Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 32 (11.8.1916)
- Date
- 1916-08-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 530 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 32 Eisleben. Wehrmann Richard B a l l i n. Erstein (Elsaß). Karl Dockes. Essen. Kanonier Wilhelm B I u m e n st e i n. Fischbach b. Augsburg. Gefreiter Justin Maier. Fordon. Unteroffizier Alfred Hirsch. Frankfurt o. M. Flugzeugführer-Unteroffizier Edgar Rosenb a u m. Vizewachtmeister der Res. Alfred Kahn, Unteross. Arthur und Siegfried Hamburger, im 81. Jnf.-Rgt. Isidor A h - rens, Unteroffizier im 78. Res.<Jnf.-Rgt. Gefreiter Josef M a i) e r, Oberer Atzemer. Robert Reis, Unteroffizier. Zahnarzt Hans S a l z m a n n, Korps-Zahnstation, Res.-K. Franlfurt a. O. Julius B i r a m, Offiziers-Stellvertreter, inzwischen gefallen. Fulda. Unteroffizier Julius Rosenbaum. Eelsenkirch-en. Gefreiter Moritz H e y m a n n. Eensingen a. d. Nahe. Jacob Simon, ehemaliger Musketier des Königs-Jnf.-Ngts. Nr. 145. Gersthenn (Elsaß). Sanitätsunteroffizier Luzian P i ck a r d. Eeestemüiide. Pionier Wilhelm R o t h m a n n. Gießen. Wehrmann Hugo Katz, im Jnf.-Rgt. Nr. 117. Gladenbach. Julius Meier, Gefreiter im Feldart.-Rgt. 25. Eroßfchönau. Kanonier Mar Eoldberg, Inhaber d. Mil. St. Heinrichs-Medaille in Silber. Grotzbrüskow. Kriegsfreiwilliger Otto S a l o m o n. Hamburg. Richard L o e b, Vizewachtmeister. Feldwebel-Leutnant Theodor Silberberg. Alfred Kleve, Vizeseldwebel der Res. im Jnf.-Rgt. Nr. 362. Ersatzreservist Hermann Engel, im Res.- Rgt. Nr. 76. Kriegsfreiw.-Vizeflugmeister und Offiziersaspirant Fritz H a a s e. Charles L i ch t e n st e i n, Unteroffizier im Res.- Jns.-Rgt. Nr. 265. Julius Nathan, Res. im Res.-Jnf.-Rgt. Nr. 86. Kriegssreiw.-Unteroffizier Friedrich Sander, im Jnf.- Rgt. Nr. 71, Mitarbeiter der Firma Seidenh. Brandt. Flugzeugführer und Vizefeldwebel Jacob Wolfs. Hamm i. W. Gefreiter Egon Stern, bei einem Art.-Rgt. Hemelingen. Gefreiter Adolf Blumenthal. Herzfelde b. Berlin. Ziegeleibesiher Kurt He r r m a n n, Unteroffizier bei einer Maschinengewehrabteilung. Höheinöd (Pfalz). Ludwig Strauß, im 83. Res.-Jnf.-Rgt. Hörter (Weser). Heinrich L ö w e n st e i-n, Vizeseldwebel im 1. Garde-Fußart.-Rgt. Jastrow. Siegfried Freund, Sanitäts-Feldwebel bei einem Fußart.-Rgt. Iatzinick. Sanitäts-Gefreiter Ernst Samuel. Kaiserslautern. Stadtrat Karl W e r t h e i m e r, Feldwebel, mit dem Bayer. Militär-Verdienst-Orden 2. Klasse mit Schw. ausgezeichnet. Die russischen Juden in den Kntentektindern. Aus Zürich wird uns geschrieben: Die „geeinigte, einheitliche Front der Ententeländer" zeigt sich nicht so sehr aus den Schlachtfeldern, wo der Vierverband trotz der großen Menschenopfer keine entscheiderrden Erfolge zu erzielen vermag, sondern bloß im Kampfe gegen die russischen Inden, welche als politische Flüchtlinge bei ihnen ein Asyl zu finden erhofften. Schlechte Gesellschaft verdarb auch hier die guten Sitten, welche in diesen Staaten noch v.or dem Kriege herrschten. Wohl hat in England sich schon in der letzten Zeit des Friedens der böse Einfluß des Bündnisses mit Rußland in der inneren Politik fühlbar gemacht, aber immerhin' verflieg man sich nicht soweit, die russischen Juden, welche zum überwiegendsten Teile wegen politischer Verfolgungen ihre Heinrat verlassen mußten, auf Geheiß des Zaren den moskowitischen Henkern auszuliefern. Dieses Ergebnis hatte erst der Krieg gezeitigt und bildet einen Schandfleck in der Geschichte Englands, welches vorgibt, diesen Krieg zum Schutze der unterdrückten Völker zu führen. Wohl bemühen sich noch einzelne englische Kreise, welche ihre Besinnung noch nicht ganz eingebüßt haben, die Ausführung der Absicht der Regierung zu verhindern oder wenigstens zu mildern, aber es besteht leider wenig Hoffnung, daß diese Bemühungen