Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 24 (16.6.1916)
- Date
- 1916-06-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 396 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 84 erregt Hin und her. An den Menschen sieht er vorbei. Der Zar spricht vom Kriege als von einem fürchterlichen Unglück, das Rußland betroffen hat. Trotz der sich oft bei ihm wiederholenden Versicherung, Rußland werde sich aufraffen und seine Feinde niederschmettern, spreche eine tiefe Mutlosigkeit aus dem Zaren. Hin und wieder merkt man dem Zaren eine gewisse Gereiztheit an. Die Audienz -beim!Zaren dauerte etwa eine halbe Stunde. In Gesellschaft des Zaren befand sich R a s p u t i n, der aus jeden einen unangenehmen Eindruck machte. Zn seinen tiefliegenden Augen lodern böse Leidenschaften. Er unterbricht den Zaren öfters im Gespräch und führt das Gespräch fort, wenn der Zar stockt. R a s p u - t i n, der sich bald zurüctzog, verstand trotz seiner anscheinenden Intelligenz sehr wenig von den geführten Gesprächen. Man gewinnt von dem sonderbaren Mönch nicht den Eindruck eines hervorragenden Menschen. Es ist unfaßbar, wie R a s p u t i n auf den Zaren solchen Einfluß gewinnen konnte." Daß von diesem Zaren eine Erneuerung Rußlands auf völkerfreundlichen Grundlagen ausgehen sollte, ist doch wohl nur eine bewußte Selbsttäuschung der französischen Sozialisten. Es ist auch nicht uninteressant, daran zu erinnern, mit welchen Anschauungen vor 25 Jahren Herr Jules Guesde diesem russischen Bündnis begegnete, derselbe Guesde, welcher jetzt französischer Minister ist und für die Zivilisierung Europas mit Hilfe des des Zarell und seiner Kosaken plädiert. Herr Guesde sagte unmittelbar nach den: Zu,- standekommen der Allianz im Jahre 1891 in einem in Paris erscheinenden polnisch?« sozialdemokratische! Blatte „Porudka" in einem Leitartikel folgendes i „Ihr befragt mich, geehrte Bürger, was die französischen Arbeiter über das Liebäugeln unserer sogenannten Republik mit dem Zaren aller Reussen denken. Obgleich wir unsere Meinung darüber schon mehrere Male öffentlich ausgesprochen haben, so werde ich doch nicht unterlassen, ihnen noch einmal zu wiederholen, daß wir diese Allianz unseres Vaterlandes mit der Regierung der Ragajka als Frevel betrachten müssen. Nur solch eine verfaulte Klasse, wie unsere Bourgeoisie ist, scheut nicht vor dem Gedanken an die russische Lawine, welche die westliche Kultur bedroht, nur von dem Glanze des Goldes verblendeter moralischer Paria kann mit den Alkoholikern an der Newa liebäugeln. Wir .versichern sie, daß nur die Emporkömmlinge, von fremder Arbeit lebende, nichtsnutzige Kerle, in den Cafe-chantants die befleckte Marseillaise nach der russischen Hymne spielen lassen; daß nur unsere Regierung, welche in Fournies die Arbeitermorde organisiert hat, sich mit dem Zaren, dem Henker, verbrüdern kann. Unser Volk aber, Tausende und Abertausende unserer Arbeiter spucken mit Abscheu auf dieses Delirium moscoviluin und wenden ihre Sympathien nach einer ganz anderen Richtung hin. Diese Sympathien sind mit Polen, diesem Bollwerk gegen den Feind aller steiheitlichen Menschengesellschaften, sie sind mit den polnischen Revolutionären, die so viel Blut für die Freiheit ihres Volkes vergossen haben. Versichert, geehrte Bürger, alle Polen, die an der großen Internationale ihren Anteil haben, daß sich in Frankreich, der Kommune, nichts geändert habe, daß sich nur ein kleines Häuflein unserer Versaillier zu Kosaken umwandeln möchte. Saget ihnen, sie sollen unsere Minister, die größten Feinde Frankreichs, welche es von seiner geschichtlichen Bahn der Revolution abdrängen wollen, nicht für das französische Volk halten. Frankreich habe immer alle heiligen Aufstände unterstützt und die Bedrängten und Unterjochten aller Länder für seine Brüder, denen es so rasch als möglich zu helfen bereit sei, betrachtet. Der moskowitische Zarismus habe nur das