Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 19 (12.5.1916)
- Date
- 1916-05-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 19 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 317 Wir haben im Vorstehenden nur jene Aktionen unseres Rechtsschutzbureaus hervorgehoben, welche von allgemeinem Interesse sind. In vielen Fällen haben wir aber auch Familien eingerückter Reservisten zur Erlangung des gesetzlichen Unterhaltsbeitrages, Flüchtlingsfamilien zur Erwirkung der Staatsunterstützung, ferner Einzelpersonen bei Erwirkung von Aufenthaltsbewilligungen, in Paßangelegenheiten zur Freigabe ihres unrechtmäßig mit Gebühren belasteten Reisegepäcks, zur Ausforschung versprengter Familienangehöriger usw. unseren Beistand gewährt. Auch einer Anzahl von Kultusgemeinden, die in Fragen der rituellen Schächtung, der Auflassung von Religionsstationen, des Fortbezuges der Remuneration für den Religionsunterricht, der rechtlichen Stellung des Rabbiners und der Kultusbeamten, in Fried- Hofs- und Stiftungsangelegenheiten usw. sich an uns wendeten, haben wir durch Intervention bei den betreffenden Behörden oder durch Erteilung rechtssreundlichen Rates unsere Unterstützung zugewendet. Unser Mitglieder stand hat während des Krieges naturgemäß eine empfindliche Verminderung erfahren. Durch Tod, Austritt usw. haben wir im Jahre 1915 395, im Jahre "1916 124, insgesamt daher 519 Mitglieder verloren, während nur 43 Mitglieder neu eingetreten sind. Ueberdies haben 248 Mitglieder, wjelche eingerückt oder infolge der ungünstigen Verhältnisse zu äußerster Sparsamkeit gezwungen sind, ihre Mitgliedsbeiträge nicht entrichtet, jedoch erklärt, daß sie nach Friedensschluß die Zahlung der Beiträge wieder aufnehmen werden. Der hiedurch bedingte Rückgang unserer Einnahmen hat auch uns genötigt, mit unseren Mitteln haushälterisch umzugehen und insbesondere bei Herausgabe der „Monatsschrift", die wir in der Kriegszeit als Zwei¬ oder Dreimonatsschrift erscheinen ließen, Ersparnisse eintreten zu lassen. Wir bitten unsere geehrten Mitglieder, uns aus dieser Reduktion keinen Vorwurf zu machen, sondern im Gegenteil durch eifrige Anwerbung neuer Mitglieder die „Oesterreichiisch-Jsraelitische Union" zu kräf tigen, damit sie ihren statutarischen Obliegenheiten ohne Behinderung -durch finanzielle Schwierigkeiten auch tzveiterhin zu entsprechen vermag. Der Unionkalender hat im Jahre 1914 ein Erträgnis von Kr. 2507.38, im Jahre 1915 ein solches von Kronen 2207.85 ergeben. Die „Union" hat an den Beratungen eines unter dem Vorsitze des seither leider dahingegangenen Vizepräsidenten der Kultusgemeinde, Dr. Gustav Kohn, zusammengetretenen Komitees zur Erhebung der von den Juden Galiziens und der Bukowina erlittenen Kriegs schäden regen Anteil genommen und zur Errichtung eines Schadenerhebungsbureaus den Betrag von Kr. 1000.— beigesteuert. Zu Beginn des Jahres 1915 hat sich Herr Doktor S a m u e l y infolge Ueberbürdung mit wichtigen Aufgaben, welche ihm die Leitung der „Toynbeehalle" und der Heimstätte für jüdische verlassene .Kinder, die zu einem Kriegswaisenhause erweitert werden soll, auferlegt, veran-