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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-03-17 · 12 (17.3.1916) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
12 (17.3.1916)
Date
1916-03-17
Page
– (sequence 15)
Language
German
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ftr. .l'2 Dr. Bl och's Wochenschrift Indische Fastnacht. Der bekannte Schriftsteller Isidor Heller, der im Jahre 1816 zu Jungbuuzlau in Böhmen geboren wurde uitb auch eine Zeit hindurch Sekretär des Ministers Bruck war, hielt sich im Jahre 1841 in seiner Vater-, stadt zu Besuch auf und sandte im März des genannten Jahres cm den Redakteur des damals in Prag heransgegebenen Blattes „Ost und West", Herrn Rudolf Glase r, einen Bericht über die „jüdische Fastnacht", wie er die Purimnacht 511 nennen beliebte, dem wir folgendes entnehmen : „In dieser Nacht tritt der Jude aus seinen: sorglichen, spekulierenden Wesen auf einige Stunden heraus: vor seinem leuchtenden Auge verschwindet der drohende Wcchselbrief; seine gebet- und zahlengewohntelt Lippen strömen von Witz und Lachen über. Die meisten Fenster der Judenstadt glänzen festlich und aus mancher Wohnung schallt Musik, die freilich oft nur einen Leierkasten oder eine Harfe zur Quelle hat. Zahlreiche Masken schwärmen von Haus zu Haus, die Tafeln der Wohlhabenden strotzen von Törten, Kuchen und andere!: Näschereien, die willig geboten und genommen werden. Letzten Purim zog ein lebhaftes Quartett, eine reichbesetzte Tafel und der wohlerleuchtere Saal den Masken ström in das Haus des Dr. W. Das Anwachsen des Maskenknäuels unterbrach oft den Tanz: aber wer nicht bloß Fuß war, wurde durch die witzigen Angriffe und blitzschnellen Erwiderungen, die oft in jüdisch-deutschen, zu Wortspielen geeigneteren Idiomen gemacht wurden, reichlich entschädigt. Um die Uebelwollenden, welche die Juden als der Bildung unzugänglich verschreien, zu widerlegen, erwähne ich einige Charaktermasken, die der Redoute einer großen Stadt nicht unwürdig gewesen wären. Ein Skelett mit ausgestopstem Gesäß, einer glühenden Kohle an der Stelle des Herzens und einem rosti-, gen' Säbel in der Hand, wollte für den neuen Roman gelten. Eine Muse, die einem mit Kupfermünzen gefüllten Geldsacke fast erlag, präsentierte sich als neudeutsche Poesie. Ein bis zum Platzen aufgeblasener Frosch aus Papier wurde als Heldentenor aufgeführt. Einen, der auf einem Glücksrade rollte und von einen: wahnsinnigen Weibe, geschmückt mit Emblemen der Zeit, oorwärtsgestoßen wurde, riefen bewaffnete Trabanten als Efpartero aus. Drei schöne Knaben stellten die drei Reiche der Natur vor. Jeder sprach seine Rolle bezeichnend. So sagte beispielsweise der Vertreter der Botanik: Ich bin das Pflanzenreich — Ergötze Arm und Reich Mit Rosen und Veilchenduft: Bekränze mit Rasen jede Gruft. Ein Hoherpriester äußerte mir gegenüber feinen Unwillen über den Beifall, den ihr Theaterreferent dein Jüdeln des Herrn Fisch e r im Stück „Nathan der Weise" gezollt. Die Maske meinte, man gebe durch eine solche Darstellung den idealen Charakter dem Pöbel preis. „Ich gebe", sagte sie, „dem Referenten einen Dukaten für jede deutsch-jüdische Konstruktion, die nach feiner Meinung Lessing dem Nathan in den Mund gelegt haben soll. Das wäre mir ein weiser Nathan", setzte sie hinzu, „der nicht einmal die Sprache seines Landes richtig zu sprechen verstände." , Bis Mitternacht dauerte die Maskerade, dann wurden Straßen und Häuser stiller, die Lichter erloschen, n:an suchte das Lager, um mit den: Morgen, als sein Gegenfüßler von gestern, ernst und sorgsam seinen Gewerben nachzugehen oder auf seinen Geschäftsplatz zu reifen. Zun: näheren Verständnis der obigen Zeilen bemerke ich, daß Samstag, den 27. Februar, in: