Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 34 (25.8.1916)
- Date
- 1916-08-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 34 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 559 gerne Rede stehe. Tatsächlich richtete der anwesende Präsident der Cincinnatier Zionistischen Organisation verschiedene Anfragen an ihn, welche M o r g e n t h a u im Sinne seiner Ausführungen beantwortete, und schloß dann die Diskussion mit folgender Erklärung: „Ich weiß, daß das. was ich Ihnen sage, wahr ist, ich komme direkt von ausgedehnten Studienreisen in Palästina, wo ich jede Gelegenhe.it hatte, die bestehenden Verhältnisse unmittelbar zu beobachten. I ch habe mit allen Männern, welch e in der Lage sind, es genau Zu wissen — mit den türkischleit Behörden und mit dem palästi - n e n s i s ch e n B o l k e — R ü ck sp r a ch e g e p f l o g e n: Was i ch I h n e n hie r s a g e, ist aus der U e b erzen g u n g gefpröchen, zu welcher ich aus meinen p e r s ö n l i ch eit Beobachtungen u n d meiner persönlichen Kenntnis gelangt bin, und ich fühle es, daß es meine Pflicht ist, diese warnenden Feststellungen zu m a ch e n." Es ist hier nicht der Ort, des Näheren darauf einzugehen, ob Henry Morgenthau aus seinen Erfahrungen auch die richtigen Schlüsse zieht. Der Zweck dieser Feststellungen ist lediglich, um nachzuweisen, daß die von der Ententepresse Henry Morgenthau in den Mund gelegte Behauptung, daß er mit der türkischen Regierung wegen Gründung einer jüdischen Republik in Palästina unterhandelt und von ihr eine Zustimmung erhalten habe, eine bewußte Fälschung ist, die offenkundig den Zweck verfolgt, das Mißtrauen der türkischen Regierung gegen die Juden hervorzurufen und zu verschärfen. Der Zweck dieser Fälschung wird noch offenkundiger dadurch, daß Henry Morgenthau in'einerspäteren Rede, die er in Chicago gehalten hat, auf diese Fälschungen bereits hinwies, indem er erklärte, solche Behauptungen niemals gemacht zu haben. Von dieser Richtigstellung hat die Ententepresse jedoch bis heute keine Notiz genommen. Cs ist daher nur zu begreiflich, daß die türkische Regierung sich veranlaßt sieht, diesem ganzen Gerede durch das nachfolgende offiziöse Communigue ein Ende zu machen: Konftantinopel, 10. August. Bon zuständiger Seite wird solgeude Mitteilung veröffentlicht: Seit einiger Zeit verbreiteten die Vierverbandspresse sowie gewisse Organe der amerikanischen Presse phantastische Nachrichten, die sie von dem gewesenen Botschafter der Vereinigten Staaten in Konstantinopel, Mr. Morgenthau, erhalten zu haben behaupten, wonach der genannte Botschafter mit der ottomanischen Regierung Verhandlungen gepflogen hätte, um den Verkauf Palästinas zugunsten der Zionisten zu erlangen. Denselben Meldungen zufolge, soll der Großrabbiner zum Botschafter der Türkei in Washington designiert sein, um über die Verkaussbedingungen zu verhandeln; Morgenlhau soll angeblich die meisten seiner Angelegenheiten telephonisch mit dem Sultan erledigen und schließlich habe ihm sogar die ottomanische Regierung vorgeschlagen, den Posten eines Landwirtschaftsministers unter Beibehaltung seines Botschafterpostens anzunehmen. Die kaiserl. Regierung bezweifelt sehr, daß Mr. Morgenthau, der kürzlich noch einen so wichtigen Posten, wie es der eines Botschafters einer Großmacht ist, inne hatte, solche Erklärungen hätte machen können, die nicht nur lächerlich sind, sondern auch einen ganz und gar anormalen Geisteszustand widerspiegeln. Da indessen Mr. Morgenthau bisher sich nicht beeilt hat, Lügen, die in seinem Namen «veröffentlicht worden sind,, selbst zu dementieren, hält es die ottomanische Regierung für angemessen, die öffentliche Meinung davon «zu unterrichten, daß diese Meldungen auf keiner Grundlage beruhen und daß sie ganz und gar erfunden sind. - b—.