Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 7 (11.2.1916)
- Date
- 1916-02-11
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 7 Tr. Bloch s Wochenschrift Leite 109 tember an der Spitze seiner Kompagnie den Heldentod fand, der Herren Hermann Südfeld, Moritz Birnb a u nl, Michael F l e i s ch ne a n n und Markus H c i nt wurde durch Erheben vott den Sitzen und Protokollierung geehrt, und wurde zur Kenntnis genommen, daß dem bleibenden Andenken des gefallenen Helden Hugo Fekete eine Erinnerungstafel im Tempel gestiftet werden soll. Bott den Vereinsmitgliedern stehen vierzig "derzeit int Kriegsdienste, ebenso auch Herr Oberkantor Weis; und Tempelinspektor Herr 9! e u m a n n. Die Erhöhung der Subvention seitens der Kulmsgemeinde und die Spenden der Mitglieder, und zwar je 100 Kr. von Herren Moritz Dichter, Heinrich Tändle r, Robert S i m o n, Sigm. L i p f ch i tz, ferner 200 Kr. von. Herrn Richard Weiß, setzten den Verein in dett Stand, das Budget vollständig zu decken uttd eine restliche Bauschuld abzutragen. Die Familie R o s - ner erlegte 600 Kr. Rente, Frl. Berta Lichtblun, Beamtin im k. k. Handelsministerium, 400 Kr. Reute als Maskir-Stiftung nach ihren verstorbenen Eltern. Der Bericht ertvühnte ferner dett Festgottesdienst am ersten Sukkothtage zu Ehren des '40 jährigen. Wir» kens uttd gleichzeitigctl siebzigftett Gcburtsfestes seines verdienten Katttors Herrn Filipp Baßel. Zu dett hohen Feiertagen waren der Sitzungssaal uttd die Bibelschule den galizischen Flüchtlingen behufs Abhaltung des (Gottesdienstes überlassen und dett zahlreichet! Soldaten Sesselsitze im Tempel zur Berfügurtg gestellt. Der Bericht erwähnte noch weiter den guten Besuch der Bibelfchule und des Jugendgottesdienstes, welchem durch die Tentpelvorsteher Herren Obmann-Stellvertreter T a u ß i k und Dr. F r i e d j u n g besondere Aufmerk samkeit und Pflege gewidmet wurde, und schloß i „Noch steht unser Vaterland im schweren Kampfe um seine Freiheit und sein gutes Recht. Wir Juden habet! zumindest den gleichen Opfermut tvie alle anderen Mitbürger betätigt und unseren vollen Teil an Gut und Blut beigetragen zürn Wohle und zur Ehre unseres Vaterlandes. Hoffen wir, daß diese Opfer nicht nutzlos waren und uns eine bessere Zukunft beschieden ist; eine Zukunft, in welcher uns gleiche Rechte und nicht bloß gleiche Pflichten zuerkaunt werden. Dann erst tvird unser Vaterland und insbesondere" die Haupt- und Residenzstadt Wien zu neuer, kraftvoller, unübertviudlicher Macht und Größe aufblühen und in anhaltender, friedlicher Arbeit die schweren Wunden ausheilen, tvelche dieser gewaltigste aller Kriege geschlagen. Und so tritt unser Verein in das 43. Vereinsjahr, vertrauend auf Gott und den Schirmherrn des (Gotteshauses, Kaiser Franz Josef I., dessen Name in goldenen Lettern die Pforte unseres Tempels ziert/' Nach Verlesung des Berichtes begrüßte Kultusvorsteher Herr Steiner die Versammlung namens der Kultusgemeinde und gab seiner Freude über das ersprießliche Wirken des Vereines Ausdruck. Ebenso begrüßten die erschienenen Tempelvorsteher, Herren L a z a r, L a m p l, Straßb e r g und S ch i d r o w i tz, den Verein namens ihrer Bezirke. Vorstandsmitglied Dr. F r ie d j n n g gabdem Wunsch? Ausdruck, daß zu Klassenbegräbnisfen nur die Tempelfunktiottäre aus dent betreffenden Bezirke herangezogen rvcrden sollen, in tvelchem der Verstorbene gewohnt hat. Vorstandsmitglied Herling er gab die Anregung, bei der Steuervorschreibung der Kultusgemeinde einen bescheidenen Zuschlag zur Erhaltung des Gottesdienstes für die Tempelvereine einzuheben, da viele Steuerträger aus anderen Bezirken, hauptsächlich aber die unbemittelten Glaubensgenossen, insbesondere