Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 30 (28.7.1916)
- Date
- 1916-07-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 498 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 30 Kaiserliches Aefchenk. Leine Majestät der Kaiser hat km pensionierten Oberlehrer und Leiter des israelitischen Kaiser Franz Josef-Jubiläumswaisenhauses in Luck bei Luditz in Böhmen Wilhelm D u x, dem Vater von acht zur Kriegsdienstleistung eingerückten Söhnen, ein mit beit Allerhöchsten Initialen geziertes Erinnerungsgeschenk gespendet. Fünf Söhne stehen im Felde, zwei wurden verwundet, drei haben Kriegsauszeichnungen, erhalten. Dem Vater von sieben Söhnen. Aus Petrozseny in Ungarn schreibt inan der „Allg. Jüd. Ztg.": Die Kabinettskanzlei des Königs verständigte den Obergespan unseres Komitates, daß Se. Majestät dem hiesigen Einwohner Mendel M o z e s, beffcn sieben Söhne Militärdienst leisten (einer befindet sich, in russischer Gefangenschaft), 600 Kronen spendete und ihm ailßerdem als Andenken eine Uhr mit den Anfangsbuchstaben des Namens des Königs zukommen ließ. Auszeichnung vom Moten Kreuze. Die Pianistin Genia König (Brody, Galizien), die seit Kriegsbeginn als Pflegeschwester im Bereinsreservespital Wien, Neubaugasse 44, Dienste leistet, erhielt für verdienstvolles Wirken die silberne Medaille vom Roten Kreuze mit der Kriegsdekoration. Fräulein König hat sich durch ihre Klaviervorträgc dein Spital sehr verdient gemacht. Auf dem Ielde der Ehre gefallen. Am 12. Juli fiel der Fähnrich Dr. Salamon Cppres aus Krakau, Konzipient beim Laudesädvokaten Herrn Doktor I. Westsried in Krakau, auf dem nördlichen Kriegsschauplatz, wo er seit fünfzehn Monaten unausgesetzt. an bcu schweren Kämpfen teilgenommen hat, nachdem er zuvor für besonderes tapferes Verhalten wiederholt ausgezeichnet wurde. Die Familie des Verewigten erhielt von: Felde nachstehendes Schreiben: Werter Herr Cypres! In den furchtbaren Kämpfen, die zwischen dem 12. und 14. d. M. stattgefundcn haben, ist Ihr werter Herr Bruder, unser lieber Freund und Kamerad, als Held gefallen. Er wurde beim Gegenangriff am 12. Juli 1916 durch ein Sprengstück am Kopfe derart schwer verletzt, das; sofort der Tod cintrat. Er wurde gestern, den 15. Juli 1916, um t l Uhr vormittags, am Friedhof von Kowalowka, Bezirk Buczacz. in allen Ehren begraben. Das Regiment verlor an ihm einen tapferen Offizier und einen überaus beliebten Kameraden. Rehmen Sic von allen seinen Kameraden das herzlichste Beileid entgegen. Sollten Sie irgendwelche Wünsche oder Auskünfte wollen, so bin ich jederzeit bereit, sie zu geben. Hochachtungsvoll Alfred S ch u h, Fähnrich. 1. Feldkomp, i Kand. jur. Wolf Schrn'orak, Leutnant i. d. Besitzer der silbernen Tapferkeitsmedaille 2. Klasse, hat am 28. Juni d. I. in der Bukowina durch einen Herzschuß den Tod gefunden. Der Verstorbene, Mitglied der jüd.