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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-06-09 · 23 (9.6.1916) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
23 (9.6.1916)
Date
1916-06-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 390 Tr. Bloch's Wochenschrift Nr. 23 der 1914 erhielt er den Auftrag, mit 60 Mann den rechten Flügel der ausgeschwärmten Schützen zu ver< stärken. Sie stürmten im Dunkel der Nacht vor und achteten nicht, daß hinter ihnen inzwischen der Sturmangriff abgebrochen worden war. Unerwartet hielt sie eilt feindlicher Schützengraben auf, dessen Besatzung non 130 Mann nach kaum ernstlichem Widerstaitde die Waffen wegwarf und sich ergab. Als sie sich aber der Leute versichern wollten, setzte so heftiges Artilleriefeuer des Gegners ein, daß schoit nach den ersten Granaten über die Hälfte der Franzosen tot zusammenbrach. Mit den unverwundet gebliebenen 14 Mann seines Zuges schwenkte R u e f s rechts nach der Ortschaft Beaumont ab, die soeben erst vom Feinde geräumt worden war, machte inmitten der Häuser 20 Gefangene, nahm einen Munitionstransport und eine Sanitätskolonne Volt 36 Mann und zwei Aerzten nebst etwa 100 Leichtverivundeten, die alle anstandslos ihre Waffen abgaben und auf dein Marktplätze von zwei der Unsrigen bewacht wurden, gefangen. Mit den übrigen 12 Mann hielt Ru e ff den Ausgang des Dorfes besetzt. Um halb 6 Uhr in der Frühe gingen zwei französische Konipagnie zum Sturm gegelt die Dreizehn vor, ließen sich aber durch das wirkfame Schnellfeuer immer wieder Niederhalten. Um Mittag zogen sich die Feinde ergebnislos und unter Verlusten zurück. Bon 2 Uhr ab wurde Beaumont fast drei Stundcn lang in heftiger Weise von deutscher ultd französischer Artillerie zu gleicher Zeit beschossen, tvoftei die- Gefangenen stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Gegen 5 Uhr führte die Brigade den in der Nacht abgebrochenen Sturm durch mrd war völlig überrascht, in Beaumont schon Deutsche vorzufinden. Drei Tage später überreichte der Korpskommandant General v. Stein bcii Vierzehn persönlich das Eiserne Kreuz 2. Klaffe: Riieff,...der chiese, Auszeichnung..fchon. iin,..Ueptepcher erhalten hatte, das Eiserne Kreuz 1. Klasse. ßm jüdischer Kenerak. Eitglisch-jüdische Zeitungen beschäftigen sich jetzt viel mit einem australischen General John Monas ch, der sich irr diesem Kriege und schoit früher in Kotonialkänrpfen ganz hervorragend bewährt haben uitd in englischen Militärkreiselt überaus geschätzt sein soll. Es wird darauf hingewiesen, daß General Monas ch ein leib-j hastiger Neffe unseres bekannten Historikers Prof. Heinrich Grätz ist. Seines Vaters Schwester war die Gattin des Professors G r ä tz. Er ist bereits in Australien ge; boren, wohin sein Vater scholl in jungen Jahren aus; lvailderte. Dieser ist geboren in K r oto schin in Posen, das bekanntlich auch die Heimat Max N o r d a u s ist. Korrespondenzen. Tic Aktion für dir galizischrn Kriegswaisen. Tie Regierung hat der äußerst dringlichen Aktion zugunsteit der leider so zahlreichen Waisen des galitz zischen Kriegsgebietes die einzig richtige Form gegeben, indem sie dieselbe nach nationalen und religiösen Geisichtspunkten organisierte. Man muß nur einigermaßen mit den sozialen Verhältnissen im Lande vertraut sein, um zu begreifen, daß die Aktion nur auf diesem Wege die erwünschten Resultate zeitigen werde. Getrenitt marschieren, vereint schlagen, wobei als der zu besiegende Feind die große Gefahr gilt, die der Heranwachsenden, infolge des Krieges ihrer elterlichen Fürsorge beraubten jungen Generation droht, deren physische und moralische Rettung Staat uitb Gesellschaft in gleichem Maße am Herzeit liegen müssen. Die galizische Statthallerei, in deren