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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-03-10 · 11 (10.3.1916) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
11 (10.3.1916)
Date
1916-03-10
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 182 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 11 „Jüdische Toynbeehalle", XX, Tenisg. 33. Der reiche Beifall, den das letzte Samstags-Konzert fand, konnte Frl. Eveline Hist als Veranstalterin von der Güte des Programms überzeugen. Allein diese Dame verdient auch als Solistin am Klavier volle Anerkennung. Ihr Spiel, das einen hohen Grad technischen Könnens und tiefer Empfindung offenbart, erfreute in reichstem Matze. Den gesanglichen Teil des Konzertes vertraten das Künstlerpaar Frau und Herr B a u m a n n. Ihre Leistungen waren im Duettwie im Einzelgesang künstlerisch durchaus gleichwertig. Frau B a u m a n n sang u. a. eine Arie aus „Tosca", in der die Beherrschung des Dramatischen und Technischen harmonisch zun: Ausdruck kam, während sich die ^machtvolle Stimme des Herrn Baumann in Löwe'schen Liedern am schönsten offenbarte. Frau Schlaffenberg begleitete mit feinem Verständnis die Gesangsvorträge. Wochenprogramm: Samstag, den 11. d. M., Konzert. Sonntag, Vortrag: „Was ist Sozialpolitik?", Herr Reichsrats-Abgeordneter Dr. I. Ofner. Mittwoch, Vortrag: „Das moderne Ghetto im Lichte seiner Dichter", Herr Dr. Obermann. Freitag, den 17. d. M., Bibelvortrag, Herr Dr. L. Czaczkes,' Herr Wechsler („Theologia"). „Beth Haam" (Jüdisches Volksheim), 16. Bez.. Wurlitzergasse 11. Samstag, den 11. März 1916, ha.lb 8 Uhr abends, Vortragsabend mit Konzert unter freundlicher Mitwirkung des Herrn Felir Lenz, Mitglied des Tonkünstlerorchesters, des Frl. Irma Grasgrün, Pianistin, des Frl. Eusti S ch l e s a k, Konzertsängerin, und des Herrn Fritz Spitzer, Rezitator. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. — Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten wolle man an den Präsidenten Herrn Dr. Marlin Förster, 16. Bez., Thaliastratze 22, gelangen lassen. Austritte aus dem Judentum vom 27. Februar bis 4. März 1916. Baron Ernst, Ingenieur, geb. 27. Mürz 1885, Mähr.-Ostrau, 13. Bez., St. Veilgasse 67. ' Blast Erwin, .Oberleutnant der Reserve, geb. 19. August 1688, Smichow b. Prag, 1. Bez., Zelinkagasse 14. Feldsberg Josefa, geb. Welzl, Hilfsarbeiterin, geb. 31. Januar 1885, Wien, 13. Dez., Jubiläums-Spital. Groszmann Julie, Konservatoristin, geb. 6. Juli 1893, Wien, 7. Bez., Neustiftgasse 115 a. Heller Martha, geb. Sulzer, Private, geb. 8. April 1883, Ealatz (Rumänien), 18. Bez., Haizingergasse 47. Herrmann Martha, Kontoristin, geb. 8. November 1892, Wien, 2. Bez., Praterstratze 35. Rerscher Emil, Dr., Zahnarzt geb. 11. August 1878, Lemberg, 8. Bez., Wickenburggasse 23. Schindel Viktor, Architekt, geb. 17. Februar 1886, Kanitz, 2. Bez., Hotel Continental. OlmüH. Der P. T. Weingroßhandlung Leop. Wolsfts Söhne in Eisenstadt spricht der Gefertigte für die Zusicherung von 50 Liter Osterwein für die israel. Mannschaft, sowie Frau Dr. Grunwald für neuerliche Zusendung von 50 Gebetbüchern durch den Patriotischen Hilfsverein vom Roten Kreuz in Wien den herzlichsten Dank im Namen der bedachten Mannschaft aus. Dr. G. Siche r, Feldrabbiner für den Bereich des k. u. k. Militärkommandos Krakau in Olmütz. Budapest. Das ungarische Amtsblatt veröffentlicht ein Allerhöchstes Handschreiben, wonach dem Oberrabbiner der Budapester israelitischen Kultusgemeinde, Herrn Dr. Samuel Kohn, der Titel eines königl. ungar. Hofrates verliehen wurde. Ung.-Ostro. Am 25. Adar wurde Frau Regine Diamant, geb. Strautz, Gattin unseres geliebten Kultusvorstehers, zu Grabe getragen. Mit der Dahingeschiedenen scheidet aus unserer Gemeinde eine der edelsten Wohltäterin, die den Armen unserer Gemeinde stets mit Rat und Tat beigestanden ist. Ihre allgemeine Beliebtheit hat sich auch beim Leichenbegängnis kundgetan, bei dem sich die ganze Gemeinde ohne Ausnahme beteiligte. Herr Rabbiner Dr. S. Zwick würdigte in schönen Worten die Verdienste der Verblichenen. Der Allmächtige möge den gramgebeugten Gatten, unseren allverehrten Herrn Kultusvorsteher Julius Diamant, Trost finden lassen. K. R. Raab. Wie der „Györi Hirlap" meldet, hat Herr Fcldrabbiner Dr. Fu n.k aus Preßburg in der großen Synagoge vor der versammelten israelitischen Mannschaft des bosn.cherzegow. Infanterieregimentes Nr. 4, welche zum größten Teil aus spaniolischen Juden besteht, in spanischer Sprache eine patriotische, alle begeisternde Ansprache gehalten. Feuilleton. Die jüdische Köchin. Eine wahre Geschichte. Der Küchenchef — setzt sagt man wohl kriegsgerechkler dafür: Oberkoch —, der sich das sonst friedlicherem Werke dienende Messer ins! Herz stieß, weil ihm seines Herrn Lieblingsspeife mißlungen war, ist der Stolz der Köche geworden. Dieser Blutzeuge ihrer Standesehre hat der Welt zum Bewußtsein gebracht, daß auch die lorbeerbestreute Bahn zwischen Topf und Tiegel ihre Opfer fordert. Immerhin überwiegt noch immer die Zahl der Herrschaften, die ihrem Küchengeist, wenn auch nicht geradezu zum Opfer fallen, so doch Opfer bringen. „Mein Magen hat wenig Sinn für Unsterblichkeit," sagt Heine, und immer wird es Schlemmer geben, die mehr, als auf ihr Seelenheil, auf ihres Magens Wohlfahrt achten. Was tut und — leidet man nicht alles, zumal in biefen schweren Tagen der Leutenot, um sich eine „perfekte Köchin" zu erhalten! Wie mancher hartgesottener Weiberfeind hat sich Hals Wer Kopf in das Wagnis der Ehe gestürzt und, allen gesellschaftlichen Abstand überbrückend, seine Köchin heimgeführt, um durch das Rosenband tjer Ehe den guten Engel seines Magens dauernd an sich zu fesseln! Eine Frau findet man leicht, besonders in unserer männerlosen, schrecklichen Zeit, aber eine Köchin. . .? Auch völkischen und religiösen Gegensatz bändigt oder hält gar unter der Schwelle des Bewußtseins der Zauberbann des Bratspießes, wenn er kunstgerecht seines Amtes waltet. Piowatti und Tonello sind dieser Tage auf den Flügeln des „Onkel Bernhard" von einem seiner Rezesenten in das „Deutsche Literaturblatt" (!) eingeführt worden. Das I und O ihrer Namen erinnert zwar deutsche Ohren unliebsam an die Sprache der Katzelmacher, aber die Geschmacksnerven. unserer Umgebung schätzen sie als das A und O der jüdischen Ritschet- und Würstelmacher, und das entscheidet. In Saloniki — jetzt wird man wohl bald mit der altdeutschen Epik „Salneck" sagen müssen —_ herrschte stets paradiesischer Friede unter den verschiedenen Bekenntnissen. Das einigende Band war-dort die — jndische Köchin. Hat ja doch der jüdische Name längst im internationalen Kochbuch und Rezeptenlexikon sich einen Platz erobert. Man liest dort von einer Uouilwn a la juive und dergleichen mehr. Und da wir schon einmal beim Essen halten, so sei erwähnt, daß in der Stadt der jetzt tonangebenden Krupp'schen Riesenmörser der Essener — Kriegerverein im jüdischen Speisehaus seine Liebesmahle abhält. Während ausgesprochen jüdische Vereine grundsätzlich ausgesprochen nichtjüdische Gasthöfe für ihre Veranstaltungen bevorzugen, läßt sich der Kriegerverein nicht nur das Koscheressen gefallen. Er macht sogar die Karenz der Pessachwoche mit allen minutiösesten Einzelheiten mit. Aehnliches begibt sich nun auch in unserer nicht gerade wegen religiöser Duldsamkeit verschrieenen Wiener Stadt. Die Flüchtlingssturmflut hat manches geruhige Phäakengemüt in Wallung gebracht. Die Magenfrage,

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