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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-03-31 · 14 (31.3.1916) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
14 (31.3.1916)
Date
1916-03-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 14 Dr. Blochs Wochenschrift Seite 223 juaviun hat sie stets offene Hand für nationale Zwecke und warnnr nicht für ihre armen Lehrer? Für alle möglichen Vereine haben unsere Glaubensgenossen Geld, sei es bei freudigen oder traurigen Anlässen; aber der Pensionsverein der israel. Lehrer ist ihnen ein unbekanntes Gebiet, trotzdem es sich um die Versorgung ihrer eigenen Lehrer handelt. Nehmet die Zeitungen in die Hand, studiert die Spenden für die verschiedensten Vereine, findet man je auch nur eine kleine Summe für den Pensionsverein der jüdischen Lehrer? Sind diese denn gar so glänzend gestellt? Ihre Gehalte lassen viel zu wünschen übrig, Nebeneinkommen gibt es nicht; dentt in kleinen Orten gibt es keine Privatstunden, iit größeren unterstützt man lieber die andersgläubigen Lehrer, nicht die jüdischen, und hebräisch allein läßt heute niemand mehr unterrichten. Das Leben ist ihm also schwer gemacht und doch ist diese traurige Zeit für ihn eine paradiesische, denn in Pension kann und darf er nicht göhen; die folgende Rechnung wird es klar be-> weisen. Bis Ende Dezember 1915 waren die Pensionisten so glücklich, 50 Prozent der statutarischen 1200 Kronen, also 600 Kr., jährlich als Pension zu erhalten, die Witwe nur 300 Kr., vorausgesetzt, daß er nach 30 Jahren seine Invalidität Nachweisen konnte. Mit dieser aummc zu leben, ist wohl ein Kunststück, und dennoch soll dieses Eldorado mit Ende 1915 aufhören; denn die Quote soll von nun an nur 480 Kr. jährlich betragen. Was soll er früher für diesen Betrag kaufen? 40 Kr. pro Monat, also täglich 1 Kr. 33 Heller, 1 Laib Brot kostet 64 Heller, 2 Kilo Erdäpfel 36 Heller, es bleiben ihm also noch 30 Heller auf Beleuchtung, Beheizung, Wohnung, Kaffee, Fleisch, Fett darf für ihn nicht existieren, krank darf er natürlich nicht sein. Das ist der Lohn des jüdischen Lehrers nach 40 jähriger Dienstzeit, und kein Gott har Erbarmen. Wo sind alle unsere Herren Repräsentanten .der Landesjudenschaft? Warum .'haltensie nicht öffentliche Versammlungen in ihrem Kreise, d. h. in den Kultusgemeindcn, die sie vertreten? Warum schildern sie da nicht das Elend der jüdischen Lehrerschaft, warum arbeiten sie da nicht dahin, daß die Gemeinden,als solche, die Reichen in diesen Gemeinden diesem Fonds jährliche Unterstützungen oder Spenden zuwenden? Für Palästina iucrbcit Tausende alljährlich gesammelt, 'um die Not zu mildern, aber an das einheimische Mend denkt niemand, die alten t»erbientcn Lehrer seiner eigenen Kinder läßt man darben, eventuell verhungern. Ist eine derartige Altersversorgung der jüdischen Lehrer nicht eine Schmach für alle Kultusgemeinden Böhmens, eilt Hohn auf die Menschlichkeit? Darf es uns Wunder nehmen, daß sich heute niemand dem jüdischen Lehrerberufe mehr widmet? Müßte man nicht jeden Vater für wahnsinnig halten, wenn er seinen Sohn, einem Berufe zuführen wollte, der kein Desinilivum bringt, bcm Not und Elend nur winken, den im Alter nur der Bettelstab erwartet, der alles, nur nicht Unabhängigkeit besitzt. Wenn es so fortgeht, dann können wir getrost sagen, daß in 10—15 Jahren kein jüdischer Religionslehrer in Böhmen sein wird, der eine pädagogische Befähigung nachweist. Selbst in ^großen Gemeinden gibt es heute Religionslehrer, die wohl hübsch singen, aber sehr schlecht die Muttersprache der Kinder beherrschen, denen Grundsätze der Pädagogik ebenso fremd sind wie das Hebräisch, das sie lehren sollen, die absolut nicht imstande sind, den