Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 17 (28.4.1916)
- Date
- 1916-04-28
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 276 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 17 unsere Absicht, die Leistungen jüdischer Soldaten über .die ihrer Kameraden hinauszuheben. Wir wollen nur sagen, daß auch sie in Sturm und Eis, im Kot der ruffis scheu Sümpfe und aus den hohen Gipfeln der Alpen ihre Pflicht und darüber tun, und daß sie sich dafür die Dankbarkeit und die Anerkennung der jüdischen Gemeinden und Familien verpflichten, denen die Ehrung ihrer im Felde stehenden Männer eine hohe Ehre bedeutet. Ldst.-Einj.-Freiw.-Infanterist Judas Lauser des Ldw.-Jnfanterieregiments Nr. hat Ne silberne Tapferkeitsfnreda ille 2. Kl. erhalten. Er hat an allen Kämpfen bei Siemikowce teilgenommen und sich durch persönlichen Mut und Tapferkeit überall äusge- Zeichnet. Als am 3. November sein Zugskommandant bei einem Sturme schwerverwundet vor den russischen Stellungen liegen gelassen werden mußte, hat er sich mit eigener Lebensgefahr an ihn herangeschlichen, ihn in einen Laufgraben hineingezogen, seine fünf Wunden verbunden und ihn in Sicherheit gebracht. Kanonier Isaak Schattendes k. u. k. Feldkanonenregimentes Nr. hat seinen Dienst als Telephonist stets zur vollsten Zufriedenheit feiner Vorgesetzten versehen. Er gab es öfteren Proben seiner Tapferkeit, indem er — das feindliche Feuer nicht achtend — Leitungen legte oder diese ausbesserte. Er zeichnete sich stets durch anerkennenswertes Pflichtgefühl und Hervorragendelt Fleiß aus. Er bekam die bronzene Dapjfer keitsm e d a i l l e. Korporal Bartholomäus Grünblatt der Feld- Haubitzdivision Nr. hat als Geschützführer in den Kämpfen an der Gnila Lipa, Zlota Lipa, Zloezowka und Sereth in den schwierigsten Lagen sein Geschütz, trotz des gegnerischen Artilleriefeuers, mit großer Ruhe und Kaltblütigkeit geleitet,- so -auf seine Mannschaft den besten Einfluß ausgeübt und hiedurch zur Feuerschnelligkeit und Wirkungsfähigkeit der Batterie sehr viel beigetragen. Er ist seit Kriegsbeginn im Felde und erwies sich bei jeder Gelegenheit als ein sehr braver Unteroffizier. Er bekam die silberne T a p f e r k e i t s n. e d a i l l e 2. Kl. Kanonier Samuel £ rovü n der Feldhaubitzdioision Nr. hat als Tempicrvormeister auch im stärksten gegilerischen Feuer durch ruhiges, rasches und genaues Tempieren der Geschosse sich besonders hervorgetan und zur Feuerschnelligkeit seines Geschützes wesentlich beigetragen. Er versieht seine Obliegenheiten mit großer Dienstesfreudigkeit und großen! Pflichtgefühl und gibt so seinen Kameraden das beste Beispiel. O. ist seit Kriegsbeginn im Felde. Als Auszeichnung bekam er die b r o n z e n e T a p >- f e r k e i t s m e d a i l l e. Blessiertenträger Isaak Wind stahl des Ldw.-Jns.- Regimentes Nr. steht ohne Unterbrechung seit der Mobilisierung als Blessiertenträger im Felde und hat seinen Dienst immer fleißig und aufopferungsvoll versehen. Er hat oft im größten feindlichen Feuer seinen verwunde.en Kameraden die erste Hilfe geleistet und wußte dieselben in Sicherheit zu bringen. Er wurde bereits nach den Kämpfen bei Koprzyrnica zur Belohnung vorgeschlagen und bekam zuletzt die bronzene Tapferkeitsmedaille. _ Infanterist Eduard G o l d m a n n des Inf.-Reg. Nr. bekam die silberne T a p f e r k e i t s m e d a i l l e 2. Kl. Er wirkte am 14. September 1915 bei Radezyn durch sein persönliches Beispiel in hervorragender Weise auf seine Kameraden ein, indem er sie im heftigsten Artillerie- und Jnfanteriefeuer durch Zurufe anfeuerte und unter Hintansetzung der eigenen Person in die feindliche Stellung führte. Bei dieser Aktion fand er den Heldentod. G. stand seit 20. August 1915 im Felde. Korporal Ignatz G u t t m a n u des Jnf.