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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-03-31 · 14 (31.3.1916) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
14 (31.3.1916)
Date
1916-03-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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•Hl-, 14 Jahrgang XXXIII Zentralorgan für die gesamten ITnteressen des Zudentums. o u- -^=d o p K. kr. PostfxsrKasserrsmt C Glear1ng 10erbebr 1Rr. 610.976. Redaktion und Administration: Wien II/i, Praterstraße 9. Teleplion 45.359. <1 nP - On Wien, 31. Miirz 1916 Lrscbeinr jeden Freirsg. Brief-Adresse: Wie». Ihi. Praterstraße 9. Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift, Wien. OCr- . e?Q p Vrxugspreis für Destrrreirtz: Q Halbjährig 8 Kronen. Einzelexemplars 50 Heller. Für da» Ausland: Halbjährig IO Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. Anzeigen: Die 2mal gespal» tene Petitzeile 48 Heller. OQ-- --Qo Inhalt: Leitartikel: Was uns galizischen Inden jetzt nottut. — 40 Prozent. — Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Neuerliche Auszeichnung eines Stabsoffiziers. — Deutsche Auszeichnung an österr. Krieger. — Der siebzehnjährige Josef Bchari. — Goldene Tapferkeitsmedaille. — Sechs Söhne — sechs Auszeichnungen. — Kadett Leopold Reiß. — Vom Obersten Sanitätsrat. — Fritz Kohn den Heldentod erlitten. — Heldentod jüdisch-polnischer Legionäre. — Ter Krieg im Lichte der Gesellschaftslehre. — Korrespondenzen: Wien. — Das einzige jüdische Altenhaus Palästinas mit Sperrung bedroht. — Dringende Bitte für unsere jüdischen Feldgrauen im Kriegsgebiete Südtirols.- — Wien. — Brünn. Soldateu-Purim in Lemberg. — Keszthely. — Purim im Felde. — Die Unterdrückung der jüdischen Zeitungen in Rußland. — Vermischtes. — Feuilleton: Wie Rotschilds geben. — Literatur. — Briefkasten. — Notizen. — Inserate. Zur gefälligen Beachtung! Ifflhr ersuchen unsere geschätzten Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der laufenden Abon nementsgebühr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Beträge wolle man sich des der vorigen Nummer beigelegten Posterlag- Scheines bedienen. Die Administration. Was uns galizischen Anden jetzt «ottnt. Von Dr. Bernhard Hausner. Das Schicksal des verwüsteten Landes Galizien sollte Gesamtösterreich zu Herzen gehen. Galizien war das Opfer für Gesamtösterreichs es wurde verwüstet und ruiniert. Wer ihm allein ist es zu danken, daß die anderen Kronländer Oesterreichs von Her Raubgier der zarischen Soldateska verschont geblieben .sind und der Invasion der russischen Horden entgingen. Immer wieder muß es in Erinnerung gebracht werden, was von berufenster Seite gesagt worden: ^,Galizien war die Vormauer von W e st ö st e r r e i ch und sollte auf Dankbarkeit und Hilfe bon dieser Seite zählen dürfen." Das hat der großherzige Monarch stn seiner berühmten, an den Grafen Stürgkh gerichteten B o t s ch a f t anerkannt. Es kann nicht oft und nachdrücklich genug betont werden, daß durch die Kriegsereignisse in Galizien hauptsächlich die jüdische Bevölkerung dieses Landes grausam betroffen wurde. Die .Festlegung dieser Tatsache ist von verschiedenen Gesichtspunkten aus von besonderer Wichtigkeit, sie ist dringend mit Rücksicht auf die bereits in Angriff genommenen und . in Aussicht gestellten Maßnahmen, um die zerrütteten Verhältnisse im Lande, so gut es eben uoch während des Krieges geht, in Ord-' nung zu bringen, umsie erst nach dem Eintritte politisch normaler Verhältnisse ganz zu regeln. So ist denn im Interesse des Landes und Staates, noch mehr aber im Interesse der Juden, eine objektive Sachdarstellung geboten. Meines Wissens ist in der reichen Kriegsliteratur bis jetzt noch kein Versuch einer abgeschlossenen Dar-, ftellung der Leiden, Leistungen und Bedürfnisse Gali-> ziens und vollends schon ber Juden dieses Landes gemacht worden. Nun wird aber die restitutio in integrum „armer Agrarier", sowohl der Latifundienbesitzer (obszarniki), als der bäuerlichen Landwirtschafter — also des überragenden Teiles der nichtjüdischen Bevölkerung — sicherlich früher oder später erfolgen müssen. Die Konturen der zukünftigen Sanierungsaktion sind schon jetzt in der Form von billigen Krediten, Anbauprämien, Zerlegung der Bankratenzählungen usw. «erkennbar. Doch was soll mit den 840.000 Juden Galiziens geschehen? Die Frage ihrer ökonomischen Resundierung gehört sicherlich auch mit in das Problem des künftigen Wiederaufbaues des Landes hinein, andererseits aber ist sie mit Rücksicht aus die exzeptionelle ökonomische Schichtung der galizischen Juden, wie auch des geradezu unbeschreiblichen Umfanges der Leiden und Schäden wegen, welche dieser Teil der Bevölkerung zu erleiden hatte, eine ge-, schlossene Frage für sich, welche gesondert behandelt werden will. Die Russen gaben dem jetzigen Kriege, für welchen sie so gerne die Verantwortung auf andere überwälzen möchten, für den aber nur ausschließlich die zarische Autokratie und ihre Helfershelfer verantwortlich gemacht werden müssen, um ihn populärer zu machen, die Bezeichnung „Befreiungskrieg (oswobodatelnaja wojna)*. Diese Ueberschrist dürste noch heute über den Kriegsberichten des russischen Generalstabes in den offiziellen russischen Organen prangen. Wer sollte von wem chefreit wer-

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