Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 18 (5.5.1916)
- Date
- 1916-05-05
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3020846-3022195-3022214--25085-3050367- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 312 Tr. Vloch's Wochenschrift Nr. 18 derer der von den Aschkcnasim geschaffenen Wissenschaft des Judentums, ist der einzige Mann, der imstande ist, zwischen dem alten Chachamimstand und der neuen, europäisierten Generation eine Brücke zu schlagen, die auch d a s s e p h a r d i s ch e I u d e u t u m zu i t d e m Gros un sercs Bo lkes verbinden soll. In seiner Heimat und wohl auch in Paris wirb R. Tanon kein Interesse finden: es ist eine Ehrenpflicht der dcutschsprechenden Judensckast, ihren leoantinischen Brüdern in ihrer geistigen Nor zu Helsen. Tie moralische Hilfe ist hier wichtiger als die materielle. Ein Levantiner gewinnt Ächtung für eine ^ache, wenn ihr Europäer Aufmerksamkeit schenken und diese Aufmerksamkeit verdient R. Abr. Tanon und sein Lebenswerk. Peru, im März 1916. Tr. B. Elkan Koppensteinsche Heiratsausstattungsstiftung in Ung.-Brod. Bei der israel. Kultusgemeinde in Ung.-Brod sind die Zinsen der Elkan Koppenstein'schen Heiratsausstattungsstistung in der Höhe von Kr. 320.— zu vergeben. Anspruch auf dieses Stiftungserträgnis haben arme, brave Mädchen, bezw. Frauen, welche in der Zeit vom 15. Mai 1915 bis 15. Mai 1916 eine Ehe eingegangen sind. Berücksichtigt werden .in erster Reihe Verwandte des Erblassers oder die seiner verstorbenen Gattin Josefine, geb. Zeinlich, in zweiter Reihe in Ung.-Brod Wohnhafte oder dahin Zuständige. Gesuche mit Beilagen über Armut, Wohloerhaltung. eingegangener Ehe (Trauungsschein), Verwandtschaft sind bis längstens 15. Mai 1916 bei der hiesigen Kultusgemeinde einzureichen. Ung.-Brod, 15. April 1916. M. H. B r a m m e r, Kultusvorsteher. Rosa Grosz sche Hrimtsausstattungs-Stiftung. Literatur. Löbliche Redaktion! Gestatten Sie mir, Ihnen für die Rezension des „Golem" in Ihrer letzten Nummer den Dank aller jener Leser zu sagen, die sich durch Snobismus nicht in ihrem Urteil über dies meistgelesene „Saisonbuch" stören lassen. Da ich bei bestem Willen das .gewiß geniale Buch mit seiner feinen Stimmungsmalerei nicht zu Ende lesen konnte, habe ich mich enthalten, es in Ihrem Blatte zu besprechen. Da es den meisten Lesern im Schützengraben ähnlich wie mir gehen dürfte, so fürchte ich nicht, daß der „Golem" den Burgfrieden sehr stören wird, umsomehr, als nicht nur die häßlichste Gestalt, sondern die zwei schönsten Juden, alle drei gleich, sind verzeichnet, wie Herr Dr. H o f m a n n. gewiß ein Kenner des böhmischen Judentums, fein hervorhebt. Fast gefährlicher finde ich aber die Schilderung des Arztes und des Gerichtswesens, wie es das Buch beliebt, umsomehr, als da keine Kontrapost mit einem edlen Arzt oder human denkenden Richter aufgestellt ist. Ich möchte nur Ihren Lesern versichern, daß auf meine Anfragen bei hervorragenden Aerzten und Justizpersonen ich übereinstimmend die Antwort erhielt, daß das schändliche Verbrechen des Arztes eine technisch ganz unmögliche Sache sei — die Schilderung fällt leider ganz zu Beginn des Buches —, ebenso unmöglich wie die Schilderung der Untersuchungshaft. Obwohl ich glaube, daß dem genialen Autor eine antisemitische, antiärztliche, antijustizliche Tendenz ebenso ferne gelegen hat, wie etwa Grillparzer oder Gustav Freytag, den Dr. Hoffmann zitiert, und den ich als ergebenen Sklaven einer jüdischen Frau, als aufopferungsvollsten Stiefvater jüdischer Stiefkinder kennen lernte — zum erstenmal bei einem jüdisch-rituellen Abendessen in einer jüdischen Familie —, so muß ich mich doch dem Bedauern des verehrten Rabbiners von Reichenberg anschließen, daß gerade Stände und Schichten in Oesterreich, die im Am 21. August 1916 gelangen die Zinsen der Rosa Groß'schen Heirats-Ausstattungs-Stiftung im Betrage von Kr. 200.— an ein _ in Mähren oder Schlesien wohnhaftes würdiges und bedürftiges Mädchen zur Verteilung. Anspruch aus diese Stiftung haben in erster Reihe Be-? werberinnen, welche in einem verwandtschaftlichen Verhältnisse zur verstorbenen Stifterin oder deren Ehegatten Adolf Groß stehen. Dem bei dem gefertigten Kultusoorstande bis spätestens 31. Mai 1916 einzubringenden Gesuche sind der Geburtsschein, ein Sittenzeugnis und ein Mittellosigkeitszeugnis beizulegen. Jägerndorf,' im Mai 1916. Vorstand der israelitische» Kultusgemeindr. Julius Krämer, Vorsteher. Musterungspflichtige der Jahrgänge 1866 bis 1897 wenden sich behufs Abschluß einer Lebensversicherung mit Einschluß des Kriegsrisifeos vertrauensvoll an löfcel Taubes, Wien, IX. Bez.. Währinger Gürtel 170/8. A I I I ■ >■■ ■ ■ ■ | “9 1 I und Zuschneider werden sofort aufgenommen bei 8. Schwarcz, Wien, V., Wehrgasse Nr. II 19» Samstag frei. —DAß Kommis and Praktikant der deutschen und böhmischen Sprache mächtig; werden gegen freie Station sofort bei 8. Adler, Eisenu. Spezereiwarenhandiung, Ung.-Ostra, Mähren, aufgenommen. Weltkrieg mit aller Aufopferung arbeiten, in so häßlichem Licht, ohne sachlichen Hintergrund, von dem Dichter dargestellt werden, dessen Phantastik zugleich seine Größe und seine Schwäche ist. Ganz ergebenst Clotilde Benedikt. Briefkasten. Vielen Einsendern schriftcn für die Raummangels nächsten Nummern wegen mußten viele Zuzurückgelegt werden. Notiz. Jüdische Bühne. Direktion S. Podzamcze, 2. Bez., Taborstraße 12 (Hotel Stefanie). W o ch e n p r o g r a m m : Freitag, den 5. Mai: „Mammon, der Geldgott", Ehrenabend. Samstag, den 6.. und Sonntag, den 7. Mai: „Das falsche Mutterherz". Sonntag, den 7. Mai, nachmittags halb 4 Uhr, halbe Preise: „Gabriel". Montag, den 8. Mai: „Muschiachs Zeiten". Dienstag, den 9. Mai: „Stamm Davids". Mittwoch, den 10. Mai: „Herz und Hand fürs Vaterland". Ehrenabend des Dichters A. Meisels. Donnerstag, den 11. Mai: „Das falsche Mutterherz". In Vorbereitung: „Zu spät". X X X X X X Gebildete Engländerin, K Jüdin, sucht Stelle als Qeselischaffterin oder zu größeren Kindern. Zuschriften unter an die Redaktion des Blattes erbeten. X besre flahrung für Säuglinge; Kinder. Rekonvaleszente nach Magen u. Oarmerkranküngen Jederzeit erhältlich.. Probedosen gratis durch die Nestle-Gesellschaft, Wien I., Biberstr. 23 m. Herausgeber und öfrantiuortltdjcr Redakteur: Dr. Joke' S. Blot» — Druck oou L. & Sobr. Wien. VII