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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-03-31 · 14 (31.3.1916) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
14 (31.3.1916)
Date
1916-03-31
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 1-1 Tr. Bloch's Wochenschrift eite 2B5 ihrem rechten Namen ucuul, obgleich ich dennoch eingestehe, daß Sie durch die merkantilische Artzion, womit Sie Ihr Geschenk bekleiden, mich doppelt verpflichtet und erfreut haben; ich sehe darin eilt Zeichen der Achtung für einen Poeten und zugleich ein Zeichen Ihrer Pietät für den Geist überhaupt, den selbst der Hochgestellte nie verletzt, ohne dadurch zu beurkunden, daher nicht zur Parthey der Geister gehört. Wie wenig verstehen zumal die Neo- Millionäre die Kunst des Gebens! Jedes Mal, wenn sie uns ein Stück Geld zuwerfen, werfen sie uns zugleich ein Loch in den Kopf; denn sie wissen, die feineren Köpfe, die leicht wundbar, nicht zu unterscheiden von dem dicken Hirnschädel des Pöbels, der alles vertrügt. Ja, die Kunst des schönen Gebens wird in unserer Zeit immer seltener, in demselben Maße wie die Kunst des plumpen Nehmens, des rohen Zugreifens täglich allgemein gedeihet, daher nochmals meine Danksagung, Herr- Baron, für Gabe und Form des Gebens, so wie überhaupt für den Anteil an meinem traurigen Leibeszustand, der sich in Ihrem Briefe so liebreich und gefühlvoll ausspricht. Genehmigen Sic die Versicherung, daß niemand mehr als ich der getreue Verehrer einer Familie ist, wo die jüngere Generation so würdig in die Fußstapfen der älteren tritt und auf welcher auch in dieser Beziehung der Segen Gottes so sichtbar ruht. Hier haben wirklich die Tugenden der Väter Häuser gegründet, und welch' glänzende Häuser! Ihre Familie hat gewiß eine pro-! videnzielle Bedeutung von der glorreichsten Art. In dieser Ueberzengung uitb mit den besten Wünschen für Ihr besonderes Heil verharre ich, Herr Baron, Ihr ergebener H- Heine. Umgehend erwiderte Baron Anselm v. Rothschild: .. W i e n, 3. Januar 1356. Wertester Herr Heine! Mit kaufmännischer Pünktlichkeit entspreche ich dem in Ihrem freundlichen Schreiben vom 30. vorigen Monats ausgesprochenen Wunsche, indem ich an heutigem Tage die Ihnen zugeteilten Aktien realisierte. Das Reinerträgnis dieser glücklich vollführten kleinen Dperatiou empfangen Sie in dem drinliegenden Wechsel voit Francs 4000.— auf mein dortiges Haus, dessen Sie sich bedienen wollen. Dergleichen Geldrimessen in papierner Form sind selbst dem feinsten Hirnschädel nicht gefährlich, und so hoffe ich, mein werter Herr Heine, daß Sie die gegenwärtige als eine freundliche Erinnerung meiner betrachten und genehmigen wollen. Mit beut erneuerten Ausdrucke meiner ganzen Wertschätzung bin ich, mein werter Herr Heine, Ihr ergebenster As. v. Rothschild. Literatur. Malt es Jövö, kiadöhivatai. Budapest, VI., Podmaniczky-u. 6. Die jüngste Nummer der hervorragenden Zeitschrift für jüdische Kunst und Literatur, Mult k-s Jövö, ist mit folgendem Inhalt erschienen: Redakteur Dr. Josef Patai behandelt das Problem der jüdischen Themen in der weltlichen Literatur, welches besonders durch den Krieg aktuell wurde. Dr. Mar Weist beschreibt eine prächtig illustrierte Megilla, im Besitze der ungarischen Akademie der Wissenschaften, welche in der Nummer vollständig reproduziert wird. Imre Abadi schildert seine i nteressante Palästinareise. Dr. Mar Erunwald veröffentlicht wertvolle Bilder zur jüdischen Geschichte mit künstlerischen Illustrationen. Ferner finden wir in der Nummer eine chassidische Purim-Legende und Gedichte von Dr. Patai. Novellen, Gedichte und Skizzen von den hervorragendsten ungarisch-jüdischen Schriftstellern.. Das Abonnement des Älult es Jövö beträgt ganzjährig Kr. 20.—. Redaktion: Budapest, VI., Podmaniczkygasse 6. „Jung Juda". Illustrierte Zeitschrift für unsere Zugend. 