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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-07-21 · 29 (21.7.1916) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
29 (21.7.1916)
Date
1916-07-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Tr. Bloch's Wochenschrift Nr. ^9 Mission Ln Saloniki, damals noch eine jüdische Handelsstadt par ercelleuce, weilte, in der äußerst rührigen, aber numerisch schwachen österreichischen Kolonie, die gleichfalls fast ausschließlich, aus Juden bestand, Klagen darüber hören müssen, daß ihre geradezu aufopfernde Tätigkeit im Interesse der heimatlichen Industrie und des heimatlichen Handels daheim nicht die entsprechende Förderung erfahre. In unser aller Erinnerung aber ist es, daß ein Jahr vor Ausbruch des Weltkrieges ein Jude aus Saloniki, Advokat Moise Cohen, ein verdienstvolles Mitglied der jungtürkischen Partei, an nahezu sämtlichen maßgebenden Stellen, welche in der gründenden Versammlung der Balkan- und Orientsektion des k. k. Handelsmuseums vertreten waren, die Gründung je einer großen Zentralstelle in Wien und Konstantinopel in Vorschlag brachte. M. Cohen propagierte seine weitausblickende Idee in Memoranden, in persönlichen Rücksprachen mit den maßgebenden Fachkreisen und in Versammlungen. Die Idee kam nicht zur Ausführung. Cohen, der inzwischen nach Konstantinopel übersiedelte, daselbst zum Universitätsdozenten für Handelsrecht ernannt wurde, wandte sich, nun nach Deutschland. . . . Wenn die neugegründete Balkan- und Orientsektion ihre Aufgabe richtig erfaßt und nicht nach dem politischen Rezepte einer Partei, sondern entsprechend den wirklichen Bedürfnissen des Staates durchzuführen gewillt ist, so wird sie in Syrien und Palästina, welche Gebiete doch auch in. ihre Tätigkeitssphäre gehören, an den dortigen Juden für jede rationelle, den lokalen Verhältnissen und ihren Stammesinteressen Rechnung tragende handelspolitische Aktion empfängliche und wertvolle Partner finden. Hofrat Prof. Dr. Musfl, welcher diese türkischen Provinzen genau kennt,- Hatin seiner in der gründenden Versammlung gehaltenen Rede in allgemeinen Zügen auf die Eigenart des Landes und ihre Bevölkerung hingewiesen, die Kultur- und Wirtschaftsmöglichkeiten daselbst angedeütet. Er Hätte aus eigener Wahrnehmung ganz besonders den hohen 'Kultur- und Wirtschaftswert der dortigen jüdischen Bevölkerung hervorheben können, deren Mitarbeit für die k. k. österreichische Balkan- und Orientsektion von unschätzbarem Nutzen wäre. Er hätte erzählen können, wieviel Geld, Schweiß und Blut junger, von der Liebe zur Scholle und von dem Glauben an die Wiederbelebung des Landes erfüllter Juden es gekostet hat, bis die einst verdorrten, sandigen und steinigen Landstriche in die heutigen blühenden Kolonien umgewandelt wurden. Wer solche Zähigkeit, solche Ausdauer, solche Liebe zur Scholle für sich gewinnt, hat das Terrain für seine handelspolitischen Zwecke gewonnen. Die ottomanische Regierung hat die Wahrheit dieses Satzes bereits erkannt. Sie hat erst jüngst die Durchführung der wichtigsten öffentlichen Arbeiten zur Urbarmachung großer, bisher brachgelegener Landstriche jüdischen Agronomen anvertraut, an deren Spitze der Direktor der landwirtschaftlichen Schule Mikwe Israel, Agronom Kraus, steht. Die Bekämpfung der Heuschreckenplage wird von dem berühmten Agronomen Aronsohn geführt. In der Regierungskommission zur planmäßigen Ausführung der öffentlichen Arbeiten in Palästina sitzen zumeist jüdische Techniker. Die große Jaffaer Chaussee, welche nach dem Konrmandanten der 4. ottomanischen Armee „Avenue Djemal Pascha" benannt wurde, ist ein Werk des Ingenieurs G. W i l b u s ch. e w i tz, welcher gegenwärtig in anderen