-akad. Verbindung „Judäa" in Lemberg und der Organisation „Zirej Zion", war ein begeisterter Zionist und treuer Arbeiter im Dienste der jüdischnationalen Idee. Die jüdisch-akademische Jugend, seine Freunde und Bekannten werden ihm stets ein treues Andenken bewahren. Friede seiner Asche! ' > Leutnant Leo Landau-Lenhard ist seinen jaus dein nördlichen Kriegsschauplätze erlittenen Verwundungen erlegen. Er war seit 13 Monaten im Felde. Am letzten Jomkippur, als sein Bataillon hinter Cholm in Reserve ivar, ließ er als Bataillonsadjutant sämtliche jüdischen Offiziere' nnd Mannschaften zur Andachtsfeier in einem jüdischen Hairse versammeln. Vor dem Beten spendete er den dortigen Juden 50 Kronen zur Verteilung aus seiner Tasche. Frau Gutwillig in Wesenitz in Böhmen hat nach dem Heldentode ihres Mannes vom Kommandanten der k. n. k. 5/9. Sappeurkompagnie am 26. v. Ni. folgende Zuschrift erhalten: Liebe Frau Gutwillig! Als Kommandant der 5/9. Sapp.-Kompagnie übernehme ich das traurige Amt, Sie vom Heldentode Ihres braven Mannes zu verständigen. Nachdem ihm das Kriegsglück durch mehr als 18 Monate hold war, mußte ihm jetzt, nachdem er scheinbar die gefährlichsten Teile dieses großen Krieges hinter sich hatte, das Schicksal erreichen. Ihr Mann fiel mitten im ruhigen Stellungskrieg beim Bail von unseren festen Stellungen bei Tschartorisk am Styr in Wolhynien am 27. Mai 1916, um 10 Uhr vormittags, von zwei Schrapnellkugeln in der Bauchgegend tätlich verletzt. Heute wurde er im Friedhofe des Ldw.-Reg. Nr. 10 nächst Bietyow in Wolhynien feierlich! zu Grabe getragen. Was Sie, liebe Frau Gutwillig, in Ihrem Manne verloren haben, fühlen wir alle mit, die wir ihn kannten. Er ivar allen stets ein treuer Kamerad und Waffenbruder und gehörte zil bcu ältesten Kriegskameraden. Doch gleich ihjm ruhen hier noch viele Hunderte aus dein schönen Böhmerlandc, die wie er für die Größe ihres Vaterlandes verbluteten. Daßwir diesen Bravsten nie vergessen werden, ist sicher. Nochmals das aufrichtigste Beileid von mir und allen feinen Kameraden. Rugele, Oberleutnant. Mach dem Höbe ausgezeichnet. Der Kaiser hat dem vor dem Feinde gefallenen Leutnant d. R. Oskar Fischl, J.-R., für tapferes Verhalten das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration verliehen. Wohlverdiente Anerkennung. Der Oberrabbiner von Syrmien Herr Dr. Julius D i a m a n t aus Vukovar schreibt uus: Montag, den 17. d. M., hatte der Unterzeichnete eine Besprechung mit denr Vorsteher der Betgenossenschaft in Jndia (Komitat Syrmien). Während der amtlichen Unterredung brachte die Post ein an Herrn S. Holländ e r gerichtetes Schreiben, dessen Veröffentlichung ich für meine angenehme Pflicht halte. Zur Erklärung' des nu den Vorsteher gerichteteil Dankschreibens diene folgendes: Im September 1914 erfolgte die erste serbische Invasion in das südliche Gebiet des Komitats Syrmien. Die Verwundeten unserer tapferen Krieger wurden in die Spitäler des Roten Kreuzes nach Jndia gebracht. Unter diesen befand sich der Leutnant Hugo Mamoser, römisch-katholischen Glaubens, der dort den Heldentod fand. Nach der Besiegung und Vertreibung der serbischen Truppen regte der damalige Stadtkommandant die Idee an, es möge im Kreise der angesehenen intelligenten Bürger eine Sammlung veranstaltet werden, damit das Grab des einzigen im dortigen röm.-kath. Friedhofe bestatteten Offiziers würdig geschmückt und mit einem passenden Denkmal versehen werde. Herr Holländer erklärte sich sofort bereit, dies aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Er ließ das Heldengrab schön einfrieden, schmücken und einen würdigen Denkstein stellen. Für seine edle Tat wurde ihm der wohlverdiente Dank des Kommandos zuteil. Jetzt kam folgendes Schreiben: