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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-03-17 · 12 (17.3.1916) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
12 (17.3.1916)
Date
1916-03-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 190 Tr. Bloch's Wochenschrift Nr 12 lich nicht die Bedeutung beigemessen wird, welche sie in Zukunft gewinnen können. Es würde sich daher sehr empfehlen, eine Sammlung solcher Schriftstücke anzuregen und im Rahmen der Kultusgemeinden durchzusüh-rcn, um in einer späteren Zeit das Rohmaterial für die notwendigen Studien und Aufstellungen beisammen zu haben. Sicherlich werden etwas Aehnliches alle Ge-t meinschaften in Oesterreich-Ungarn tun und eine Unterlassung oder Verspätung in Hinsicht auf das Judentum wäre eine arge Sünde. Man sollte selbst nicht die Kosten scheuen, um eine eigene Zentralstelle für diesen wichtigen statistischen Dienst zu schaffen. Vorderhand ist natürlich nichts anderes möglich, als Proben 'und eine Auswahl davon zu geben, was jüdische Kämpfer geleistet haben. Wir setzen nachstehend nach den amtlichen Belohnungsanträgen die Liste jener Taren jüdischer Soldaten fort, welche einer Auszeichnung würdig befunden wurden. Sie haben ihre Pflicht gegen Kaiser und Vaterland zum Stolz und zur Ehre' des Judentums im Angesicht des Todes erfüllt und sich außer ihren Dekorationen auch unseren besonderen Dank verdient, der denn auch im Frieden seine besondere Form finden muß. Wer Leib und Leben für die Gemeinschaft eingesetzt hat, dem muß es auch die Gemeinschaft Zeit seines Lebens danken. Vormeister Chain? G u t t e n t a 9, bekam die silberne T a p f e r k e i t s m e d a i l l e 1. Kl. Er steht seit Kriegsbeginn im Felde und arbeitet uner-' müdlich und unverdrossen als Telephonist in den schwierigsten Situationen. In den Karpathen hat er in Schneestürmen Leitungen gebaut, im heftigsten Jnfauteriefeuer auf der Klewa und Makuwka die Leitungen kontrolliert und iustandgchalten. Am 6. und 7. September 1915 hat er bei Darachow Tag und Nacht die 19 Kilometer lange Leitung im feindlichen Feuer kontrolliert und die Verbindung immer aufrecht und gefechtsfähig gehalten. Im heftigsten Granatenfeuer ist er ruhig auf seinem Posten geblieben und ermöglichte dadurch der Batterie ein ruhiges und sehr wirksames Feuer. Dieser sehr brave und fleißige Unteroffizier erfreut sich der Anerkennung aller Vorgesetzten. Kriegsfreiwilliger Zugsführer Maximilian Morg e n st e r tt des Landwehr-Infanterieregiments Nr. 35 bekam die silberne Tapferkeitsmedaillc 2. Kl. 2eit Mitte April 1915 als Gefechtsordonnanz beim Rcgimente, bewies er bei jeder Gelegenheit größte Unerschrockenheit und überbrachte alle Befehle auch in den schwierigsten Situationen mit völliger Sicherheit. Während des Gefechtes bei Rofochowaciec am 30. August 3 915, als die stark nachdrängenden Russen den Rückzug bedrohten, leistete er mit den übrigen Gefechtsordonnanzen und gesammelten Versprengten unaufgefordert heftigen Widerstand, ermöglichte dadurch einer Kompagnie das unbelästigte Zurückgehen, erleichterte derselben 'das Beziehen einer neuen Stellung und rückte sodann kämpfend zum Regimente ein. Reserve-Zugsführer David G 0 l d r i n g des .Landwehr-Infanterieregimentes Nr. 35 hat die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Kl. erhalten. Beim Gefechte von Rofochowaciec am 30. August 1915 hat der Zugsführer nach der Verwundung des Kommandanten die Feuerleitung der Maschinengewehre übernommen und in tapferer Weise durch ununterbrochenes schießen gegen die Flanke der vorgehenden feindlichen ^chwarmlinie gewirkt,- und so deren Angriffstätigkeit gedämmt. Es ist ihm gelungen, beim anbefohlenen Rückzug unter sehr schwierigen Verhältnissen beide Gewehre zurückzubringen. Hiebei wurde er schwer verwundet. Inf., Tit.