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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-05-05 · 18 (5.5.1916) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
18 (5.5.1916)
Date
1916-05-05
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 18 Tr. Bloch's Wochenschrift Seite 309 Wien. Der Vortrag des Professors Dr. Moriz Benedikt „ll e b er bi e W i't n s ch e l r u t e" (mit neuen Demonstrationen) findet S a m Stag, d e n 6. M a i, halb 8 Uhr abends, im Großen Saale der „Urania" statt, nicf;t Sonntag, wie wir irrtümlich gemeldet haben. Eine neue jüdische Zeitschrift. Der ganzen Auflage unseres heutigen Blattes liegt ein Prospekt über die neue Zeitschrift „Der Jude", herlausgegeben von Martin Bub er, bei, den wir der besonderen Aufmerksamkeit unserer Leser empfehlen möchten. Wien, (S e d e r - A b e n d.) Im großen, separierten Saale der „lll^nsr a^acksmiva jadaica“' in der „Einheit" fand Heuer ein Seder-Abend statt, an dem über 130 Studierende (Hoch- und Mittelschüler und Frequentanten verwandter Lehranstalten) teilnahmen. Ilm halb 8 Uhr eröffnete Herr Hermann Gabel den Festabend mit einer gehaltsvollen Ansprache, in welcher er die Geschichte des Auszuges der Juden aus Aegypten mit der jetzigen Situation der galizischen Juden verglich und mit einem tröstlichen Ausblick in eine bessere und schönere Zukunft schloß. Hierauf wurde die Feier nach altjüdischer Tradition vom Leiter der hebräischen Schule in Przemysl, Herrn Nisan S a f f e d abgehalten, und echte Pessach-Stimmung verbreitete sich an den weißgedeckten Tischen, da die Teilnehmer, jeder in seiner Hagadah mitlesend und die uralten Melodien mitrezitierend, wohl im Geiste sich im trauten Ellernhause wähnten, während sie Mazzoth und M o r o r in der Fremde aßen. Um das Arrangement dieses Kriegs- Seders hat sich besonders Herr Gabel verdient gemacht und Herr Hofbauer durch ein minimales Entgelt den armen Studenten den Besuch ermöglicht. —er. Wien. Am 17. April d. I. wurde Herr Hermann Hartenstein aus Nagy-Tapolcfan, 103 Jahre alt, zu Grabe getragen. Der Verblichene, der die letzten 15 Jahre in Wien bei seiner Tochter verbrachte, war sowohl in seiner Heimatsgemeinde, wie auch hier ein durch seine stete Frömmigkeit, wie auch durch seine allbekannte Wohltätigkeit bei jedermann, der ihn kannte, geehrt und geschätzt. Wien. Der Mädchen- und Frauenverein „Krankenbesuch" (Bikur Chaulim) veranstaltete Heuer wie alljährlich im Tempel des Allgemeinen Krankenhauses für kranke und verwundete Soldaten zwei Sederabende, welche einen glänzenden Verlauf nahmen, und den armen Kranken lange unvergeßlich bleiben werden. Bei Einbruch der Dämmerung strömten auf Krücken gestützte Soldaten, alte Männer und Frauen, welche sich nur mühselig fortschleppten. Kinder, denen es nicht gegönnt war, das Fest im Kreise ihrer Lieben zu feiern, Flüchtlinge, die der Krieg von ihren Familien getrennt, herbei und betraten leuchtenden Auges das festlich geschmückte Gotteshaus. Nach einem erhebenden Gottesdienste, welcher vom Seelsorger der israel. Kultusgemeinde Herrn Smo- I e n s k y abgehalten wurde, wurde an festlich gedeckten Tischen der Seder abgehalten, dem ein für sämtliche Kranken und Verwundete von dem Vereine gespendetes solennes Abendessen folgte, bei welchem die Damen des Vorstandes ihre Gäste selbst bedienten. Jenen Schwerkranken, denen es nicht möglich war. das Bett ,zu verlassen, wurde das Abendessen auf ihren Zimmern gereicht. Ties gerührt verließen die Kranken das Gotteshaus, jene segnend, die ihnen diese Wohltat erwiesen. Besonderes Lob um das Gelingen dieses Abends verdienen die Vorstandsdamen Frau Irma Rosenberg, Paula O b l a t und Karoiine Reiß. Unter den Anwesenden sah man die Vizepräsidentin des Vereines Frau Emmy Wechsler, Frau Sofie W a l t u ch und Personen aus allen Kreisen der Gesellschaft. Austritte ans dem Judentum vom 26. April bis 29. April 1916. Braun Viktor, Holzhändler, geb. 17. Dezember 1880, Rajocz, 6. Bez., Esterhazygasse 25. Brock Mar, Installateur, geb. 20. August 1877, Trebitsch (Mähren), 18. Bez., Weitlofgasse 17. Deutsch Adelheid, Konseroatoristin, geb. 20. September 1890, Bezi (Ungarn), 6. Bez., Gumpendorferstraße 93. Fischer Sofie, geb. 5. August 1892, Gaya (Mähren), 20. Bez., Bäuerlegasse 24. Hadra Frieder. Marianne, geb. 5. Dezember 1888, Charlottenburg (Preußen), 1. Bez., Hegelgasse 13. Herz, Edith, geb. Hirsch. Studentin der Medizin, geb. 11. Februar 1891, Höriz. 