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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-07-28 · 30 (28.7.1916) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
30 (28.7.1916)
Date
1916-07-28
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 506 Tr. Bloch's Wochenschrift Nr. 30 Israel Bauchmann aus Kolomea sucht seinen Sohn Chaim Hersch Dauchmann mit Frau und sieben Kindern, ferner seine Schwiegertochter Brache Vauchmann mit fünf Kindern. Anfragen an Sigmund Doitor, Dürrmaul b. Marienbad. David Chaskel Engler, Flüchtling aus Lzernowitz, sucht seine Frau Rosa Eagler mit drei Kindern, welche zuletzt rm Barackenlager Nikolsburg waren. Nachrichten erbeten an Rabbiner Dr. Halöerstam, Sch.a,,a (Mähren). Ietti Rofe«.blatt, Flüchtling, derzeit in Stallek. Post Schaffa (Mähren), erbittet Nachricht über ihren Mann MarilUs Rosenkiatt aus Tlusra (Bez. ZaleLzczyti)), zugeteilt zur Arbeitsinannschast (Strohpresse), der seit neun Monaten abgängig ist. Mechel Spindel aus So'snor (Bez. Podhajre) und Mc.iol Iso« Prescht verständigen ihre Angehörigen, das; je sich in Stallet, Post Schafs a (Mähren), befinden. Berta Kaswarr sucht ihre Mutter und ihre Brüder Riwläh und Wolf Kaswan aus Hrevatvutz (Bukowina), sie hat dieselben im Gewühle in Orodna (Ungarn) verloren. Äuslunft erbeten an Adolf Koy.i, Kantor und Religionslehrer, Mähr.-Budwitz. Kantor D. Schlom, Budapest, Tisza Kalinan-tär 13, 1. Stock, Tür 3, sucht seine Schwester Rosa Ziegelaub und Kinder aus Koloncea, welche am 20. Juni von dort geflüchtet sind. Salamon Karp aus Potok Zlaty sucht seine Tochter Heima samt drei Kindern; Klara Schapira aus Potol Zloty sucht ihre Eltern Elje David Feder und Frau aus Zalesczyri; Minna Kupferfchmiedt aus Wznitz sucht ihre Schwestern Rosa und Zipo.a Kupserschmredt aus Wiznitz; Riste Pastor sucht ihre Tochter Malte Pastor aus Iaslowitz. Gefi. Nachrichten erbeten an Dr. Emil Friedmann, Rabbiner in Lorofitz a. d. E. Folgende Soldaten der .k. k. Arbeiter-Abteilung Nr. 34, derzeit in Tamanowice (Post Husakow), suchen ihre Angehörigen: Josef Binowicz aus Brody: Frau Schcindel Binowicz samt drei Kindern; Abraham Leib Fuhr aus Stanislau: Frau Mira Fuhr samt einem Kinde; Samuel Mahler aus Sadagora: Frau Liebe Mahler samt drei Kindern; Aron Eraterger aus Nadworna: Fcau Bella Grübergec samt sechs Kindern. Mechel Sch-isfei aus Kossow und Nute Terner aus Zamoste, denen am 23. Juni während des Transportes bei ihrem kurzen Aufenthalte in Ung.-Hradisch ihre Familien abhanden kamen, bitten flehentlich, um Nachricht von ihren Angehörigen; Mechel Schissei befindet sich gegenwärtig im Flüchtlingslager in Prachaliz (Böhmen), Nute Terner in Kamenitz (Böhmen). Pinkas Schindler sucht seine Frau Ietti Schindler mit vier Kinder aus Alt-Fratautz b. Radautz. Nachricht erbeten an Kantor Leop. Fuchs, Butfchowitz (Mähren). Feuilleton. Die verbrannte Stadt. (Von dem Kriegsberichterstatter des „Berliner Tageblattes" Wilhelm Hegeler.) Oestlicher Kriegsschauplatz, im Juli. Eine Schöpfung von gestern, eine amerikanische Stadt, möchte man denken. Im unendlichen Meer voll wogenden Aehren, der brütenden Sümpfe liegt Brest- L i t o w s k als eine kleine Steininsel, als ein Werk des phantasielosen, ordentlichen Menschenoerstandes. Die schnurgeraden Straßen sind mit Buchstaben und Zahlen bezeichnet, nur wenige tragen wirkliche Namen. Lange Reihen junger Bäume beschatten das Pflaster, das besser ist als in den anderen Städten des von ults besetzten russischen Gebietes. Und der Bürgersteig ist nicht aus morschen Brettern, sondern aus sauberen Steinplatten hergestellt. Alles deutet auf mittleren Wohlstand hin. Die Käufer aus Backsteinen sind wenig voneinander unterschieden. Man sieht weder Monumentalbauten Poch Hütten der Armut. Eine Stadt, die eher von Geschäftsals von Vergnügungsreisendelt besucht wird. Eine ausgesprochen langweilige Stadt, und nie würde man ihr das tragische Schicksal Zutrauen, das sie erlitten hat. Freilich darf man nicht vergessen, daß sie nur ein Nebenprodukt ist, der in den