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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-08-04 · 31 (4.8.1916) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
31 (4.8.1916)
Date
1916-08-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Yr. 31 ^ayrgang XXXIII 4 Lentralorgan für die gesamten Unteressen des Zudentums. Wie», 4. August 1916 Bi*scheint jeden ffreitag. Brief-Adresse: Wie», II/i, Praterstraße 9. Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift, Wien. O G=—~-— '=0 0 Vrxuasprris für JPrJIeri'eidj: C* Halbjährig 8 Kronen. Einzelexemplare 50 Heller. Für das Ausland: Halbjährig 1(> Kronen. Ganzjährig 20 firoittn. Anzeigen: Die -mul gespal lens Petitze.le 43 Heller. _ oO— - -- - — Op d O Lr --—O O p A. ft. Pofilxzrftaljettarnt Q Liearing-Verkebr Nr. 810.976. Redaktion und Administration: Wien © II/i. Praterstraße 9. ■y Telephon 45.359. nO Oo Inhalt: Leitartikel: Rusfeilgreuet in Galizien. — Der Abfall vom Judentum. — Kriegsdekvrationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Weitere Auszeichnuugell. — Auszeichnungen im Kriegsverkehre. — Jum zlveiteumale ausgezeichnet. — Kaiserliches Geschenk. — Ein Heldeuvater. — Jüdische Familien im Felde. — Während des Sturmes. — Ter Held von Okna. — Auszeichnung eines jüdischen Kantors. — Ein Retter der Verwundeten. — Opfer des Krieges. — Heldentod. — Tie Spaniolen in Frankreich. —- Tie Totengewänder (Tachrichim). — Korrespondenzen: An die gesamte jüdische Oeffentlichkeit der Monarchie. — Kriegsspitalshilfe für Palästina. — Die Flüchtlinge in Marienbad. ' ' Die schmachvolle Fälschung der „Reichspost". — Jaroslau. — Dank und Anerkennung. — Eine stürmische Zionistenversainmllliig. - Vermischtes. — Feuilleton: Ans der Geschichte der Rothschilds. — Deutsch oder Polnisch? — Literatur. — Briefkasten. — Notizen. — Inserate. R«ge«gre»»l in Galizien.*) „Es hat die Not das Herz des Kommandanten des . . . österreichischen Armeekorps ergriffen, so daß er beinr Armeekommando beantragte, einem Neutralen Gelegenheit zu geben, sich von dem Geschehenen am Orte zu überzeugen. Mir wurde diese Ehre zuteil. In höchstem Maße empört, unterziehe ich mich der schweren Aufgabe, die ich mir gestellt habe, durch eiu schweizerisches Blatt auf Grund meines Augenscheines, meiner Unterredungen mit Augenzeugen und anderen Betroffenen, auf Grund' schließlich des amtlichen Protokolls über die Aussagen Vereidigter, der Presse zuhanden der ganzen gesitteten Welt bekanntzugeben, welche Schandtaten Angehörige der russischen Armee in Komarno und anderswo verübt haben. Ich lvill, nachdem ich zur Einleitung den Israeliten, Herrn Salomon B.,- sein Erlebnis schildern ließ, wie er es vor Zeugen mir erzählte, versuchen, die Tatsachen wiederzugeben, ohne meinen persönlichen Empfindungen Lauf zu lassen, und ich bin in der Lage, meineir Bericht durch einige selbstgemachte Lichtbilder zu erhärten. Ich erachte es als meine Pflicht an der Menschheit, diesen Bericht zu schreiben und ihm nröglichst iveite Verbreitung Lu wünschen, besonders in Rußland,- nachdem die gemeinen Verbrechen von Komarno und die Untaten, der Vandalisums in dieser Stadt, in Szczerzec, Bobrka und Swirz zu meiner Kenntnis gelangt sind. Ich beginne beim Schlosse des Grafen Lamesan in Swirz zwischen Bobrka und Przemyslauy (südöstlichLembergs, das die, Russen im September 1914 geplündert, in Brand gesteckt und an dem sie gervaltsanre Zerstörungen einzelner Verzierungen, der Balustrade, der Kachelöfen und Stukkaturen vorgeuommen haben, die deutlich *) Der Schweizer Major Tauner hat unter de:u Titel „Frontberichte eines Neutralen" int Berlage von August Scherl in Berlin ein treffliches Buch veröffentlicht, auf das wir unsere Leser Hinweisen möchten. T a n n e r ist ein vorzüglicher Beobachter und erzählt warmherzig, was er in der Bukowina und in Galizien gesehen hat. Wir bringen in Folgendem einen Ausschnitt, der russische Greuel gegenüber der jüdischen Bevölkerung Galiziens schildert. beweisen, daß wir es hier mit dem auch von mir u. «. in Skole gerügten Vandalismus zu tun haben. Ich habe von Stryj aus geschrieben, daß ich diese N-wenerscheämn gen der Kriegführung nicht mehr berühren lverde, weit sie genügend gebrandmarkt sind. Nun muß ich es noch tun. Die Annahme liegt nahe, daß die Russen das Schloß Swirz niederbrennen ließen, weil der Besitzer eilt hoher österreichischer Offizier ist, v. e. Z. Generatstabschef eines Karpathenkorps. Wenn der Zar befohlen hat, öm Feind auch im Privatgut der Armeeangehörigen zu treffen, war dann gemeint: ausrauben, brandschatzen und noch zu sammenhauen, was aus den Ruinen lediglich als schöne Linie, als Pläftik noch eines Menschen Äuge hätte erfreuen können? Wenn das noch nicht Vandalisums ist, also noch innerhalb des .Kriegszweckes nach russischem Begriffe steht, was ist es, wenn Bilder durchschnitten und durchschossen werden, wie der Bürgermeister von Bobrka angibt? Das Städtchen Bobrka ist im Zentrum eine einzige Brandrnine, aus der wie Inseln enoelche unversehrte Häuser hervorstechen. Die Brandlegung begann Montag, den 7. September 1914. Der Grund ist unerklärlich. Es war nach dem Erfolge der Russen bei Prze mhstany. Der Jude E. L. und seine Tochter D. L. sagen uns, am Montag sei der letzte Mann einer österreichi schon Nachtpatrouille in Bobrka von den Russen aufgegriffen und getötet worden. Die Stadt lvar also von den Oesterreichern geräumt gewesen. Die meisten Juden waren geflohen. Am Dienstag rückte das russische Militär in größerer Anzahl ein. Montag nrrd Dieuslag wurde geraubt. D. L. erkannte in den Räubern Tscher kessen. Bürgermeister Bocson brachte Sonntag, 30. August, seine Kinder nach dem .Kloster Rosdol an der Strnjer Straße in Sicherheit. Am nächsten Tage wollte er zu rückkehren, geriet aber in die Ieuerlinie und wurde ungehalten. Erft nach acht Tagen getaugte er nach Bobrka. Inzwischen hatten die Russen feinen Seltner tretet Anton Kosakiewicz als Bürgermeister eingeietzr, der dieses Amt beibehielt bis jetzt, bezw. Smittag, den

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