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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-06-30 · 26 (30.6.1916) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
26 (30.6.1916)
Date
1916-06-30
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 442 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 26 lll I, i I 5 , L s: i j.i Zacharias K u h Sgl., gestorben in Wien am 3. Juli 1799, in dessen Grabschri,t sowohl als auch im Totenbuch der Vorname seines Vaters Zwar nicht angegeben ist, jedoch auf Grund seiner eigenen Unterschrift in einer Samntlungsliste ddo. 9. Juli 1797, wo er 300 fl. beiträgt und sich Zacharias I o ach im K u h unterschrieb, erhellt, daß er ebenfalls ein Sohn des Chaim ist. Nach den Vornamen der ersteit zwei Söhne Naphlalys — den ältesten, geb. 1752, nannte er (nach dem Vater seiner Gattin Malta) David, den zweiten, geb. 1753, dagegen nach seinein Vater Chaim — ist zu schließen, daß sein Vater, dessen Sterbedatum nirgends zu finden ist, ca. 1752 starb und wird wohl, da Zacha,- rias 1744 geboren wurde, nidjt viel über 50 Jahre gelebt haben. Malta Judit starb am 27. September 1804 im 7(5. Lebensjahre. Ihre Grabschrift rühmt die „in Israel bekannte Malta" als „Stadtlanith" (Fürsprecherin, ein bekannter Ausdruck für Personen, die bei Behörden Protektion iiben), „Fromme und Wohltäterin, besonders für Thoralerner". Aus beit Steuerlisten des Jahres 1794 ist zu sehen, daß sie, die bisher an Toleranzsteuer 30 sl. und an Lriegssteuer 60 fl. 44 Kr. jährlich leistete, jetzt „abwesend", somit in diesem Jahre keine Steuern zahlte. Wir finden sie erst wieder in der Steuerliste vom Jahre 1808 (Nr. 53), also 4 Jahre nach ihrem Ableben, mit der Anmerkung „bereits gestorben, aber bezahlt", alles in allem bloß Kriegsstener 15 sl. Sie wird dort mit 3 „Kindern" (und 4 Domestiquen) notiert, die aber 40 bis 50 Jahre alt waren (vermutlich weil sie eine gesonderte Steuerleistung nicht erschwingen konnten). Naftali Herz K u h hatte 6 Kinder, sämtlich in Prag geboren, von denen fünf in Wien lebten und urrter den Familiennamen Herzel, Kuh oder Herzelkuh sich in den Akten vorsinden, einer dagegen Herzenskron seinem Familiennamen machte. 1. David, geboren 1752, gestorben 20. September 1797. Als die behördliche Anordnung im Jahre 1788 zur Renovierung des alten Judenspitals erging, unterfertigten am 25. November a. c. 14 „Tollerierten" ciitz „Mayestätsgesuch" (überreicht 20. Januar 1789), worin sie bitten, aus ihrer Mitte eine sowohl der Regierung als auch den „Tollerierten" verantwortliche Vertreter zu wählen, deren Verfügung sich sämtliche „Tollerierten" unterzuordnen hätten. Diese 14 sind der Reihe nach: David (ben Josef) Wertheim, Nathan Arnstein, Salomon Herz, Samuel Götzl, Samson Wertheim, Dav id A r n st ein, Joach. L e i d e s d o r f, Mar H ö n i g, Aron Leidesdors, Josef W e r t h c i m, Jsak N a s s a u, Josef Epp in gen, unser damals kaum 37 Jahre alte David Kuh und zuletzt Lazar Wertheim, der spätere v. Wertheimstein, damals 45 Jahre alt. David unterzeichnet hier, wie alle übrigen, bloß Vor- und Familiennamen, ohne den Vornamen des Vaters hinzuzufügen, dagegen zahlte er die Steuern im Jahre 1794 auf den Namen David Herzelkuh. Aus seiner reduzierten Steuecleistung ist zu ersehen, daß seine Vermögensverhältnisse sich verschlechtert hatten: die 35 fl. jährliche „Tolleranzsteuer" zahlte er nicht mehr und die ,35 fl. jährliche Kriegssteuer sind auf 10 fl. reduziert worden. 