Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 7 (11.2.1916)
- Date
- 1916-02-11
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 110 Dr. Bloch'S Äochenschr'N Rr. 7 Nachkommen zu können, erlaubt sich das vorerwähnte Komitee auch an die Leser der „Oesterreichischm Wochenschrift" mit der ergebenen Bitte um Bücherspenden für den genannten Zweck heranzutreten. Zur genaueren Orientierung wird bemerkt, daß gemäß den Vereinbarungen von der Versendung ausgeschlossen sind: 1. Bücher, die nach 1913 erschienen sind, 2. Zeit-.. schrisren (ausgenommen Separatabdrücke von wissenschaftlichen Aussätzen), 3. Humoristisches, 4. Kriegsliteratur und 5. Bücher, die irgendwie die Geschichte Rußlands oder der kriegführenden Mächte behandeln. Es wird ganz besonders daraus ausmerksam gemacht, daß laut der amtlichen Vorschriften alle zur Versendung gelangenden Druckwerke keine irgendwelchen Notizen und Vermerke enthalten dürfen, da andernfalls ganze Bibliotheken konfisziert werden könnten. Sendungen per Post mit der Adresse Fürsorgekomitee des Roten Kreuzes für Kriegsgefangene, Lektüre für Kriegsgefangene in Rußland (Lammetstelle: Wien, IV., Karlsplatz 13), sind portofrei, wenn der Beisatz ..Freiwillige Gaben für das Rote Kreuz, Militärnnlerstützungssache," auf der Begleiradresse und der Sendung deutlich vermerkt ist. Bei Bahnsendungen müssen Sendung und Frachtbrief schon bei Auflieferung den Zusatz tragen: „Freiwillige Gaben für das Rote Kreuz", soll eine frachtfreie Beförderung erfolgen können. Das Komitee. Jüdische Kriegsland spende. In Rummler I der unter der Redaktion Adolf Damaschke's erscheinenden Ha.bmonatschrift „Bodenreform" ist unter obigem Titel folgende Würdigung der Aktion zu Gunsten der Kriegslandspende zu lesen: „Eine interestante Parallelaktion zur Kri:gerhrimsbättenbewegung, die erfreulicherweise nun auch in Oesterreich an Boden gewinnt, ist die vom Jüdischen Rationaifonds in Lemberg und Wien cingeleitete Sammlung für eine Kriegsland spende. Der Jüdische Rationaifonds ist eines der Geldinstitute der zionistischen Bewegung und verfolgt den wohl allen Bodenreformen sympathischen Zweck, Grund und Boden als unveräußerliches Volkseigentum in Palästina zu erwerben (vgl. die neueste Auslage von Damaschke's „Bodenreform", S. 244). So inüpfen die Zionisten an die soziale Gesetzgebung Mosis an, die niemand eindringlicher als Damaschke selbst verherrlicht hat. Durch den Krieg nun ist dem Nationalfonds eine neue Aufgabe erwachsen. Zahllose Familien in Galizien und Bukowina sind um ihre Eristenz gebracht, ihr Hab und Gut zerstört. Statt der Auswanderung nach Amerika, die ohnedies bald gesperrt werden dürfte und die auch vom politischen Standpunkte der Zentralmächte weniger erwünscht ist als eine Auswanderung in die verbündete erstarkende Türkei, soll diesen armen Kriegsopfern die Ansiedlung in Palästina ermöglicht werden. Das Land wird in Erbpacht, also nach bodenreformerischen Prinzipien, ausgegeben. Ein Dunam Land (etwa ein Fünfte! Joch) kostet in Palästina 50 Kronen. Wer nur einen Dunam oder einen Bruchteil spendet, trägt schon zur Schaffung einer wirtschaftlichen Grundlage für eine Flüchtlingsfamilie erheblich bei. — Bedenkt man, daß schon jetzt in mehreren reichsdeutschen 5BrO|u)üren die Angst vor den ostjüdischen Arbeitern, die den Lohnsatz drücken könnten, und überhaupt vor einem starken Tinströmen der russischen und polnischen Juden nach dem Westen zum Ausdruck kommt, so mutz man auch von diesem Standpunkt aus die Kriegslandspende als Verminderung eines solchen Druckes vom Osten her begrüßen. Neben der Sorge um eine vernünftige Auswanderung, die das Volkstatt zur Proletarisierung in Großstädten zur Gesundung auf eigenem Boden führt, mutz natürlich die Stützung der wirtschaftlich lebensfähigen Elemente in Galizien, resp. Russisch-Polen treten. Die Kriegslandspende soll also nicht etwa Auswanderung erzeugen, sondern die