18. Bez., Anastasius Grün-Gasse 44. Hirsch Alfred, Kaufmann, geb. 28. März 1882. Horfs. 18. Bez., Anastasius Grün-Gasse 44. Koritschoner Betty, geb. 26. Juli 1865. Samnitz. 18. Bez.. Anastasius Grün-Gasse 7. Kraus Armin, Betriebsleiter, geb. 12. März 1880. Orsooa. 5. Bez., Anzengrubergasse 4. Möcsari Paul, k. u. k. Oberleutnant, geb. 21. Februar 1891. Wien. Newikluf Wichelm, Handelsagent, geb. 13. Juli 1861. Prag. 3. Bez., Hohlweggasse 40. Politzer Dr. Bernhard, Arzt. geb. 24. Juni 1884. Semlin (Ungarn), 8. Bez.. Trautsohngasse 3. Schreiber Julius, Kaufmann, geb. 15. Oktober 1860, Krasna (Mähren), 1. Bez., Kärntnerring 5. Szemzö Johann, Ingenieur, geb. 6. Otrober 1886. Goraay (Ungarn), 1. Bez.. Petersplatz. Weiner Leo, Kaufmann, geb. 20. Dezember 1892, Wien. 4. Bez., Frankenberggasse 2. Soldaten-Peffach in Mödling. Die israel. Kultusgemeinde veranstaltete an den vergangenen 8 Pessach-Tagen ein gemeinsames Soldatenessen in Fischer's Restaurant, bei welchem sämtliche in Mödling und Umgebung sich befindlichen jüdischen Soldaten vollständig kostenlos verköstigt wurden. Sowohl Herr K.-V. Diamant als auch Herr Rabbiner Dr. Bardowicz, der auch die e-eder-Abende persönlich leitete, haben für dieses Werk, das der Gemeinde zu feisten nicht leicht ward, sich mit Erfolg bemüht. An alle Freunde in Mödling ergeht noch nachträglich der Appell, für diesen Zweck Geldspenden der Gemeinde zukommen zu lassen. M. F. Baden. Das Speifehaus,Genuine E i ch n e r l Baden, Rollettgasse 7> ist feit 1. Mai wieder eröffnet ivorden. Gänserndorf. (S o l d a t e n a u s speisu n g u> ii h - r c it b der P e s s a chfe i e r t a g e.') Ter Kultusgemeinde Gänserndorf fiel die Aufgabe zu, fünf k. k. österreichische Soldaten und 17 jüdisch-russische Gefangene während der acht Ssterfeiertage mit ritueller Kost zu versehen. Es war für diese kleine Gemeinde das keine leichte Aufgabe, na < men ll ich unter den jetzt gegebenen Verhältnissen. Und doch ist alles geschehen, um diese Aufgabe glücklich zw lösen, zur Zufriedenheit aller, insbesondere der k. k. öfter-, reichischen Soldaten und der jüdischen Gefangenen. Besonders verdient gemacht um das Gelingen des Werkes haben sich der Herr Kultusvorsteher Leopold Fleisch-' mann und sein Stellvertreter Herr-Isidor Steiner. Eilt besonderer Dank gebührt wie diesen Herren auch dem k. k. Bahnhoskommandanten Herrn Oberleutnant Diebe r g e r. St. Pölten. Aus St. Pölten wird uns gemeldet: Am Vorabende des Pessachfestes veranstaltete der gefertigte Vorsteher der israel. Kultusgemeinde St. Pölten einen ^>oidaten-Seder. welcher unter Teilnahme von 200 Soldaten jüdischer Konfession und mehrerer Danzen und Herren aus dem Vorstande der Kultusgemeinde einen glänzenden Verlaus nahm. Den rituellen Teil der Feier besorgte Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Adolf Schächter. Um diese lang geplante Feier auch wirtlich begehen zu können, war es notwendig, eine Sammlung vorzunehmen. welche über alle Erwartung ein günstiges Resultat zeitigte. Hier sei in erster Linie der hochlöblichen israel. Kultusgemeinde Wien gedacht, welche in munifizenter Weise zu diesem Zwecke einen Betrag Kr. 400.— spendete, wofür an dieser Stelle nochmals der wärmste Dank ausgesprochen sei. Die unter den Mitgliedern der hiesigen Kultusgemeinde eingeleitete Sammlung ergab einen Betrag von Kr. 470.— und spreche ich auch den p. t. Mitgliedern für die nun schon mehrfach bewiesene Opferwilligkeit sowohl in meinem Namen, wie auch im Namen der beteiligten Soldaten meinen verbindlichsten Dank aus. Der Kultusvorsteher: Albert Leicht. Danksagung. Für die Veranstaltung eines sehr würdigen Sederabends im Sitzungssaale der israel. Kultusgemeinde Klosterneubu«g für die in den hiesigen Spitälern sich befindlichen Kranken und Verwundeten und in der Garnison Klosterneuburg stationierten jüdischen Mannschaft, ferner für die namhafte Subvention der Kultusgemeinde für die hier errichtete rituelle Küche, wodurch die Ausspeisung mit Koscherkost während der acht Tage des Pessachfestes für einige hundert jüdische Soldaten ermöglicht wurde, erlauben sich die Gefertigten dem Gesamtvorstande der israel. Kultusgemeinde, dem Militärseelsorger Herrn Wilhelm Steiner und

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