Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-06-30 · 26 (30.6.1916) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
26 (30.6.1916)
Date
1916-06-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3020846-3022195-3022222--25220-3050510
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 26 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 439 ner hat sich auch darauf zu erstrecken, daß die Verwaltung der Stiftungen und die Verwendung des Stiftungsvermögens stiftungs- und vorschriftsgemäß erfolgt und die etiva gesetzten Auflagen und Bestimmungen genau beachtet tverden. Um diese Aufsichtsbesugnisse in entsprechender Weise ausüben zu können, muß den Rabbinern das Recht zustehen, üoit den Stiftungsurkunden der bestehenden religiösen Stiftungen und von den Jahresrechnungen und Vermögensausweisen Einsicht zu nehmen; weiterhin muß den Rabbinern auf ihr Verlangen jederzeit Aufschluß, insbesondere über die Verwendung des Stiftungsvermögens und über die Erfüllung der besonderen Auflagen und Bedingungen, all die die Verweildung dieses Vermögens geknüpft ist, gegeben ue 'den. Jerusalem. Aus den Zeitungen erfahre ich, daß viele unserer braven Krieger infolge eines längeres! Au feil t - Haltes im Schützengraben und noch eine Reihe anderer Umstände sich ein Lungenleiden zugezogen haben. Es ist meines Erachtens eine der schönsten Aufgaben der Wohltätigkeit, sich aus Privatinitiative dieser Unglücklichen anzunehmen und vornehmlich für ihre Heilung zu sorgen. Wir, die 'Zuhausegebliebenen, haben die moralische Pflicht, für diese Leute, die sich zu unserem Wöhle, zur Sicherung unserer nationalen Existenz opferten, mit Anspannung unserer äußersten Kräfte zu sorgen. Ihre Rettung niuß die eminente Aufgabe der Gefe'lschaft bilden. Ich lese ja auch in den Zeitungen von verschiedenen privaten und gesellschaftlichen Aktionen, welche sich mit der Errichtung von Sanatorien für diese Kriegsopfer befassen, u. a. auch Herr Csepeli Manfred W e i ß. Insbesondere sollte es sich die jüdisch" Ge'wlschaft zur Aufgabe machen, für die kranken jüdischeil Helden das Ihrige zu tmt, und darf man hierbei keinesfalls den Schein von separatistischen Tendenzen aufkomlnen lassen. Ich möchte Ihre werte Aufmerksamkeit darauf hinlenken, daß Palästina, insbesondere Untergaliläa, infolge seiiles Klimas für die Errichtung von Sanatorien durchaus in Betracht kommt. Ich habe für eilt solches Projekt iit iersterMeihe die nächste Umgebung desKii ereth- Sees ins Auge gefaßt, lveil das Klima dieser Eiegend eillem sehr milden tropischen Klima entspricht und für Lungenkranke eine geradezu ideale Luft besitzt. Der Winter, der hier, lvie in Aegyptell, nur drei Monate dauert, äußert sich in ausgiebigen warmen Regengüßen, in der übrigen Zeit des Jahres herrscht das klarste Soilnenlvetter. Die Durchschnittsteinperatur beträgt ca. 30 Grad Celsius. Die Umgegend des Sees ist landschaftlich eine der schönstgelegenen der Welt. Der See selbst liegt etwa 200 Meter unter dem Meeresspiegel und ist voll.sanftem Hügelland umsäümt. Der Boden ist sehr fruchtbar und hat eine üppige tropische Vegetation. Die Luft ist sehr rein und absolut staubfrei, obwohl die Gegend keinerlei Wälder besitzt. An der Westseite des Sees liegt eine Reihe von jüdischen Kolonien, welche eilten intensiven Gemüsebau, Milchwirtschaft und Geflügelzucht betreibeil. In Friedenszeiten herrscht h'e', im Gegensatz zu Jerusalem, eilte Billigkeit, von der mall sich bei uns nur schwierig eine Vorstellung machen kann. So zahlte ich in der Kolonie Rösch Pinah als Tagespension für meine ausländischen Touristen in einem dort vorhandenen Hotel Frcs. 4.50. Hierfür wurde geboten : morgens Milchkaffee mit Brot, Butter. Käse und Honig: mittags eine