auch schon vor dem Kriege bestandene und nach dem Kriege sich notwendig.steigernde Auswanderung in ein vom menschlichen, zentral st aatlichen und jüdischen Standpunkt richtigeres Bett leiten." Es wäre tzu wünschen, daß dieser Aktion auch jüdischerseits ein solches Verständnis entgegengebracht werde. Aus dem amerikanischen Judentum. Wie dem „Berliner Tageblatt" mit Kabeltelegramm vom 29. Januar miigeteilr wird, hat in Newyork die Ernennung des Anwaltes. Louis Br and eis als Mitglied des Obersten Gerichtshofes großes Aussehen heroorgerusen, ha Br an d e is bei verschiedenen Prozessen gegen Bahngesellschasten eine hervorragende Rolle gespielt hat. Louis B r a n d e i s ist ein bekannter demokratischer Politiker und seit einigen Jahren auch im jüdischen Leben Amerikas besonders hervorgetreten, seit er sich der zionistischen Bewegung angeschlossen hat. Seit Ausbruch des Krieges ist Louis Brandeis der Vorsitzende des Provisional Executive Committee for General Zionist AfFairs in Newyork. Mwyork. (Jüdische Wohltätigkeit.) „The Jewish World" führt in Wer Nummer vom 29. Dezember 1915 in einer Notiz über jüdische Wohltätigkeit etwa folgendes aus: Vorige Woche berichteten wir über die schöne Spende von 200.000 Pfund einer amerikanischen Jüdin, Frau Jsaac L. Rice, zur Errichtung eines ^Erholungsheims. Heute verzeichnen wir ein Legat von 1,400.000 Pfund eines Juden namens Andrew Freedman, ebenfalls in Newyork, zum Zwecke der Errichtung eines Altersheims. Wie im ersten Falle, sind auch hier Personen ohne Unterschied des Glaubens aufzunehmen, und beide Stiftungen werden ewige Denkmäler für die patriotische Gesinnung der amerikanischen Judenheit sein — Denkmäler, die, wenn überhaupt, nur wenige Parallelen unter englischen Juden finden. Aber wir fühlen doch ein leichtes Bedauern, wenn wir diese ungeheuren Gaben für wohltätige Zwecke verzeichnen. Wapn wird einmal ein ebenso großzügiger wie hochherziger Jude etwas in gleichem Stile tun, wodurch er sich das Judentum und jüdischen Geist für ewige Zeiten verpflichtet? Wann wird z. B. ein Jude eine hebräische Universität in Jerusalem stiften — eine glorreiche Botschaft für die Judenheit und die ganze Welt? China. Am 18. November 1915 fand in Hongkong ein Konzert zum Besten der jüdischen Flüchtlinge in Rußland und zum Besten des russischen Roten-Kreuz-Fonds statt. Die Reineinnahme betrug 1000 Pfund. Vermischtes. Oesterreichifches Landeskomitee und Hilsslommission 1915 für Palästina. Spenden--Verzeichilis: Kommerzialrat Salomon Rudich, Radautz, H. K. Kr. 100.—; Kommerzialrat Mar Schüller, Wien, 7. Bez., H. K. 100.—; Dr. Philipp Fuchs, Graz, H. K. 50.—; Bürgermeister David Spitzer, Leipnik, H. K. 50.—; Mogen-Dovid-Nagelspenden, gesammelt durch Rabbiner Weisz Mor., Jab'.ancz: Von Samek David Kr. 10.—; Otto Cantor 10.—; Sig. Beinhacker 6.—; Paschkesz Mor. 5.—; Reichenthal Heinrich 4.— : Grünfeld I. 3.—; Kaufmann 3.—; Bauer Alajos 3.—: M. Klein 3.—; Witwe Philipp Weisz 4.—; Kaiser 1.—; Grab Jakob 1.—; Tomarich Geza 1.—; zusammen Kr. 55. . Spende bei Brith-milah: David Finzi, durch Dr. Adolf Herzseld, Wien, Kr. 20.—. I. T Mauthner, Wien, L. K. Kr. 20.—, H. K. 20.—; Alexander Landau, Wien (3. Spende), H. K. 25.—; R. Fuchs, Wien, H. K. 25.—; Kommerzialrat Moritz Reif, Wien, H. K. 20.—; Moritz Oeger, Wien, H. K. 20.—; Frankl Markus, Preßburg, H. K. 30.—; Therese Berger, Triesch, H. K. 20.—; Ludwig Bunzl, Wien, H. K. 20.—; David Hartenstein, Wien, H. K. 20.—; Ludwig Bauer, Wien, H. K. 20.—; I. Singer, Wien, H. K. 20.—; Adolf Fleischmann, Wien, H. K. 20.—; Rabbiner Martin Friedmann, Horazdowitz, L. K. 43.—; Israel. Kultusgemeinde Oberthulba (Bad Kissingen), durch Herrn S. Kahn, H. K. 14.70; Sigmund Vogel, Kopidlno, L. K. 10.—; Redakteur Jacques Sachs, Wien, H. K. 10.—; Th. Klein, Smiritz (Böhmen), H. K. 10.—; kaiserl. Rat D. Trailer, Prag, H. K. 10.—; Lustig Miksa H. K. 10.—; Dr. Alfred Tausik, Budweis,