Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-05-05 · 18 (5.5.1916) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
18 (5.5.1916)
Date
1916-05-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3020846-3022195-3022214--25070-3050352
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

4ir. 18 Dr. Vloch's Wochenschrift Seite 297 Borstehend sind verzeichnet: 5 Ritterkreuze des Franz Josef-Ordens, 1 Militäroerdienstkreuz 3. Klasse, 4 silberne Signum laudis, 49 bronzene Signum laudis, 16 goldene Verdienstkreuze mit der Krone, 12 goldene Verdienstkrenze, 53 silberne Verdien st kreuze mit der Krone, 14 silberne Verdienstkrenze, 18 silberne Topferte itAmedaillen 1. Kl., 15 silberne Tapferkeilsmedaillen, 2. Kl., 49 bronzene Tapferkeitsmedaillen, zusammen 237 Auszeichnungen: hiervon 61 an Offiziere des Soldatenstandes, 43 an Militärärzte und Militärbeamte, 132 an Personen des Mannschaftsstandes. Bekovende Anerkennung des Armeekommandos. Dieselbe wurde ausgesprochen für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde dem Major Josef Honig, Sapp.-Bat., und dem Oberleutnant Leo P o l l a k Edler von P a r n e g g, reit. Ordonnanzoffizier des Arinee- Kommandos. Außertourtiche Aefirdernng bei der Armee im Felde. Zn in Regimentsarzt wurde befördert der Oberarzt Dr. Chaim B e r k o v i t s, Feldhaub.-Div. Siebenfach ausgezeichnet. Viktor H e l t a i, der bekannte Budapester Fußballspieler, ein Neffe des verstorbenen Oberbürgermeisters von Budapest Dr. Franz H e l t a i, wurde, wie „Egyenlöseg" berichtet, an der Front siebenmal ausgezeichnet. Er erhielt die bronzene, kleine und große silberne sowie die goldene Tapferkeitsmedaille, ivurde inzwischen zumj Leutnant, dann zum Oberleutnant befördert und erhielt nach dem silbernen und bronzenen Signum laudis auch das Militärverdienstkreuz. Aer lehle Matrose der „Zenta". „Egyenlöseg" schreibt: Der Matrose, welcher die sinkende „Zenta", jenes ans Legendäre grenzenden Panzerschiffes, als Letzter verließ, jener Marinesoldat, der sich zuletzt rettete, war der einzige jüdische Matrose des Schiffes Hermann Bannt, 23 Jahre alt, geboren in Magyar- Lapos. Hermann Baum ist das Kind religiöser Eltern. Bis zu seinem zwölften Lebensjahre besuchte er die Jeschsh wa'h, später wendete er sich in Großwardein dem Buch' druckgewerbe zu, arbeitete dann in der Hauptstadt als Maschinist, rückte im August 1914 als Matrose 4. Klasse auf S. M. Schiff „Gamma" ein und diente dann auf dem „Admiral Spann". Kurze Zeit darauf wurde er Minenleger aus der „Zenta". An dem verhängnisvollen Tage, als die „Zenta" an der montenegrinischen Küste im glorreichen Kampfe verloren ging, war Baum Fockmastausluger, er meldete die nahende Gefahr, die feindliche Flotte. Während der ganzen Dauer des Gefechtes versah Baum den Dienst im Mastkorb. Als das Schiff Verhängnisvolle Schäden erlitt und der Kommandant den letzten Befehl gab: „Alle Mann Schiff verlassen!" rührte sich Baum nicht von seinem Wachposten. Er meldete seinem Kommandanten: „Ich bleibe hier solange es geht." Einer nach dem anderen, sprangen die Matrosen von dem sinkenden Schiff ins Wasser. Als das Wasser bereits in den Schiffskörper eindrang, sprang auch der Kommandant mit dem Rufe ins Meer: „Hoch unser Kaiser und König!" Baum blieb oben im Mastkorbe. Ter Schiffskörper war bereits unter dem Wasser verschwunden. Die Wellen hatten sich bereits über ihn geglättet und allmählich sank der Mast. B a n m enttleide.e sich