-Gefreiter Jzso Großmann, bekam die silberne T a p f e r k e i t s m e d a i l l e 2. Kl. Nachdem der am 12. Oktober 1915, früh, nördlich Darowo, durch zwei russische Bataillone geführte Angriff gegen die 12. Feldkompagnie zurückgewiesen war, wurde Gegenangriff befehligt. Bei dieser Gelegenheit rannte G r 0 ß m a n n mit besonderer Tapferkeit dem im Rückzug befindlichen Feind nach und riß durch feilt Beispiel einige Kameraden mit. Im lebhaften feindlichen Maschinengewehr- und Jnfanterie-Salvenfeuer nahm er außerhalb des Hindernisses sieben Russen samt Gewehr und Ausrüstung gefangen. Res.-Gesreiter Abraham Keller m a n n des Infanterieregimentes Nr. 80 hat die bronzene Tapferkeitsmedailke bekommen. Der Gefreite gehört zu den verläßlichsten Chargen und wurde als Leiter selbständiger Arbeitsgruppen mit bestem Erfolge verwendet. Sein Fleiß, seine große Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit, verbunden mit persönlicher Geschicklichkeit, befähi-- gen ihn zur Leitung der schwierigsten Arbeiten. Bei Arbeiten im feindlichen Feuer zeichnete sich Kellermann durch Mut aus und wirkte beispielgebend für die übrige Mannschaft. Er befindet sich seit Kriegsbeginn ununterbrochen im Felde. Infanterist Jakob G u t w e i n, Inf.-Reg. bekam' die silberne T a p f e r k e i t s m e d a i l l e 1. Kl. Er hat sich als Gefechtsordonnanz im Gefechte bei Pawlow am 29. und 30. August hervorragend tapfer bei Uebcrbringung von Befehlen benommen. Gelegentlich der Ueberbringung eines Befehls im heftigen Kampfe am 3. September nördlich Barania (Wald) wurde er von einem Schrapnell schwer verwundet und starb nach kurzer Zeit am Hilfsplatz des Infanterieregiments Nr. 44. Korporal, Tit.-Zugssührer Jsak Fischer, Inf.-Reg. bekam für tapferes Verhalten vor dem Feinde die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Kl. Er nahm an den Gefechten bei Seredynce am 14. und 15. September 1915 hervorragenden Anteil, indem er im fürchterlichsten feindlichen Feuer seinen Zug wider den Feind führte und als erster in die feindliche Stellung eindrang, in welchem Momente er verwundet wurde. Er leistet mit Unterbrechungen seit 7 Monaten Felddienst und wurde zum drittenmale verwundet. Inf. Joses Diamant des Infanterieregiments wurde für musterhaftes und tapferes Verhalten vor dem Feinde mit der b r 0 n z e n e n T a p f e r k e i t s m e d a i l l e ausgezeichnet. Er meldete sich mehrmals freiwillig zu Patrouilledienften und brachte am 13. Oktober 1915 im Gefechte bei Krzywolnka, wo er sich auch sonst sehr schneidig benommen hatte, 9 Repetiergewehre ein. Fähnrich d. R. Egon Rosenbaum des Infanterieregiments erhielt in der Stellung an der Stubla am 13. September 1915 den Auftrag, eine von den Russen besetzte Ortschaft vor der Front zu säubern. Er rückte mit seinem Zuge gegen die Ortschaft vor, stürmte die russische Stellung — eine Feldwache —, vertrieb diese und brannte die Ortschaft nieder. Rosenbaum war zu Beginn des Feldzuges 2 Monate an der Front, seit August 1915 bis heute steht er zum zweitenmal im Felde. Er wurde für sein tapferes Verhalten mit der sikbernen Tapferkeits-medaille 2. Kl. ausgezeichnet. Infanterist Elias Harzstark des Infanterieregiments Nr. 89 bekam die bronzene Tapferkeits- Medaille für hervorragend tapferes und mutiges Verhalten am 7. Oktober 1915. Er. hat durch sein besonders tapferes und wütiges Verhalten in? Gefechte an diesem Tage durch seine todesverachtende Haltung trotz der heftigsten feindlichen Infanterie- und Artilleriegegenwirkung der übrigen Mannschaft ein hervorragendes Beispiel gegeben und war beim Sturme auf die feindliche Stellung allen voran Und riß zaghaftere Nebenleute mit ausmunternden Worten mit sich fort.

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