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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-03-10 · 11 (10.3.1916) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
11 (10.3.1916)
Date
1916-03-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 174 Dr. Bloch's Wochensch rift Nr. 11 Frauen und Kinder in die mitleidslose Fremde gejagt. Monatelang waren die Tagesblätter mit dürren Anzeigen gefüllt, welche doch durch ihren Inhalt wie flehende Hilferufe klangen. Hier suchten eine Frau und vier Kinder ihren Ernährer, welcher zuletzt in diesem und jenem Gefecht gesehen worden war; dort wieder suchte ein verwundeter Krieger mit einer Spitalsädresse für die Rückantwort seine greisen Eltern. Ist das nicht die größte Tragik, von welcher eine Familie ergriffen werden kann, im Falle der galizischen Juden hunderttausende Familien ergriffen wurden? Der Infanterist Leopold Gewürz des Landwehr- Infanterieregiments Nr. 32 nahm tapfer an einen: Sturme teil und -meldete sich später freiwillig als,Patrouillenführer, um lange Zeit im heftigen feindlichen Feuer auszüharren, wobei von seinen sechs Mann drei verwundet wurden. Er wirkte auf die Mannschaft begeisternd ein und gab ihnen durch sein tapferes Verhalten ein ausgezeichnetes Beispiel. Als Auszeichnung bekam er die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse. Wachtmeister Gedalje Eisen des Ulanenregiments Nr. 4 bekam die silberne Tapfer keitsMedaille 1. Klasse. Er befindet sich seit Kriegsbeginn mit Ausnahme der Zeit vom 30. Oktober 1914 bis -18. Dezentzber 1914 und vom 17. Juli 1915 bis -14. November 1915 im Felde, während welcher Zeit er sich wegen einer Verwundung im Spitale befand. Der Wachtmeister wurde das erstemal am 30. Oktober 1914 bei Kousk, das zweitemal am 17. Juli 1916 bei Duninow, beide-, male durch eine Schrapnellkugel am Oberschenkel verwundet. Er ist ein sehr pflichttreuer, tapferer Unter-» offizier, dessen Verhalten mustergiltig für seine Mannschaft ist. Gefreiter Aron W e i s z des Infanterieregiments 67 bekam die silberne Tapferkeitsmedaille 2.Kl. für tapferes Verhalten vor dem Feinde. Er begab sich bei Toporow am 29. August 1915 als Schleichpatrouille bis. 50 Schritte vor die russische Stellung, konstatierte dort Breite und Tiefe des dortigen Kanals und meldete den Abzug der Russen. Er hatte auch früher in stärkerem .feindlichen. Feuer Mehrfache Meldungen überbrachi. Zugsführer Heinrich Wasser teil des Infanterieregiments Nr. 13 bekam die silberne Tapferkeit^ Medaille 2. Klasse für tapferes und mutiges Ver-) halten vor dem Feinde. Der Zugsführer steht seit Be-' ginn des Krieges ununterbrochen im Felde. Er hat sich namentlich in den: Gefechte bei Maniawa am 17. Mai 1915 dadurch hervorgetan, daß er wiederholt im leb- Haftesten feindlichen Infanterie- und Artilleriefeuer die telephonische Leitung zum Regimentskommando herstellte. Er versieht seinen Dienst freudig und mit größter Opferfreudigkeit in den schwierigsten Verhältnissen. Fähnrich d. R. Samuel Ehrlich des Honved-Jnfanterieregimentes Nr. 31 bekam die silberne Tapk e i t s m e d a i l'se 2. K l a s s e. Am 11. Oktober 1915 hat er bei Karpilowka einen feindlichen Angriff mit seinem Zuge, die Leute ununterbrochen aneifernd, abgewiesen, obzwar der Gegner ausgesprochen überlegen war. Er wurde am 10. Dezember 1914 verwundet und ist seit dem 26. Juli 1915 wieder in der Front. Kadett d. R. Ernst Schifft er des Honved-Jnfantericregimentes Nr. 29 bekam die silberne Tapserkeits Medaille 2. Kläffe. Er hat im Gefechte bei Rakowice am 1. November 1915 den aus dem Walde vorstoßenden Feind mit seinem Zuge energisch und tapfer angegriffen, wodurch die übrigen Teile des im Walde kämpfenden Halbbataillons von