Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 8 (18.2.1916)
- Date
- 1916-02-18
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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EeM 128 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 8 in hebräischer Sprache nach Mrt -anderer lebender Sprachen unterwiesen wurden. Obmann Dr. Samuety dankte nun in erster Reihe der isrqel. Kültusgemeinde für die Förderung der Vereinszwecke durch Gewährung einer Jahressubvention von 2000 Kr. und einer Spende aus dem Goldschmidt-Schullegate von 400 Kr., sowie für die heutige Delegierung des Vorstandsmitgliedes Doktor Schreiber, den er herzlichst begrüßte. Ebenso gebühre Dank dem B'nai B'rith-Vereine „Wien" für die Subvention von 200 Kr., und insbesondere dem B'nai B'rith- Vereine „Eintracht", dessen Mitglieder durch Spenden im Gesamtbeträge von 2700 Kronen die Deckung des Gebarungsdefizits besorgten. Endlich sprach Redner dem Herrn Schulinspektor Prof. Kanitz für sein eifrig betätigtes Interesse und der jüdischen Presse für die Förderung der Vereinszwecke durch bereitwillige Aufnahme der Notizen und Berichte besonderen Dank aus. Obmann-« stellvertreter Kar! Freund berichtete nun über seine vielseitige Detailarbeit in den Horten. Er habe die Einschreibungen der Kinder nach gründlichen, durch! Doktor Löwy, dem Leiter der Zentralstelle für das Armenwesen, in dankenswerter Weise besorgten Recherchen zu Beginn des Schuljahres durchgeführt, lasse sich regelmäßig von den Lehrern schriftlichen Bericht über den täglichen Besuch der Horte zusenven, habe, da die beiden Lehrer Zwirn und Huschak ins Feld gerückt sind, von der Baron Hirsch-Stiftung zwei Supplenten besorgt, von denen namentlich der Oberlehrer Herr S i m o ir ganz ausgezeichnete Dienste leiste; vormittags nach der Schule und nachmittags erhalten die Kinder eine Jause; durch Spenden guter Freunde konnte er den meisten Kindern warme Wäsche und mit Hilfe philanthropischer Vereine vollkommene Bekleidung verschaffen, kranke Kinder den Herren Professoren Dr. Zappert und Dr. Braun oder einer Ambulanz zuweisen. D«ie Kinder werden in entsprechender Zeit im prächtigen Hausbade gründlich gereinigt und erhalten bei den veranstalteten Kinderjausen auch Spielzeug und Bücher zu Geschenken. Bei diesen Veranstaltungen haben die Damen Marie Freund, Jda Glück und Borges werktätig mitgeholsen und gebühre ihnen besonderer Dank. Mit Anerkennung gedachte er ferner des fleißigen Verwalterpaares Klein. In den Ferien habe Herr Phil. Ko hn einige Kinder auf seinem Landgute versorgt und die Herren Max Hitler, I. Trebitsöch Ernst Simon und Sandor Mols haben durch reichliche Spenden die Versorgung der Kinder gefördert. Allen Genannten sage er herzlichen Dank. Um die Unterbringung der austretenden Kinder lasse er es nicht an eifrige Bemühungen fehlen, die durch die dankenswerte Unterstützung durch den Verein „Arbeitsnachweis", der Frau Direktor Ullmann, des Kommerzialrates Julius Freund und noch anderer Gönner von bestem Erfolge gekrönt sind. Redner teilte noch mit, daß im Berichtsjahre die Räume des Horthauses auch dreimal zu größeren Kinderbeteilungen und Festjausen zur Verfügung gestellt wurden. Die größte dieser Veranstaltungen leitete Frau Baronin Königswarter in Anwesenheit des Präsidenten der israel. Kultusgemeinde Dr. A. Stern, die beiden anderen Frau Dr. Stein, die Leiterin des Ausspeisevereines der „Kriegsfürsorge" im 20. Bezirke, und Frau Lurie, die sich der sonst nir-/ gends berücksichtigten fremden Kinder annahm. Das Vorstandsmitglied Prof. Khuner ergänzte die gemachter: Ausführungen in seiner Eigenschaft