Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 15 (7.4.1916)
- Date
- 1916-04-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 238 Tr. Bloch's Wochenschrift Nr. 15 entgegenbringen, sind Beweise genug, daß die „Israel. Allianz" unentwegt nach wie vor an den Grundsätzen, welche bei ihrer Gründung festgelegt worden sind, festhält. ,.Tous ies Israeiites sont ireres.14 Mutatis mutaudis gilt dasselbe, was von der „Israel. Mianz" gilt, von den Vertretern der Wiener „B'nai B'rith", die mit tiefem. Ernst und warmem Empfinden all das behäng deln, was gegenwärtig die Seele der galizischen Judenheit so tief bewegt. Oder sollte nicht mit Dank und Anerkennung der Arbeit jener Organisation gedacht werden, welche, obwohl Schöpfung der jüngsten Zeit, dennoch schon Beweise besonderer Rührigkeit, tiefen Verständnisses und weittragenden Ausblickes für die Bedürfnisse der Ostjuden erbracht hat. Ich meine das „Zentralkomitee zur Wahrung der staatsbürgerlichen Interessen der jüdischen Bevölkerung". Auch die zionistische Organisation mit ihrem rührigen Präsidenten an der Spitze hat mehr denn einmal Beweise ihrer besonderen Energie und Rührigkeit und Existenzberechtigung erbracht, sowohl wo es sich um Vertretung jüdischer Interessen, als auch, um Abwehr handelte. Und last non least gehört ja das Schwarz-Hillersche Fürsorgeamt, wenngleich es sich nur mit galizischen Flüchtlingen am Wiener Terrain befaßt, sicherlich zu jenen großen Institutionen, welche Ersprießliches für die kriegsbetroffene galizische Judenheit geleistet hat. Neben der Arbeit der obgenannten Institutionen können auch die Leistungen einzelner jüdischer Abgeordneten, welche ihr Bestes für die schwer betroffenen galizischen Inden leisten wollten und auch zum Teile geleistet haben, nicht verschwiegen werden. Wenn aber trotz allen Anstrengungen von verschiedenen Seiten die galizische JudeUheit, und das dürfte auch auf die bukowinaische zutreffen, sich dennoch jetzt gefährdeter denn je in ihrem Bestände fühlt, so ist der Grund nicht in jenen erwähnten Institutionen zu' suchen, sondern vielmehr liegt es am Mangel einer Gesamtorganisation, in deren Hand alle, das östliche Judentum) betreffenden Fragen und Arbeiten zentralisiert und konzentriert .wären. Wenn all die nötige Ärergie, welche einzelne Institutionen und Personen getrennt für ein und dieselbe Sache aufbringen,' in ein Bassin geleitet werden könnte, welche Unmasse von Kraft ließe sich da zusammenbringen, und um wieviel leichter wären wirkungsvolle Resultate in jeder Beziehung zu erzielen. Was soll aber eine Behörde davon denken, wenn am selben Tage zwei Wgeordnete in derselben Angelegenheit vorsprechen, beide etwas Entgegengesetztes behaupten und verlangen, wie dies in jüdischen Fragen leider nur zu oft geschah? Oder was sollen die armen, schwergeprüften Juden Galiziens für ihre Zukunft erwarten, wenn die Körperschaften und Personen, denen das Wohl ihrer Brüder am Herzen liegt, über den ganzen Komlplex der brennendsten Frage sich noch nicht einmal klar geworden sind? Ist es nicht höchste Zeit, daß alle Organisationen, welche gegenwärtig in diesen Sachen etwas zu sagen haben und praktisch mittun können und wollen, sich vorerst zusammenschließen zu einer gemeinsamen Konferenz, ans der von selbst die Notwendigkeit der Gründung einer Zentralstelle für die Interessen der Juden in Galizien sich ergeben müßte. Eine solche Institution, welche der Ausdruck des Gesamtwillens aller oder der wichtigsten Organisationen ist, welche für die Juden Galiziens Interesse haben, tut uns galizischen Juden not. Nur sie allein wäre in der Lage, kraft ihrer Legitimität und' Autorität allen berechtigten