der Gefahr einer feindlichen Flankierung gerettet würden. Korporal Isidor K a tz des Infanterieregimentes 85 bekam die silberne Tapfer keits Medaille 1. Kl. Er steht seit der Mobilisierung im Felde. Wegen Erfrierung der Füße war er einige Zeit im Hinterlande und steht derzeit beim Regimente seit 1. September 1915 als Schwarmkommandant in Dienstleistung. Katz ist ein Unteroffizier, der das Niveau seiner Kameraden in bezug auf militärische Kenntnisse, Pflichteifer, und dienstliche Regsamkeit bedeutend überragt. In dem schweren feindlichen Artilleriefeuer Vom 7. bis 14. Oktober 1915 hat er am gefährdeten Punkte der Kompagnie nicht nur seinem Schwarme, sondern dem ganzen ersten Zuge durch unerschrockenes, tapferes Benehmen ein anfeuerndes Beispiel gegeben. Beim feindlichen Jnfanterieangriff an: 14. Oktober 1915 früh' war er der erste, welcher die Ansammlung. feindlicher starker Kräfte am Ostufer der Strypa bemerkte und durch sofortiges Alarmieren der gesamten Mannschaft und durch energische, umsichtige Feuerleitung zur Abweisung des Angriffes ganz Hervorragend beitrug. Kadett Josef Mendelso h n des Honv.-Jnf.-Reg. 22 bekam die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Kl. Er hat als Telephonzugs koimnandant in schwersten und gefährlichsten Situationen mit seiner Kaltblütigkeit und gewissenhaften Arbeit immer den Wünschen seiner Vorgesetzten entsprochen. Der Kadett hat mit dem Korporal Franz B u j a r den Bau der Brücke bei Halicz am 28. August 1915 ausgeführt, trotzdem in jeder Sekunde mehrere Schrapnells über der Brücke explodierten und trotzdem die Menschen massenhaft vor seinen Augen fielen, mußte er unter den Leichen weiter arbeiten. . Er wirkte auch am 8. Juli 1915 derart auf seine Leute ein, daß sie weiterbauten, obwohl bereits mehrere Maschinengewehrabteilungen und Jnfanterietruppen ihre Stellungen vor der Uebermacht des Feindes vorübergehend verlassen hatten. Zugsf. Simon Nuszbaum des Honv.-J.-R. 306 bekam die s i l b e r n e T a p f e r ke i t s m e d a i l le 1. Kl. Gelegentlich des'Ausbaues der jetzigen Stellungen war er Tag und Nacht mit der größten Aufopferung und mit dem größten Fleiße tätig. Anläßlich des russischen Angriffes am 3. und 4. November bekundete er ebenfalls eine besondere Tapferkeit, feuerte vom' Dache der Deckung, ernmnterte die ihm untergeordnete Mannschaft und gab ihr das beste Beispiel. Er meldete sich auch wiederholt zu Patrouillen. Sanitäts-Korporal, Titular-Zugsführer Chain: B r a n d st ä t t e r des Infanterieregimentes Nr. 56 bekam die silberne Tapferkeitsmedaille 1. 5kl. Der Sanitäts-Unteroffizier hat während des Gefechtes bei Pilawa am 12. Oktober 1915 seinen schwerverletzten Kompagniekommandanten und mehrere verwundete Infanteristen mitten im größten Kugelregen der feindlichen Maschinengewehre in der Feuerlinie Verbünde;:, unter größter Lebensgefahr aufgebahrt und aus der Kampffront zum Hilfsplatz getragen. Sein mutiges Verhalten verdient umsomehr Anerkennung, als er dadurch ein Beispiel gab und die übrige Sanitätsmannschaft zu sofortiger Hilfeleistung mitriß. Fähnrich d. R. Julius Kohn der k. u. k. Feldhaub.- Division II/1 bekam die bronzene Tapferkeitsni edaille. Als seitlicher Beobachter hinter 'der Schwarmlinie beim Schloß Pilawa an: 7. Oktober 1915 verständigte er den Kommandant'':: des Stützpunktes von: Vorgehen der russischen Schwarmlinie und später in: starken Infanterie- und Maschine::gewehrfeuer vom Eindringen des Feindes in die eigene Stellung und '-vom Zurückgehen der eigenen Infanterie.südlich des Ortes. Er verließ seinen Posten erst dann, als die Infanterie den Befehl zum Zurückgehen in die Hauptstellung erhielt und

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