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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-04-07 · 15 (7.4.1916) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
15 (7.4.1916)
Date
1916-04-07
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 15 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 251 Rechte und bekämpfe ihre Gegner. Wie Dn einst Dein Volk beschützt zur Zeit Chiskija, Königs von Juda, als da kam Sancherib, König von Aschnr, so schirme und beschütze uub rette ooit Feindesncacht unsere erlauchte, huldvolle Kaiserin Maria Theresia und unseren erlaucht ten Kaiser hraucesco Rrirno, sie, ihre Fürsten und ihre Räte, ihr Heer samt den Führern. . . . Ewiger, Herr des Friedens, der Du Frieden stiftest in beit Höhen, erbarme Dich Deines Volkes und lasse Dein Antlitz leuchien über Deine Diener in allen Ländern und Städten, erweise Gnade Deinen Kindern in der Stadt Prag E"i£2’l) und den benachbarten Ortschaften; sei gnädig für diese unsere Brüder, die jetzt tu Not und Bedrängnis, in Angst und Leid schmach ten. Ach! Herr, gewähre Frieden uns und Deinem gan-> zen Volke, dem Hause Israel; erfreue uns mit Deiner Hilfe. Unser Vater, unser König! erhöre unsere Stimme und erbarme Dich unser! Unser Vater, unser König! Tue es um Deiner großen Barmherzigkeit willen!- Für keine einzige jüdische Gemeinde Oesterreichs war die Regierungszeit Maria Theresias von so hoher Bedeutung wie für die in Triest. Die von der Hofkaüzlei im Jahre 1765 redigierten und der Gemeinde jn prunkvoller Form Zugesandten Statuten können als ein für jene Zeit geradezu mustergiltiges Verwaltungssystem bezeichnet werden. Das im Jahre 1771 in italienischer Sprache abgefaßte, auf Pergament in glänzender Forni uiedergeschriebenc und von der Kaiserin eigenhändig unterfertigte Privileg kann als die m a g n a Charta libertat um der triestinischen Judenschaft angesehen werden. Das Privileg und die Statuten fiub Jök wichtigsten Vorbedingungen für jene Entwicklung auf wirtschaftlichem, religiösem und kulturellen: Gebiete, die sich in der Geschichte der triestinischen Judenschaft in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts in besonders erfreulicher Weise bemerkbar macht. Der Wohlstand und das Ansehen, dessen sich die Gemeinde in jener Zeit erfreute, brachten auch eine herrliche Frucht zur ^Reife, jenes aufrichtige und segensreiche Streben nach der Reform der jüdischen Schule, durch welches das israelitische Triest. seinen Platz im geistigen Leben des Modernen Judentums behauptet. Wie die triestinische, so nahmen auch die anderen jüdische:: Gemeinden im Westen lebhaften Anteil am Wohl und Weh des Herrscherhauses. Eine von der israelitischen Gemeinde in Mantua' veranstaltete Gebetsaunnlung für die Kaiserin Maria Theresia enthält den Rest eines Gebetes um die Wiedergenesung der Herrscherin.*) Geschmückt ist die Sammlung mit „sechs in Kupfer gestochenen Vignetten, darunter eine, darstellend die Parzen. Atropos, im Begriffe, den Lebensfaden durchzuschneiden, wird daran durch einen heranschwebenden Engel verhindert."** ***)) Nach dem Ableben der Kaiserin veröffentlichte (Görz, 1781) „Elia Morpurgo, ebreo di GiadiscaV**) eine Trauerrede, überschrieben: „Orazione funebre in oc.casione della raorte della eroina della Germania, Maria Teresa, Imp. e Regina.“ Betreffs dieser Schrift machte der ebenso bescheidene wie verdienstvolle Moise ^oave an Moses Steinschneider (in Vessillo Jsr., 1878, S. 84) folgende Mitteilung: Mit besonderem Schönheitssinn wird hier die Heimgegangene Kaiserin mit der biederen Frau in den Sprüchen Salomos verglichen. *) Ein prächtiges Widmungsblatt veröffentlichte die Gemeinde Mantua aus Anlatz der Genesung der Kaiserin, gedruckt Venedig, 1766. (Anm. der Red.) **) Wachstem, Katalog der Salo Kohn'schen Schenkung, I., Nr. 914. ***) S. über ihn die Monographie von Edgardo Morpurgo, La, famiglia Morpurgo, Inder. Meratirr „Die Tribüne". Nr. 11. Kopenhagen, Asmussens-Allee 2, 1916. Das „Komitee zur Aufklärung über ostjüdische Fragen" hat soeben die erste seiner geplanten