Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 15 (7.4.1916)
- Date
- 1916-04-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 15 Tr. Bloch's Wochenschrift Seite 243 Langenschwalbach. Vizefeldwebel Fritz S t r a u h- Lank b. Krefeld. Alfred Satomon, Gefreiter, Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 39, zurzeit im Lazarett in Odenkirchen. Leihgestern. Gefreiter Otto Hetz, 2. Ersatz-Kompagnie, Infanterie-Regiment Nr. 168, seit Kriegsbeginn aktiv, am 15. Oktober 1914 wurde er durch einen Lungenschutz schwer verwundet. Im Lazarett-Siechenheim in Gietzen geheilt wurde er am 1. März 1915 beim Infanterie-Regiment Nr. 168 in Offenbach dem Ausbildungspersonal zugeteilt. Lübeck. Vizefeldwebel d. L. Richard Jacobson, Grenadier- Regiment Nr. 89. Magdeburg. Kriegsfreiwilliger Willi B l u nl c n t h a l. Unterarzt Dr. Siegfried Simon. Mühlheim-Ruhr. Kriegsinvalide Hermann Kauf IN a n I'. Unteroffizier Lewandowski. Sanitäts-Gefreiter Fritz M a y c r. Unteroffizier Alfred de V r i e s. München. Sanitäts-Unteroffizier Arno Lauer. M.-Gladbach. Kriegsfreiwilliger-Unteroffizier Karl Leffm a n n. Neuwied. Julius Hermann. Nidda (Oberhessen). Uhrmacher Moritz L e v i, Ersatz-Res., Infanterie-Regiment Nr. 116, zurzeit verwundet in einem Laz. Nieder-Marsberg i. W. Leopold V a r n h a g e n, Unteroffizier der Reserve bei der Feldluftschifferabteilung 32. Nördlingen. Theod. Feigenbaum, Vizcwachtmeister der Reserve im Reseroe-Futzarlillerie-Regiment Nr. 13. Nürnberg. Eand. phil. Martin W e i n b e r g e r, Gefreiter in einem bai)erischen Pionier-Bataillon. Assistenzarzt Dr. Fritz Olten sooscr. Offenbach. Feldwebel d. L. M. S 1 r a u tz. Kriegsfreiwilliger Theodor R e i tz. Patschkau. Hans Leipziger, Vizewachtmeister im Re)erve- Artillierie-Regiment 9ir. 69. Posen. Vizefeldwebel Adolf Korytowski, seit Kriegsbeginn auf dem östlichen Kriegsschauplätze. Pudewitz. Dr. Richard Wolf, Regiments- und Stabsarzt der Reserve, Infanterie-Regiment Nr. 19. Rastatt. Ersatz-Reservist Sigm. D r e y f n tz. Rodheim v. d. Höhe. Unteroffizier S1 r a u tz. Rosetten b. Neutz. Krankenträger Josef F r o h w e i n, Infanterie-Regiment Nr. 617. Rybna (Kr. Tarnowitz). Fritz W o h I, Gefreiter bei einer Sanitäts-Krastwagen-Kolonne. Rybnik (Oberschlesien). Vizefeldwebel Josef A l t m a n n. Schwäbisch-Hall. Kriegsfreiwilliger Eugen Kapp, Gefreiter im Landwehr-Feldartillerie-Regiment Nr. 1, Inhaber der Württembergischen silbernen Tapferkeitsmedaille. Solmitz. Stabs-Regimentsarzt Dr. Alerander e u m a n n. Stendal. Gefreiter Willi S a l o m o n, Feldartil'erie-Regiment Nr. 4. Trebnitz. Gefreiter Georg Schitkowsky. Wernigerode. Leutnant der Reserve, Gymnasialdirektor Dr. Regensburger. Wien. Arthur D o s m a r. Worms. Fritz Hirsch. Eisernes Kreuz für österreichische Krieger. Hauptmann Camillo B a r b e r. Leutnant Hassurther, bei einer k. u. k. Mörserbatterie. Methode eines praktischen R^igions- «nterrichtes an öffentlichen Schulen Kultusvorsteher S. Brod, Wien. Seit vielen Jahren häufen sich die Klagen aus jüdischen Kreisen, daß die inr Religionsunterrichte erzielten Resultate keine befriedigenden seien und namentlich der hebräische Unterricht nicht zu dem erwünschten Ziele führe, die Jugend zu befähigen, an dem öffentlichen Gottesdienste teilzunehmen. Nach jahrelangem Studium stehen die meisten unserer Kinder den gottesdienstlichen Bräuchen, den innigen Gebeten ulld herzerhebenden Gesängen fremd gegenüber. Wo aber das Verständnis fehlt, kann es kein Interesse — keine Begeisterung geben. Diese betrübende Tatsache ist es. die mich seit Jahren zum Nachdenken an eine e i n s a ch e r e, p r a k t i