse 14. Mährisches Landeskomitee für Palästina, Brünn, S\r. 2566.; Rabbiner Tr. Flesch. Kanitz, 46.; Ludwig Bunzl, Wien. 30.; Rabbiner Tr. Adolf Leimdorfer, Teschen, aus seiner R. M.-Balbanes-Büchse, 26.; ^-chaje Frankl aus Sanok, derzeit Mähr.- Reustadt, 25.; Bondy & Mayer, kaiserl. Rat Moritz Reif. Erfa-Werke S. Erben, Moritz Kohn, Leopold Schey, Franz Waldmann, Dr. Marimilian Barber, sämtlich in Wien, je 20.-;

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