Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 28 (14.7.1916)
- Date
- 1916-07-14
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Sette 468 Tr. Bloch'L Wochenschrift Nr. 28 Vor dem Kerube gefallen. Herr Oskar Stein ist als Leutnant d. R. eines Ldiv.-Jnfanterieregimentes am 7. Juni, nachdem er das drittemal im Felde war, aus dein nördlichen Kriegsschauplätze an der Spitze seiner Abteilung gefallen. Er hat ein Alter von 25 Jahren erreicht. — Auf dem nördlichen Kriegsschauplätze ist der 20 jährige Kädettaspirant Josef Viktor Gefall an den Folgen einer schweren Verwundung gestorben, die er bei einem heldenmütigeil Sturmi erlitt. Der Gefallene, der Zu den schönsten Hoffnungen berechtigte, war auch in Sportkrehsen sehr bekannt und beliebt und an zahlreichen großen Fußballmatchcs hervorragend beteiligt. Heinrich Peiper, Kadettaspirant in einem Jus.- Regiment, Sohn des Herrn Samuel Peiper, Wien, 2. Bezirk, Adambergerg. 10, hat am 7. Jnni 10l6 bei Sopanow in Rußland Seit Heldentod gefunden. Heinrich Peiper hat zu den größten Hoffnungen berechtigt und der KompagniekoMmandant sandte an dessen Vater nachgehendes Schreiben: Rußland, 30. Juni 1016. Sehr geehrter Herr! Ich erfülle eine traurige Pflicht und teile Ihnen mit, daß Ihr Herr Sohn, Kadettaspirant Heinrich Peiper, bei den Kämpfen am 7. Juni einer feindlichen Kugel zum Opfer fiel. Ich und mit mir die ganze Kompagnie betrauern in ihm einen der tapfersten Kameraden, der jederzeit durch seinen unausgesetzten Mut und seine Entschlossenheit für jeden das Vorbild eines treuen und tapfere,^ Kriegers wurde. Seine Pflichten galten ihm mehr als alles andere, so daß er in den Reihen der Streiter bis zum letzten Augenblick einer der Ersten und Unerschrockensten war. Trösten Sie sich, lieber Herr, und tragen Sie seinen Tod nicht so schwer, denn er ist als Held im Kampfe für sein herrliches Vaterland und seine Heimat gefallen. Gez.: Alfred Iahnet, Leutnant. Den Heldentod fürs Vaterland fand am 27. Juni 1016 Ignaz Bild aus Taritow, Absolvent der k. k. Wiener Handelsakademie. Ignaz Bild ging als Einjährig-Freiwilliger zum Militär und sofort itach Absolvieruitg der militärischen Offiziersprüfung ging er als Einj.-Zugsführer mit dem Infanterieregiment 57/3, 11. Feldkompagnie, zur Front. Unzähligemale zeigte er sein tapferes Verhalten und erwarb sich großes Ansehen wie die Beliebtheit als auch volle Anerkennung der Vorgesetzten. Mach dem Höbe ausgezeichnet. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: das Ossi-, zierskreuz des Franz, Josef-Ordens mit dem Bande des Militärverdienstkreuzes in Anerkennung vorzüglicher und aufopferungsvoller Dienstleistung vor dem Feinde dem einer Infektionskrankheit erlegewen Oberstabsarzt 1. Klasse d. R. Dr. Emil T a u s s i g, Chefarzt eines Et.-Hauptstat.- Kommandos; das Militärverdienstkreuz 3. Klasse «mit der Kriegsdekoration in Anerkennung vorzüglicher Dienste vor dem Feinde dem den Kriegsstrapazen erlegenen Ldst.- Leutnant Hugo Schlesinger, Et.-Traiuzug. Auszeichnung eines gefallenen Kriegsfreiwilligen. Das Armeeoberkommando hat dem vor dem Feinde gefallenen Kriegsfreiwilligen Infanteristen Abraham Weschler, Ldst.-Bez.