Namen Hofrat Brückuer die ganze Aktivll leitet, hat also je ein polnisches, ruthenisches mit) jüdisches Zentralkomitee für die Waisensürsorge ins Leben gerufen, an die Spitze des letzteren den Hofrat Saar e in Krakau gestellt. Die jüdische Aktion soll in'administrativer Hiusicht iu je eine west- und ostgalizische Sektion geteilt sein, wobei jedoch zur Beschlußfassung über prinzipielle Fragen von Zeit zu Zeit gemeinsame Beratuugen stattfindeu sollen. Die Mitglieder beider Sektionen sind von der Regierung ernann? worden, wobei jedoch jeder Sektion die Kooptierung einer festgesetzten Zahl weiterer Mitgliedern freisteht. Dem Umstände, daß die zu betreuenden Kinder zum überwiegenden Teile streng orthodoxen Kreisen angehören, hat die Statthalterei bei der Zusammensetzung des Kuratoriums snuigermaßen dadurch Rechnung getragen, daß sie die Herren Rabbiner Dr. Guttmann, Lemberg, Rabbiner kais. Rat Lew in, Sambor, Universitätsprofessor Dr. S ch o r r, Lemberg, iu das Zentralkomitee berief, während Rabbiner Dr. Thon, .Krakau, im Wege der Kooptierung Sitz und Stimme erhielt. — Wir hätten allerdings auch Herrn Rabbiner Schmelkes gern als Mitglied des Kuratoriums begrüßt. An der Spitze der ostgalizischen Sektion steht der Präsident der Lemberger „B'nai B'rith"-Loge Dr. Emil Parnas, der bisher im jüdischen öffentlichen Leben wenig hervorgetreten ist, jedoch als Vorsitzender mehrerer jüdischer Humanitären Vereine eine sympathische Tätigkeit entfaltet hat utld von dessen Energie und Umsicht man sich auch hier manches versprechen darf. Eine sehr glückliche Wahl hat das Komitee durch die Berufung des Generalsekretärs in der Person des Religionsle'hrer David Rubenzahl getroffen. Derselfte hat schon im Rahmen des Lemberger jüd. Hilfskomitees eine segensreiche Tätigkeit.ftp..Dienste.der. Kriegswaisen entwickelt, die Errichtung des ersten jüdischen Kriegs- Waisenhauses in Lemberg ist fast ausschließlich sein Verdienst. — Nachdem vor einigen Tagen ein ähnliches Waisenhaus in Sambor und früher schon solche in Gliniany und Przemyslany entstanden sind, soll in nächster Zeit an die Errichtung von Waisenhäusern in den größeren Ortschaften des Landes herangetreten werden. Die öffentliche Meinung begleitet die Tätigkeit des jüdischen Zentralwaisenkomitees mit den wärmsten Sympathien und besten Hoffttungen auf einen guten Erfolg. Es soll jedenfalls eine gut jüdische Arbeit werden, die einst Zeugnis davon ablegen wird, inwieweit sich das galizische Judentum der Größe des historischen Augenblickes gewachsen zeigte. Es ist eine Arbeit, deren Bedeutung whit über den AugeiH blick hinausreicht und deren rege Förderung auch dem Gesamtjndentum am Herzen liegen soll. Gilt es ja mehr denn 10.000 jüdischen Waisen zu tüchtigen, braven Menschen, aber auch zu stammestreuen, für das Judentum und dessen Kultur begeisterten Juden zu erziehen, daruni helfe jeder mit, in dessen Brust ein menschliches, ein jüdisches Herz schlägt. Ten Damen und Herren jedoch, die sich dieser ebenso schweren als lobenswerten Tätigtz keit zu Undinen im Begriffe sind, sei es gesagt, daß die jüdische Oeffentlichkeit auf eine im modernen Geiste gctz leitete, dabei jedoch entschieden jüdische Erziehung der Kiuder Gewicht legt und sich gegen jede dieser Richtlinie zuwiderlaufenden Methode ebenso entschieden auflehnen müßte. I. B. . . . Wien, 5. Juni 1916. IX., Universitätsstr. 8. Sehr geehrter Herr Redakteur! In der Nummer 10 der „Mysl Zydoivska" vom 17. Mai d. I. findet sich ein Bericht über eine von mir mit mehreren Herren in Lublin abgehaltenen Beratung, in welchem eine Reihe mir zugeschriebener Aeußerungen als die Anschauungen des „Oesterreichischen Zentralkomitees zur Wahrung der

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