Vorspeise, Fleisch mit Gemüse. Kompott, Kaffee und Obst; abends dasselbe, nur als Vorspeise Fische; außerdem täglich zweimal Tee, ferner Logis und Bedienung. In unmittelbarer Nähe voll Tiberias befinden sich sehr reiche schwefelhaltige Heilquellen, deren Wärmegehalt zirka 80 Grad Celsius beträgt, so daß Krallte, lvetche auf solche Therlnalquelleli angelviesen filld, hierill eine Heilbadgelegenheit finden. * Die Sicherheitsverhältnisse sind dieselben lvie bei ilns zu Hause. Die Fellachen sind durchaus friedlich ulld durch die zahlreichen nnlliegendell Kolonien all fremde Ansiedler gewöhnt. Es lväre vielleicht am zlveck entsprechendsten, solch ein Sanatorinm in einer bereits bestehende jüdische Kolonie zu errichten, was sehr viele Vorteile für sich hat. Man könnte dann mit Bestimmtheit darauf rechnen, daß der Bauplatz und das Terrain für Garten- und Parkanlagen von feiten der Kolonie nn entgeltlich zur Verfügung gestellt würden. Die Billigkeit des Bodens und allen anderell Bail Materials, ivelches sämtlichjam Platze vorhanden ist, ferner die hier üblichen billigen Maurerlöhne ermöglichen eine außerordentliche Niedrigkeit der Baukosten. Resümierend, sprechen also für die Wahl des Errichtungsplatzes in Palästina folgende Momente: 1. das für Lungenleidende sehr geeignete Kliilia: 2. das Vorhandensein von schwefelhaltigen Thermal quellen; 3. die Niedrigkeit der Anfchaffnngskosteil ulid 4. die billigell Unterhaltungskosten. Sollten Sie prinzipiell geneigt sein, der Verwirk lichung dieses Planes näher zu treten, so bin ich. gerne bereit, ein möglichst genaues, mit allen zuverlässigen Daten versehenes Exposee hierüber auszuarbeiten, das insbesondere ein annähernd genaues Budget der Alllage ulld Investitionskosten enthalten soll. Ich unterlasse dies bei der jetzigen Gelegenheit, weil die Beschaffung der betreffenden zuverlässigen Daten Mühe und Zeit in Alt spruch nimmt, bereit Aufwendung ich aufs Geratewohl nicht riskieren möchte. Ich habe mich deshalb an Ihre Adresse gewalldt, lveil ich Ihre Arbeitsfreudigkeit taute, mit der Sie sich allen Humanitären Allgelegenheiten an zu ne hm eil pflegen. Ich nehme auch an, daß Sie gelviß Mittet nitb Wege finden werden, die Verwirklichung dieses Projektes im Falle Ihrer Zustimmung durchzuführen. Es lvird Ihnen gelviß möglich sein, aus ein flu ß reichen Menschen ein Komitee zur Exekutierung znsammenzustellen. Die ge eigneteste Form werdeil Sie ja dort gelviß findeli können. Ihrer geneigten Antwort entgegensehend, zeichne ich hochachtungsvoll Julius S z a t m a r i. Jerusalem, ben 23. Mai 1916. Vermischtes. Kranzablösuirgs'pendcn zugunsten der Chcwra-Kadischa in Wien I.. Seitcnst.itenqaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sel. k. k. Kommerzialrates Mar Eisenberqer: Leopold Hirschmann Kr. 10.---, A. R. Mayer 20. . Mar Stern 50. , Dr. Josef Stern 50. . Dr. Reifer 50. . Ignaz Preitz 30. - , Weil und Firma Sar A- Comp. 30. . zusammen Kr. 240. . Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Jakob Hulles: Pauline Hulles Kr. 20. , Mendl Friedmann 20. Julius Friedmann 20. -, Stabsarzt Dr. M. Friedmann 20. . Leopold Baran 10. . zusammen Kr. 90. . Anläßlich des Ablebens der sel. Elisabeth Friedländer: Familie Adolf Friedländer Kr. 50.—, Familie Leo Kalmus, Triest. 50. , Marie und Wilhelm Sarl 30. . Sigmund Kopperl 10. . Alexander Kahnar 10. , Familie Sigmund Kohn 50.-. S. Kohn 10. , Ing. Tabell 10. , Ing. A. Marbach und Frau 15. , Familie Arnold Kohn 20. . Dr. Maximilian Sarl 50. . Dr. Erich Sa.rl 20. , Alfred Friedländer, Triest. 50. . I. Peschik, Aussig. 100. , Heinrich Friedländer. Aussig. 50. Jonas Friedländer 50.---, Elisabeth und Emil Sarl 30. - , zusammen Kr. 595.—.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.