-z. Kriegsdekoralionen jüdischer Kffiziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: das Ritterkreuz des Franz Josefs- Ordens mit der Kriegsdekoration in Anerkennung vorzüglicher und aujopjernngsvoller Dienstleistung im Kriege dem Oberstabsarzt 2. Klasse Dr. Simon Popiel, Garn.- Spital; ' das M i l i t ä r v e r d i e n st k r e u z 3. Klasse mit der Kriegsdekoration für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Oberleutnant d. R. Siegfried Fleischer, J.-RJ dem Leutnant d. R. Karl Mehrer, J.-R.: dem Oberleutnant d. R. Alexander S lern, J.-R.; dem Major Edmund Popper, J.-R.; dem Leutnant d. R. Ignaz K e st l e r, J.-R.; das s i l b. Signum l a u d i s am Bande des Militärverdienstkreuzes (neuerliche kaiserliche belobende Anerkennungfür vorzügliche Dienste vor dem Feinde dem Oberleutnant d. R. Alexander Oberländer, F.ldtan.- Reg.; für tapferes Verhalten dem Oberleutnant d. R. Heinrich Blau, Kanonenbatterie; für vorzügliche Dienste vor dem Feinde dem Oberleutnant d. R. Alexander G o l dmark, reit. Trainkmdo.; für tapferes Verhalten dem Leutnant d. R. Josef K a h a n e, recte H o r o w i tz, Ldw.- Reg.; für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde dem Regimentsarzt a. D. Dr. Moriz G ü n s z, Div.-San.-Anstalt; dem auf Kriegsdauer ernannten Oberarzt Dr. Jszor Keszler, Korpslmdo.; das Signum laudis am Bande des Militärverdieustkreuzes (kaiserliche belobende Anerkennung) sür tapferes Verhalten dem Oberleutnant d. R. Samuel Weiß, J.-R.; den Leutnants d. R. Alexander Rosenban m, J.-R., Simon H e r z e l e, Jägerbat.: sür vorzügliche Dienste vor dem Feinde dem Landsturmleutnant Moriz Ader, Et.-Monturmagazin; sür vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde dem Oberstabsarzt 2. Klasse Dr. Gustav W eißen st ei n, Jnf.- Div.; dem Stabsarzt Dr. Nikolaus Deutsch, J.-R.; dem Assistenzarzt d. R. Dr. Geza Weinfeld, Garn. Spital; für tapferes Verhalten den Oberleutnants d. R. Karl Singer, J.-R., Geza Herzfeld, J.-R.; den Leutnants d. R. Hugo Beer, bosn.-herz. J.-R., Hans Weinberger, Feldkanoncnreg., Max Fischet, Jnf.- Reg., Bela O r n st e i n, Telegr.-Reg., Hans F r i e p, Feldhaub.-Reg: für vorzügliche Dienste vor dem Feinde den Oberleutnants a. D. Heinrich R o s e n b e r g, Fest- Art.-Bat., Jakob Weiszmann, Fest Art. Kmdo.. Wilhelm Frey, Traindiv.; dem Leutnant d. R. Georg Weinreb, Traindiv.; dem Assistenzarzt d. R. Dr. Mich. Rosenbaum, J.-R.; für tapferes Verhalten den Oberleutnants d. R. Friedrich Singer, Feldhaub. Reg., Alfred Kovacs lK'ohni, J.-R.; dem Leutnant d. R. David Pasternak, Telegr.-Reg.; für vorzügliche Dienst' leistung vor dem Feinde dem Oberleutnant a. D. Doktor- Alexander Deiches, San.-Felddepot: dem Landsturm- Oberleutnantauditor Dr. Stanislaus Unger, Militärge richt; dem Oberleutnant Josef Buchbinder, Bahnhof kommando; für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vor dem Feinde dem Ldst.-Assistenzarzt Dr. Leo Spira, Fcst.-Jnf.-Bat.; für tapferes Verhalten dem Leutnant Theodor Paul-Schiff, Ldwreg.; für vorzügliche Dienste vor dem Feinde dem Ldst.-Oberleutnant David Breuer, ung. Ldft.-Et.-Bat.; für tapferes Verhalten dem Oberleutnant d. R. Tr. Bernhard L o e w i n - ger, ung. Ldwreg.; dem Oberarzt Dr. Karl Alt mann, ung. Ldstreg.; das goldene Verdien st kreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille in Anerkennung vor züglicher und aufopferungsvoller Dienste vor dem