Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 32 (11.8.1916)
- Date
- 1916-08-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Jahrgang XXXlll Nr. 32 Zentralorgan O Cr - - "DO *? ®. ft. PostfxLrftassen.iurt Q Ctearing-Verkebr Mr. 810.976. ' Redaktion und Administration: Wien v H/1, Praterstraße 9. Telephon 45.359. o O. .Q n für die gesamten Unteressen des Judentums. Wien, II. August 1916 Lrscbetnr jeden Zfrerrag. =_ Brief-Adresse: Wien, II/i, Praterstraße 9 TelegrantNt-Adrcsse: Bloch's Wochenschrift, Wien. 00-- —■ =00? Dr;ngopreis für Srfierrrirh: Halbjährig 8 Kronsn. Einzelexemplare fx) Heller. Für das Ausland: Halbjährig LQ Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. ® Anzeigen: Die 2 mal aespallene Petilzc'.ie -io Heuer. oQc =D o Inhalt: Leitartikel: Die Ausgestaltling der israel. Religionsgesellschaft. — Die Schule der Reichen. — Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere »nd Soldaten. — Weitere Auszeichnungen. — Auszeichnung vom Roten Kreuze. — Ernennung eines Feldrabbiners. — Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. — Tie russischen Juden in den Ententeländern. — Russenverfolgung in Englaird. — Russische Gewalttaten gegen Juden bei der russischen Offensive. — Vom amerikanisch-jüdischen Kongreß. — Korrespondenzen: 200 verlassene vsterr.-ungar. Kriegswaisen in Saffed. — Die „Plutokratie" als Urheber des Weltkrieges. — Unsere Handelsbeziehungen zum Orie:.t. — Eine streng rituelle Pension in Badgastein. — Hilferuf. — Prof. Martin Philipps»». — Wahlverständigung in Warschau. — Ein jüdischer Kongreß in Südafrika. — Die Juden in den Kurorten des Kaukasus. — Eine landwirtschaftliche Bibliothek in hebräischer Sprache. — Vermischtes. — Feuilleton: Wie ein Porusch aufhörte Pornsch zu sein — Literatur. — Briefkasten. — Notiz. — Inserate. Die Ausgrstatlung der israel. Religionsgesrüfchast. Was alle Einsichtigen anstrebten, die'Gesamtorganisation aller Juden Oesterreichs, ist in die richtigen Wege geleitet worden ilnd nähert sich der Verwirklichung. Der „Allgemeine österreichische Jsraelitenbnnd" hat die Ausgestaltung' der mit dem Gesetze vorn 21. März 1890 geschaffenen Organisation der Kultusgemeinde zu höheren Organisationsformen (Landesverbände und Reichsverband) bei der Regierung beantragt und der Hinweis auf die wirtschaftliche ulld soziale Notlage vieler, wenn nicht aller Kultusgemeinden in Galizien und der Bukowina veranlagte die Regierung, den Entwurf eines Gesetzes für den Ausbau der Regelung der äußeren Rechtsverhältnisse der israelitischen Religionsgesellschaft den.Kultusgemeindcn zu übermitteln, um über die Durchführbarkeit und 'Zweckmäßigkeit des in Vorschlag gebrachten Organisationsprojektes sowie über eine allfällige provisorische Lösling der in Rede stehenden Frage bis zum 15. August d. I. eingehende Aeußernngen abzugeben. Wir begrüßen mit Freude und mit Dankbarkeit diesen ersten Schritt zur Lösung der für die Gesamt > judenheit und für das Judentum in Oesterreich allerwichtigsten Frage. Die harte Not der schicksalsschweren Zeit zeigte uns, wie unvorbereitet wir den Ereignissen gegenüberstanden, als die Welle des Unglücks unserer Brüder in Galizien an uns heranbrandete. Die tiefer Blickenden mußten nicht erst durch den Krieg über die Notwendigkeit einer Organisation belehrt werden, schon vor nahezu zehn Jahren wurde sie verlangt und gewünscht, damit nicht die einzelnen größeren, kleineren und ganz kleinen Kultusgemeinden wie ämfeeta membra vom Strome der Zeit hin- und hergeworfen werden. Wir verlangten die Organisation, um die Judenheit in Oesterreich zu einer achtungeinflößenden Körperschaft zu machen. Wir gäben uns nicht damit zufrieden, daß das Judentum als Religion rezipiert und anerkannt wurde, mir wollten die Judenheit, die Gesamtheit der religiösen Genossenschaft, als wertvollen Teil des Staates und der Gesellschaft anerkannt sehen; die Gesamtheit der religiösen Genossenschaft, die alle ihre Mitglieder bewußt zusammensaßt und mit der sich jedes Mitglied in religiösen Angelegenheiten eins fühlen soll. Möge der Krieg, der wie ein eiserner Hammer auf alle losschlügt, auch die Juden aller religiösen Schattierungen zusammenschmieden. Er gab allen Bürgern des Vaterlandes ohne Unterschied der Konfession das Gefühl der innigen Zusammengehörigkeit als Staatsbürger, möge er uns auch das Gefühl der religiösen Zusammengehörigkeit geben, obwohl ver schiedene religiöse Richtungen innerhalb der Judenheit in Oesterreich vorhanden sind. In den Jahren 1908 und 1909 wurden in Wien vom „Allgemeinen israelitisch?» Gemeindebund" Delegiertenversammlungen abgehalten, die einen Entwurf einer Gesamtorganisation beschlossen und der Regierung unterbreiteten. Gegen den Entwurf wurden von Seiten der orthodoxen Juden Galiziens allgemeine Einwände erhoben, von Seite der Rabbinerverbände wurde gegen den Entwurf geltend gemacht, daß die Rabbiner in den zu schaffenden Vertretungen fast ganz übergangen wurden und daß die sehr geringe Vertretung, die man ihnen sozusagen schandenshalber zugestand, nicht durch die Wahl der Rabbiner erfolgen, sondern ihnen gleichsam aufoltroyiert werden sollte. Der vorliegende, vielfach verbesserte Entwurf der Regierung schlägt acht Landesverbände vor mit dem Sitze in Wien, Triest, Czernowitz, Lemberg. Krakau. Prag, Brünn und Troppau. Die Delegierten zu den- Landesverbänden werden von den Vorständen der Kultusgemeinden gewählt. Die Landesverbände wühlen die 50 Delegierten zum Reichsverbande und der Reichsverband wählt den Oberrat. Jedem Landesverbände gehört als Mitglied der Gemeinderabbiner des Ortes an, an dem der Verband seinen Sitz hat. Dem Reichsverbande gehören als Mitglieder acht Rabbiner mi, die die Landesverbände dorthin