s ch e r e Lehrmethode veranlaßte, die trotz der so karg zugemessenen Zeit von zwei Wochen stunden ein günstigeres Resultat zeitigen würde. Ein glücklicher Zukall führte mich nun in die Gemeindebibelschule des 20. Bezirkes nnb da hatte ich Ge legenheit, die ersehnte Methode in den Mädchenklassen des Lehrers Herrn Isidor O e hl er verwirklicht zu sehen. Nach einer einjährigen Beobachtung der von dem Genannten angewandten Methode und der damit erzielten Resultate sah ich mich veranlaßt, der Unterrichtskommission unserer Gemeinde folgendes Referat zu erstatten: Wien, am 6. Mürz 1916. Referat über die neue, praktische Methode des hebräischen Unterrichtes in der Gemeindebibelschule im 20. Bezirke. lieber Einladung des sel. Bibelschulinspektors Braun besuchte ich im Schuljahre 1914/15 die Gemeindebibeü schule, 20. Bez., Othmargasse 46, um daselbst einer Unterrichtsstunde i m Hebräi s ch e n beizuwohnen. Das von zirka 60 Schülerinnen der ersten und zweiten Bürgerschulklasse Gehörte überraschte mich umlsomehr, als mich seit Jahren der Gedanke an eine ein - fach ere, p raktischere und erfolgreichere Methode des hebräischen Unterrichtes, die ein günstigeres Resultat zeitigen würde, als es bisher leider der Fall ist, intensiv beschäftigt. Die dem Religionsunterrichte so karg zugemessene Zeit zwei Wochenstunden, wovon die eine von dem Ges ch i ch t S u n t e r r i cf> t e in "Anspruch genommen wird - - läßt die Ausarbeitung des hebräischen Lehrstoffes nach der bisherigen Methode fast als unmöglich erscheinen. Nun' ist aber gerade dieser Umstand der wundeste Punkt in der religiösen Erziehung unserer Jugend, der uns ernste Sorge für die Zukunft derselben bereiten muß. Unsere Religion verlangt nämlich von jedem Bekenner ein gewisses Maß von Wissen der heiligen Schriften und ihrer Sprache, zu deren Erlernung natürlich eiu angemessener Spielraum an Zeit zur Verfügung stehen muß. Dieser Forderung indes ist der Status quo des gesetzlich festgelegten zweistündigen Religionsunterrichtes entgegengesetzt: ein Faktor, mit dem unbedingt gerechnet werden muß. Das ideale Ziel, die hebräische Sprache nach dem Vorbilde moderner Sprachen, denen ein acht- bis zehntstündiger Unterricht gewidmet ist, in der Schule zu erlernen, muß daher aufgegeben werden, und eS gilt nunmehr, nur ein solches Maß an Hebräischem in solcher Form, Gestalt und Anordnung der Jugend beizubringen, als unbedingt zur Teilnahme am öffentlichen Gottesdienst erforderlich ist: mit einem Worte: der hebräische Unterricht habe als ausschließliches Ziel seines Strebens: die Befähigung zur verständigen a k t i v e n Teilnahme an: öffentlichen G ot t esd ien st. Anläßlich meiner Anwesenheit in der Bibelschnle im 20. Bezirke sah ich dieses Ziel fast vollständig erreicht. Die Kinder beherrschen die Sabbat- und Scholauschs-R'golim- Gebete in solchem Maße, daß sie nicht nur an einem Gottesdienste teilnehmen, sondern einen solchen selbständig abhalten können. Der Lehrer der Klasse wendet sich an die Kinder mit folgenden Worten: „Der anwesende Herr Vorsteher der Gemeinde spricht soeben den Wunsch aus, den Morgengottesdienst von S ch w u o s zu hören. Wer von euch möchte der Kantor sein?" Es melden sich mehrere Kinder und eines erhält das Ehrenamt. Tie anderen Schülerinnen bilden die Gemeinde und nun beginnt der Gottesdienst, der vom Anfang bis zum Ende ganz nach dem Vorbilde des öffentlichen abgehalten wird, nur mit dem wohü tuenden Unterschiede, daß diese kleine Gemeinde tadellos alle s mitsingt und mitbetet. Da sah ich mit einemmale meinen jahrelangen Traum verwirklicht, mein Ideal eines praktischen Unterrichtes in die Tat umgesetzt.