als pädagogischer Beirat des Vereines. Er könne konstatieren, daß der Einfluß der Horterziehung auf Betragen und Fortschritt in den Schulen der denkbar beste sei. Dies haben auch die Bezirkschulinspektoren Gerstner und kais.Rat Kundy anläßlich, eines mehr als Zweistündigen Besuches der Horte mit Befriedigung ausgesprochen. Nun erstattete der Obmann Dr. Samuely für den ins Feld gerückten Kassier Herrn G o l d schmi d t den Kassenbericht. Die Ausgaben betrugen rund 15.000 Kronen. Davon wurden 1000 Kronen von der Baron Hirsch- Stiftung als Ersatz der Auslagen liquidiert, 9000 Kronen durch die regelmäßigen Mitgliedsbeiträge und Subventionen und der Rest durch Spenden von Seite der Mitglieder des Vereines „Eintracht" (B'nai B'rith) gedeckt. Die vom Revisor Dr. Schor, der die Bücher und Ausgabenbelege geprüft hat, beantragte Entlastung des Kasseverwalters wurde nun einstimmig angenommen und die Wiederwahl des Gesamtvorstandes durch, Zuruf durchgeführt. Kultusvorsteher Dr. Schreiber, Prof. Ehrm a n n als Präsident des Verbandes der österr. B'nai B'rith-Vereine, Herr Ernst Simon als Präsident des Vereines „Eintracht" (B'nai B'rich) und Schulinspektor Prof. Kanitz sprachen hierauf der Vereinsleitung Dank und Anerkennung aus für ihre werktätige, von offensicht-! lichen Erfolgen gekrönte Arbeit aus, mit dem Versprechen, auch weiter durch eifrige Förderung in ihrem Wirkungskreise an der Erreichung der großen, segenspendenden Ziele /des Vereines, die-verlassene Jugend körperlich zu kräftigen und sittlich zu erziehen, mitzuhelsen. Das.Vorstandsmitglied der Chewra-Kadischa Herr lJacques Karpeles sagte gleichfalls zu, daß der von ihm vertretene Verein allen Wünschen der Vereinsleitung, wie bisher, hilfsbereit entgegenkommen werde. Mit noch-, maliger Danksagung an alle Erschienenen und der Bitte um weitere Betätigung ihres Wohlwollens, schloß der Vorsitzende Dr. Samuely die denkwürdige Generalversammlung. Professor Oberkantor Leon Kartfchsmaroff fel. Andenkens. Dem im Januar 1916 in Wien verstorbenen und mit allen Ehren auf dem Wiener Zentralfriedhofe zur ewigen Rühe gebetteten Oberkantor Leon K a r t s ch m a - r o f f wurde nachträglich in seiner Heimats'gemeinde Nagy-Kanizsa eine erhebende Trauerfeier gewidmet. Am 6. Februar d. I. fand im großen Tempel in Nagy-Kanizsa ein feierliches Requiem zu Ehren des Heimgegangenen statt. Das Gotteshaus war festlich beleuchtet und schwarz dekoriert. Anwesend waren nebst der Familie des Verewigten der gesamte Vorstand der Kultus gemeinde, ferner Herr Bürgermeister S a b j a n mit vielen städtischen Beamten, Richter, höhere Offiziere, Abordnungen der Frauen- und Wohltätigkeitsvereine und zahlreiches Publikum füllte das Gotteshaus. Professor Oberkantor Lazarus aus Budapest besorgte, unterstützt vom Nagy-Kanizsäer Chor, den gesanglichen Teil des in ungarischer Sprache verfaßten Trauerchorales, dem eine Predigt des Herrn Rabbiners Doktor Ed. Neumann folgte. Die ganze Feier verlief sehr würdig und fand somit die schöne, ehrenvolle Laufbahn des Verewigten einen erhebenden Abschluß. — Die Gemeinde Nagy-Kanizsa machte auch noch eine größere Stiftung zum ewigen Gedächtnis ihres Oberkantors Leon K a rk schm ar off. Möge er sanft ruhen! L. W. Vermischtes. Vortrag aus jüdischer Geschichte, Kultur und Literatur. Donnerstag, den 24. Februar 1916, halb acht Uhr abends, findet im Festsaäte des Ingenieur- und Architektenvereines, 1. Bezirk, Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Rabbiners Dr. Max Grunwald statt. Thema: „Der Dichter I. L. Perez als Schilderer' des ostjüdischen Volkslebens." Eintritt frei, ohne Karten.