4793 war er Vorsteher der Chewra-Kadischa. In einer vom 14. März a. c. „im Namen der hiesigen Judenschaft" von Sal. Herz, David Wertheim und Aron Leidesdorf unterfertigten Urkunde wird bestätigt, daß „zufolge eines hochlöblichen k. k. n.-ö. Regierungsschirmungsdekretes uns die hiesige Wohltätige Jüdische Gesellschaft durch Ihre derzeitige Vorsteher H. H.: Nathan A. Arnsteiner, Josef Edler v. Werlheim stein, Josef Epp inger, Joachim Leidesdorser, Lazar Wertheimer und David Herzt Kuh zum Behuf des dermal Aufbauens hiesiges Judenspitals eine Summe von Eintausend Gulden bar und richtig zu Händen des dermaligen Kassierers Herrn Max Cldler von Hönigsberg vorgeschossen, geloben und versprechen daher im Nahmen unserer besagt hiesigen Judenschaft obige Tausend F. "von dato nach sechs Jahre auf ihrem Verlangen wiederum bar an die berührte Wohltätige Gesellschaft ohne Aufenthalt zurückzuzahlen." Gefertigt ist die Urkunde: „Wien, den 14. März 1793. Salomon Herz, David Wertheimer, Aron Leidesdorser." Diese Urkunde ist insofern interessant, als sie anscheinend die einzige Quelle ist für den Fortbestand der im Jahre 1763 gegründeten crfteit Chewra-Kadischa und für die Zusammensetzung des Gesaintvorstaudes währeud des Jahres 1793. (Fortsetzung folgt) Literatur. Ein ungarisch,-Wisches Stuben lenbnch. Wir können von der Erscheinung eines wirklich bahnbrechenden Wertes berichten, welche) zum Schowuosfesie zunl erstenmale erschien eil ist und im jüdischen Publikum Ungarns das größte Interesse und die größte Befriedigung eriveckt hat. Es ist dies ein im ungarisch-jüdischen Verlage„E g y e n l ö s e g" ersch enenes „I ü d i s ch es S t u d e n t e n b u ch" (Zsidö diäkok köuyve 1916—5676). Das schölte Buch ist jüdische Jugendliteratur im bestell Sinne: hervorragende ungarisch-jüdische Gelehrte, Dichter und Schriftsteller haben hier unterhaltend und erziehend milgearbeiter. Sie ergötzen das junge Publikum, aber sie lehren es auch stolz zu sein auf jüdische Kultur, jüdische Geschichte und jüdische Literatur. Voll dem populär-wifsenschaftlichen Teil des Buches nennen wir zuerst die hochinteressante Studie des Dr. Bela Bernstein: „Das ungarische Judentum im Freiheitskriege 1848—49", in der unvergänglich schöne Aeußernngerr von Politikern und Heerführern über Vaterlandsliebe und Hingebung der einstigen jüdischen Honveds angeführt werden. Dr. Franz Lövy zeichnet die Geschichte der Sabbatarier in Siebenbürgen. Dr. Sigmund Großmann veröffentlicht eine interessante Episode über Ludwig Kossuth. Aus diesem Teile des Buches erwähneil wir noch den Aufsatz über Max Sutra, ferner die schöne Geschichte der ersten Palästinaansiedlung voll dem verewigten Meister Max Szabolcsi. Der zweite Teil des Buches enthält Salomolegenden, talmudis ch e Parabeln und T i e r f a b e l n des Midrasch in der trefflichen Bearbeitung des bekanntere Forschers Dr. Max Weiß. Es folgen null belletristische Beiträge, darunter auch ein vollständiger Jugendroman, dessen Held Simon ben Lakis ist, voll dem bekannten Romanzier Peter U j v a r i, Novellen von Max Szabolcsi, Samu Habe r, Hugo H a z a i und Andreas R o b o z — bestklingende Namen der ungarisch-jüdischen Belletristik. Ein anderer Teil des Werkes ist ein Deklamationsbuch: 15 Gedichte, von denen wir die Juda Halevi- und Gabriol-Uebersetzungen des Emil Makai, eine'Frug-Uebersetzung von Kosztol^änyi und drei Gordon-Uebertragungen von Ludwig Szabolcsi erivähnen. Das schöne Werk wird mit 17 meisterhaften Reproduktionen von biblischen Gemälden weltberühmter Maler gekrönt. R e m b r a n d t, Raffael, Botticelli, Dp l a r o ch e und andere große Meister der Bildkünst.

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