bei Traueranlässen die Tempel der Tempelvereine aufsuchen, diese also den Zwecken der Gesamtheit dienen. Kultusvorsteher Steiner erinnerte an die statistische Arbeit des sel. Herrn Gottlieb Bettel he int, welcher die Einführung einer 10 Kronen-Steuer prova gierte. Diese Steuer könnte in der Form einer Kultus > 'förderungssteuer zugunsten der Tempelvereine eingeführr und so auch den minderbetnittelten Glaubensgenonen Gelegenheit geboten werden, ihr Scherflein für die Pflege und'Erhaltung des Kultus beizutragen. Vorsteher Dr. F r i e d j u n g tvies auf die hohe Wichtigkeit der Ausgestaltung des Jugendgottesdienstes hin, da dieser das geeignetste Mittel zur Heranziehung uttd zur Aneiferung der Jugend für den Glauben der Bätet bilde. Es wären die Religionslehrer und insbesondere die Ellern zum anhaltenden Besuche der Kinder aufznfordern. Der Jugendgottesdienst selbst müsse aber so gestaltet sein, daß das volle Interesse und Verständnis der Jugend geweckt werde. Exhorte von berufenen Red nern, Verständnis der Gebete und Mitwirkung der Schüler an den Gesängen, hauptsächlich aber Geschichte des jüdi scheu Volkes und dessen ruhmreiche Vergangenheit müssen der Jugend das Bewußtsein der hohen ethischen Mission ihres Glaubens wachrufen uttd erhalten, und dein tiefbedauerlichen Abfalle steuern. Mit den vorgcnommenen Wählet!, tvelche die einstimmige Wiederwahl der verschiedenen Herren ergaben, schloß die Generalversammlung. Fürsorgekomitee des Roten Kreuzes für Kriegsgefangene. Lektüre für Kriegsgefangene in Rußland. (Sammelstelle: Wien IV., Karlsplatz 13. i Auf Grund vott Vereinbarungen, die das Fürsorge komiree des Roten Kreuzes für Kriegsgefangene in Wien mit jenem in Petersburg getroffen hat, demzufolge Bücher für unsere gefangenen Offiziere und Soldaten in Rußland gesandt werden können, hat sich ein engeres Komitee zur Durchführung des Uebereinkommens in Stock Holm im Monate November 1015 gebildet. Dieses K o m i t e e, dem der Herr Präsident des F ü rs o r g e k o m i t e e S d e S Roten K r e u z e s f ü r K r i e g s g e f a n g e n e E x z e l l e n z M a r k u s F r e i - Herr von S p i e g e l f e l d, Exzellenz Rudolf F r e i h e r r von S l a t i n, der Präsident d e s P a t r i o t i s ch e n H i l f s v e reines v o nt „R o t e tt K r e u z e" für N i e d e r ö st e r r e i ch Graf F r a n z T h u r n - B a l s a s s i n a, Frau Benisch-Darlan g, der a. o. Prof, der W i e n e r k. k. T e ch n i s ch e n H o ch s ch u l e D r. F ranz S t r u n z und der K o n - z i p i st dieser Hochschule Wilhelm Jäh n l angehören, ist bestrebt, nach den Bestimmungen der Stockholmer Konferenz die bekannt gewordenen mannigfachen Bedürfnisse und Wünsche" unserer in Gefangenschaft geratenen Offiziere und Mannschaften in bezug auf Lektüre rasche stens und vollständig zu befriedigen. Es werden von den Kriegsgefangenen besonders tvissenschaftliche Werke jeder Richtung, Nachschlagewerke, russische, französische, englische Sprach- und Wörterbücher sowie Unterhaltungslektüre dringendst ersehnt. Nicht minder werden aber auch E r b a u u n g s - und Gebetbücher aller anerkannten Konfession e n Mangel s einer Seelsorge dringend st erbeten. Um nun diesen Wünschen, die in Anbetracht der Verhältnisse bei vielen Gefangenen insoferne zum Bedürfnis werden, als sie in der Lage wären, die Zeit der tatenlosen Abgeschiedenheit von der Heimat nutzbringend anzuwenden, lvetnt ihnen die notwendige Literatur zur Verfügung stünde, wie bei Hochschülern, die sich in ihrem -Ltudiengebiere vertiefen, bei anderen bereits im Berufsleben gestandenen Akademikern, die sich in ihrem Fachgebiete vervollständigen könnten, in weitestgehendem Maße