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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-01-28 · 5 (28.1.1916) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
5 (28.1.1916)
Date
1916-01-28
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 84 Dr. Bloches Wochenschrift Nr. 5 „Vater aller Dinge" wird seit altersher der Krieg genannt. Nun ja! Er ist ein Kronos- ^er seine Kinder verschlingt. J Das Strafgericht der tiefverletzten Menschlichkeit, der geschändeten Gesittung, des niedergerrctenw Rechtes bricht über den blutgerränkten Serbenthron herein. — J’trc aut seque ntes! Als ein erlesener Vollstrecker ragt -König Ferdinand hervor. Die überlebensgroße Persönlichkeit des Bulgarenkönigs, der in gewissem Sinne als ein Sohn, als ein oftbewährter ehrlicher Freund und zuverlässiger Mit-?' kämpscr des Habsburgerreiches gefeiert zu werden verdient, ist nun der vierte im Verbände der Zentralmächte geworden. Ein Ereignis von sieghafter Bedeutung, das eine Begeisterung sondergleichen in den drei Kaiserreichelt auslöst und ganze Reiherr von tatkräftigen, opftrsrohcn Kundgebungen weckt. Der Viererbund der Donaumonarchie, Deutschlands, der Türkei und Bulgariens, nimmt einen riesigen Anlauf, ein Führerbund Europas zu werden. Was ist G e n i e? Der Blick für das Außerordentliche im Gewöhnlichen, an dem die Menge achtlos vorübergeht. — Was ist ein Kriegsgenie? Ein Blick, der Großes überschaut und dabei das Kleine nicht übersieht. Alter und Jugend haben im titanischen Weltgeschehen die Rollen des Genies vertauscht. Vor der Jugend hat das Alter voraus: die Ueberlcgenheit der Ueberlegung. Rückblick und Vorausblick finden sich im Scharfblick für die Notwendigkeiten der Gegenwart zusammen. Drei Ratgeber soll man haben: Verstand, Gewissen, Ehre. Der Verstand kündet — was man kann, das Gewissen — was Man soll, die Ehre — was man muß! — (Fortsetzung folgt.) Literatur. , „Die Geschichte einer kleinen Fliege." Dies der neue Roman, den Doris Wittner bei Erethlein & Comp., Leipzig, unlängst erscheinen liest. Wiewohl die Heine- Literatur so beträchtlich angewachsen ist, daß man kaum mehr Neues über den oi:I geliebten und viel geschmähten Liebling der Musen zu erfahren hoffen darf, hat dieser neueste Heine-Roman doch ein dankbares Publikum gesunden. Wer die Dichterin aus ihrem im Vorfahre erschienenen Romane „Drei Frauen" (das Liebesleben Napoleons) kennt, wußte oorabnend, daß dieser neueste Heine-Roman ein Genuß eigener Art s-ii werde. Doris Wittner hat es.verstanden, sich.mit der ihr eigenen Feinfühligkeit in das Seelenleben des Dichters zu vertiefen, in lebhaften Farben zu schildern, wie er geliebt, gehaßt, gelitten, wie die ihn umgebenden Menschen auf ihn eingewirkt. Glänzend ist ihr die Zeichnung der sagenhaften Mönche gelungen, der in unglücklicher Ehe lebenden kleinen Frau, die des lotkranken Dichters letzte Lebensjahre durch' den Zauber ihrer Persönlichkeit verschönte. Die Geschichte der kleinen Mouche ist zwar das Leitmotiv des hochinteressanten Romanes, aber des Dichters Fühlen und Denken: sein Streben und' Hoffen wird uns in so plastischen Bildern veranschaulicht, daß wir „Die Geschichte der kleinen Fliege" den besten Werken der Heine-Literatur würdig an di: Seite stellen können. Zda B a r b e r. Krirfkaste«. A. H. Unter Bezugnahme auf die in Nr. 4 der „Oesterreichischen Wochenschrift" vom 21. Januar 1916 im „Briefkästen" erschienenen Notiz: „Die nette Geschichte von der Instituts-Inhaberin Hilda von G u n e s ch werden wir erst nach Kriegsschluß publizieren", läßt letztere uns auf das Bestimmteste erklären, daß die dieser Notiz zugrunde liegende Mitteilung, wonach bei dem Wechsel ihres Weihnachtsaufenthalte:' antisemitische Erwägungen maßgebend gewesen wären und antisemitische Bemerkungen gefallen seien, „ganz aus der Luft gegriffen ist"; wir nehmen keinen Anstand von dieser LrUärung unseren Lesern Kenntnis zu geben. Regina Neifser, Brestau. Ja. A Wrinberger. Sämtliche Anzeigen von Predigten, die uns am Montag und Dienstag bekanntgegeben werden, kommen zur Notierung in dem Umschläge der „Oesterreichischen Wochenschrift". Spätere Anzeigen werden nicht vermerkt, weil der Umschlag des Blattes am Dienstag gedruckt wird. E.» Wien. Während der Kriegsdauer hat es sich als Unmöglichkeit herausgestellt, die „Oesterreichische Wochenschrift" in ausgeschnittenem Zustande zur Expedition zu bringen. Deswegen wollen die Leser entschuldigen. Ueder-Ahialle KERNSOHLENSTANZ Absatz-Oberflecke.. 1 Kilo K 4.80 » -Ober- und Unterflecke.1 » » 3.20 Kräftige Unterflecke.1 » >2.90 Brandsohlabsatz.1 » > 2.60 Versand per Nachnahme in Fünfkilo-Postpaketen durch Lazi Rosenberger, Teplitz-Schönau. Vertreter, welche Schuh- Reparaluran.stalten oder Schuhmacher überhaupt besuchen, werden unter günstigen Bedingungen ausgenommen. Pension gesucht! Feine Pension, wo auch Pessach gehalten wird, für Familie gesucht. Zuschriften unter »Erstklassig» an die Expedition des Blattes. TcitQaliiieplta zu alleinstehender Dame wird Aöl nCllilowUw ftjlUtuC gesucht. Bewerberin soll im Kochen, Nähen und Handarbeiten bewandert sein und soll möglichst langjährige Zeugnisse besitzen. Vorzustellen ab 10 Uhr VII., Kaiserstrasse 57, II./18. Tf*h UrÄVfl flAlfPinf ein? Lektio.n im allgemeinen AU11 11 Cal U IJCliCiyiy .jüdischen Wissen aufzunebmen, dabei einen Schüler der unteren Mittelschulen die nötigen Vorkenntnisse beizubringen. Adr.: Juda Dym, II., Praterstr. 48, Tür 10. Israelitische Kultusgemeinde Wien. Z. 347 ex 1916. KUNDMACHUNG. Der vom Kultus\rorstande in‘der öffentlichen Sitzung vom 23. Januar 1916 festgesetzte Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde sowie sämtlicher unter der Verwaltung der Kultusgemeinde stehender Fonds und Anstalten für das Verwaltungsjahr 1916 liegt vom heutigen Tage ab durch 14 Tage im Sekretariate der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, zur Einsicht der Gemeindemitglieder auf. Die Gemeindemitglieder sind gemäss § 90 des Statutes berechtigt, innerhalb dieser Frist Erinnerungen bezüglich des Voranschlages bei dem Kultusvorstande schriftlich zu überreichen, welcher dieselben in Erwägung zu ziehen hat. Wien 24. Januar 1916. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Dr. Emil Adler Der Präsident: Sekretär Dr. Alfred Stern Gegründet 1870 Gegründet 1870 Pianoiorte-F' abrik JOHANN BELEHRADEK Wien, VII/2, Mechitaristeng. 4. -O- Reparaturen und Stimmungen billigst. Einkauf und Umtausch zu besten Bedingungen. Auch Versand nach auswärts. iro Gänseschmalz roh und ansgekocht sowiePrima Fett-Gänse zu den billigsten Preisen und jedes Quantum liefert Frieda Toch, Wien, VII> sT^“u3?.?*eldg-5 Herausgeber und verantwortlicher Redakt.ur: Dr. Josef S. Bloch — Druck von L. Beck L Sohn, Wien. VII.

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