Jahrv 1841 in: >!.!. Deutschen Theater zu Prag „Nathan der Weise" ge geben wurde. Der Kritiker der Zeitschrift „Ost und West" äußerte sich hierüber: „Was die Darstellung betrifft, so beharren wir bei unseren: früheren Urteile und glau ben, daß der Rolle des Nathan, welche Herr Fischer sowohl in Deklamation als Spiel ausgezeichnet spielte, ein leiser Anflug eines jüdischen Dialekts zur richtigen Charakteristik Notwendig und sluch von: Dichter beabsichtigt sei, iveil er sonst schwerlich bei ihn: allein eine deutsche jüdische Konstruktion beobachtet hätteZ Klatrau. Baum. Dileratirr. Geschichte meines Dienstiebens. M. B u r g, königl. preuß. Major der Artillerie und Lehrer an der vereinigten Artillerie und Ingenieurschule, Ritter usw. 2. Auflage. Mit einem Geleitwort von Pros. Dr. Ludwig G e i g e r. Perlag von M. W. ft auf - man n, Leipzig 1916. Butzpredigt ,üc die Chewra-ftadischa von Dr. Emanuel 2 ch w a r tz, Prediger am Prager Tempel. Selbstverlag zugunsten der Flüchtlinge. Preis 80 Heller. Prag, Januar 1916. Krrsfkastrn. Rottzseld. Rabbiner Dr. Rudolfer in Jägerndor'. I. M. i» Wottawa. Für uns ungeeignet. Notizen. Jüdische Bühne. Direktion 3. Podz a m c z e. 2. Pez., Taborstraße 12 (Hotel Stefanie). Freitag, den IV. März, zum erstenmale: „Die eifersüchtige Frau", ^-amstag, den 18. März, und Sonntag, den 19. März: „ftönig Ahasver" von A. Goldfaden. Sonntag, den 19. März, nachmittags halb 4 Uhr: ,.ftol Ridre". Montag, den 20. März. Ehrenabend des Herrn Palepade: „Der jüdische ftönig Lear" von Gordin. Dienstag, den 21. März: „Die Tochter Jerusalems" von Eh. Wolfvthal. Mittwoch, den 22. März: „Düs Pintele Jüd". Donnerstag, den 28. März: (Gordin-Abend) „Die Jesojme". ftundmachung. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre der Riederösterreiclchcheii Escompte-Gesellschaft werden hiemit zu der am 3. April 1916, um 5 Uhr abends, im Gebäude der Gesellschaft, 1. Bez., Am Hof Nr. 2, stattsindenden 63. ordentlichen General-Persammlung eingeladen, in welcher folgende Gegenstände zur Perhandlung gelangen werden: 1. Rechenschaftsbericht und Bilanz für das Geschäftsjahr 1915; 2. Bericht des Reoisionsausschusses; 3. Antrag des Perwaltungsrate; auf Perwendung des Reingewinnes. 4. Wahl von Mitgliedern des Perwallungsrates: 5. Wahl von vier Mitgliedern in den Reviüonsausschuß 52 der Statuten). Die stimmberechtigten Herren Aktionäre, welche als solche drei Monate vor dem Zusammentritte der Persammlung in den Aktienbüchern der Gesellschaft eingetragen waren und an der General- Persammlung teilzunehmen beabsichtigen, werden hiemit cingeladen, ihre Aktien bis längstens 2 0. M ä r z 1 9 1 6, 1 Uhr nachmittags, bei der Liquidatur der Riederösterreichischen Escompte- Gesellschaft zu erlegen. Die Aktien sind, arithmetisch geordnet, mittels einer einfachen ftonsignation einzureichen, und dem Einreicher wird hierüber eine Empfangsbestätigung erfolgt, gegen welche nach abgehaltencr General-Versammlung die Aktien rückgestellt werden. Je 10 Aktien geben das Recht auf eine Stimme. Ein Aktionär kann sein Stimmrecht in der General-Versammlung entweder persönlich oder durch einen bevollmächtigten stimmberechtigten Aktionär ausüben, doch können Handelsgesellschaften durch einen ihrer Firmaführer, Minderjährige durch ihren Vormund, Frauen durch einen eigens gewählten Bevollmächtigten, Gesellschaften durch ein dazu bevollmächtigtes Mitglied, ftörperschaften, Institute durch einen ihrer Vorstände vertreten werden. Für den Fall der Bevollmächtigung ist die bezügliche Vollmacht spätestens einen Tag vor der General-Versammlung der Direktion einzuhändigen. Wien, am 10. März 1916. Niederötzerreichischr Escomple-Geseil,cha>t.

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