-Reg. Nr. bekam die silberne T a p f e r k e i t S m e d a i l l e 2. Kl. Als durch das verheerende Artillerieseuer schwersten Kalibers am 21. Oktober 1915 am Monte Crossich die Stellung des Zuges vollkommen zerschossen war, eilte Genannter von Mann zu Mann, um.die Leute zum Ausharren anzuspornen, und leitete nach angesetztem Sturme der Italiener das Feuer derart, daß der Feind mit großen Verlusten fluchtartig den Rückzug antreten mußte. Korporal Gutt m a n n ist ein selten-schneidiger, pflichtbewußter Unteroffizier und befindet sich von Feldzugsbeginn bis zu seiner Verwundung am 21. Oktober 1914 uitb seit seither vom 1. März 1915 in der Front. Gefreiter Salomon Grünfeld des Jnf.-Reg. bekam die silberne T a p f e r k e i t s m e d a i l l e 2. Kl. Südlich der Quote 197 schlug eine feindlich? Artilleriegranate in der unmittelbaren Nähe des eigenen Haudgranatenverschlages ein und entzündete zwei Geschosse. G. bemerkte dies, sprang mit großer Tapferkeit aus seiner Deckung und schleuderte die brennenden Granaten gegen den Feind. Hiebei wurde er von zwei feindlichen Jnfanteriegeschossen an zwei Stellen schwer verwundet. Infanterist Max B i r n b a u m des Jnf.-Reg. Nr. widmete sich mit großer Ruhe und Gewissenhaftigkeit an einer unter Trommelfeuer schwerbetrofsenen Stelle der Verwundetenfürsorge. Hervorzuheben ist besonders, daß er am 7. Januar 1916 im stärksten feindlichen Artillerie- und Jnfanteriefeuer östlich Bobulince zirka 25 Verwundete verbunden und dem Hilfsplatze überstellt hat. Er steht seit 2. Januar 1915 als Sanitätssoldat im Felde und wurde mit der bronzenen Tapferkeits- Medaille ausgezeichnet. Kadett Vilmos Rosenberg des Honv.-J.-R. bekam die silberne Tapfark.e.itLmedaille 1. Kl. Er warf den Feind gelegentlich des gegen die Höhe 382 am 11. Oktober 1915 gerichteten Kampfes trotz heftigsten Kugelregens und Geschützfeuers unter richtiger Ausnützung der Terrainverhältnisse aus seiner Stellung. R. griff selbst zum Gewehr und führte durch persönliches Beispiel vorangehend den Bajonettkampf. Durch musterhaftes Benehmen spornte er seinen Zug zur 'Behauptung der Stellungen in wütendstem Artilleriefeuer an. Seit 30. Juni 1915 ist er ununterbrochen in der Front tätig. Infanterist Jsak F e u e r l i ch t des Jnf.-Reg. bekam die silberne Tapferkeits Medaille 2. Kl. Im schwersten feindlichen Feuer mehrfach niit Meldungen geschickt und durch ein feindliches Geschoß verletzt, blieb er trotzdem bei der Kompagnie und versah diesen sehr gefährlichen Dienst ebenso rasch, pünktlich und gewissenhaft wie vorher in den Gefechten bei Toporow, Monastyrik, Radzinallow. Am 15. September verband er im stärksten Feuer bei Zebrow Verwundete und holte Blessiertenträger. Aas Keöel der Krauen. (Von unserem Czernowitzer Berichterstatter.) i Czernowitz, 11. April. Es war im September 1914. Die Russen waren zum erstenmal nach Czernowitz eingedrungen und waren bis zum Serethfluß gekommen. Ich weilte in einem Städtchen im Süden der Bukowina, in Kimpolnng. Tie Bevölkerung lebte in Angst, die Russen könnten auch hin!- kommen. Es fanden sich Kaffeehausstratcgen, die eifrig das Für und Gegen erörterten und in heftigem Wortwechsel besprachen. Unterdessen handelten die Frauen - auf ihre Art. Eines Tages sagte man mir, daß viele ältere jüdische Frauen in den Friedhof geeilt wären, um von den Toten Schutz gegen die Russen zu erflehen. Ich