Kindern die Lehrsätze der Religion beizubringen. Und das altes hat die glänzende Nichtversorgung der jüdischen Lehrer versündigt. Darum, ihr löbl. Kultusvorstände, trachtet, daß die Quote im Pensionsvereine verschwinde, daß dem armen Lehrer seine volle Pension zuteil werde, auf daß wieder Männer diesem Berufe sich widmen und unsere Jugend dem Judentume lischt entfremdet werde. Kriegsdekoralionen jüdischer Offiziere und Sonaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: das Offizierskreuz des Franz Josef- Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde dem Stabsarzt Dr. Julian Zilz, Jnf.-Reg.; für vorzügliche Dienstleistung in der Kriegszeit dem Oberstabsarzt 1. Klasse Tr. Julius Kapper, Konvmandant des Garnisonsspitals Nr. 7; dem Oberstabsarzt 1. Klasse aus Kriegsdauer Prof. Dr. Alexander Fraenkel, Mil.- Konmtando Wien: das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde dem Regimentsarzt Dr. Emmerich Kah an, Kommandant der Brig.- Sanitätsanstalr 12/83; für vorzügliche Dienste in der Kriegszeit dem Oberstabsarzt 1. Klasse Dr. Josef Bermann, Kommandant des Epidemiespitales Kassa; dem Stabsarzt auf Kriegsdauer Dr. Walter Zweig, Garn.- Spital 2; den Regimentsürzten Tr. Matrias Reich, Res.-Spital 9, Wien, Dr. Hiero Stöffel, Res.-Spiral Nr. 1, Brünn: dem Oberstabsarzt 1. Klasse Dr. Jonas Reiß, Brückenkopf, Wien; das Militär verdien st kreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Oberleutnant d. R. Dr. Alexander Singer, Jägerbat.; dem Leutnant d. R. Dr. Martin Zimmels, J.-R.; das silberne Signum l a u d i s mit Bande des Militärverdienstkrenzes (neuerliche kaiserliche belobende Anerkennung > dem Oberleutnant d. R. Adalbert F r a n kfu r ter, Feldhaub.-Reg.; dem Oberleutnant d. R. Armin Weiß, J.-R.; neuerliche kaiserliche belobende Anerkennung für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Oberleutnant Alfred Deutsch, Fest.-Art.-Reg.; dem Leut-, nant d. R. Hans Ornstein, reit. Art.-Div.; dem Leutnant d. R. Tr. Adalbert E i s n e r, Feldhaub.-Reg.; für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten dem Oberarzt Dr. Lndivig Katz, J.-R.; dem Oberleutnant d. R. Richard Pick, schw. Haub.-iDiv.; für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Leutnant d. R. Stanislaus B e r gmann, J.-R.; den Oberleutnants d. R. Alfred Pick. J.-R., Robert Gold f ch mi d t, Feldkan.-Reg., Otto Goldmann, J.-R.; für vorzügliche Dienstleistung vordem Feinde dem Oberleutnant d. R. Robert Deutsch, Landw.<J.-R.; dem Leutnant d. R. Karl Kohn, Sammelstelle Brod; dem Jng.-Leutnant Leo R o s e n t a l, Brückenkopf Przemysl; dem Forrifik.-Leutnant Arnold H ü t t i g, Geniedirektion Krakau; dent Oberleutnantauditor Dr. Josef Steinberg, Et.-Bez.-Kmdo. Stanislan: dem Oberleutnant d. R. Friedrich Pollak, tun;. Ldw.-i J.-R.; den Oberleutnants d. R. Samuel Felix, Epid.- Spital Lobzow, Ludwig Kallir. Brückenkopf Wien; dem Leutnant d. R. Josef Fürst, Bahnhofkommando Bruneck; dem Jng.-Leutnant Desider Freund, Kmdt. einer Arb.-Abt.; den Oberleutnants d. R. Arnold Frank, Traindio., Alexander Stern, Jnf.-Div.; dem Leutnant d. R. Paul Beer, Traindio.: für tapferes und aufopseruugsvollcs Verhalten dem Assistenzarzt Dr. Marzell Berge r, J.-R.; dem Oberarzt Tr. Theodor E i s n e r. Feldkan.-Reg.; für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde dem Oberstabsarzt Dr. Marzell Feder, J.-R.; dem Regimentsarzt Dr. Wilhelm Eisenschimmel, Tiroler Reg.; dem Stabsarzt Dr. Moriz F r i e d m a n n, Kmdt. des Feldfpitals 114; dem Stabsarzt Dr. Karl Wert he im, Kmdt. des Feldspitals Nr. 4/4; dem Oberstabsarzt 2. Klasse Dr. Wilhelm Frank, Jnf.-Aiv.; dem Oberstabsarzt l. Klasse Dr.

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