Augen ihres Gründers unbedeutende Kern für die Schale aus Beton und Stahl, die sie in einem Umkreis von vielen Kilometern umgibt. Forts reihen sich hier an Forts, die durch einen unterirdischen, wallgeschirmten Graben miteinader verbunden sind. ' Am dichtesten ist der Kranz im Norden nild Westen, von woher malt den Anmarsch des Feines erwartet hat. Diese unterirdischen Verließe mit ihren viele Meter dicken Mauern und Decken erheben sich so wenig über die Ebene und sind boit weitem so wenig erkennbar lvie die regenverwaschenen Maulwurfshügel in einer Wiese. In ihrer Mitte liegt am Einfluß der Muchawiez in beit Bug 'Die Zitadelle mit ihrer mächtigen Kaserne. In ihr und iit den an der Peripherie verstreuten Kasematten ist Platz für eine ganze große Armee. Als eine mächtige Trutzseste hatte Zar Nikolaus sich Brest-Litowsk gedacht, der es nach Beelrdigung des Polenaufstandes im Jahre 1833 erbauen ließ. Zu einer uneinnehmbaren ivollte sie der jetzige Zar ausgestalten, der sie mit Hilfe der französischen Milliarden ausbauen ließ. Nichts voll alledem, was einer modernen Festung Widerstandskraft nub Furchtbarkeit verleihen kann, lvar hier gespart worden. Und doch, fehlte, als unsere verfolgenden Heere Ende August von Nordwesten her anrückten, schließlich bas Notwendigste. Die schweren Geschütze hatten die Russen größtenteils aus den Forts entfernt, und sie waren ihnen in den siegreichen Durchbruchskämpfen voll ulls abgeuommeu worden. So lvar das furchtbare Bollwerk nur noch eilt leerer Rahmen, ein Kettenhund ohne Zähne. Gewiß hätten sie es auch so i;och verteidigen können, und eine Belagerung hätte manchen Monat gedauert, ein Sturm uns schwere Verluste gekostet. Aber in der Panik der Geschlagenen hielten die Russen den Rückzug für das sicherste Mittel, will das in der Festung befindliche Heer zu retten. So räumten sie das Feld, nachdem sie die Forts vorher zerstört hatten. Sie haben das gründlich und mit großer Geschicklichkeit getan. Ich habe das Fort Köwaljewo, eines der stärksten und modernsten, besucht,. .W.ch.gO ich zloischelt. diesen haushohen geborstenen Betouclötzeu stand, als ich die dicken, aus ihren Angeln gesprengten Eisentüren sah, hatte ich den Eindruck, daß unsere Zweiundvierziger nicht bessere Arbeit leisten könnten. Sie haben uns viele Mühe gespart, indem sie diese mit französischem Gelde erbauten Werke mit französischem Geld in die Lust sprengten. Vom militärischen Standpunkt aus ist es eine verständige Maßregel, darüber traurig sein mag der französische Rentier. Aber eine Barbarei ist. die weitere Maßregel, daß die Russen die Vernichtung auch aus die Stadt aus-- dchnten, daß Kosakenhordcn die Straßen durchzogen und in die Häuser ihre Brandfackeln warfen. Ohne Zerstörung geht es im Kriege nicht ab, und wenn der angerichtete Schaden mit dem beabsichtigten Zweck einigermaßen im Einklairg steht, kann sich niemand beklagen. Vielleicht lvollten die Russen nicht, daß wir die Stadt zu einem Etappensitz, zum Mittelpunkt einer Armeeverwaltung benutzten. Wenn das die Absicht war, nimmt es einen.nur Wunder, daß die Zerstörung nicht gründlicher ausgesührt wurde. Denn nach einer ziemlich genauen Schätzung sind nur etwa 65 Prozent der Häuser eingeäschert, und gerade die öffentlichen Gebäude sowie 'die Kaserne der Zitadelle sind unversehrt geblieben. Bei unbefangener Ueberlegung wird man den Eindruck nicht los, daß ebenso wie der Gedanke, uns zu schaden, die Absicht sie leitete, den Juden einen Streich zu spielen. Denn diese saubere und reinliche Stadt war eine j ü d i s ch e K o l o n i e. Bon den achtundfünzigtausend Einwohnern, die sie vor ihrer Zerstörung besaß, tvaren vierzigtausend Israeliten. Ehe Zar Nikolaus auf den Gedanken kam, in der Oede der Rokitnosümpfe diese Festung zu erbauen, lag unweit des heutigen Brest das alte Briska. Brisk de Lita, wie die Chroniker es nennen. Eine Stadt, auch damals schon nicht ohne Bedeutung. Versammelten sich doch hier nach der Vereinigung Litauens mit Polen die

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