Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 33 (18.8.1916)
- Date
- 1916-08-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Nr 33. Dir« Bloch’s xxxm Zentralorgan kür die gesamten linteressen des Zudentums. Lentraiorgan kür die gesamten linteressen des Zudentums. -* —-- Wien. 18. August 1916 : LrsiLeLnt jeden Freitag.- 6 - Brief-Adresse: Wien, II/i, Praterstraße 9. Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift, Wien. O {j ■■ - O O Vexttgopreis für Oesterreich: Q Halbjährig 8 Kronen. Einzelexemplare 50 Heller. Füt das Ausland: Halbjährig i0 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. Anzeigen: Die 2mal gefpaltene Petitze.le ^8 Heller. £j oO— -- - -—Oo K. st. Pofifparlrassrnamt Cieartng-Verkebr Nr. 810.976. Redaltion und Administration: w i e tt © II/i, Praterstraße 9. Telephon 45.859. Inhalt: Leitartikel: Zwei Kaiserbilder. — Kriegsdekorationeil jüdischer Offiziere nnd Soldaten. — Weitere Auszeichnungen. — Neuerliche hohe Auszeichnung eines jüdischen Stabsoffiziers — Auszeichnung eines Auditors. — Auszeichnung für vorzügliche Tilnstleistung vor dem Feinde. — Akademischer Verein „Jüdische Kultur", Wien. — Geschenk des Kaisers. — Fähnrich Ernst Weiner. Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. — Das Majestätsgesuch des Salamon Czeizler. — 'Ausgezeichnete Kolonisten in Palästina. — Erlaß des preußischen Kultusministers gegen jüdische Lehrkräfte. — Inden und Deutsche. — Zarische Manifeste au die Juden. — Ein Mahnruf Gorkis. — Zwangsdienst für russische Juden in England. — Korrespondenzen: das jüdische Rechtsschutzbureau in Lembe.g. — Fürsorge-Komitee für jüdisch-galizische Flüchtlinge in Lundenburg. — Rituelle Küchen in den Kasernen. — — Heldengräber auf dem Friedhofe von Lezajsk. — Tie verschärften fleischlosen Tage und die heilige Schrift. — Krakau-Olmütz, — Bewässerungsanlagen in der Türkei. — Bermischtes. —- Feuilletou: Heldentod am Urlaubstage. — Literatur. — Briefkasten. — Notiz. — Inserate. Zmri Kaiserbildrr. Zum 18. August 1916. Bon Oberrabbiner W. Reich in Bad e n. Selbst ein Dichter, begabt mit dem höchsten Schwung der Sprache, oder ein Prophet, begnadet mit der flammenden Zunge göttlicher Beredsanrkeit, oder ein Denker, bevorzugt mit dem Geist himmlischer Ideen, oder ein Sänger, ausgezeichnet mit dem Klange der herzbewegend-- stell Harmonie, mären nicht iinftande, das Meer von Liebe und Begeisterung auszuschöpfen, welches an diesem <L6. Geburtstage unseres großen Kaisers die Angehörigen Oesterreich-Ungarns erfüllt lmb ihr Seelenleben durchflutet! i Auch sonst ist ja dieser Tag der höchste patriotische Festtag des ganzen Reiches; jedoch diesmal, liachdem er zum drittenmale in diesem gegen die Österreich ischnngarische Monarchie geführten Weltkriege sich wiederholt, ist er das Höchstausmast der dynastischen Treue. Denn der Erbfeind, die große Sorge unseres Kaisers seit seiner Geburt, das russische Raubtier, hat den Staat nicht zirr Ruhe kommen lassen. List, Trug. Spionage. Verhetzung und Gewalttätigkeit wechselten sich unaufhörlich ab, und in diesem gegenwärtigen russischen Ranbznge zeigt es sich in seiner ganzen barbarischen Verächtlichkeit; hinter sich her beit Fluch der Verwüstung zlirücklassend; Brand, Zerstörung begleiten Zeine Fußstapfen; Raub, Schändung, Geiseln sind die schamlosen Höllenspuren seines gewissenlosen Verbrechertums.!Es wird jedoch von unseren tapferen Heldensöhnen wiederholt hinausgepeitscht und das Vertrauen ist felsenfest nnd lebt in jedem österreichisch-nngarischen Bürger, das Verwüstete wird lvieder aufgebaut, das Vernichtete wieder aufgerichtet, das Verödete wieder bevölkert werden, unter Deiner Aegide, o herrlicher Kaiser! Unter Dei liem Namen, Du gottbegnadeter Fürst! .'Denn unser Kaiser — diese feste Zuversicht lebt tief in unser aller Herzen — wird in seinem hohen Greisenalter einen Sieg erleben, wie ihn noch kein tibi scher Herrscher in solch hohen Greisenjahren erblickte: wie einen Uebermenschen erschauen wir ihn heute, vom Gottesglanze der Unbesiegbarkeit umleuchtet, denn „der Ewige, Dein Gott, liebt Dich", sprechen wir mit der Bibel von Dir! Selbst den schwächsten Abglanz dieser Liebe sind wir nicht imstande in Worte zu kieidell, deshalb soll sie in Bildern ihren sinnigen Ausdruck finden. Eine unbegrenzte Zahl von Kaiserbildern blickr uns in dieser .Kaiserwoche aus den Schaufenstern entgegen, sie sind in ihrer verschiedenartigen Zusammenstellung der volkstümliche Ausdruck patriotischer Begeisterung. Eines dieser Kaiserbilder mag jedoch besonders rührend in seiner kindlichen Naivetät uns ergreifen. Wir sehen an einer Wand das greise, freundlich lächelnde und treu blickende Antlitz unseres Kaisers im Bilde, nnd ein Kind steigt auf einen Sessel, sticht sich mit beiden Händchen an die Wand, reckt sein Hälsrhen hoch hinauf, so hoch als möglich, jpcht sein Mündchen, um des Kaisers Antlitz zu küssen! Gibt es etwas Schöneres als dich Darstellung lind licher Liebe!'? Und ist es nicht eine treulich? Versinn bildlichnng ans der Wirklichkeit!'? Wären wir nicht, wir alle, die Großen wie die Kleinen, versucht, das Bild unseres Kaisers za küsten!'? Wir Inden kennen wohl keine Heiligenbilder, sie sind bei uns durch die Religion des einig einzigen Gones auf's strengste verpönt: jedoch wenn wir uns unter den Begriff eines Heiligen darstellen einen Menschensohn, der viel erduldet, viel ertragen, viele Schicksalsprüsu!: gen heldenhast, übermenschlich überstanden und in hohem Greisenalter den Triumph des irdischen Martyriums sieg reich erlebt, dann ist unser Kaiser ein solcher Heiliger, dessen Bild wir küssen möchten besonders uns Faden, denen er stets ein gnadenreicher Kaiser ist und es bleib:: eine historische Tatsache, die sich erst nach dem Kriege offenbar erweisen wird, daß nicht nur die Inden, die