Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 19 (12.5.1916)
- Date
- 1916-05-12
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr. 19 Tr. Bloch's Wochenschrift Seite 329 Brockensammlung für jüdische Arme. Verteilungslokal: Alserstraße 42. Cs liegen 98 Gesuche vor, in denen Flüchtlinge und Wiener Arme um Unterstützung bitten. _ Spenden sandten: Bankier Wilhelm ^-cheyer Kr. 50.; Naphthagesellschaft „Galicia" 100.—; Leopold Blum 20.—; Frau Generaldirektor Horch 20.— .; D. Hartenstein 10.—; Philipp von Eomperz. 20 —; S. Gut 5.—; S. Mandler 4.—; Dr. Iacobsohn 4.—; S. Mras 10.—. Kleider und Wäsche sandten: Hermann Mayer, Frau Ingenieur Armut, Königer, Direktor Weißenstein, Dora Reich. Ingenieur Gustav Wolf, Nosenbaum, Flammendorf. Dukes. Karoline Klein, Klara Glücksthal. Stephanie Korngut. Reininger, Mizzi Weinberg, Dr. Kohn. Rosa Allina, Katharina Tauber. Herschmann, Heral. Honig. Theodor Plohn. Agathe Rubiner. Frau Dr. Pfeffer. ... . Die nächste Verteilung findet am 15. Mai statt. Groß ist die Nachfrage nach Schuhzeug, Männerkleidern. Einrichtungsgegcnständen. _ Eine Karte genügt und wir lassen die Sachen abholen. Da alle Spenden bereits verteilt sind, bitten wir dringend, der Armen zu gedenken, die auf die nächste Verteilung hoffen. Ida B a r b e r. Bezugnehmend auf den jüngst erschienenen Artikel, die Generalversammlung der Wiener Brockensammlungfürjüdis ch e Arme betreffend, wird uns von geschätzter Seite milgeteilt, daß das schöne, große Verteilungslokal. 9. Bez., Alserstraße 42. von dem Hauseigentümer, Herrn k. u. k. Regimentsarzt Dr. med. Maximilian Hirsch, dem Verein gratis zur Verfügung gestellt wurde. Herr Dr. med. Maximilian Hirsch, der seit Kriegsbeginn im Felde .steht, ist für sein verdienstvolles Wirken als Chirurg bereits mehrfach dekoriert worden und hat, gemeinsam mit seiner Gattin, auf humanitärem Gebiete Hervorragendes geleistet. „Weibliche Fürsorge", Kriegsmütterkvmitee. An Spenden für die Mütter gefallener und erwerblos gewordener jüdischer Krieger sind dem Dr. Feuchtwang-Komitee zugegeslossen: Subvention der k. k. priv. Kreditanstalt für Handel und Gewerbe Kr. 200.—; Frau Olga Friedmann 100.—; Frau Bertha Donreich 55.—; Herr Ben Jehuda 5.—; im ganzen Kr. 4314.—. Weitere Spenden zu diesem schönen Zweck nimmt entgegen: „Weibliche Fürsorge". 1. Bez.. Schottengasse 10, oder Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang, 16. Bez., Edelhofgasfe 36. Wien. Ein „Jüdischer Liederabend" zugunsten des Palästina-Hilfswerkes für die jüdischen Kolonien fand kürzlich im mittleren Konzerthaussaale statt. Mittel- und Kernpunkt des schönen Abends bildeten die Chöre und Lieder des unter der Leitung des Prof. Artur Wolf stehenden Gesangvereines „Hakinor". um die sich die mit dem größten Beisalle aufgenommenen Vorträge der Milwirkenden: Ferdinand Onno, Mea Steuermann und Mar Hanke gruppierten. Zum Dortrag kamen Dichtungen von Abeles, Beer-Hofftnann, Bialik, Feiwel, Ludw. Aug. Frankl. Börries Freiherr v. Münchhausen, Morris Rosenfeld. Zlocisti. Zuckermann und Lieder und Chöre von Brüll, Goldmark, Löwenberg und Artur Wolf. Namentlich