und als er einen halben Meter hoch über dem Wasser war, verließ er sein Schiff, welchem er, treu seinem Schwure, solange diente, als es eben ging. In Montenegro kam er ans Land. Lange Jett blieb er mit vielen seiner Kameraden bei Antioari interniert. Nach seiner Befreiung meldete er sich in Pola und ivurde abermals dem „Admiral Spann" zugeteilt und für eine Auszeichnung in Vorschlag gebracht. Auf dem „Admiral Spaun" dienen außer ihm noch drei ungarisch-jüdische Matrosen. Acht Söhne Soldaten. Leopold Szanto, Kaufmann in Monor, halte acht Söhne als Soldaten. Der vorjüngste, welcher gleichfalls militärisch ausgebildet war, ist zu Beginn des Krieges an Lungenschwindsucht gestorben. Der eine, Kaufmann in Monor, ist als Landsturmmann infolge Erkranlung derzeit auf Urlaub. Adolf S z a n t o, Kaufmann in Monor, verheiratet, versieht seinen Militärdienst seil Beginn de? Krieges und ist gegenwärtig in Serbien als Sanitätsfeldwebel im Belgrader Spital tätig. Josef S z a it t o, ein junger Kaufmann, (Soldat im Hono.-Fns.-Reg. Nr. 32. hat an den ersten ruffischen Kämpfen teilgenommen, geriet in den Karpathen in russische Gefangenschaft, von wo er dieser Tage nach 14 Monaten ein Lebenszeichen von g'ich gab. Alexander Szanto, verheiratet, Vater zweier Kinder, Versicherungsagent, hat als Landsturm;- mann im Hon0.-Jnf.-Reg. Nr. 1 auf dem italienischen Kriegsschauplätze gekämpft, bis. er verwundet wurde und in italienische Gefangenschaft geriet. Nach einer dortigen Mitteilung mußten ihm die Füße amputiert werden, er starb jedoch, nachdem eine Lungenentzündung hinzugetretcn war. In einem Briefe verständigte die Pflegerin — wie „Egyenlöseg" mitteilt — die Frau des Verstorbenen, daß der dortige Rabbiner und die Häupter der Gemeinde an seinem Sterbebette anwesend waren und ihm die einem Helden entsprechenden letzten Ehren nach jüdischem Ritus erwiesen. Samuel Szanto, unverheiratet, Kaufmann, kämpfte von der ersten Minute des Krieges an unter den Helden des Infanterieregimentes Nr. 23. Stefan Szanto, 19 Jahre alt, ist seit dem'Sommer auf dein italienischen Kriegsschauplatz. Ludwig S z a nt o dient seit einem Jahre im Honv.-Jnf.-Reg. Nr. 6. Auszeichnungen im Kriegsverkeöre. Neuerdings sind zwei höhere jüdische Beamte der galizischen Post- und Telegraphendirektion, die auch eine treujüdische Gesinnung bekundeten, mit Kriegsauszeichnungen bedacht worden. Es sind dies der Postrat Ing. Hersch Poster, dem das Ritterkreuz des Franz Josef- Ordens am Bande des Militärverdienstkrenzes und der Oberpostkontrollor Aaron Karol, dem das goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der' Tapferkeits medaille verliehen wurde. Baurat Poster, einer der tüchtigsten Beamten des technisch-administrativen Dienstes, und wegen seines sympathischen Wesens allgemein beliebt, hat sich seit Beginn des Krieges um den Bau und die Instandhaltung wichtiger Telephonverbindungen besonders verdient gemacht. Ebenso verdient ist die Auszeichnung des Oberpostkvntrollors Karol, der seit mehreren Jahren an der Spitze der Telegraphenzentrale in Lemberg steht. Wer Gelegenheit hatte, in das gewaltige Getriebe dieses großen Amtes, besonders seit dem ersten Mobilisierungstage bis zur Räumung Lembergs, wie auch nach der Wiederbe setzung der Stadt, Einblick zu tun, der begreift, welche Anforderungen an die fachliche Tüchtigkeit und Neroenstärke des bewährten Abteilungsleiters gestellt wurden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.