-Kdo. 22, für tapferes Verhalten die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse verliehen. Ketdentod eines jüdisch-polnischen Legionärs. In den letzten Kämpfen in Wolhynien erlitt laut Bericht der Lemberger „Gazeta Wieczorna" der Legionärs- Motel L e w i n s o h n während eines kühnen Patrouillenganges den Heldentod. Die Mutopfer der russischen Inden. Die „Neue Hamburger Zilnng" meidet indire-1 ans Petersburg: Die „Rjetsch" schreibt, daß eine Million Juden ihr Blut für den Zaren hergegeben haben. Die Mitteilung der „Rjetsch" läßt Rückschlüsse auf die gesamten Verluste Rußlands zu, wenn schon die Judeir mit einer Million Verlusten angeführt werden dürfen. ,,Indenbagage voran!“ Eine Episodr .tue den Kämpfen vor Luck. Der Stockholmer Berichterstatter der „Vossischen Zeitung" schreibt: „Ich erhalte ans indirektem Wege und, lvie ich gleich betonen will, aus judenfreundlichen, nicht jüdischen Kreisen aus Petersburg folgende Zuschrift mit der Bitte um Veröffentlichung: Am vorigen Sonntag ist aus Kielv an General Brussilow ein Telegramm abgegangen, das angeblich voll der dortigen jüdischen Gemeinde herrühren soll und in einer Tonart gehalten ist, die.man sonst nur von den schwärzesten Pogronileuten zu hören gewohnt ist und den russischen Heerführer zu seiner Offensive gegen die Feinde der Kultur beglückwünscht. Jir den weitesten jüdischeil Kreiseil Kiews zerbricht man sich den Kopf, wer ivohl die paar jüdischeil Rechtsanwälte und Großkanflente, die dieses Telegramm unterzeichnet haben, bevollmächtigt haben mag, int Namen der Kiewer "jüdischen Gemeinde zu sprechel, gerade aus Kieiv, wo noch Heu - tigentags Gouvernement und Polizei jede Nacht Razzien auf Juden veranstalten, wo die Gefängnisse gegenwärtig etiva 500 Juden beherbergen. Ist beit Unterzeichnern des Kiewer Telegramms an General Brussilow so ganz und gar die Tatsache unbekanilt geblieben, .daß General Haledin, die rechte Hand nub der Intimus gerade General B r n s s i l o iv s, vor beut Sturm auf Luek deil in seinem Quartier versammelten drei kommandierenden Generälen und mehreren Divisionären beit klassi scheu Befehl erteilt hat: „Judenbagage wird voran ins Feuer gejagt!" Unter dieser Judenbagage verstand die Exzellenz allerdings ilicht die Kieiver praxisreichen Rechtsanwälte und die kriegsgewinnübersättigten Kiewer Armeelieferanten, sondern schon im Frieden halbverhungerte, von Pogromen ausgemergelte jüdisch: Soldaten." Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. Bisher wurden 6571 mitgeteitt. in der vorliegenden Nummer 80, zusammen 6660. Das Eiserne Kreuz 1. Klaffe. Sugenheim (Bayern). Reserve-Leutnant Dr. Julius Schloß, Rechtsprakt. in München, unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberleutnant. Das Eiserne Krenz 2. Klaffe. Barmen. Unteroffizier Paul R o t I) sl e i n, im Jnf.-Rgt. Rr. 190. Berlin. Gefreiter Hans A b c r l c. Offiziers-Stelivectreter Paul Arnstein. Rechtsanwalt Fritz C o h n. Wachtmeister Mar E Ilinger. Feld- und Bataillonsarzt Dr. Franz Engel. Komppagnie-Feldwebel Louis Gabriel. Einj.-Gefr. David C o p e r. Offiziers-Stellvertreter Leop. G a l l a n d. Gefr. stud. med. Kurt Eraßheim. Einj.-Unteroffizier Edgar Heinemann. Gefr. Rudolf Heinrich. Bataillonsalp Dr. H e n f ch k e. Ba^a'llonsarzt