Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 25 (23.6.1916)
- Date
- 1916-06-23
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 428 Tr. Bloch's Wochenschrift Ne. 25 durchaus nicht sämtliche Galizianer im Laude der Väter, sondern nur einen Teil und wird deshalb auch inoffiziell als der „Drohobyczer Kaule!" bezeichnet. Ein großer Teil der galizischeu Kolonien in Palästina gehört zu den Kaulelim K o s s o w, W i z n i tz und O t t y n i a, die von der „Galizischen Gemeinde" niemals Unterstützungen erhielten und gegenwärtig, da ja gerade ihre Heimatsgebiete im östlichen Galizien unter dem Kriege am schwersten zu leiden haben, auch von ihren Angehörigen keine Unterstützung erhalten, deswegen der Hilfe von anderer Seite vor allen übrigen bedürfen. Diese Notleidenden vor dem Hungertode zu retten, hat sich die „Hilfskommission 1915" zunächst verpflichtet erachtet. Wie mit dem „Drohobyczer Kaulel", der sich „Galizische Gemeinde" nennt, nicht anders verhält es sich mit der „Oesterr.- ung.-böhnn-mähr. Jsraelitengemeinde", die sich auf ihren Telegrammformularen nur als „Ungarischer Kaulel" bezeichnet. Allein, auch die Bezeichnung „Ungarischer Kaulel" entspricht nicht vollständig der Wirklichkeit, denn eine Reihe ungarischer Komitate, wie M a r m a r o s, Siebenbürgen, Berg, sind in diesem „ungarischen Kaulel" nicht vertreten und die Eingewanderten aus diesen Gegenden Ungarns werden von ihm nicht unterstützt. Die schütz- und hilflosen ungarischen Staatsangehörigen aus Marmoros und Berg sind also ausschließlich auf Unterstützungen der „Hilsskommission 1915" angewiesen. Wie die Kuratoren der sogenannten „Galizischen Gemeinde" in Oesterreich das Anerbieten der „Hilsskommission 1915" zu gemeinsamer Arbeit abgelehnt haben, so wurde auch von der Leitung jener Gemeinde in Jerusalem selbst - nach einem dem hohen k. u. I. Ministerium des Aeutzern in Wien erstatteten Berichte des österr.-ung. Konsulates in Jerusalem — die A n - gäbe über Seelen za hl ihrer Schutzbefohlenen verweigert, ohne die naturgemäß jede Beteilung unmöglich ist. Wenn trotzdem von den Beteiligten gegen die „Hilfskommission 1915" Beschwerden ausgestreut werden, so überlassen wir dieses Verfahren der öffentlichen Beurteilung. Die „Hilsskommission 1915" hat viele hunderte und hunderte Familien österr.-ung. Staatsangehörigen in Palästina buchstäblich vor dem Hungertode bewahrt und der kräftigste und schönste Beweis ihres segensreichen Wirkens bildet die Tatsache, daß unser hohes Ministerium des Aeußern auf Grund der Konsularberichts das Rettungswerk der „Hilsskommission 1915" tatkräftig, auch durch einen namhaften Geldbetrag, zu fördern unternommen hat. Notizen. Jüdische Bühne. Direktion S. Podzamcze, 2. Bez., Taborstraße 12 (Hotel Stefanie). Wochen-Programm: Samstag, den 24.. und Sonntag, den 25. Juni, zum erstenmale, Neu: „Zu spät". Lebensbild in vier Aufzügen von Richter. Sonntag, den 25. Juni, nachmittags halb 4 Uhr: „Chanele, die Näherin", Lebensbild in vier Aufzügen von Feinmann. Mittwoch, den 28. Juni: „Chofni und Pinches", Lebensbild in vier Aufzügen. Donnerstag, den 29. Juni, nachmittags halb 4 Uhr: „Herzele Mejüches", Lebensbild in vier Aufzügen; abends 8 Uhr: „Adam und Eva", Lebensbild in vier Aufzügen. In Vorbereitung : „Die Zigeunerin". Die neuen Rote Kreuz-Lose. Die Oesterreichische Gesellschaft vom Roten Kreuz, die im Kriege Leistungen von überwältigender Größe vollbracht hat, und die jetzt schon während des Krieges für die Friedenszeit Vorsorge zu treffen sich anschickt, hat sich, gestützt auf einen von der Anglo-österreichischen Bank in Wien entworfenen Finanzplan, an das Finanzministerium mit der Bitte gewendet, ihr die Aufnahme eines Losanlehens in der Höhe von 40 Millionen Kronen, e'ingeteilt in 2 Milliarden Stück Prämienschuldverschreibungen zu 20 Kronen Nominale, zu ermöglichen. Mit Rücksicht darauf, daß ein solches Losanlehen als das einzige Mittel erschien, der Gesellschaft einen Fonds sicherzustellen, audem sie in späteren Friedensjahren die Kosten ihrer großen, dem Wähle des Staates und der Kriegsmacht dienenden Aufgaben bestreiten kann, hat das Finanzministerium dieser Bitte Rechnung getragen und in Uebereinstimmung mit den übrigen Ministerien die allerhöchste Genehmigung des Anlehens erbeten. Der Kaiser hat eine kaiserl. Verordnung