Flugschriften, und zwar: „Was sind O st j u d e n? “ - - zur ersten Information — von Dr. Ratan Birnbaum, erscheinen lassen. Preis: 30 Heller. Verlag von R. Loewit, Wien, 1. Bez., Rotenturmstratze 22. Wie wir erfahren, hat A. H a r 1 l e b e n s Verlag, Wien- Leipzig, für seine „Bibliothek der Spracheakunde" eine praktische Grammatik der jiddischen Sprache mit Lesestücken und einem Wörterbuche von Salomo Birnbaum erworben. Die Grammatik ist bereits im Drucke und erscheint demnächst. Briefkasten. K. F. In den Responsen eines Rabbiners Meyer K a tz aus dem 17. Jahrhundert findet sich folgender Ausspruch: „Es bürgert sich unter unseren Brüdern in Litauen der Brauch ein, russisch zu sprechen; wenn der Herrgott gibt, datz die Erde der Erkenntnis voll wird, werden alle eine Sprache, die deutsche, sprechen." Notizen. Jüdische Bühne. Direktion S. P o d z a m c z e, 2. Bez., Taborstratze 12 (Hotel Stefanie). Wochenprogramm : Freitag, den 7. April: „Ben Hador", Operette in 4 Aufzügen von Horowitz. Samstag, den 8. April, und Sonntag, den 9. April, abends, zum erstenmale: „Jehuda und Israel". Militärstück in 4 Auszügen. Sonntag, den 9. April, nachmittags halb 4 Ahr, ermäßigte Preise: „Adam und Eva". Montag, den 10. April: „Schojlek ben Todres". Dienstag, den 11. April: ..Herz und Hand fürs Vaterland", oder: „Die jüdische Heldin". Mittwoch, den 12. April: „Sulamith", Operette von A. Goldfaden. Donnerstag, den 13. April: Gordin-Abend — „Gott, Mensch und Teufel". Kundmachung. Die 35. ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der k. k. prioik. Oesterreichischen Länderbank findet Samstag, den 2 9. April d. I., 6 Uhr abends, im Anstallsgebäude (1. Bez., Hohenstaufengasse 3) statt. Gegenstände der Verhandlung sind: l. Bericht de- Gouverneurs über das abgelaufene Geschäftsjahr; 2. Bericht der Zensoren über die Eeschäftsgebarung im Jahre 1915; 3. Beschlutzfassung über die Verwendung des Reingewinnes des Jahre- 1915; 4. Statutenänderung (§ 6); 5. Wahlen in den Verwaltungsrat (SS 22, 23 und 25); 6. Wahl der Zensoren und deren Ersatzmänner für das Jahr 1916 (S 39). sowie Wertbestimmung der Anwesenheitsmarken für dieselben (8 42). Die stimmberechtigten Aktionäre (S§ 43, 44), welche an der Generalversammlung teilzunehmen wünschen, werden Hiemil eingeladen, ihre Aktien spätestens am 15. April d. I. zu deponieren, und zwar: in Wien bei der k. k. privil. Oesterreichischen Länderbank; in Baden, Graz, Innsbruck, Linz. Pilsen, Prag. Reichenberg, Salzburg, Teplitz bei den Filialen, respektive Erposituren der k. k. privil. Oesterreichischen Länderbank: in Berlin bei der Deutschen Bank sowie deren Filialen, bei der Dresdner Bank und bei der Nationalbank fü: Deutschland; in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Bank, Filiale Frankfurt a. M-, bei der Deutschen Effekten- und Wechselbank, bei der Deutschen Vereinsbank, bei der Dresdner Bank in Frankfurt a. M.; in Stuttgart bei der Württembergischen Vereinsbank. Die Aktien sind, arithmetisch geordnet, in Wien mittels einer einfachen, bei den anderen Erlagstellen mittels doppelter Konsignation einzureichen und wird dem Einreicher hierüber eile Empfangsbestätigung ausgefolgt, gegen welche nach abgehaltener Generalversammlung die Aktien zurückgestellt werden. Wünscht ein Aktionär sein Stimmrecht durch einen anderen stimmberechtigten Aktionär auszuüben, so hat er dir betreffende, auf den Namen des gewählten Vertreters lautende Vollmacht auf der Rückseite der Legitimationskarte auszustellen und eigenhändig zu unterschreiben (§ 46). Ausnahmsweise können jedoch Minderjährige durch ihren Vormund, Kuranden durch ihren Kurator, Frauen durch einen Bevoll^- mächtigten. Handelsgesellschaften durch einen ihrer Firmaführer, Gesellschaften überhaupt durch ein hiezu bevollmächtigtes Mitglied, Körperschaften, Institute und dgl. durch einen ihrer Vorstände vertreten werden, wenn auch diese Vertreter nicht selbst Aktionäre sind. Wien, am 30. März 1916. K. k. privil. Oesterreichische Länderbank.

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