gefiel das von letzterem für Chor mit Altsolo — gesungen von Frl. Sidonie Schwarz — bearbeitete Volkslied „Rozinkes mit Mandeln", das stürmisch zur Wiederholung verlangt wurde. Wien. (Wohltätigkeits-Akademie.) Am 11. April d. I. hatte der Döblinger jüdische Frauenverein ein vornehmes Publikum bei einem Nachmittagstee zugunsten Kriegsblinder in den Reichshallen, 1. Bez., Dorotheergasse 6, versammelt. Konzertsängerin Frau Gusti Pick-Fürth sang, von Frl. Ada Goldschmied begleitet, Lieder und gefiel besonders durch den Wohllaut und die Klangfülle ihrer Stimme. Frau Ada Levin- Kelsen brachte ihre Chansons mit viel Anmut und Pointierung zu «glänzender Wirkung. Frau Emmy v. Emmering las: „Dummerchen" von Widmann mit künstlerischer Einfachheit. Herr k. k. Hofmusiker K a l l m u s als Geiger und Herr Prof. M e n z e r als Solospieler und Begleiter, stellten ihre anerkannte Künstlerschaft in den Dienst der guten Sache. Als Höhepunkt wirkte die graziöse und anmutige ^kleine Lilly Weiß, die jedoch keine Tänzerin von Berus ist, unter musikalischer Mitwirkung von Frl. Maria Kukatschka, durch ihre vollendeten Darbietungen. Besonders hervorzuheben ist ihre Fußspitzenkunst, womit sie in Schuberts deutschen Tänzen, sowie Rubinsteins Romanze das Publikum entzückte. Zum Schlüsse brachte die Kleine einen englischen Tanz reizend zur Wirkung. Aus dem Reinerträgnisse dieser Veranstaltung wurden dem Kriegsfürsorgeamt für im Felde erblindete Soldaten Kr. 300.— überwiesen. __ Wien. Am 29. April verblich Frau Sofie Schiff, Gattin des Herrn B. Schiff, Vorsteher der „Adas Iisroel" und „Gabai für Palästina". Mit ihr schied aus unserer Mitte eine Frau, die, treu den Traditionen des elterlichen Hauses, ihrem Gatten zur Seite stand ein jüdisches Haus zu gründen, in dem die drei Grundpfeiler des Judentums: Thora, Awodah und Gmilus Chassodim gehegt und gepflegt werden. Wie sich in diesem Hause die Talmide Chachamim heimisch fühlen, wie da musterhafte Frömmigkeit herrscht, wie alle Armen und Bedrückten Rat und Hilfe finden, das zu schildern vermag meine Feder nicht. Seit einiger Zeit leidend, oblag die Verblichene den übernommenen Liebespslichten mit Anspannung» aller Kräfte. Die Lücke, die ihr Hinscheiden in ihrem Kreise verursacht, wird kaum auszufüllen sein, denn leider werden die Erzmütter, die nur ihrer Familie und den Notleidenden leben, für sich aber keine Ansprüche an das Leben stellen, immer seltener. Die Ueberführung vom Trauerhause fand in Anwesenheit einer unabsehbaren Menschenmenge statt. Herr Rabbiner Fürst und ein Neffe der Dahingeschiedenen gaben den Trauergefühlen aller Freunde des Hauses und der zahlreichen Armen tiefbewegten Ausdruck. In Sopron-Keresztur, wo sich viele Wiener Freunde der Familie einfanden, hielt Herr Rabb. G r ü n w a l d einen tiefempfundenen Hesped. Die schwergeprüfte Familie wird Trost darin finden, die großzügige Wohltätigkeit der Verblichenen fortzusetzen. Wien. Im hohen Greisenalter, im 80. Lebensjahre, ist ein geachtetes Mitglied der israelitischen Kultusgemeinde, Herr Rubin N a t h a n f o h n, Oberhaupt einer angesehenen Familie. Samstag, den 