auch, von Erfolg gekrönt sein werden. Bekannt ist, daß ähnliche Strömungen in Frankreich schon seit mehreren Monaten zur Geltung gelangen und auch da nur deshalb noch nicht in vollem Umfange zur Durchführung gelangt sind, weil die radikalen Gruppen noch nicht vollends den Sinn für jene Frei- Leitsideale verloren haben, für welche Frankreich einst glorreiche Kämpfe geführt hat und weil diese Gruppen auch den Mut aufbringen, gegen ein solches Verbrechen Protest zu erheben. Nun schließt sich das kleine .Italien seinen englischen und französischen Verbündeten im Kampfe gegen die'wehrlosen russischen Juden an. Nach unrühmlichen Mustern ist nunmehr auch in Italien eine kürzlich entstandene Bewegung im Wachsen begriffen, welche die Regierung aufforderte, die russischen Juden aus Italien auszuweisen und an Rußland auszuliefern. Tatsächlich hat die Regierung in Rom den irr Italien befindlichen Inden — wie von dort gemeldet wird — das Gastrecht gekündigt und Maßnahmen angedroht, um die zwangsweise Delogierung auszuführen. Daß die Regierung es mit ihrer Drohung auch ernst meint, geht aus der energischen Spräche hervor, in welcher die allerdings sehr wenigen, von der Regierung unabhängigen Blätter, besonders „Messagero" und „Lavoro" sich gegen ein solches jedem Rechte und den elementarsten Freiheitsbegriffen hohnsprechendes Vorhaben wenden. „In keinem Falle," schließt „Lavoro" einen Artikel über diese Frage, „darf auch nur ein einziger politischer Flüchtling, der bei uns Zuflucht gesucht hat, der Rache zarischer Tyrannei ausgeliefert werden." 'Es ist jedoch> sehr zu bezweifeln, ob diese Stimmen den erwarteten Eindruck auf die italienische .Regierung üben werden. Die italienische Regierung steht unter dem politischen Kommando von London, und was dort beschlossen wird, muß in Rom befolgt werden. Liegt nun der Schwerpunkt in dieser Frage in London, so muß auch darauf hingewiesen werden, daß die englische Regierung durch! einige jüdische politische Desperados aus dem Lager der jüdischen Flüchtlinge in ihrem Vorhaben bestärkt wird. Wie von einem Wahne besessen, arbeitet Shabotinski mit seinen wahnwitzigen Ideen und Politischen ' HirU'gespiNsteU deü 'EntÄ'lteregie--' rnngen in die Hände, indem er die den Pogromen und der Knute entronnenen russischen Juden 'mit sophistischen Argumenten beizukommen sucht und ihnen zumntet, sich wieder in den Machtbereich der Pogrome zu begeben und für den Sieg der Knute ihr Blut zu opfern. Die Juden in den neutralen Ländern zittern um das Los dieser unglücklichen Menschen, die eine verrohte Kriegspolitik auf die Schlachtbank zu treiben sich anschickt für Ziele, welche nicht die ihrigen sind, für Ideale, wegen deren Bekämpfung sie von ihrer heimatlichen Scholle vertrieben wurden. Wussenverfotgunq in England. Auslieferung von 25.000 politischen Flüchtlingen an Rußland. Der „Vossischen Zeitung" wird aus Christiania berichtet: „Verdensgang" veröffentlicht sensationelle Mitteilungen über die Behandlung russischer Flüchtlinge und r u s s i s ch er Juden in England. Danach haben die englischen Behörden von 300.000 Flüchtlingen, die in London weilen, 25.000 Juden ausgewählt und vor die Wahl gestellt, entweder nachFlandern als Soldaten zu gehen oder an Rußland ausgeliefert zu werden. Diese 25.000 Mann stehen, wie ein entkommener Flüchtling im „Verdensgang" erzählt. Tag und Nacht unter polizeilicher Bewachung. Die politischen Flüchtlinge dürsten jedoch kaum nach Flandern kommen, sondern, wie es tatsächlich wiederholt geschehen ist, der r u s s i s ch e n K n u t e o d e r d e m G a lgen aus geliefert werden. Rußland schlage auf solche Art zwei Fliegen auf einmal. Es erhalte 25.000 verhaßte Juden als Kanonenfutter und die jungen russischen Akademiker, die aus politischen Gründen zu Tausenden dem Zarenreiche den Rücken gekehrt haben,