18. Jahrgang. Nr. 6. Prag, den 17. März 1916 <12. Beadar 5676). Redaktion und Administration: Prag. II., Stefansgasse 629. Inhalt: M. Scherlag : Purim-Abend. Ben Iehuda : Bilder aus Israels vergangenen Tagen. Regine Adler (Prag): Aus einer mährischen Landstadt. Josef Hart: Die wilden Sieben. M. L etter is: Lebensweisheit. Bisegrad, Bosnien (Illustration). I. Fried: Bestrafter Geiz. Der Kaddisch im Schützengraben. R a z i o n i : Die Geireioezisternen von Palästina. Gl. Lädier : Kleines Tagebuch. Fciedr. K e st l e r (Wien): Purim 5676. Guä in die Welt. Uebersebunqsaufgabe. Rätselauflösungen. Rätsel. E. Bichoff, Wörterbuch der wichtig st en Geheim- und Berufssprachen. Leipzig, Th. Grieben's Berlag. Preis 2. Mark. Wie alle Beröffentlichungen des Verfassers zeugt auch die vorliegende von gewissenhaftester Arbeit und umfassendem -Fleiß. Nur fallen uns Wörter, wie trüche, s'koren, machtth'ne, aglon u. a. auf. die uns bisher im sogenannten Jargon in dieser Form nicht begegnet sind. Immerhin ist dem Büchlein ein praktischer Wert nicht abzu'prechen. Was wir jedoch hier gesucht und nicht gefunden haben, das ist der aus dmi Slavischen in das Jüdische gedrungene reiche Wortschatz, dessen Kenntnis zum Verständnis der Umgangssprache der Ostjuden unerläßlich ist. Tr. M. Ascher. „Guilkivers neue Reise". Deutsche Verlagsanstalt „Concordia". 1915. Berlin SW. 11. Arnold Zweig. „Ritualmord in Ungarn". Jüdische Tragödie in 5 Aufzügen. Hyperion-Verlag. Berlin. „Ost und West". Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Heft 2 3. 1916. Februar März. 16. Jahrgang. Herausgegeben und redigiert von Leo Winz. Inhalt: Die Ostjndenfrage. Wie aus der Ostjudenfrage eine Westjudenfrage wurde. Die Abwehrmittel gegen die Ostjudengefahr und ibre Unzulänglichkeit. Der wichtigste Lösungsvorschlag. Wie die Ojtjuden selbst ihre Frage zu lösen gedenken (mit 6 Illustrationen). Die Ehrenpforte der zwölf sieghaften Helden des Alten Testaments (mit 3 Illustrationen). Fabius Schach : Jüdische Kriegshelden. Jüdische Kämpfe um Freiheit und Recht, II. Folge. B. Saphra : Die Juden in Rußland unter Nikolaus I. Die Aufklärung (mit 1 Illustration). Der Militärdienst. Die Juden in Rußland unter der allgemeinen Wehrpflicht. Die Zimbel (jüdisches Volkslied). Noten. Kriegsliteratur. Briefkasten. Ernst Koh», Prag. Die Bemerkungen in der, Danzer'schen Armeezeitung vom 24. März sind uns nicht entgangen. Wenn der dortige Redakteur glaubt, daß das Erwähnen der Kriegstaten der Juden feindlicher Länder taktlos sei, dann irrt er. Denn wenn wir die Tapferkeit der Juden, die in den feindlichen Heeren dienen, erwähnen, dann wollen wir auf das Pflichtdewußtsein der Juden, das sich immer kundgibt, unsere Umgebung aufmerksam machen. Denn viele unserer Gegner, die die Tapferkeit der Juden nur widerwillig anerkennen, sagen, das sei kein Wunder, sei doch Rußland der Todfeind unserer Rasse. Und da ist es immer gut, wenn man auf das Verhalten derjenigen unserer Volksgenossen hinweist, die ohne Haß gegen einen Feind kämpfen und die trotzdem ihre Soldatenpslicht tun. Danzer's Armeezeitung ist uns niemals freundlich gesinnt gewesen. Wie Juden ihre Pflicht tun, die die Uniform auferlegt, konnte man schon im letzten Balkankriege sehen. Dort kämpften in Bulgarien zahlreiche Juden mit Auszeichnung gegen die Türkei. Und wenn man bedenkt, wie stark der Zionismus in der bulgarischen Iudenheit ist, dann muß man die Pflichttreue der bulgarischen Juden umsomehr anerkennen, da sie gegen einen Staat gekämpft haben, der uns sympathisch ist. Und es ist noch in aller Erinnerung, wie die Juden Palästinas herüber gekommen sind, um in den deutschen und österreichischen Heeren ihren Dienst zu leisten, trotzdem ihnen der deutsche Konsul die Reise widerraten hat. Eingesendet. Laut der anscheinend auch von den späteren Glossatoren stillschweigend akzeptierten Ansicht des für die religiöse Praris der der Gegenwart maßgebenden Magen Abraham (vgl. S. hulchan Arucli Orach Chajim 580, 8), fällt ut einem Schaltjahr der Todestag unseres großen Lehrers Moseh auf den 7. des e r st e n Adar- Monats. Da laut den Berichten der „Oesterr. Wochenschrift" in manchen Gemeinden die übliche Trauerseierlichkeit diesesmal am 7. des zweiten Adars veranstaltet worden ist, wäre mir eine — der gütigen Förderung der sehr geehrten Redaktion gewiß sichere - sachliche Diskussion über diesen Punkt sehr erwünscht. Besonders wäre i.ch dankbar für die Angabe von Quellen und halachischen Autoritäten für eine dem Magen Abraham widersprechende Ansicht. T a l m u d i c u s.

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