dieses Inhalts sanktioniert, und wird» diese Verordnung, deren Einzelheiten im vorstehenden wiedergegeben sind, bereits im Reichsgesetzblatt verlautbart. Die neue Losanleihe. Dank dieser Entschließung des Kaisers wird es der Oesterreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz nun ermöglicht, ihre Arbeit auf neuer, erweiterter Grundlage fortzusetzen. Die Gesamtcmission der Losanleihe beträgt 2 Millionen Lose ä Nominale 20 Kronen, ein Nennwert, der aber wirklich nur ganz nominell ist, denn der kleinste Treffer setzt sofort mit 30 Kronen ein. All diese 2 Mill. Lose hat nun ein unter Führung der Anglo-österreichischen Bank stehendes Bankenkonsortium übernommen, um die Gesellschaft vom Roten Kreuz vorweg .sicherzustelleu, also ihr das Erreichen des hehren, von ihr erstrebten Zwecke sofort zu verbürgen. An diesem Konsortium nehmen das Bankhaus S. M v. Rothschild und alle österreichischen Großbanken ml. Die Lose sind vom Roten Kreuz an das Konsortium mit entsprechendem Aufgeld fest begeben worden, wobei für das Rote Kreuz aber erfreulicherweise noch ein sehr hoher, eventuell bis zu 70 Prozent steigender Anteilam etwaigen Gewinn der Bantengruppe vereinbart worden ist. Das Rote Kreuz bekommt also nicht bloß den jetzigen Uebernahmspreis ausbezahlt, es hat vielmehr späterhin noch auf einen weiteren Zufluß aus dem Erlös der Losanleihe zu rechnen. Die Dankengruppe wird diese neuen Roten Kreuz-Lose schon binnen kürzester Zeit auf dem Wege der öffentlichen Zeichnung zuni Kauf anbieten. Damit wird dann jedem Gelegenheit geboten sein, in den Grenzen seines Könnens, nach seinen Kräften mit beizutragen, mitzuhelfen bei der segensreichen Tätigkeit, die das Rote Kreuz für unsere Lieben im .Felde und zur See, für all die Millionen tapferer Streiter entfaltet. Die rege Beteiligung an der Losanleihe des Roten Kreuzes ist ganz so eine nur selbstverständliche Bürgerpflicht, wie dies die Zeichnung der Kriegsanleihe war. Haben die Kriegsanleihen dem Reichs die Mittel zur Führung des Krieges gebracht, so ist diese Losanleihe des Roten Kreuzes berufen, der Oesterreichischen Gesellschast vom Roten Kreuz, die Linderung und Heilung der Wunden, die der Krieg schlägt, zu ermöglichen. Poneinn rvociinlit Für cinon .iur|gen Mann aus sut & CtiiSlIlli (JwOliUlila bürgerlicher Familie, mit stark herabgesetztem Sehvermögen, wird bei gut bürge lieber Familie in XIV., Reindorfgas.se, oder in nächster Nähe eine Wohnung mit vollständiger Verpflegung gesucht, wo er Familienanschluß haben kann und wo Mann im Hause ist. Anträge unter „Vertrauensvoll“ an die Administration des Blattes. Tnfalliflüflta Homo gehoreneveutsche, aus frommem imciliy&lltc 1/CflllC) Hause, mit Spraehkennlnissen, die jahrelang in New-York war, mit der Führung eines rituellen Haushaltes völlig vertraut, sucht geeignete Stellung in frommem rituellem, wenn möglich, frauenlosem Haushalt oder als Stütze der Hausfrau. Zuschriften unter »M. .].< an die Administration dieses Blattes. G. Einfache Wirtschaftsgehilfin (Israelitin), die etwas Kochen und Nähen kann, wird neben Wirtschafterin für ein Wohlfahrtsinstitut gesucht. Vorzustellen I.) Heinriclisgasse 4, II. Stock, Thür 9. von 8 — 10 Uhr. Hebräischen Unterricht Tür 20. erteilt Lehrerin mit Schulpraxis. Franz Josefs-Kai 49, G. Tntollillllfifa bittet in besserem Hause als Stütze XUlClliy UlllC E i alt der Hausfrau, Gesellschafterin oder auch als Verkäuferin unterzukommen. Selbe war in allen diesen Fächern schon früher tätig. Gefällige Zuschriften an die Admini stration des Blattes. Cafe „Warszava“, Lemberg. Zionisten treffen sich am Sonntag zwischen 3 bis 5 Uhr nachmittags im Cafd „Warszava“. — Gäste herzlich willkommen. Jüngere isr. tüchtige Wirtschafterin, perfekte Köchin mit Zeugnis, die schon in großem Betriebe gearbeitet hat, wird für rituelle große Ausspeisung gesucht. Briefe mit Gehaltsansprüche unter „Verläßlich“ an die Redaktion dieses Blattes.!! Soeben erschienen!!!! Soeben erschienen!! Perez Smofenskin Einige Grundzüge seiner Zeit nebst seiner Wirksamkeit von L. Rosenblatt. 14$ ‘ Preis 6o Pfennig -MG Hebräische Buchhandlung G. Boas Nachfolger, Berlin, Neue Friedrichstrasse 69 Man verlange gratis Katalog 13 und 14 Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef S. Bloch — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, VII.