29. April, nach kurzem Leiden verschieden. Der Verblichene, ehemals ein Kaufmann, welcher sich schon vor vielen Jahren ins Privatleben zurückgezogen, hatte stets ein warmfühlendes Herz und eine offene Hand für die Bedürftigen und war durch liefen religiösen Sinn ausgezeichnet. Er gehörte zu den fleißigsten Besuchern des Leopoldstädter Tempels und erfreute sich auch der größten Wertschätzung seitens der Funktionäre, wie auch des Publikums, von denen er oft ausgezeichnet wurde. Bei seinem Leichenbegängnisse, an welchem sich eine große Zahl von Familienmitgliedern und Freunden beteiligte, würdigte Rabbiner Dr. Grunwald in ergreifenden Worten die trefflichen Eigenschaften des Verblichenen, und Oberkantor Morgen st ern versah in stimmungsvoller Weise die Trauerfunktionen am Grabe. Der trauernden Familie, zwei Söhne und drei Töchter, wendet sich aus allen Kreisen die regste Teilnahme zu. Wien. Am 3. Mai d. I. wurde Frau Mazda Stern, die Gattin des Herrn Lehrers Josef Stern, zu Grabe getragen. Die starke Beteiligung an ihrem Leichenbegängnisse zeigte, welcher Wertschätzung sich diese gute, edle und wahrhaft jüdische Frau in allen Kreisen erfreute. An ihrer Bahre hielt Seine Ehrwürden Rabbiner Dr. Feuchtwang eine warmempfundene Gedenkrede, in welcher er besonders die edle Tätigkeit der Verblichenen als Mutter und Erzieherin ihrer drei Kinder hervorhob. Hierauf sprach noch Herr Oberlehrer L. Richter, der ihr dem Wohle der Familie gewidmetes Wirken pries. Eingesendet. Freunde und Bekannte gratulieren herzlichst dem ehrenhaften, verdienstvollen Bankier Herrn Jakob A b e r d a m aus Przemysl zu seiner am 4. Mai erfolgten Vermählung mit Frau Flora Grün - b e r g, geb. I o s e f s t h a l. einer Dame, die hier in Wien wegen ihrer Persönlichkeit, Bildung und Wohltätigkeit in der besten Gesellschaft zahlreiche Sympathien genießt. Möge diesem aus wahrer Herzensneigung geschlossenen Bunde Glück und Segen beschieden bleiben. Austritte aus dem Judentum vom 30. April bis 4. Mai 1916. ANina Josef Erich, Gymnasiast, geb. 15. Mürz 1898. Wien. 5. Bez., Kl. Reugafse 5. Futter Jacques, Oberingenieur, geb. 17. Dezember 1885, Brünn, 3. Bez.. Magazingasse 3. Halek Waldemar, Beamter, geb. 19. Juli 1897, Wien. 16. Bez., Kirchftetterngasse 53. Kukuk Margit, geb. 12. Mai 1894. Csacza (Ungarn). 19. Bez., Hardtgasse 27. Leitzner Hilda, geb. 20. Januar 1892, Wien, 3. Bez.. Ungargasse 14. Paulsen Anna» Pianistin, geb. 15. März 1888, Wien. 9. Bez., Schwarzspanierstraße 15. Schijflar Hedwig, geb. 11. September 1899, Wien. 7. Bez.. Mariahilferstraße 112. Schneider Armin Dr., Beamter der k. k. Statthallerei in Brünn, geb. 20. Mai 1888. Brünn. Latschkagasse 7. Streisser Sali, geb. 20. April 1896. Lemberg. 6. Bez.. Amerlingstraße 9. - Wellesz Emilie Franciska, Dozentsgattin, geb. 8. Januar 1889, Wien. 19. Bez.. Kaasgrabengasse 12. Lundenburg. (D i e n st j u b i l ä u m.) Am 15. Mai l. I. feiert Herr Samuel L u st i g im engsten Familienkreise bei vollster Rüstigkeit und Geistesfrische das vierzigjährige Dienstjubiläum als Tempeldiener der hiesigen israel. Kultusgemeinde. Während seiner bis-