Landesteilen ähnliche Arbeiten durchführt, während sein Bruder,- N.Wilbuschew i tz mit gleichen Arbeiten in Jerusalem betraut ist. Und hat der größte Palästina-Fachmann in der illustren Gesellschaft es nicht angezeigt gefunden, diesen Weg zu weisen, so hätte ein sachkundiger Jude, wenn ein solcher anwesend gewesen wäre, die Richtung zeichnen können, in welcher diese für unsere Handelspolitik so wichtige Sektion in der asiatischen Türkei tätig zu sein haben wird, wenn sie dort Erfolge erzielen will? In Amerika, England, Frankreich und auch in Deutschland hat man für die realen Zustände im Orient stets den richtigen Blick und das richtige Verständnis gehabt und hat auch die Früchte solcher Politik genießen können. ,Jn allen diesen Ländern sind von ihren Regierungen geförderte jüdische Organisationen tätig, die im. Orient wertvolle Arbeit leisten. Nur in Oesterreich mangelt es an einer solchen Organisation. Leider hat selbst der Weltkrieg sie nicht zu schaffeil vermocht. Aber sie wird erstehell müssen, im Interesse der Juden und zum Nutzen des Staates. . . . In keinem Falle aber wird die jetzt geschaffene Balkan- und Orientsektion des k. k. Handelsmuseums dem ausgesprochenen Zwecke dienen, wenn für ihre Tätigkeit innerpolitische Motive richtunggebend fein werden. — b. — sz. Kriegsdekoralionen jüdischer Hffiziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: das Militär Verdi e lt st k r e u z 3. K l a s s e mit der Kriegsdekoration für tapferes Verhalten vor denl Feinde dem Leutllant d. R. Bernhard Fried m a n n, J.-R.; dem Oberleutnant d. R. Isidor Lichtig, Feldhaub.-Reg.; dem Oberleutnant Kamillo Eichh o r n, Fest- Art.-Reg.; das silb. Signum laudis am Bande des Militärverdiellstkreuzes (neuerliche kaiserliche belobende Anerkennung) für tapferes Verhalten vor dem Feinde den Leutnants d. R. Jakob I ekel es, J.-R., Dr. jur. Artur P o l l a k, reit. Art.-Div.; dem Oberleutnant i. Ev. Robert H a ln b u r g e r, bei einem KoinNlalldo; denk Oberleutnant d. R. Egon Abel es, Jnf.-Bat.; dem Assistenzarzt d. R. Dr. Heinrich Katz, Ldwreg.; das Signum laudis am Bande des Militärverdienstkreuzes (kaiserliche belobende Anerkennung) für tapferes Verhalten vor dem Feinde den Oberleutnants d. R. Adolf Maimanil und Elias Dickstein, J.-R.; den Leutnants d. R. Norbert Kohn, J.-R., Leo Körner, Fest.-Art.-Bat., Kurt Taussig, Pion.-Bat., Wilhelm Rosental, Geb.-Art.-Reg.; für vorzügliche Dienste vor dem Feinde dem Oberleutnant d. R. Otto Taussig, Traindiv.; den Leutnants d. R. Leo Seemann, Traindiv., Fritz Kohn, Traindiv., Karl Eisler, J.-R., Eugen Salzer, Traindiv.; für 'tapferes Verhalten dem Leutnant d. R. Majer G ros z, Jnf.-Reg.; für vorzügliche Dienste vor dem Feinde den Oberleutnants d. R. Kazl Glaser, J.-R., Daniel Löbl, Traindiv.; den Leutnants d. M. sZamuel M o l n a r, J.-R., Koloman Weisz, J.-R.; für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten dem Assistenzarzt d. R. Dr. Emil L i ebermann, J.-R.; dem Oberleutnant d. R. Markuss Horn, J.-R.; dem Lmitnant d. R. Arnold Buxbaum, J.M.; für vorzügliche Dienste vor dem Feinde dem Leutnant d. R. Viktor Guttmann, Feldkan.-Reg.; für tapferes Verhalten den Leutnants d. R. Fritz Kornfeld, J.-R., Adolf Weinberger, Fest.-Art.-Bat.; dem Assistenzarzt der Reserve Doktor Heinrich Epstein, Garnisonsspital; für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde denr Oberarzt d. R. Dr. Bernhard Hers ko dies, J.-R.<; dem Ldst.-Assistenzarzt Dr. Philipp Brill, Ldst-Bat.; für vorzügliche Dienste vor dem Feinde dem Oberleutnant d. Ev. Jakob Steiner, Ldst:-Et.-Bat.; dem Oberleutnant d. Ev. Dr. Josef P a r n a s,' Ldst.- Et.-Bat.; .;

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