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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-07-28 · 30 (28.7.1916) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
30 (28.7.1916)
Date
1916-07-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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!flr. 30 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 497 Weitere Auszeichnungen. Inf. Siegfried R e i n h o l d erhielt für tapferes Verhalten vor dem Feinde die große silberne Tapferkeitsmedaille 1. Klasse. Der deutsche Kaiser hat verliehen die königl. prenß. Rote Kreuz-Medaille 3. Kl. dem Oberarzt Dr. Otto P i cf, Ldst.-Et.-Bat. Die Mitglieder der Verbindung „Agudath Herzt" (Przc'mysl) Fähnrich Heinrich Luft und Kadett Dr. Ludwik Münz lvurden aus allerhöchster Grrade zu Leutnants im Ruhestande ernannt. Fähnrich Leo Schöner aus Gurahumora (Buk.) im Landw.-Jnf.XReg. Nr. 10, der vor vierzehn Tagen die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse erhielt, wurde nun mit der silbernen Tapferkeitsmedaille 1. Klasse ausgezeichnet. Fähnrich Schöner ist derzeit verwundet in Wien (Sanatorium Hera). Herr Reginrentsarzt Dr. Mano Klein, Chefarzt des Reg. Hilfsplatzes irn k. rrng. 4. Honv.-Inf. Reg., wurde mit dem silbernen Signum jaudis (neuerliche belobende Anerkennung) ausgezeichnet. Neuerliche Auszeichnung. Oberleutnant in der Reserve I. U. C. Richard K o ch, i. a. Bursch der „Jvria", welcher bereits zum dritteumale im Felde steht, wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde mit dem silbernen Signum laudis am Barrde des Militärverdienstkreuzes ausgezeichnet. Aolje Auszeichnung eines Netdrnööiners. Se.„Majestät der Kaiser hat dem Feldrabbiner i. d. R. Leopold Fischer, bei einer Gruppeu-Sanitätsanstalt. in Anerkennung vorzüglicher und aufopferungsvoller Dienstleistuug vor dem Feinde das Ritterkreuz des Franz Josef- Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes verliehen. Cs ist das erstemal, das diese Auszeichnung während des Krieges einem jüdischen Feldgeistlichen zuteil wurde. Mit der sttöernen Tapferkeilsmedaisse ausgezeichnet. Der Fähnrich i. d. R. im Infanterieregiment Nr. 4 Robert Schulhof, Sohn des Inspektors der österreichischen Staatsbahnen May Schulhof, erhielt für sein hervorragend tapferes Verhalten vor dem Feinde bei den Anfang Juni iit Wolhynien stattgehabten Kämpfen die silberne Tapferkeitsmedaille. Er hielt mit seinem Zuge dem Feinde bis aufs äußerste stand und bot seiner Mannschaft durch sein Verhalten ein Vorbild an Tapferkeit ititb Standhaftigkeit. Auch der zweite Sohn des Genannten, der als Kadett im gleichen Regiment dient und der Pionierabteilung zugeteilt ist, tvurde gleichfalls für seiile hervorragende Tapferkeit bereits zu einer Auszeichnung vorgeschlagen. Beide Brüder finb Juristen. Leutnant Emmerich Miro. Die Budapester ,JAllg. Jüd. Ftg." berichtet: Ueber einen ungarisch-jüdischen 'Reserveleutnant namens Emmerich Biro, der vor kurzein in Wolhynien den Heldentod fand, hat der Hauptmann im Namen des Regimentskommandauten an beit Bruder des Gefallenen einen längeren Brief gerichtet, in welchem es wie folgt heißt: „-Vom Beginn der russischen Offensive bis zu seinem Helcentode stand Leutnant Biro im schwersten feindlichen Feuer auf seinem Posten, denselben nicht einen Moment verlassend. Seine Unerschrockenheit, das Pflicht gefühl und die Selbstaufopferung waren unbeschreiblich und unermeßlich, und in den gefährlichsten Lagen all der Spitze seines Fuges stehend, gab er seinen Untergebenen das leuchtende Beispiel der Soldatentugeuden. Ein einfacher, selbstloser, charaktervoller Offizier, starb er genau so wie er lebte: sich, für die große Sache des Vaterlandes opfernd. Seile heldenhaftes Benehmen war einfach bewunderungswürdig, und jene Ueberlebenden, welche am 6. Juni 1916 unter seinem Kommando den wiederholt anstürmenden Feind zurückschlugen, sind Fell gen seiner Kühnheit ulld seines Wagemutes. Schade, schade, daß unser Regiment so einen kühnen Offizier verlieren mußte, und allgemeine Trailer schlich sich in die Herzen sämtlicher Osfiziere und Mannschaften ein, und speziell unser allverehrter Regimentskommaudaut, Herr lvar untröstlich. Biros Verhalten vor dem Feinde kann nicht vergessen werde», und so wird er dann fortleben in der (beschichte des Regimentes als Offizier, lvelcher sich ohne Bedenken der größten (Gefahr allssetzte, nur um dem Vaterland'.' große Dienste zl! erlveisen. Auch mich als Regimentsadiutanten hat der Tod dieses braven, guten und lieben Offiziers auf das tiefste getroffen, uitb noch heute fiebern meine Nerven, wenn ich all das Schicksal meines jungen und hoffuuuasreicheu Kameraden denke." jüdische Familien im Aekde. Wien, am 1$. Juli l0l6. An die löbliche Redaktion der „Oesterreichischen Wochenschrift". Wien. Ich gestatte mir hiemit, zum Fwecke der eventuellen geeigneten Veröffentlichung mitzuteilen, daß ich Vater von sechs Söhnen bin, die alle Kriegsdienste leisten, u. zw.: Mein ältester Sohn, Julius, von Beruf Tapezierer, ist seit sechs Monaten eingerückt: Ivo er sich befindet, weiß ich nicht, da ich ohne jede Nachricht voll ihm bin. Mein zweiter Sohn, Markus, von Beruf Kürschuer, ist seit einem Jahre eingerückt, wurde am italienischen Kriegsschauplätze verrvundet, befindet sich im hiesigen Spitale in der Fieglergasse. Mein dritter Sohn, Philipp-Pinkas. dient seit Kriegsbeginn beim 30. Infanterieregiment, >var am Kriegsschauplatz seilt gegenwärtiger Aufenthalt ist mir unbekannt. Mein vierter Sohn, Moritz, wurde fetzt gemustert und steht vor der Einrückung. Mein fünfter Sohn, Selig, wurde vor einem Jahre gemustert und ist bald darauf eingerückt: er lvar im Felde, wegen Körperschlväche entlassen lvorden. lvurde jedoch vor vier Wochen wieder gemustert liud steht eben falls vor der Einrückung. Mein jüngster (sechster) Sohn, Elias, steht seit Kriegsbeginn beim Ulanenregiment Nr. 4 in Dienst Ich selbst bin Schneider voll Beruf, 63 Jahre alt und beinahe arbeitsunfähig: ich habe in den letzten Jahren voll der Unterstützllllg meiner Kinder gelebt, die ich jetzt schmerzlich vermisse, ertrage jedoch alle Entbehrungen mit Geduld im Bewußtsein, daß meine Kinder für die Gerechtigkeit und fiE Kaiser lind Vaterland kämpfen. Hochacl turigsvolt Osias Breßter, Schneidermeister. Wien, XX , Klofterneuburgerstr. Nr. i' X

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