kleine Frankreich der Kapitalisten, denen er die Taschen durchsucht, und das Frankreich der Regierenden, deren Tage gezählt sind, unterjocht. Demgegenüber treten aber mit Begeisterung für die Hryniewiecki's *) und die Padlewski's **) die kompakten Massen des großen Frankreichs der Arbeiterschaft, des Frankreichs der Freiheit und ber Revolution. Es lebe das sozialdemokratische Polen!" *) Hryniewiecki, ein polnischer Revolutionär, dessen Bombe den Zaren Alerander II. tötete. **) Padlewski, ein polnischer Sozialdemokrat, erschoß in Paris den russischen General Seliwestrow. Also schrieb ad usum der polnischen Genossen im Jahre 1891 der französische Sozialistenführer Jules Guesde und derselbe Herr Guesde ist jetzt Mitglied der französischen Regierung, welche mit dem „blutigen Zaren" und „dem Zaren, dem Henker," im engsten Bündnis gegen die Freiheit der Völker kämpft. Kriegsdekoralionen jüdischer Offiziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: das Ritterkreuz des Franz Josef-Or-- d e n s am Bande des Militärverdienstkreuzes für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde dem Militär- Stabstierarzt Dr. vet. Markus Kling er, Ul.-Reg.; für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienste vor denr Feinde dem Regimentsärzt d. R. Dr. Alfred Ars niste in, J.i-R.; dem Regimentsarzt d. R. Dr. Rastatt Gold stein, Ldwreg.; dem Regimentsarzt Dr. Marzell G l a s e r, ung. Ldwreg.; dem Zivilarzt Dx. Wilhelm Meißels, ung. Ldwreg.; das Militärverdien st kreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration für tapferes Verhalten vor dem Feinde dein Leutnant d. R. Miecislaus L o r i a, J.-R.: das silb. Signum laudis am Bande des Militärverdienstkreuzes (neuerliche kaiserliche belobende Anerkennung) für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Leutnant d. R. Robert Go l dar beiter, Fest.»- Art.-Bat.; dem Oberleutnant Saul Feuerstein, ung. Ldw.-Div.; das Signum laudis am Bande des Militärverdienstkreuzes (kaiserliche belobende Anerkennung) für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Oberleutnant a. D. Max Eisler, Geb.-Haub.-Batterie; dem Ldst.-Oberleutnant Josef Reis-z, Kommandant einer Kriegsgef.-Abt.; für vorzügliche Dienste in besonderer Verwendung denk Oberleutnant a. D. Samuel Hübsch, Kreis-Kommando; für vorzügliche Dienste vor dem Feinde dem Oberleutnant d. R. Alfred Popper, Traindiv.; den Leutnants d. R. Kurt Taussig, Pionierkomp.; Julius Braun, Traindiv.; Eduard Ehrlich, Traindivision; für tapferes Verhalten vor dem Feinde den Oberleutnants d. R. Arpad Steiner, Ldst.-Reg.; Jakob Krakauer, J.-R.; den Leuttrants d. R. Dr. Robert Abarbanell, Jns.-Reg.; Alfred B o n d y, Inf.-Regiment; für vorzügliche Dienste vor dem Feinde den. Oberleutnants Dr. Phil. Arnold Hahn, Jnf.-Div.; Dr. Phil. Jakob Herz, Küstenschutzabt.; dem Leutnant d. R. Siegmund Mautner, Traindiv.; dem Oberleutnantauditor Dr. Jakob Zaloscer, Kmdo. in Montenegro; dem Stabsarzt Dr. Oskar L ö v e n b e i n, J.-R.; dem Oberstabsarzt 2. Klasse Dr. Joachim Müller, Jnf.-Div.; für tapferes Verhalten vor dem Fleinde den Oberleuttrants Artur Rosen stein, Ldst.-Reg.; Robert Men dl, Ldst.-Reg.; dem Leutnant d. R. Ernst Frhr. Popper v. P o d h x -a g Y, Kmdt." einer Masch.-Gew.-Abt.; für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde den Oberleutnant Harry Altmann, bes. Verw.; für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vor dem Feinde dem Regimentsarzt Dr. Isidor Rosner, Ldw.-Reg.; für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde dem Ldst.-Jng.-Leuttrant Boris Cz aczkes, Kmdt. einer Arb.-« Abt.; für tapferes Verhalten den Oberleutnants d. M. Ign az S ch ö n f e l d, ung. Ldw.-Reg.; Heinrich - R o t h, ung. Ldst.-Reg.; den Ldst.-Assistenziärzten Dr. Maximi-: lian Popper, ung. Ldw.-Reg., und Dr. Ignaz Steilt c r, ung. Ldst.-Reg.; für vorzügliche Dienste vor dsem Feinde den Oberleutnants Victor Heller und Sieg-