Wünschen nötigen Ortes Gehör zu verschaffen, unser Prestige zu heben und für die Zukunft schon jetzt vorzusorgen. Die Frage der praktischen Durchführung der Einberufung einer solchen Konferenz dürfte nur scheinbar eine schwere sein. Sind nur einige Personen oder eine Organisation, welche sich bis jetzt praktisch betätigt hat, damit einverstanden, so werden ganz einfach an zehn der größten galizischen Kultusgemeinden, an alle jüdischen Reichs- und Landtagsabgeordnete, an die „Israel. Allianz", „B'nai B'rith", den „Jüdischen Hilfsverein", das „Zentralkomitee für Rechtsschutz", das „Zionistische Zentralkomitee in Wien" und das „Jüdische Hilfskomitee in Lemberg" Einladungen ausgeschickt. Die Tagesordnung wird selbstverständlich mit Ausschluß jeglicher Politik festgesetzt. Hauptsächlich würde es sich um wirtschaftliche Fragen handeln, wie Notstandsaktion, Flüchtlings- und Waisenfürsorge, Wiederaufbau und andere gleichgeartete Probleme. Ueber Ort unv Zeit der Kon-! ferenz dürften sich kaum irgendwelche Differenzen ergeben. Draußen regt sichs überall. In Argentinien wurde eine jüdische Konferenz abgehalten, in Amerika wird der große Kongreß vorbereitet. Ueberall bilden die Ostjuden den Mittelpunkt der Verhandlungen. Es ist nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch ein Gebot der Selbst achtung und ein Akt der Selbstwehr, daß die galizischen Juden aus sich selbst heraus die nötige Kraft finden, um mit den ihnen Wohlwollenden zusammenzutreten, um nach Tunlichkeit laut und vernehmlich die eigene Stimme zu erheben. „Sich selbst zu Nutz, und zur Wehr Und dem Judentume und Vaterlande zur Ehr'." Das Unglück, das über die galizische Judenheit herangebrochen ist, hat alle Stände betroffen; so müssen sich denn auch alle zusamMentun, um der Not, der bitteren, entgegenzuarbeiten. Wir Wunen uns jetzt den Luxus der Zerrissenheit nicht leisten. Stark nur durch Einigkeit, gefestigt durch Geschlossenheit und eine zielbewußte Organisation, werden wir aus dem Sturme der kriegerischen Zeit, die über unseren Häuptern mit besonderer Heftig,- keit gewütet hat, noch dasjenige retten können, was zu retten ist. Kriegsdekoralionerr jüdischer Offiziere und Sotdaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: das Ritterkreuz des Franz Josef-Ord-ens am Bande des Militärverdienstkreuzes für vorzügliche Dienstleistung während der Kriegszeit dem Oberstabsarzt 2. Klasse Dr. Joachim Sperber, Res.-Spital; das Militärverdien st kreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoratio.r für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Oberlt. d. R. Wilhelm Rubin, J.-R.; dem Leutnant d. R. Artur Freund, J.-R.; dem vor dem Feinde gefallenen Leutnant d. R. Paul Lampll, J.-R.; das silberne Signum landis am Bande des Militärverdienstkreuzes (neuerliche kaiserliche belobende Anerkennung) für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Oberleutnant d, R. Paul Rirter v. S o n n e n t h a l, reit. Art.-Div. 11; dasSignumlaudis am Bande des Militärverdienstkreuzes (kaiserliche belobende Anerkennung) für tapferes Verhalten vor dem Feinde den Oberleutnants d. R. Dr. Josef Katz, J.-R.; Abraham S chein er, ungar. Ldst.--Et.-Bat.; Siegmund Deak (Deutsch) bei einem Et.-Miarsch-Reg.; den Leutnants d. R. Andor Löw, Feld- Haubitzen reg., Bela Braun, ungar. Ldw.-Hus.-Reg., Karl Gutmann, ung. Ldst.-Bat.; für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vor dem Feinde dem Oberarzt Dr. Felix Rosental, bei einer Feldkanonenbätt.; dem ßandsturm-Assistenzarzt Dr. Schaje Gründe r g, Ldw.-J.M.; für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde den Oberleutnants d. R. Otto Guttmann, Et.-Train-